unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2025.art37d
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Unterstützungserfahrungen und Unterstützungsbedarfe im Prozess des Leaving Care aus der Perspektive von Betroffenen
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Stephan Sting
Georg Streißgürtl
Julia Weissnar
Für junge Menschen mit Jugendhilfeerfahrung ist der Übergang ins eigenständige Leben von einschneidenden Veränderungen auf der Beziehungs- und Unterstützungsebene geprägt. Im folgenden Beitrag werden die unterschiedlichen Erfahrungen mit der Unterstützung durch Fachkräfte und der Bedarf an professioneller Unterstützung im Prozess des Leaving Care in den Mittelpunkt gerückt.
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330 unsere jugend, 77. Jg., S. 330 - 339 (2025) DOI 10.2378/ uj2025.art37d © Ernst Reinhardt Verlag Unterstützungserfahrungen und Unterstützungsbedarfe im Prozess des Leaving Care aus der Perspektive von Betroffenen Für junge Menschen mit Jugendhilfeerfahrung ist der Übergang ins eigenständige Leben von einschneidenden Veränderungen auf der Beziehungs- und Unterstützungsebene geprägt. Im folgenden Beitrag werden die unterschiedlichen Erfahrungen mit der Unterstützung durch Fachkräfte und der Bedarf an professioneller Unterstützung im Prozess des Leaving Care in den Mittelpunkt gerückt. von Prof. Dr. Stephan Sting Univ.-Prof. Dr. für Sozialpädagogik, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Arbeitsbereich Sozialpädagogik und Inklusionsforschung, Universität Klagenfurt, Schwerpunkte: Sozialpädagogische Bildungsforschung, Sozialpädagogik im Kindes- und Jugendalter, Soziale Arbeit und Gesundheit, Care Leaver-Forschung Studien zum Prozess des Leaving Care zeigen, dass der Übergang ins eigenständige Leben insbesondere dann positiv verläuft, wenn die jungen Menschen Stabilität und Kontinuität in ihren sozialen Beziehungen erfahren und auf wichtige Bezugspersonen zurückgreifen können (Zeller/ Köngeter 2018). Ein belastbares soziales Netzwerk wirkt sich vor allem in den ersten Jahren der Selbstständigkeit positiv auf die Lebenszufriedenheit und Gesundheit junger Erwachsener aus und stärkt deren Fähigkeit, Entwicklungsaufgaben zu Dr. Georg Streißgürtl Mag. Dr., Senior Scientist am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Arbeitsbereich Sozialpädagogik und Inklusionsforschung, Universität Klagenfurt, Schwerpunkte: Sozialpädagogik, Care-Leaver- Forschung, Agency, Beratung in der Sozialen Arbeit Julia Weissnar B. A., M. A., wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Arbeitsbereich Sozialpädagogik und Inklusionsforschung, Universität Klagenfurt, Schwerpunkte: Sozialpädagogik im Kindes- und Jugendalter, Care-Leaver- Forschung 331 uj 7+8 | 2025 Leaving Care: Unterstützungserfahrungen und -bedarfe meistern (Groinig et al. 2019; Melkman/ Benbenishty 2018; Sievers et al. 2018). Dies betrifft alle Personen in diesem Alter, insbesondere jedoch Care Leavers 1 , die den Schritt von der stationären Unterbringung in ein eigenständiges Leben schaffen müssen - häufig ohne die Unterstützung ihrer Herkunftsfamilie und konfrontiert mit neuen Herausforderungen wie Haushaltsführung, Umgang mit Finanzen und Alltagsorganisation (Riedl 2021). Positive soziale Beziehungen bieten präventiven Rückhalt durch verschiedene Unterstützungsformen und können so Isolation und Stress vorbeugen. Sie fungieren als „Begleitschutz und Stresspuffer“ und können gerade in Zeiten von Spannungen und Konflikten eine wertvolle Ressource darstellen (Nestmann 2010). Sievers et al. (2018) betonen, dass