eJournals unsere jugend77/7

unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Stationäre Erziehungshilfe im Heim

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Katja Nowacki
Silke Remiorz
Kinder und Jugendliche, die aufgrund schwieriger Bedingungen vorübergehend oder längerfristig nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können, werden in Deutschland noch zu großen Teilen in einer Einrichtung der stationären Erziehungshilfe bzw. Heimeinrichtung nach §34 Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) untergebracht. Dies umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Settings: etwa die klassische Wohngruppe, familienähnliche Unterbringung oder spezialisierte Angebote.
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290 unsere jugend, 77. Jg., S. 290 - 298 (2025) DOI 10.2378/ uj2025.art33d © Ernst Reinhardt Verlag von Prof. Dr. Katja Nowacki Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Dipl.-Psychologin, Professur für klinische Psychologie und Sozialpsychologie am Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Dortmund, zuvor im Bereich Hilfen für Kinder, Jugendliche und deren Familien tätig, langjährige Forschung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe mit Schwerpunkt auf Bindungs- und Beziehungserfahrungen Stationäre Erziehungshilfe im Heim Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen Kinder und Jugendliche, die aufgrund schwieriger Bedingungen vorübergehend oder längerfristig nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können, werden in Deutschland noch zu großen Teilen in einer Einrichtung der stationären Erziehungshilfe bzw. Heimeinrichtung nach § 34 Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) untergebracht. Dies umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Settings: etwa die klassische Wohngruppe, familienähnliche Unterbringung oder spezialisierte Angebote. Soziale Lage der Familien und Geschlechterdifferenzen Familien, deren Kinder vorübergehend oder längerfristig in Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe leben, weisen häufig viele Belastungsfaktoren auf, wobei Armut ein entscheidender Faktor ist. Prekäre Lebenslagen, die durch Arbeitslosigkeit, Armut oder soziale Isolation geprägt sind, erhöhen insgesamt die Wahrscheinlichkeit, dass Familien auf institutionelle Hilfen angewiesen sind (Böhnisch 2023; Dörre 2021; Middendorf/ Parchow 2024; Walper et al. 2023). Familien mit Migrationshintergrund sind überproportional von der Inanspruchnahme stationärer Hilfen betroffen. Eine Untersuchung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BMI/ BAMF 2023) zeigt, dass Kinder aus Migrationsfamilien oft in schwierigen Lebenslagen wie größerer Armut aufwachsen, was zu dem erhöhten Bedarf an sozialen Hilfen führt. Dr. Silke Remiorz Sozialarbeiterin/ Sozialpädagogin (B. A.), Sozialwissenschaftlerin (M. A.), Mitarbeiterin in der Jugendhilfeplanung (Schwerpunkt Hilfen zur Erziehung) im Jugendamt der Stadt Dortmund, zuvor an der Fachhochschule Dortmund in Forschungsprojekten zur Kinder- und Jugendhilfe und im Jugendamt im Bereich Kinderschutz tätig 291 uj 7+8 | 2025 Stationäre Erziehungshilfe im Heim Die Inanspruchnahme von stationären Hilfen zur Erziehung gemäß § 34 SGB VIII weist in Deutschland regionale Unterschiede auf, die wiederum eng mit sozialen, ökonomischen und kulturellen Faktoren verknüpft sind. Es kann über signifikante Unterschiede in der Inanspruchnahme von stationären Hilfen zur Erziehung zwischen Ost- und Westdeutschland berichtet werden. Die höhere Inanspruchnahme in den neuen Bundesländern ist unter anderem auf eine stärkere Verfestigung von sozialen Problemlagen zurückzuführen (Autor: innengruppe Kinder- und Jugendhilfestatistik, 2024). Im 17. Kinder- und Jugendbericht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ 2024) wird dies ebenfalls hervorgehoben und auf die demografische Entwicklung, die