unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2025.art19d
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2025
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Verhältnisse gestalten, den Raum präventiv in den Blick nehmen - was heißt das aus einer sozialräumlichen Perspektive?
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2025
Jörg Fischer
Christian Reutlinger
Wie können Räume gezielt gestaltet werden, um Kinder und Jugendliche präventiv zu stärken? Eine sozialräumliche Perspektive zeigt, wie wir Lebensumfelder präventiv verändern können, um benachteiligende Strukturen von vornherein zu vermeiden. Durch gezielte Kooperation und die Einbindung aller Akteur:innen entsteht ein Raum, der nicht nur Schutz, sondern auch Chancen schafft.
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154 unsere jugend, 77. Jg., S. 154 - 162 (2025) DOI 10.2378/ uj2025.art19d © Ernst Reinhardt Verlag Verhältnisse gestalten, den Raum präventiv in den Blick nehmen - was heißt das aus einer sozialräumlichen Perspektive? Wie können Räume gezielt gestaltet werden, um Kinder und Jugendliche präventiv zu stärken? Eine sozialräumliche Perspektive zeigt, wie wir Lebensumfelder präventiv verändern können, um benachteiligende Strukturen von vornherein zu vermeiden. Durch gezielte Kooperation und die Einbindung aller Akteur: innen entsteht ein Raum, der nicht nur Schutz, sondern auch Chancen schafft. von Prof. Dr. Jörg Fischer Jg. 1975, Professor für Bildungs- und Erziehungskonzepte an der Fachhochschule Erfurt, Leiter des Instituts für kommunale Planung und Entwicklung - An-Institut der FH Erfurt (IKPE), aktuell Gastprofessor an der Dänischen Pädagogischen Universität Aarhus Gegenwärtig lassen sich in der deutschen Kinder- und Jugendhilfe parallel mehrere programmatische Ansätze identifizieren, die alle ein ähnliches Ziel verfolgen: Sie wollen die Verhältnisse und damit die Bedingungen des Aufwachsens positiv beeinflussen, sodass bestimmte, als benachteiligend oder gar als gefährdend eingeschätzte Lebensumstände gar nicht erst auftreten, eingegrenzt oder in ihren Auswirkungen gemildert werden. Ausgehend von präventiven Leitüberlegungen wird bei der Entwicklung abgestimmter Perspektiven verstärkt auf Vernetzung und Kooperation mit angrenzenden Disziplinen und Professionen in anderen Handlungsfeldern gesetzt. Gleichzeitig erscheint eine gemeinsame Handlungsbasis unabdingbar, die in der Figur des Sozialraums gefunden und mit den räumlich-physischen Bedingungen, die das Verhalten bestimmter Personen und Gruppen von jungen Menschen beeinflussen, gleichgesetzt wird. In diesem Beitrag soll herausgearbeitet werden, inwiefern eine sozialräumliche Perspektive einen präventiven Blick auf Raum als handlungsermöglichende Umwelt zu eröffnen ver- Prof. Dr. Christian Reutlinger Jg. 1971, Professor für Stadt und Gesundheit am Institut Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung (ISOS) und am Institut Gesundheit und Soziale Arbeit (ISAGE) der Hochschule Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW ) 155 uj 4 | 2025 Den Sozialraum präventiv in den Blick nehmen mag und wie damit räumlich-soziale Verhältnisse gestaltet werden können. Ausgehend von der aktuellen Diskussion um die sogenannten Präventionsketten sollen Ansatzpunkte für einen sozialräumlichen Blick auf Verhältnisprävention anhand der Erfahrungen aus den bisherigen Programmen und deren Vorläufern analysiert werden. Einleitung: Sozialraumorientierung als präventiver Ansatz, Verhältnisse zu gestalten In der Weiterentwicklung der eigenen Angebote, aber auch in der Ausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe als Ganzes lassen sich - jenseits einzelner fachlicher Differenzierungen - immer wieder gemeinsame zentrale Begriffe finden. Dazu gehört erstens neben dem Anspruch auf ganzheitliche Lösungen, aus dem der Antrieb zur