soziale Unterstützung, zusätzlich zu Faktoren wie Bildung, Wohnbedingungen und Gesundheit, einen wesentlichen Schlüsselfaktor für einen erfolgreichen Übergang in ein eigenständiges Leben darstellt (121ff ). Der Übergang aus der Kinder- und Jugendhilfebetreuung wird jedoch oft als eine abrupte, durch staatliche Regelungen vorgegebene Statuspassage erlebt, mit der bisherige soziale Beziehungen, der Erhalt sozialer Unterstützung und soziale Zugehörigkeiten infrage gestellt werden. Das kontinuierliche Vorhandensein eines sozialen Unterstützungsnetzwerks und dessen positive Wirkungen sind in Folge oft kaum gegeben oder werden als sehr instabil wahrgenommen. Zudem können junge Erwachsene in Übergangsphasen in der Regel auf familiäre Unterstützung setzen. Die Jugendforschung zeigt, dass die Familie im Übergang ins Erwachsenenalter an Bedeutung gewonnen hat. Familie fungiert für Heranwachsende bis weit ins dritte Lebensjahrzehnt als soziale Unterstützungsinstanz und Sicherheitsnetz, das soziale Risiken und Unsicherheiten abfedert (Arnett 2019; BMFSFJ 2017, 200; Großegger 2011). Auch im Prozess des Leaving Care rückt Familie - wie internationale Studien verdeutlichen - trotz oft schwieriger Familienbeziehungen in unterschiedlicher Form in den Fokus (z. B. Collins et al. 2008; Gradaílle et al. 2018; Refaeli 2017; Wade 2008). An diese Erkenntnisse setzt das FWF-Projekt „Die Bedeutung von Familie im Übergang aus der Jugendhilfe“ an (FWF-Projekt P35300-G). Mithilfe einer qualitativen Studie werden die unterschiedlichen Bedeutungen und Erscheinungsformen von„Familie“ bei Care Leavers in Österreich untersucht und herausgearbeitet, welchen Stellenwert die Auseinandersetzung mit Familie für die Konstitution von sozialen Zugehörigkeiten, für den Erhalt von sozialer Unterstützung und für die Identitätsbildung hat. Familie wird dabei im Kontext des gesamten sozialen Netzwerks betrachtet. Damit kommen auch andere Personen wie etwa Freund: innen, aber auch Fachkräfte, als relevante Bezugs- und Unterstützungspersonen an der Schnittstelle zum eigenständigen Leben in den Blick. Die Ergebnisse bringen zum Vorschein, dass Care Leavers Familie in vielen Fällen nicht als Unterstützungsinstanz und Sicherheitsnetz erleben. Anhand von empirischen Beispielen wird erkennbar, dass dies z. T. zu vielfältigen Schwierigkeiten und prekären Übergangskonstellationen führt. Zugleich können Fachkräfte eine wichtige Rolle als informelle Bezugspersonen oder als professionelle Unterstützungsinstanz und Übergangsbegleitung spielen. Im folgenden Beitrag werden die unterschiedlichen Erfahrungen mit der Unterstützung durch Fachkräfte und der Bedarf an professioneller Unterstützung im Prozess des Leaving Care in den Mittelpunkt gerückt. 1 Der englische Begriff „Care Leaver“ umfasst in der englischen Sprache alle Geschlechter. Er wurde im Text in englischer Form verwendet und daher nicht deutsch gegendert. Dementsprechend wird auch die englische Pluralform „Care Leavers“ genutzt. 332 uj 7+8 | 2025 Leaving Care: Unterstützungserfahrungen und -bedarfe Forschungsdesign Der Forschungszugang besteht in einer biografisch orientierten Interviewstudie, bei der problemzentrierte Interviews (Witzel 2000) mit der Erstellung egozentrierter Netzwerkkarten kombiniert werden (Bernardi et al. 2006; Bilecen/ Amelina 2018; Hollstein 2006; Kühn 2006; Nestmann et al. 2008). Die Datenanalyse erfolgt nach den Verfahren der Grounded Theory (Breuer et al. 2018; Strauss/ Corbin 1996) und der qualitativen strukturalen Netzwerkanalyse (Herz et al. 2015). Zielgruppe der Studie sind Care Leavers im