Erwerbsstruktur und spezifische soziale Herausforderungen zurückgeführt. Die Lebenslagen der Klient: innen sind also entscheidend für die Inanspruchnahme von Hilfen. Die Geschlechterverteilung in stationären Hilfen zur Erziehung ist ein weiteres relevantes Thema. Studien zeigen, dass Jungen überproportional häufig in stationären Einrichtungen untergebracht werden, während für Mädchen häufiger ambulante Hilfen eingerichtet werden (Autor: innengruppe Kinder- und Jugendhilfestatistik 2024). Dies kann teilweise auf geschlechtsspezifische Erwartungen und das unterschiedliche Verhalten von Jungen und Mädchen in Konfliktsituationen zurückgeführt werden. Die regionale und geschlechterspezifische Differenzierung sowie die besondere Lage der Familien in der Inanspruchnahme von stationären Hilfen zur Erziehung nach § 34 SGB VIII zeigen, dass soziale Ungleichheiten, familiäre Strukturen und regionale Besonderheiten einen signifikanten Einfluss auf die Notwendigkeit und Art der Hilfen haben. Dies sollte bei der individuellen und strukturellen Hilfeplanung Berücksichtigung finden. Aufgaben, Methoden und besondere Bedarfe innerhalb der Heimerziehung Hilfen zur Erziehung nach §§ 27ff SGB VIII generell und damit auch die stationäre Erziehungshilfe nach § 34 SGB VIII sollen da unterstützen, wo eine Erziehung zum Wohl von Kindern und Jugendlichen nicht mehr ausreichend durch die Herkunftsfamilie gewährleistet werden kann. Die stationäre Erziehungshilfe nach § 34 SGB VIII soll primär auf die Rückkehr in die Herkunftsfamilie hinwirken. Ist dies nicht absehbar möglich, bereitet sie auf das Leben in einer anderen Familie oder die Verselbstständigung vor. Insbesondere durch die Debatten um Übergriffe in Institutionen, wie sie im Runden Tisch Heimerziehung (Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe 2010) aufgearbeitet wurden, sowie durch Fälle massiver Kindeswohlgefährdung in Pflegefamilien zeigte sich die Notwendigkeit von Schutzkonzepten (u. a. Rusack et al. 2018). Seit der Einführung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) 2021 sind die Beratung und Beteiligung der Kinder und Jugendlichen deutlicher festgeschrieben und Ombudsstellen und Beschwerdemöglichkeiten stärker auszubauen. Insgesamt ist die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Familien ein wichtiger pädagogischer Baustein. Innerhalb der Heimerziehung gibt es unterschiedliche pädagogische Ansätze, um Kinder und Jugendliche zu fördern. Hierunter fällt die Beziehungsarbeit (Günder/ Nowacki 2020), da viele der untergebrachten Kinder und Jugendlichen schwierige Erfahrungen mit erwachsenen Bezugspersonen gemacht haben. Dies kann zu unsicheren Vorstellungen von Beziehungen (unsichere bis unverarbeitete Bindungsrepräsentationen) führen (Nowacki/ Schölmerich 2010). Im Alltag kann sich dies z. B. durch ein hohes Maß an misstrauischem Verhalten gegenüber den Bezugspersonen und einer erhöhten 292 uj 7+8 | 2025 Stationäre Erziehungshilfe im Heim psychischen Belastung zeigen (Nowacki/ Remiorz 2022). Das Angebot korrektiver Beziehungserfahrungen durch Betreuungspersonen in der Einrichtung oder andere erwachsene Bezugspersonen ist hier ein wichtiger Ansatz. Innerhalb der Gruppen sind aber auch die anderen Jugendlichen der Gruppe bedeutsam. Die sogenannten Peers gewinnen innerhalb des Jugendalters weiter an Bedeutung (Lopes- Moreira et al. 2021), was in der pädagogischen Arbeit Berücksichtigung finden sollte. Bedeutsam ist auch die Arbeit mit der Herkunftsfamilie, auch im Hinblick auf die Förderung der Beziehung. Die Elternarbeit sollte, wenn dies möglich ist, ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit innerhalb der stationären Erziehungshilfe sein, um entweder eine Rückkehr in den elterlichen Haushalt zu ermöglichen oder die Kontakte bei einer Weitervermittlung in eine andere Familie abzuklären. Auch bei der Verselbstständigung ist eine Klärung des Umgangs mit der