Kooperation und Vernetzung erwächst, zweitens das Paradigma des inklusiven Ansatzes, um durch die Überwindung ausgrenzender Zugänge gemeinsame und alle Kinder und Jugendlichen einbeziehende Angebote zu entwickeln. Drittens findet sich ein Anspruch auf mehr Partizipation, der aktuell auch in der Neuformulierung des SGB VIII verstärkt formuliert wird. Aus diesen Beobachtungen heraus stellen wir die These auf, dass in allen drei zentralen Begriffen mehr oder weniger ausgeprägt und definiert ein Verständnis von Raum zugrunde liegt. Dieser Raumbezug bezieht sich auf die Ebene des Problemverständnisses, des Zugangs, der Entwicklung von Antworten, aber auch der Suche nach Ressourcen. Gemeinsam ist nach unserer Beobachtung in der sozialen Praxis aber auch, dass das zugrunde gelegte Raumverständnis in aller Regel ein äußerst rudimentäres und triviales ist - also ein Verständnis, das nicht über das Gebiet bzw. die territoriale Planungs- und Handlungseinheit hinausgeht, innerhalb derer die jeweiligen Akteur: innen tätig sind. Ob damit die lebensweltlich relevanten Raumbezüge der betroffenen Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien bzw. Bezugspersonen in den Blick genommen werden können, wie dies die Tradition der offenen Kinder- und Jugendarbeit vorschlägt (Böhnisch/ Münchmeier 1990; Deinet 1992), ist ebenso unklar wie die Frage, ob die sich beeinflussenden sozialräumlichen Zusammenhänge der Verhältnisse überhaupt ansatzweise sichtbar, geschweige denn positiv gestaltbar werden. Ungeachtet dieser konzeptionellen Unzulänglichkeiten und praktischen Unsicherheiten findet der Blick auf den Raum zunehmend höhere Bedeutung im fachpraktischen als auch im fachpolitischen Diskurs, wenn man etwa die Debatte um ein neues SGB VIII oder kommunale Aktivitäten zur Verräumlichung sozialer Dienste verfolgt. So bleibt bislang unklar, inwieweit die soziale Praxis tatsächlich in der Lage ist, den Raum in seiner sozialen Perspektive zu verstehen und einen Sozialraumbegriff zu etablieren, der über die bisherige Gleichsetzung mit einem administrativen Planungsraumverständnis hinausgeht. Hier schließt unser Beitrag an. Die kommunalen Präventionsketten als Sinnbild für eine räumliche Gestaltung von Verhältnissen Im neu erschienenen 17. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung ist die Stärkung der sozialen Umgebung im Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ein zentraler Aspekt. Dazu verweist die Bundesregierung in ihrer Stellungnahme auch gleich prominent auf den Nationalen Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“. Dieser wird als Strategie mit einem armutspräventiven Anspruch vor allem auf kommunaler Ebene definiert, um vorhandene Problemstrukturen nicht nur zu verwalten, sondern in ihrer Reproduktionswirkung zu gestalten (Deutscher Bundestag 2024, 7). In dem Nationalen Aktionsplan werden Präventionsketten wiederum als eine geeignete Antwort betrachtet, um verhältnispräventiv an- 156 uj 4 | 2025 Den Sozialraum präventiv in den Blick nehmen zusetzen (Fischer 2024 a). Die Kommunen kommen zu dieser Einschätzung nicht, weil sie die Ansprüche an sich selbst erhöhen und neue Standards setzen wollen, sondern weil sie mit der komplexer werdenden Problembewältigung überfordert sind. Ein präventiver Blick auf den Raum ist dabei auch im Kontext eines Drangs nach einer Verwaltungsmodernisierung mit der Überwindung versäulter öffentlicher Strukturen und dem Streben nach einer veränderten Verteilung gesellschaftlicher Verantwortung, etwa durch Präventionsketten, zu sehen (Fischer 2024 b, 8). Aus bisherigen Modernisierungsansätzen ist bekannt, dass eine Veränderung von Unterstützungsstrukturen nur dann wirksam werden kann, wenn rein zuständigkeitsorientierte Strukturen mit ihrer Tendenz zu Parallelabläufen in vernetzt agierende Formen der Zusammenarbeit überführt werden. An diese