Alter zwischen 18 und 27 Jahren, die einen Teil ihres Aufwachsens in stationärer Kinder- und Jugendhilfebetreuung oder in Pflegefamilien verbracht haben. Die Umsetzung der Studie enthält ein partizipatives Element (Bergold/ Thomas 2012; Liabo 2016; von Unger 2014). Es wurde eine Referenzgruppe aus acht kinder- und jugendhilfeerfahrenen Co-Forscher: innen gebildet (Sigot 2017, 46f ), die das Forschungsteam beratend begleitet. Insgesamt wurden 41 Interviews durchgeführt und Netzwerkkarten erstellt. Im Folgenden soll anhand des empirischen Materials skizziert werden, welche Probleme aus der Sicht der von uns befragten Care Leavers im Übergang aus der Jugendhilfe auftreten können und welche Unterstützungserfahrungen und Unterstützungsbedarfe sich dabei abzeichnen. Die Darstellung erfolgt entlang folgender zentraler Kategorien: ➤ Erleben des Übergangs ➤ Mangelnde soziale Einbindung und Fehlen von Ansprechpersonen ➤ Informelle Unterstützung durch Fachkräfte ➤ Erfahrungen mit Angeboten der Care-Leaver-Unterstützung ➤ Weitere Unterstützungsbedarfe Erleben des Übergangs Von einigen befragten Personen wird das Betreuungsende als „abrupt“ oder „plötzlich“ erlebt. Sie fühlen sich „alleine gelassen“, erleben das Ende als „Rausschmiss“ oder vermissen die Möglichkeit der Rückkehr. Adrian z. B. erlebt das Betreuungsende als „Cut“. Er erzählt auch von einem Betreuer: innen-Wechsel in der WG und danach habe sich „auch keiner mehr nach mir informiert oder so“ (Adrian, Z. 333 - 337). Auch wenn es zum Teil Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Selbstständigkeit gibt, sehen sich die jungen Menschen in der neuen Situation nach dem Auszug mit einer Fülle von unerwarteten Herausforderungen konfrontiert. Diese reichen von der Haushaltsführung über den Umgang mit Geld bis zur Klärung bürokratischer Angelegenheiten. In einigen Fällen sind begonnene Bildungswege noch nicht abgeschlossen oder ist die Wohnsituation unsicher. Und manche der Befragten sind mit erneut aufkommenden psychischen Belastungen konfrontiert. Sabine z. B. freut sich zwar über die eigene Wohnung, aber „natürlich waren dann schon viele Ängste ok wie finanziere ich das wo gehe ich da hin wie mache ich das […]. Ich habe dann sehr viel direkt danach verbracht mit mich beim AMS zu melden […]. Die ganzen Formulare auszufüllen war schon ein bisschen heavy direkt danach weil ich das vorher noch nie gemacht habe oder noch nie Beispiele gesehen habe davon (2) und ja die Gedanken kreisten immer mit (.) ich war dann noch nicht ganz mit der Matura fertig […]. Wie mache ich das jetzt Abendschule geht sich ja mit dem Beruf nicht aus kann ich das überhaupt fertig machen das waren so ständige Gedanken“ (Sabine, Z. 90 - 99). Auch Elke berichtet von Problemen mit Anträgen; sie vermisst eine Vorbereitung auf den Umgang mit Geld. „Wie teilt man es sich richtig ein, wie kauft man richtig ein und wie kauft man billig ein vor allem in der heutigen Zeit? “ (Elke, Z. 1205 - 1206). Bei Paul wurde, wie bei Sabine, die Betreuung mit 18 Jahren in der Zeit 333 uj 7+8 | 2025 Leaving Care: Unterstützungserfahrungen und -bedarfe der Vorbereitung auf die Maturaprüfungen beendet. Er wurde an das Sozialamt verwiesen, das ihn jedoch als Schüler nicht unterstützte. Er ist mit einer „Lücke“ im Unterstützungssystem konfrontiert, die für ihn gravierende Auswirkungen hat. „Dann war ich halt obdachlos gemeldet und habe bei meiner Schwester geschlafen eine Weile (.) dann wieder bei meiner Mutter im Keller (.) obwohl ich mit der keine wirkliche Beziehung mehr hatte und dann halt immer wieder bei Freunden auf der Couch