Herkunftsfamilie wichtig für die Jugendlichen. Je nach Möglichkeiten und Zielsetzungen sollte Elternarbeit deutlich über eine reine Informationsvermittlung und Sachstandaustausch hinausgehen und die Eltern ggf. stärker in den Alltag miteinbeziehen (Knuth 2021). Bei der Gestaltung der Arbeit mit der Herkunftsfamilie sollten die Ziele der Hilfe, die Möglichkeiten aller Beteiligten und vor allem das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt gestellt werden. Dies ist mit allen Beteiligten im Hilfeplanprozess zu entwickeln und transparent zu kommunizieren. Trauma und Belastungen In der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in der stationären Erziehungshilfe ist zu beachten, dass viele unter den Folgen von Traumata leiden. Dies wird beim Ansatz der Traumapädagogik (u. a. Schmid 2021) explizit berücksichtigt. Hier wird betont, dass die Vorgeschichte der Kinder und Jugendlichen zu beachten ist, insbesondere auf dem Hintergrund fortgesetzter Traumatisierungen und möglicher Folgestörungen. Aufgrund von traumatischen Erfahrungen u. a. in der Herkunftsfamilie kann es zu chronischem Traumaerleben kommen, was zu Traumafolgestörungen wie einer (komplexen) Posttraumatischen Belastungsstörung führen kann. Die neu ins ICD-11 aufgenommene komplexe Posttraumatische Belastungsstörung beinhaltet über viele Jahre vorkommende massive Vernachlässigungs-, Misshandlungs- oder Missbrauchserfahrungen, vor allem mit den ursprünglichen Bezugspersonen aus der Herkunftsfamilie (Eilers/ Rosner 2021). Die Traumapädagogik setzt hier bewusst auf das Erleben eines sicheren Ortes innerhalb der stationären Erziehungshilfe und einer Unterstützung bei der Bewältigung der Erlebnisse. Verhaltensmerkmale der Kinder und Jugendlichen werden auf dem Hintergrund ihrer Geschichte interpretiert und der Grund hinter dem Verhalten gesucht. Betreuer: innen sollen gestärkt werden und den Arbeitsplatz selbst als sicher erleben, sodass sie die Kinder und Jugendlichen besser unterstützen können (Bausum et al. 2023). Care Leaver: innen Auch auf dem Hintergrund von herausfordernden Lebensverläufen, die häufig traumatische Erfahrungen beinhalten, ist die Frage der Betreuung junger Menschen, die in stationärer Erziehungshilfe aufgewachsen sind, in den letzten Jahren stärker in den Mittelpunkt gerückt. Mit dem KJSG sind die Ansprüche junger Heranwachsender auf Hilfen nach dem vollendeten 18. Lebensjahr und auf Beratung nach der Beendigung von Hilfen gestärkt worden (Kepert et al. 2024, 66). Dies trägt der Debatte um die sogenannten Care Leaver: innen Rechnung, also junge Menschen nach Beendigung stationärer Erziehungshilfen nach §§ 33 und 34 SGB VIII. Sie sind zum Teil über lange Jahre in diesen Settings aufgewachsen und benötigen nach Beendigung der Hilfen noch Unterstützung, die sie in den Herkunftsfamilien aus unterschiedlichen Gründen nicht erfahren (Klein et al. 2020; Sievers et al. 2018). 293 uj 7+8 | 2025 Stationäre Erziehungshilfe im Heim Unbegleitete minderjährige Ausländer: innen Eine Gruppe von jungen Menschen, die einen besonderen Bedarf in der Betreuung und Versorgung haben, sind unbegleitete minderjährige Ausländer: innen (UMAs) bzw. Geflüchtete. Diese sind in den letzten Jahren ein eigener Schwerpunkt in der stationären Erziehungshilfe geworden. 2015/ 16, in denen eine große Zahl von Menschen, insbesondere aus Syrien und Afghanistan, in Europa Zuflucht gesucht haben, wurden viele neue Unterkünfte für UMAs geschaffen. Es mussten zeitnah neue Plätze geschaffen werden, die teilweise als sogenannte Brückenlösungen zusätzlich zu den stationären Plätzen mit Betriebserlaubnis eingerichtet wurden. In diesen Brückenlösungen müssen Auflagen der Landesjugendämter, wie das Fachkräftegebot oder die Bereitstellung von Einzelzimmern, nicht zwingend umgesetzt werden, um dem hohen Versorgungsbedarf schnell nachzukommen (Landschaftsverband Westfalen-Lippe Landesjugendamt 2022). Während