Vernetzungserfahrungen knüpfen die als Präventionsketten bezeichneten Versuche an, mit der Verzahnung von Leistungsstrukturen gemeinsame Verantwortungsgemeinschaften für ein gelingendes Aufwachsen aller Kinder zu bilden. In bewusster Abkehr von dieser negativen Einschätzung der präventiven Möglichkeiten pädagogischer Ansätze setzen die kommunalen Präventionsketten an, die derzeit in sieben Bundesländern umgesetzt werden (Fischer 2024 b, 9). Als Beitrag zur Chancengerechtigkeit und Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen und zur Verwirklichung grundlegender Rechtsansprüche, z. B. aus der UN-Konvention über die Rechte des Kindes, setzen Präventionsketten auf die Bündelung aller vor Ort vorhandenen Kräfte (Stolz 2024, 16). Auch wenn der Begriff der Präventionsketten an sich wenig mit Freiwilligkeit zu tun hat und sich nicht so leicht mit strukturellen Veränderungen in Verbindung bringen lässt, sind gerade dies Merkmale der Präventionsketten. Trotz dieser leichten Missverständlichkeit haben sich Präventionsketten inhaltlich und begrifflich etabliert. Obwohl es in den Bundesländern strukturell bedingt durchaus unterschiedliche Praxisansätze gibt, ist allen Etablierungsversuchen gemein, dass sie Präventionsketten als eine Art sozialräumlicher Gestaltungsnetzwerke begreifen, die sich also auf eine gemeinsame Übernahme von Gestaltungsverantwortung für einen bestimmten Raum beziehen. Das Aufwachsen von Kindern soll mit seinen Herausforderungen nicht nur nachgelagert bearbeitet werden, sondern vielmehr eine Umwelt schaffen, in der die Ursachen für Chancenungleichheiten und Teilhabeungerechtigkeiten angegangen werden. Insofern basieren diese sozialräumlich angelegten Gestaltungsnetzwerke notwendigerweise auf einem Verständnis von Prävention, welches gesellschaftliche Missstände nicht durch eine Förderung individuellen Wohlverhaltens zu adressieren glaubt, sondern eine gesellschaftliche Lösungsdimension präferiert. Verhältnisstatt Verhaltensprävention ist somit die Perspektive der Präventionsketten und setzt damit in der Gestaltung des Raums bereits mit der Vermeidung von benachteiligenden Strukturen an. Mit diesem Verständnis liegen die Präventionsketten im Trend gesetzlicher und fachpolitischer Debatten, welche strukturelle Benachteiligungen in den Blick nehmen. Die Betonung eines erweiterten Sozialraumansatzes (Franke 2024, 16ff ) im Zuge der Neuformulierung des SGB VIII zielt ebenso auf eine Stärkung des Inklusionsgedankens wie der neue Auftrag an die Kinder- und Jugendhilfe, sozialraumorientierte Belange anderer Akteur: innen bzw. kommunaler Fachbereiche aktiver zu gestalten. Auch für den Nationalen Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ lassen sich nach derzeitigem Diskussionsstand Ableitungen für eine Stärkung der kommunalen Armutsprävention durch eine verhältnispräventive Fokussierung auf Sozialräume ableiten. Im Wissen um die Grenzen verhaltenspräventiver Ansätze kann aus der verhältnisbezogenen Präventionsdebatte die Schlussfolgerung gezogen werden, dass durch eine Fokussierung 157 uj 4 | 2025 Den Sozialraum präventiv in den Blick nehmen auf die Umweltbedingungen im Raum eine frühzeitige und niedrigschwellige Unterstützung und Befähigung organisiert werden kann. Verhältnisprävention durch Gestaltungsnetzwerke, wie sie sich z. B. in den Ansätzen der Präventionsketten wiederfinden, basieren daher auf einer Fokussierung auf den Raum als Handlungsebene. Gerade die Möglichkeiten, die sich aus diesem Entwicklungsstrang ergeben, sind in ihrem Verhältnis von Raum und Prävention zu hinterfragen. Sozialraumorientierung: Räumliche Prävention ohne (adäquates) Raumverständnis Unter der Überschrift „Sozialraumorientierung statt quantitativer Flächendeckung“ führte bereits der 8. Jugendbericht der Bundesregierung (Deutscher Bundestag 1990) das Konzept der „Dezentralisierung/ Regionalisierung“ ein, das eine kontextspezifische und ortsnahe Gestaltung von Angebotsstrukturen vorsieht (ebd., 86f ). Durch frühzeitige und niedrigschwellige Hilfsangebote im Sozialraum soll die Notwendigkeit späterer intensiver Hilfen für Einzelne oder Familien vermieden werden, so der zugrunde liegende Präventionsgedanke. Prävention als eine sogenannte Struktur- und Handlungsmaxime der Kinder- und Jugendhilfe zielt auf die Förderung und Stabilisierung allgemeiner „Kompetenzen zur Lebensbewältigung“ sowie auf die Schaffung gerechter Lebensverhältnisse und die Chancen für ein gutes Leben ab (Thiersch et al. 2012, 188). Der 8. Jugendbericht konkretisiert dies dahingehend, dass Prävention „auf lebenswerte, stabile Verhältnisse“ zielt, „die Konflikte und Krisen verhindern“ sollen (Deutscher Bundestag 1990, 85). Im Sinne eines Reformprogramms ist das mit dem Präventionsgedanken verbundene Konzept in den letzten Jahrzehnten unter dem Begriff „Sozialraumorientierung“ bekannt geworden (Dirks/ Kessl 2021, 9). Sozialraumorientierung fungiert als „Leitbild für eine vorbeugende Sozialpolitik im Bereich personenbezogener Dienstleistungen“ und zeichnet sich durch einen „kleinräumigen Blick auf Problemlagen“ sowie eine entsprechende Bearbeitung aus (ebd., 9, Hervorhebung im Original). In den folgenden Jahrzehnten wurde das Programm der Sozialraumorientierung trotz vieler Unklarheiten und Widersprüche flächendeckend in Deutschland und den Nachbarländern umgesetzt (Haller 2007) und findet bis heute seinen Widerhall. „Kernsatz der Sozialraumorientierung ist: wir wollen nicht Menschen verändern, sondern Verhältnisse gestalten beziehungsweise Arrangements gestalten. Menschen zu verändern ist ohnehin ein unmögliches Unterfangen. Es hat noch nie funktioniert. Die Geschichte der Pädagogik ist eine Geschichte der Niederlagen“ (Hinte 2016). Mit diesem Leitgedanken wird die präventive Perspektive der Sozialraumorientierung noch einmal dezidiert auf den Punkt gebracht und das Entstehen sozialer Problemlagen aufgezeigt, an dem Soziale Arbeit ansetzt bzw. ansetzen kann: die räumlichen Verhältnisse. Ausgangspunkt der Sozialraumorientierung, so wird bei der Umsetzung im konkreten Kontext häufig argumentiert, ist das von Benachteiligung betroffene Individuum mit seinen Bedürfnissen (Nuss 2022). Die benachteiligenden sozialräumlichen Zusammenhänge und Verhältnisse geraten dann aber spätestens bei der Definition der Interventionseinheit, über welche die beteiligten Angebote und die im Nahraum angesiedelten Fachkräfte miteinander kooperieren sollen, aus dem Blick. In der Regel wird der ‚Sozialraum‘ mit den räumlichen Einheiten gleichgesetzt, auf die sich die jeweiligen Maßnahmen beziehen. Im Fokus stehen geografische Räume wie Stadtteile oder Quartiere (Graßhoff 2015, 61) oder durch „sozialstrukturelle Merkmale“ definierte Gebiete (Deinet 2002, 31), die von kommunalen Jugendämtern als Planungsräume definiert werden (Franke 2011, 65; Noack 2015, 79). Das hat mit Pragmatismus zu tun und zum Teil auch mit dem Unverständnis des Raumbzw. Sozialraumbegriffs. 158 uj 4 | 2025 Den Sozialraum präventiv in den Blick nehmen Ist der Raum der Zuständigkeit, der politischen Verantwortung oder der administrativen Steuerungsnotwendigkeit erst einmal definiert, kann man sich um das scheinbar Eigentliche kümmern. Dazu zählen die Umgestaltung von Organisations- und Verwaltungsstrukturen, neue Finanzierungs- und Kooperationsmodelle oder auch weichere Aspekte wie die Aktivierung von räumlichen Ressourcen und Infrastrukturen für ein bestimmtes institutionelles Bildungs-, Gesundheits- oder Wohnsetting. Nur so ist zu erklären, dass sich in der Sozialen Arbeit unter dem Label der Sozialraumorientierung ein absolutes Raumverständnis durchgesetzt hat, das seinen Ausgangspunkt in Planungsgebieten oder Verwaltungseinheiten sieht. Ausgehend von einem „Container“-Raumverständnis wird der Sozialraum als Ort verstanden, an dem sich soziale Probleme konzentrieren bzw. durch sozialpädagogische Arbeit an Individuen bearbeitet werden (Schroer/ Wilde 2010, 186). Entfernt man die sozialen Probleme (störende Subjekte, marode Infrastruktur etc.) aus dem Gebiet, ist der Raum in diesem Verständnis quasi ‚gereinigt‘ und wirkt dadurch nicht mehr negativ auf seine Bewohner: innen. Damit überlagern sich die lebensweltlichen Raumbezüge der betroffenen Personen und Gruppen mit den administrativen Territorien. Dieses triviale Raumverständnis reicht jedoch nicht aus, um dem präventiven Anspruch gerecht zu werden, bewusst und gezielt raumgestaltend bzw. raumverändernd zu wirken. Vielmehr besteht die Gefahr einer unreflektierten Einflussnahme auf räumliche Verhältnisse, da im relationalen Raumverständnis alle Akteur: innen - ob politisch, professionell oder alltäglich - raumgestaltend wirken. Grenzen werden verfestigt oder abgebaut, Zugänge geschaffen oder verunmöglicht, Handlungsspielräume eröffnet oder eingeschränkt, Menschen, Institutionen oder Orte inkludiert oder exkludiert, auch wenn nicht explizit räumlich gearbeitet wird. Will man präventiv an den Verhältnissen des Aufwachsens ansetzen, muss man diese nicht nur definieren, sondern auch verstehen, dass diese nur durch ein reflektiertes Sozialraumverständnis bearbeitet werden können. Verhältnisse des Aufwachsens aus räumlicher Perspektive gestalten Der präventiv begründete Anspruch, die Bedingungen des Aufwachsens zu gestalten, ist zwangsläufig mit einer räumlichen Perspektive verbunden, da sich die Verhältnisse auf eine Kategorie beziehen, die nur in territorialer Abgrenzung erfasst werden kann. Mit den Verhältnissen des Aufwachsens sind die äußeren strukturbezogenen Rahmenbedingungen gemeint, unter denen Kinder und Jugendliche aufwachsen, wie z. B. die Familien- und Betreuungsstrukturen, der sozioökonomische Status und die Wohnverhältnisse, die Qualität und der Zugang zu Bildungsinstitutionen oder dem Gesundheitssystem, aber auch der Freundeskreis oder die nachbarschaftlichen Beziehungen. Es geht also um die Gesamtheit der Umstände des Aufwachsens. Diese „besagen, dass man von diesen Umständen beeinflusst“ (Mecheril 2003, 59) wird bzw. worden sei. Die Soziale Arbeit betrachtet diese Verhältnisse als zentrale Faktoren, die das individuelle Handeln und die Lebensbedingungen der Menschen prägen. Eine räumliche Perspektive fokussiert darauf, wie bestimmte Orte oder Kontexte - sei es die Nachbarschaft, das Wohnquartier, die Schule oder der öffentliche Raum - die Entwicklung und das Wohlbefinden von Heranwachsenden beeinflussen. Die Ressourcen, Zugänge und Chancen, die ein Kind in seinem Leben hat, sind maßgeblich von der Adresse und damit vom Wohn- und Lebensort abhängig (Mafaalani et al. 2015). Zumindest zeigen sozialräumliche Segregationsdynamiken, dass sich Bevölkerungsgruppen nach sozialen, ökonomischen oder ethnischen Kriterien in unterschiedlichen Stadtgebieten trennend nieder- 159 uj 4 | 2025 Den Sozialraum präventiv in den Blick nehmen lassen und sich bestimmte Gruppen in bestimmten Gebieten konzentrieren (Dangschat 2007; Häußermann 2009). Da die Lage und Ausstattung von Bildungseinrichtungen entscheidend dafür sind, wie die Bildungschancen, das Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern verlaufen, setzen Bildungsdiskussionen an deren Qualität, der Gestaltung des Schulumfeldes oder der Verfügbarkeit von Unterstützungsangeboten - wie z. B. Schulsozialarbeit, psychologische Betreuung, Sportmöglichkeiten - an (Baur 2013). Gleichzeitig wird immer wieder betont, den Bildungsbegriff nicht zu eng zu fassen. Denn für Kinder und Jugendliche ist entscheidend, was, wo, wie und wann sie „lernen, sich bilden, sich entwickeln“ (Rauschenbach 2010, 52). Deshalb gilt es, vergessene, unterschätzte oder