und dann habe ich halt auch die Schule geschwänzt […]“ (Paul, Z. 59 - 63). René befindet sich zum Zeitpunkt des Auszugs in einer Lehrausbildung, die er jedoch aufgrund von psychischen Problemen abbrechen muss. Einige Monate nach dem Auszug aus dem betreuten Außenwohnen bekommt er „Wahnvorstellungen“. Er muss die Lehre abbrechen und rutscht in eine Depression. Zugleich hat er niemanden, mit dem er reden kann. „Da war ich komplett alleine“ (René, Z. 234 - 237). Auch Leo gerät nach dem Ende der Jugendhilfemaßnahme in eine psychisch belastende Situation. Er fühlt sich in der Betreuung nicht mehr wohl, erlebt sich eingeengt und in seinen Bedürfnissen nicht verstanden. Daher hat er das Betreuungsende selbst initiiert, sieht sich danach aber mit der Unmöglichkeit der Rückkehr konfrontiert. „Ich bin abgehaut. […] Mir ist dann angeboten worden von jemanden ‚hey du kannst bei mir einziehen‘ und ich habe halt nicht nachgedacht, ich war so passt, weil mir ist alles lieber wie das. War halt ein Heroinabhängiger. […] Dann ist jeden Tag gestritten worden, es sind Messer geflogen, es ist es ist brutal gewesen, ich war dann Tagesklinik, habe es nicht mehr ausgehalten. Bin dann (.) stationär gekommen, weil es nicht mehr gegangen ist, und ich habe halt gewusst, ich kann nicht mehr zurück“ (Leo, Z. 9 - 20). Mangelnde soziale Einbindung und Fehlen von Ansprechpersonen Mit dem Ende der Jugendhilfebetreuung brechen wichtige soziale Kontakte zu Mitbewohner: innen und zentralen Bezugspersonen wie ehemaligen Betreuer: innen weg. Dies führt in manchen Fällen zum Wiederanknüpfen an Familienbeziehungen, die aber als wenig Halt gebend und zum Teil auch als belastend erlebt werden. Zahlreiche Personen berichten von Gefühlen der Einsamkeit nach dem Austritt aus der Jugendhilfe. Das Fehlen sozialer Einbindung ist oft verbunden mit der Schwierigkeit, Kontakte knüpfen zu können. Kerstins Familienbeziehungen sind von emotionalen Enttäuschungen und Distanz geprägt. Sie distanziert sich emotional von ihrer Familie und berichtet davon, kein „Gefühl von Familie“ zu haben. Sie war in einer Pflegefamilie untergebracht, zu der sie auch keine starke und nachhaltige Beziehung aufbaut. Der Kontakt zur Pflegefamilie bricht mit dem Übergang in ein eigenständiges Leben ab. Zum Zeitpunkt des Interviews lebt sie allein in einer eigenen Wohnung. In dieser Situation setzt bei ihr ein Gefühl der Einsamkeit ein, das sie versucht, mit dem Konsum von Drogen zu kompensieren. Es hat „dann eben dort schon angefangen dass ich mich halt eben sehr alleine gefühlt habe (.) und ich bin dann eher so herumgeirrt sage ich mal weil ich nicht wusste was ich jetzt so machen soll und was ich mit mir anfangen soll weil es auch so (.) so ruhig war und so leer und (.) ich weiß nicht da sind halt (.) diese Gefühle irgendwie gekommen von dieser Einsamkeit“ (Kerstin, Z. 58 - 62). Daria verlässt kurz nach dem 18. Geburtstag ihre Wohngemeinschaft in eine eigene Wohnung. Sie hat ebenfalls keinen positiven Kontakt zu Familienangehörigen und zugleich Probleme mit ihrem Aufenthaltsstatus und der Finanzie- 334 uj 7+8 | 2025 Leaving Care: Unterstützungserfahrungen und -bedarfe rung der Wohnung. Von der WG erhält sie dabei keine Unterstützung mehr. Sie berichtet von einer „Abschiedsfeier“, danach gab es keine weiteren Kontakte: „Das hat dann so aufgehört“ (Daria, Z. 98 - 100). Sie sieht sich nach dem Austritt aus der Jugendhilfebetreuung mit einem Mangel an sozialer Einbindung konfrontiert, der mit fehlender sozialer Unterstützung einhergeht. „Also ich hatte früher am meisten Kontakt mit der WG wenig mit der