in den Jahren nach dem Fluchtgeschehen 2015/ 16 die Zahl der UMAs wieder absank und viele neu geschaffene Gruppen geschlossen oder für andere Zielgruppen geöffnet wurden, stieg seit dem Jahr 2021 die Zahl junger Geflüchteter wieder an (Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge 2023; Bundeszentrale für politische Bildung 2024). Die Versorgung stellt Städte und Kreise erneut vor Herausforderungen und lässt Fragen nach wirkungsvollen Gruppenkonzepten wieder in den Vordergrund treten. Spracherwerb und Integration lassen sich über die Unterbringung in Gruppen mit jungen Menschen ohne Fluchtgeschichte oft schneller umsetzen. Die jungen Menschen mit Fluchtgeschichte haben häufig eine hohe Bildungsaffinität (Nowacki et al. 2019). Demgegenüber stehen strukturelle Hindernisse, die dazu führen, dass der Zugang zu Bildung für die UMAs in Deutschland erschwert wird und durchschnittlich mit Wartezeiten auf einen Schulplatz bis zu sechs Monaten verbunden ist (Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge 2022). Die Unterbringung von jungen Menschen mit Fluchtgeschichte bedarf eines spezifischen Blicks. Aktuelle Zahlen zu den Hilfen zur Erziehung Die Zahl an neu begonnenen stationären Unterbringungen erreichte im Jahr 2016 eine Höchstzahl von 82.898 und ist danach wieder gesunken, was zum Teil mit der Unterbringung junger Menschen mit Fluchtgeschichte zusammenhing. In den Jahren 2019 bis 2022 ist sie etwa gleichgeblieben und lag im Jahr 2022 bei 60.537 neu begonnenen stationären (§§ 33 - 35 SGB VIII) oder auch flexiblen Hilfen nach § 27, 2 SGB VIII. 72 % der stationären Hilfen waren Maßnahmen nach § 34 SGB VIII in der Heimerziehung und anderen betreuten Wohnformen inkl. der Verselbstständigung (Statistisches Bundesamt 2022). Zum Stichtag am 31. 12. 2021 lebten insgesamt 122.700 junge Menschen unter 18 Jahren in der Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen (Statistisches Bundesamt 2022). Durchschnittlich sind die jungen Menschen bei Hilfebeginn gem. § 34 SGB VIII 13,8 Jahre alt, die durchschnittliche Dauer der gewährten Hilfe beträgt im Mittel 20,7 Monate (Fendrich et al. 2023). Die aktuellen Unterbringungszahlen spiegeln möglicherweise nicht den tatsächlichen Bedarf an intensiven Hilfen wider und könnten u. U. auf ein begrenztes Angebot stationärer Heimerziehung zurückzuführen sein. Im Vergleich sind die ambulanten Hilfen und die Erziehungsberatungen weiter hoch bzw. im Jahr 2022 wieder angestiegen. Auch die Zahl der gestiegenen Meldungen zur Kindeswohlgefährdung weist auf einen hohen Bedarf an Schutzmaßnahmen sowie erzieherischer Hilfen hin. Die im September 2024 veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts (2024) zu den bei deutschen Jugendämtern gemeldeten Kindeswohlgefährdungen zeigen für das Jahr 2023 einen erneuten Anstieg der Meldungen gegenüber den 294 uj 7+8 | 2025 Stationäre Erziehungshilfe im Heim Vorjahren. So wurden im Jahr 2023 mindestens 63.700 Kindeswohlgefährdungen von Jugendamtsmitarbeitenden bearbeitet. Laut den Aussagen des Statistischen Bundesamts ist jedoch von einer hohen Dunkelziffer an Kindeswohlgefährdungen auszugehen, welche dem Bundesamt aufgrund von technischen Problemen und Überlastungen des Personals in den Jugendämtern nicht gemeldet wurden. Bezieht man die Dunkelziffer mit ein, so beträgt die wahrscheinliche Anzahl von Kindeswohlgefährdungen im Jahr 2023 rund 5.000 Fälle mehr. Die häufigsten Gründe für eine Kindeswohlgefährdung sind Vernachlässigungen, psychische, physische oder sexuelle Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen. Der Bedarf an stationären Plätzen ist also hoch. Nach Vorausberechnungen der Autor: innengruppe Kinder- und Jugendhilfestatistik (2024) wird es in jedem Fall einen Anstieg an Unterbringungen in den stationären Erziehungshilfen nach § 34 SGB VIII geben. Dieser wird aufgrund der demografischen Entwicklung und auch aufgrund voraussichtlich