vernachlässigte Bildungs- und Lernorte in den Blick zu nehmen. Aus einer gesundheitsorientierten Verhältnisperspektive geraten die ungünstigen räumlichen Bedingungen, wie bspw. Nachbarschaftseffekte (Hederer 2014) und ihre Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Kinder in den Blick, unter denen sozioökonomisch benachteiligte Familien leben müssen: „z. B. qualitativ schlechte und kleine Wohnungen, geringer Freizeitwert ihrer Wohnumgebung, d. h. zum Beispiel mangelnde Grünflächen, das Fehlen von Spiel- und Bewegungsräumen, Lärmbelastung, Luftverschmutzung etc. sowie geringes soziales und kulturelles Kapital im Bekanntenkreis“ (Groos/ Kersting 2015, 83). Sozialräumliche Präventionsansätze bzw. Sozialraumorientierung arbeiten in den meisten Fällen mit einem sehr diffusen Raumverständnis oder gehen eher pragmatisch vor, indem eine Planungsgröße mit einem Sozialraum gleichgesetzt wird (Fehren 2009). Mit einem solch trivialen Raumverständnis sind weder die fachlichen noch die politischen Akteur: innen in der Lage, die sozialräumlichen Verhältnisse des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen konstruktiv zu beeinflussen. Dazu müsste dem fachlichen und politischen Handeln ein relationales Raumverständnis zugrunde liegen, das Raum nicht unabhängig von Handlungen, sondern als durch diese (re)produziert versteht (Löw 2018). Raum wird hier dualistisch als dynamisches Produkt sozialer Interaktionen verstanden, das sowohl Ergebnis als auch Voraussetzung sozialer Prozesse ist (Fritsche et al. 2010, 14). Soziale Räume sind demnach als „ständig (re)produzierte Gewebe sozialer Praktiken“ (Kessl/ Reutlinger 2022, 55) zu verstehen. Strukturelle Bedingungen wirken in diesem Raumverständnis auf soziale Prozesse ein und werden gleichzeitig von diesen beeinflusst bzw. gestaltet und gestaltbar. Hier setzt das Konzept der Sozialraumarbeit an (Kessl/ Reutlinger 2022, 37), in dem sich die Soziale Arbeit bewusst und gezielt in sozialräumlichen Zusammenhängen bewegt und diese mitgestalten will. Sozialraumarbeit bezieht sich auf konkrete räumliche Konstellationen wie Orte (z. B. ein öffentlicher Platz), auf die Verräumlichung sozialer Beziehungen (z. B. die dominanten Nutzungspraktiken auf dem Platz) und bezieht eine (fachliche) Position, die sich den Handlungsmöglichkeiten von Nutzer: innen und Adressat: innen (z. B. im Aushandeln widersprüchlicher Nutzungspraktiken) verpflichtet fühlt (Kessl/ Reutlinger 2022). Einem Prinzip der Kontextualisierung (Kessl/ Reutlinger 2022, 37) folgend, gilt es, eine Sensibilität für Differenzkriterien zu entwickeln und Faktoren wie Geschlecht, Klasse, Ethnie, Milieu sowie soziales, kulturelles, ökonomisches und körperliches Kapital der Betroffenen zu berücksichtigen (Reutlinger 2018, 616). Unter Berücksichtigung des Positionierungsprinzips (Kessl/ Reutlinger 2022, 38) gelingt es der Sozialraumarbeit, sowohl die Positionen als auch die Ressourcen der betroffenen Personen und Gruppen zu verhandeln, um ihnen erweiterte Handlungsoptionen zu eröffnen. Gleichzeitig geht es darum, räumliche Bedingungen mitzugestalten und positiv, d. h. im Sinne benachteiligter Menschen, zu verändern. Dies ist nur dann möglich, wenn sich Soziale Arbeit selber politisch positioniert (Kessl/ Reutlinger 2022, 40). 160 uj 4 | 2025 Den Sozialraum präventiv in den Blick nehmen Der politische Blick auf das präventive Gestalten Das bisherige Zusammendenken verhältnispräventiver Gestaltungen in sozialräumlichen Dimensionierungen ist in hohem Maße voraussetzungsvoll mit normativen Grundhaltungen und konzeptionellen Verständnissen verbunden. Sowohl der Bezug auf präventives Handeln als auch die Idee eines räumlichen Zugangs sind dabei nicht nur fachlichen Ursprungs, sondern auch Gegenstand verschiedener politischer Grundverständnisse, die um die Frage des Staatsverhältnisses zu seinen Bürger: innen