Außenwelt (.) zu tun gehabt […]. Und als ich ausgestiegen bin, bin ich eben in meine eigene Wohnung ausgestiegen und da waren alle Kontakte dann plötzlich weg. Ich habe mich bei viele Sachen dann auch nicht ausgekannt da ich nix so das gelernt habe (.) oder (1) nix so diese Unterstützung hatte jetzt wie bei Eltern zum Beispiel“ (Daria, Z. 15 - 18). Einige der von uns befragten Personen verfügen über ein sehr kleines soziales Netzwerk, das ihnen nur wenig Zugehörigkeit vermittelt und Unterstützung bietet. Mangels anderer relevanter Bezugspersonen greifen sie wieder auf Familienbeziehungen zurück, was aber häufig die damit verbundenen Erwartungen nicht erfüllt. Das zeigt sich z. B. bei Leonie, die ihre Mutter aufgrund von erlebter Gewalt im Alter von 15 Jahren verlassen hat und als Selbstmelderin freiwillig eine stationäre Betreuung in Anspruch genommen hat. Mit 18 Jahren wird von der Einrichtung versucht, das Betreuungsende durch den Wechsel in eine Notschlafstelle zu organisieren. Dieser Idee kommt sie zunächst nicht nach, weil sie „schlechte Sachen“ über die Notschlafstelle gehört hat. Sie zieht bei ihrer Mutter ein, dies geht jedoch nicht lange gut und es folgt schließlich doch der Einzug in die Notschlafstelle. Mangels anderer sozialer Kontakte gelingt es ihr nicht, den Kontakt zu ihrer Mutter zu beenden. Ihr Verhältnis zur Mutter ist dabei von einer Ambivalenz geprägt, die sich aus dem Spannungsfeld der normativen Erwartungen an eine liebevolle und fürsorgliche Mutter-Kind-Beziehung und den negativen, enttäuschenden Erfahrungen mit dieser ergibt. Einerseits weiß sie, dass der Kontakt zur Mutter negative Auswirkungen auf sie hat, andererseits sieht sie sich nicht in der Lage, den Kontakt mit ihr abzubrechen: „Es ist so ein Zwiespalt, weil meine Mama zum Beispiel das ist […] eine Person, wo ich sage, ich will eigentlich keinen Kontakt zu ihr, weil sie hat mir so viel Schlechtes angetan, aber irgendwo will ich Kontakt zu ihr, weil das ist meine angeborene Liebe […]. Ich fühle mich irgendwie ein bisschen gezwungen, sie gerne zu haben, aber ich habe sie halt gerne, ich kanns, irgkeine Ahnung, warum es so kompliziert ist“ (Leonie, Z. 427 - 434). Auch Sabine erzählt von einem konflikthaften, belasteten Verhältnis zu ihrer Mutter. Die einzige positive Bezugsperson aus ihrer Familie, ihr Vater, ist an einer Krankheit verstorben. Den Kontakt zur ehemaligen Betreuerin aus der Wohngemeinschaft bricht sie selbst ab, da sie ihn nicht als unterstützend, sondern eher als kontrollierend und einengend erlebt. „Ich habe das Gefühl, dass sie eher schauen wollte, wie lebe ich (.), aufgeräumt nicht aufgeräumt, wie esse ich“ (Sabine, Z. 269). Zugleich bemängelt sie, dass soziale Beziehungen während der Zeit der Unterbringung wenig gefördert wurden. Der strukturierte Alltag erlaubte kaum Kontakte nach außen oder die Möglichkeit, Freund: innen zu treffen. Mit auf diesen Umstand führt sie auch ihre aktuellen sozialen Defizite zurück sowie die Schwierigkeit, Freundschaften einzugehen und aufrechtzuerhalten. „Weil ich mir echt wirklich zurückgeblieben vorkam das ist jetzt nicht böse gemeint aber wenn du die ganze Zeit jahrelang nur in der WG sein darfst und am Wochenende bei deinen Eltern und sonst niemanden sehen darfst und sonst keine Freundesgruppe irgendwie da ist von den Eltern auch nicht die hatten auch keine Freundesgruppe das heißt du warst jahrelang entweder WG oder isoliert bei den Eltern 335 uj 7+8 | 2025 Leaving Care: Unterstützungserfahrungen und -bedarfe und das (.) war halt bei mir so dass ich einfach keine Vertrauenspersonen oder