steigender Bedarfe zwischen 14 % und 43 % liegen (2024, 272). Aktuelle Herausforderungen der Heimerziehung Im Juli 2023 veröffentlichten die Landesjugendämter Westfalen-Lippe und Rheinland die aufsichtsrechtlichen Grundlagen für die Erteilung der Betriebserlaubnis gemäß § 45 SGB VIII. Diese betreffen sowohl (teil-)stationäre Einrichtungen nach § 45 a SGB VIII als auch andere betreute Wohnformen nach § 48 a SGB VIII. Aus den Grundlagen geht hervor, dass Einzelzimmer in der stationären Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe bereitgestellt werden müssen. Die genannten aufsichtsrechtlichen Vorgaben erschweren die hohe Flexibilität bei der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in akuten Notfällen und erhöhen die Anforderungen an solche Einrichtungen. Hoher Bedarf an Plätzen Der Wegfall von Überbelegungen sowie die strengeren Vorgaben zur Nutzung von Doppelzimmern führen zu einer Verringerung der verfügbaren Plätze. Ferner zeigen die Verweildauern von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Inobhutnahmen, dass diese immer länger in Bereitschaftspflegefamilien oder Inobhutnahmestellen verweilen, da keine passenden Anschlussmaßnahmen gefunden werden können (Autor: innengruppe Kinder- und Jugendhilfestatistik 2024). Es folgt eine Überlastung des gesamten Jugendhilfesystems, da z. B. auch umfassende, teure ambulante Maßnahmen eingerichtet werden müssen, wenn Kinder in Herkunftsfamilien betreut werden, da es kein freies stationäres Angebot gibt. Passende Maßnahmen können von den freien und öffentlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe nur dann geschaffen werden, wenn die strukturellen Rahmenbedingungen u. a. durch die Sicherstellung von genügend Fachkräften gewährleistet ist. In diesem Bereich gibt es jedoch einen erheblichen Mangel. Fachkräftebedarf Die Sozial- und Gesundheitsberufe weisen insgesamt den höchsten Fachkräftemangel auf (Hickmann/ Koneberg 2022). Die Bundesagentur für Arbeit (2024) benennt die Berufsgruppen der Erzieher: innen und Sozialpädagog: innen als „Engpassberufe“. Das bedeutet, es gibt nur einen geringen Anteil an arbeitslos gemeldeten Fachkräften, dem eine hohe Zahl von offenen Stellenangeboten gegenübersteht. Die Entwicklung wird sich noch verschärfen, weil in den nächsten Jahren eine höhere Zahl von Personen aus dem Beruf altersbedingt ausscheiden wird und im Verhältnis nicht genügend Fachkräfte nachrücken (Autor: innengruppe Kinder- und Jugendhilfestatistik 2024, 243ff ). Die Betreuung von untergebrachten Kindern und Jugendlichen in der stationären Erziehungshilfe erfordert von den Fachkräften ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Aufgrund der Notwendig- 295 uj 7+8 | 2025 Stationäre Erziehungshilfe im Heim keit, strenge Qualitätsstandards einzuhalten, geraten viele Fachkräfte häufig an ihre Belastungsgrenzen. Verschiedene belastende Faktoren wie das Erreichen persönlicher Belastungsgrenzen durch den Verzicht auf Ruhezeiten, der hohe Zeit- und Dokumentationsaufwand sowie das Fehlen von Zeit für Reflexion wirken sich negativ auf die tägliche Arbeit aus. Infolgedessen ziehen sich immer mehr Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe in andere Bereiche der Sozialen Arbeit zurück. Obwohl die Lockerung des Fachkräftegebots kurzfristig, insbesondere in stationären Einrichtungen ohne Betriebserlaubnis (z. B. Brückenlösungen), zu einer Entlastung geführt hat, kann dies nicht als langfristiger Anspruch an qualitativ hochwertige Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe gelten. Wie bereits oben angesprochen, wurde berechnet, dass es selbst bei einer konstanten Entwicklung der Bevölkerung bis 2035 bei der Inanspruchnahme stationärer Hilfen, insbesondere nach §§ 34/ 41 SGB VIII, zu einer Steigerung von ca. 14 % kommen wird (Autor: innengruppe Kinder- und Jugendhilfestatistik 2024). Dazu kommen noch weitere Aufgaben, die das KJSG vorsieht, nämlich