kreisen. Prävention bedeutet immer die Verhinderung von etwas, das gesellschaftlich als unerwünscht definiert wird, aber in seinen Auswirkungen noch nicht sichtbar sein muss. Wie weit dabei die Bürger: innen in ihrer freiheitlichen Lebensweise beeinflusst werden dürfen, wovor sie bewahrt werden können und sollen und welche normativen Grundlagen angewandt werden, ist Gegenstand kontroverser Debatten. Eine wie auch immer geartete präventive Gestaltung unter Nutzung räumlicher Strukturen bedarf daher einer reflexiven Denk- und Handlungsweise und der Einhaltung demokratischer Spielregeln, um einerseits Machtmissbrauch und Gesetzesüberschreitungen vorzubeugen sowie andererseits die Legitimation der Gesellschaft zu erhalten. Sowohl der Präventionsgedanke als auch der Sozialraumansatz erfordern einen bewussten Umgang mit ihren Risiken und kontrovers diskutierten Punkten wie Interessen- und damit Macht- und Herrschaftskonstellationen, Gemeinschafts- und Solidaritätsvorstellungen und deren Grenzen, Menschenbilder und Professionsverständnisse, Partizipationsvorstellungen und deren Umsetzung. Ebenso sind auch die Folgen mitzudenken, wenn unterschiedliche Raumvorstellungen aufeinandertreffen und daraus neue Ausschlüsse und Grenzziehungen entstehen. Präventive und vor allem sozialräumliche Ansätze stützen sich in den aktuellen Debatten stark auf partizipative Vorgehensweisen. Hierin scheint ein Ansatzpunkt zu liegen, beide Debatten produktiv zu wenden, indem die Bürger: innen nicht als Betroffene, sondern als Mitgestalter ihrer Umwelt und ihrer Lebensverhältnisse begriffen werden, die in die Lage zur Ausgestaltung derselben zu versetzen sind. Die fachlichen Ansätze sowohl des Präventionsgedankens als auch des Sozialraumansatzes dienen in diesem Verständnis nicht primär der Steigerung staatlicher Effizienz, sondern vor allem der Neuentwicklung eines veränderten Verständnisses von Bürger: innen und ihrem Verhältnis zum Staat. Gerade bei Kindern und Jugendlichen gilt es, die Teilhabeansprüche in den unterschiedlichsten Spielformen erst noch genauer herauszuarbeiten (Pohl et al. 2019) und damit die Wirkung und das subjektive Erleben von sozialräumlichen Verhältnissen zu verstehen (Deinet 2002). Am Anfang sollte jedoch das sozialräumliche Prinzip (Böhnisch 1992) stehen, das Raum als konstitutives Element professionellen Handelns voraussetzt (Kessl/ Maurer 2019). Dies erfordert in der räumlichen Perspektive hinsichtlich der praktischen Umsetzung eine schärfere Trennung von Planungs- und Sozialraumverständnis. Räumliche Ansätze, die auf Partizipation setzen und trotz aller partizipativen Beteuerungen lediglich auf einem Verständnis des lokalen Umfeldes als rein administrativ zu denkendem Planungsraum basieren, sind nicht in der Lage, die sozialräumlichen Ressourcen der Menschen vor Ort zu berücksichtigen. Aus einem echten sozialräumlichen Verständnis heraus kann die öffentliche Verwaltung ganz neue Potenziale erschließen und Zielgruppen einbeziehen, die sonst schnell aus dem Blick geraten. Ein Plädoyer für eine bewusste sozialräumliche Untersetzung präventiver Gestaltungsansätze beinhaltet den Verweis auf die damit verbundenen Chancen vor allem in der Schaffung von Zugängen und der partizipativen Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Nicht umsonst bauen etwa die Präventionsketten bewusst auf dem Netzwerkansatz auf, um Zugänge zu den 161 uj 4 | 2025 Den Sozialraum präventiv in den Blick nehmen Menschen zu legen und sie mit einzubinden. Insofern liegt - ausgehend von einem tatsächlich sozialräumlich angelegten Ansatz - ein großes Potenzial darin, präventiv und zugleich partizipativ zu denken und zu handeln. Prof. Dr. Jörg Fischer E-Mail: joerg.fischer@fh-erfurt.de Prof. Dr. Christian Reutlinger E-Mail: christian.reutlinger@fhnw.ch Literatur Baur, C. 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