die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in die Leistungen der Jugendhilfe. Zur Umsetzung liegt ein erster noch nicht veröffentlichter Referentenentwurf für ein Gesetz zur Ausgestaltung der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetz - IKJHG) vor. Wird die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur neben den weiterhin bestehenden Fachkräftemangel gesetzt und die Aufgabenerweiterung berücksichtigt, so wird deutlich, dass dringend an einer Lösungsstrategie für Hilfen zur Erziehung gearbeitet werden muss, insbesondere im stationären Bereich. Die Schaffung von Ausbildungsbzw. Studienplätzen im sozialen und pädagogischen Bereich sowie die Erweiterung auf weitere Berufsgruppen werden an verschiedenen Stellen diskutiert. Darüber hinaus muss über eine Unterstützung finanzschwacher Kommunen für die Finanzierung der Maßnahmen nachgedacht werden, um regionalen Disparitäten in der Gewährung von Hilfen entgegenzuwirken. Fazit und Ausblick bzgl. der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Heimeinrichtungen und sonstigen betreuten Wohnformen Angebote der stationären Erziehungshilfe, die unter § 34 SGB VIII gerahmt sind, können sehr unterschiedlich aussehen. So gibt es neben klassischen Wohngruppen auch familiär strukturierte Kleinstwohngruppen, spezialisierte Einheiten und betreutes Einzelwohnen (Günder/ Nowacki 2020). Diese diversifizierten Angebote der stationären Erziehungshilfe ermöglichen grundsätzlich passgenaue Hilfen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Im Unterschied zu dem System in Deutschland findet sich beispielsweise im angloamerikanischen Raum eine Fokussierung auf Hilfen in Pflege- und Adoptivfamilien (Nowacki/ Remiorz 2022). Dies ist für die Förderung und Entwicklung von Kindern grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings mangelt es einerseits am Angebot von entsprechenden Unterbringungen. Andererseits kann dies für Kinder nicht die geeignete Hilfe sein, etwa wenn neue familiäre Strukturen aufgrund vorhergehender Traumatisierungen für die Kinder nicht annehmbar sind oder sie sich dadurch in einem massiven Loyalitätskonflikt gegenüber der Herkunftsfamilie befinden. Insgesamt ist also die Angebotsvielfalt in der deutschen Hilfestruktur zu begrüßen. Herausforderungen liegen, wie bereits beschrieben, vor allem in der erhöhten Nachfrage an Plätzen und einem hohen Bedarf an Fachkräften. Gerade wenn es zu einer Unterbringung mit großer Entfernung zur Herkunftsfamilie und dem vertrauten Umfeld kommt, müssen Unterstützungen zur Eingewöhnung in das neue Umfeld und zum Halten von Kontakt überlegt und umgesetzt werden. Auch kurzfristige Unterbringungen und viele Wechsel aufgrund von (zeitlich) begrenzten Plätzen müssen in der Unterstützung der Kinder und Jugendlichen besonders berücksichtigt werden. Die Studien zu Inobhutnahmen und Auf- 296 uj 7+8 | 2025 Stationäre Erziehungshilfe im Heim nahmen in stationäre Heimerziehung haben deutlich gezeigt, wie viel Verunsicherung dies bei jungen Menschen auslösen kann und wie dringend sie hier Unterstützung benötigen (Nowacki/ Remiorz 2021). Außerdem gilt es, die pädagogischen Konzepte innerhalb der Heimerziehung auf den Prüfstand zu stellen. Hier ist der Aspekt der Beziehungsarbeit mit den Kindern und Jugendlichen sowie mit Mitgliedern der Herkunftsfamilie zu nennen (s. o.). So ist insbesondere bei einer geplanten Rückführung, aber auch bei einem längerfristigen Verbleib der Kinder und Jugendlichen in der Heimeinrichtung die Beziehung zu den Herkunftseltern (ggf. auch Großeltern und Geschwistern) zu klären und soweit möglich zu fördern. Fachkräfte müssen sich ihrer Bedeutung für die Kinder und Jugendlichen bewusst sein, vor allem als Beziehungs- und Bindungsfigur. Gerade da, wo wenig oder kaum Kontakt zur Herkunftsfamilie besteht, können Fachkräfte wichtige Bezugspersonen werden. Dies muss immer auch mit einer fachlichen Haltung abgeglichen werden, die viel Reflexion benötigt, da hier eigene Ängste und Bedarfe angesprochen werden können. Gerade da, wo Kinder und Jugendliche traumatische Erfahrungen gemacht haben und im Sinne der Traumapädagogik einen sicheren Ort benötigen (s. o.), sind Fachkräfte herausgefordert, diesen zur Verfügung zu stellen und sich gleichzeitig der möglichen eigenen Grenzen bewusst zu sein. Eine besondere Herausforderung ergibt sich bei der Unterbringung von kleinen Kindern bis zu sechs Jahren, die zwar vornehmlich in familiären Settings unterzubringen sind (LVR/ LWL 2020), was aber aufgrund des hohen Bedarfs nicht immer realisiert werden kann. Hier müssen die Bedürfnisse der Kinder nach Bindungsangeboten berücksichtigt werden, auch wenn eine teilweise nur vorübergehende Unterbringung angestrebt ist (s. auch Günder/ Nowacki 2020). Die Forderung nach inklusiven Angeboten in der Kinder- und Jugendhilfe erstreckt sich auch auf die stationäre Erziehungshilfe. Es wird in den kommenden Jahren eine Aufgabe sein, die Angebote der klassischen Jugendhilfe undder Eingliederungshilfe mehr zusammenzubringen bzw. den jeweiligen speziellen Bedarfen auch in unterschiedlichen Einrichtungen nachzukommen. Insgesamt wird deutlich, dass die Anforderungen an Fachkräfte innerhalb der stationären Erziehungshilfe hoch sind. Es braucht einerseits vertiefte Kenntnisse der Bedarfe von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, andererseits aber auch eine hohe Reflexion der eigenen Fachlichkeit, verbunden mit pädagogischen und methodischen Kenntnissen. Dies spricht dafür, das sogenannte Fachkräftegebot aufrechtzuhalten, auch wenn dies aufgrund der erhöhten Personalbedarfe in der Praxis nur schwer umsetzbar ist. Grundsätzlich gilt es, den Berufsstand der in der stationären Kinder- und Jugendhilfe arbeitenden Fachkräfte und die damit verbundenen Rahmenbedingungen attraktiver zu gestalten. Dies kann unter anderem durch höhere Gehälter, entfristete Arbeitsverträge und die Sicherstellung von gesetzlich vorgeschriebenen Ruhe- und Urlaubszeiten geschehen. Neben den finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen ist sicherlich auch der Aspekt der Wertschätzung der in diesem Arbeitsfeld tätigen Fachkräfte von enormer Wichtigkeit. Dies bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Debatte um die Aufwertung der in diesem Arbeitsfeld tätigen Personen. Prof. Dr. Katja Nowacki Fachhochschule Dortmund Emil-Figge-Str. 44 44227 Dortmund Tel. (02 31) 91 12 - 62 89 E-Mail: katja.nowacki@fh-dortmund.de Dr. Silke Remiorz Stadt Dortmund, Jugendamt Voßkuhle 37 44141 Dortmund Tel. (0231) 50 - 8 42 40 E-Mail: sremiorz@stadtdo.de 297 uj 7+8 | 2025 Stationäre Erziehungshilfe im Heim Literatur Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (2010): Runder Tisch. Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren. Abschlussbericht. In: https: / / www.agj.de/ file admin/ files/ publikationen/ RTH_Abschlussbericht.pdf, 8. 10. 2024 Autor: innengruppe Kinder- und Jugendhilfestatistik (2024): Kinder- und Jugendhilfereport 2024. Eine kennzahlenbasierte Analyse mit einem Schwerpunkt zum Fachkräftemangel. Barbara Budrich, Leverkusen, https: / / doi.org/ 10.2307/ jj.13632416 Bausum, J., Besser, L., Kühn, M., Weiß, W. (Hrsg.) (2023): Traumapädagogik. Grundlagen, Arbeitsfelder und Methoden für die pädagogische Praxis. Beltz Juventa, Stuttgart Böhnisch, L. (2023): Lebensbewältigung. Ein Konzept für die Soziale Arbeit. 3. Aufl. Beltz Juventa, Weinheim/ Basel Bundesagentur für Arbeit (2024): Arbeitsmarkt Kinderbetreuung und -erziehung. In: https: / / statistik.arbeits agentur.de/ DE/ Statischer-Content/ Statistiken/ Themenim-Fokus/ Berufe/ Generische-Publikationen/ AMkompakt-Kinderbetreuung-erziehung.pdf? __blob= publicationFile, 16. 9. 2024 Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (2022): Bildung und Arbeit. 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