irgendwie in dem Sinne wichtige Personen für mich hatte“ (Sabine, Z. 417 - 424). Nach dem Auszug aus der Wohngemeinschaft fühlt sich Sabine auf sich allein gestellt und mit der plötzlichen Freiheit einer selbstständigen Lebensführung überfordert. Sie schließt zwar die Matura an einer Abendschule ab und macht eine Kollegausbildung im sozialen Bereich. Allerdings befindet sie sich aktuell in einer psychisch instabilen Situation, wodurch sie sich nicht in der Lage sieht, in einen sozialen Beruf einzusteigen. Informelle Unterstützung durch Fachkräfte In zahlreichen Fällen zeigt sich, dass Fachkräfte nach dem Austritt aus der Jugendhilfe den Kontakt zu den ehemals von ihnen betreuten jungen Menschen aufrechterhalten. Da sie vor dem Betreuungsende wichtige Bezugspersonen waren, können sie auch danach eine zentrale Rolle im sozialen Netzwerk der von uns befragten Personen einnehmen und unterschiedliche Formen von informeller Unterstützung bieten. Leonie befindet sich in der Notschlafstelle in einer prekären Situation. Auf die Frage nach aktuellen Unterstützer: innen erwähnt sie allerdings eine „Betreuerin“, zu der sich über die Jugendhilfemaßnahme hinaus eine wichtige freundschaftlich-unterstützende Beziehung entwickelt hat: „Die Betreuerin aus meiner ehemaligen WG […], die hat mir auch noch nach dem Auszug sehr viel geholfen da bin ich auch in die WG zum Besuchen gekommen weil ich hatte auch sehr wenig Geld und generell in der [Notschlafstelle] ich habe halt nichts gehabt so vom Essen her und so und da bin ich immer vorbeigekommen und sie hat mir Suppe gekocht hat mit mir gegessen und hat mir noch was mitgegeben und so und sie war halt immer für mich da“ (Leonie, Z. 173 - 181). Neben dem Erhalt von Unterstützung verbringt sie gemeinsame Freizeit mit der Betreuerin in einem Reitstall. Sie schätzt diesen „freundschaftlichen Kontakt“, das informelle Interesse an ihrer Person und dass es jemanden gibt, der fragt, „wie es mir geht“. Maria ist in einem Kinderdorf aufgewachsen und erhält auch nach dem Auszug weiterhin Unterstützung von ihrer Kinderdorfmutter, die sie wie eine „Mama“ betrachtet. Die Kinderdorfmutter begleitet sie auch nach dem Betreuungsende informell weiter. Sie unterstützt Maria bei der Alltagsbewältigung und fungiert für sie als zentrale, Kontinuität sichernde Ansprechperson. „Die hat immer für mich gekocht (lacht) und da bin ich halt immer essen gekommen […]. Ja also von dem her ist es gut gelaufen (1) ich sage es ist halt eine Umstellung oder ja (.) aber ich würde sagen ich wohne jetzt seit ich 19 bin alleine und bin jetzt 24 und bin erst jetzt wirklich in dem Alter so selber kochen […]. Musst halt selbstständig hineinfinden das ist es halt auch oder vor allem gerade weil (.) ich habe ja sonst niemanden jetzt blöd gesagt (.) außer meine Kinderdorfmama oder also für mich ist es schon so (.) wenn sie nicht wäre dann (.) das ist für mich so das schlimmste Szenario sage ich (.) wenn sie nicht wäre (.) weil sie ist meine einzige Konstante in meinem Leben und (.) ja also ohne sie hätte ich es sicher nicht so gut gepackt“ (Maria, Z. 68 - 79). Auch einige andere Personen berichten davon, dass sie ihre ehemaligen Betreuer: innen als wichtigen Rückhalt erleben. Sie bleiben zentrale Bezugspersonen, mit denen man „über alles reden“ kann (Lena, Z. 120) und die bei verschiedenen Angelegenheiten Unterstützung bieten. Lena erhält z. B. von einem Betreuer aus ihrer 336 uj 7+8 | 2025 Leaving Care: Unterstützungserfahrungen und -bedarfe ehemaligen Wohngemeinschaft Hilfe beim Umzug, und auch bei anderen Fragen oder Problemen wie dem Schreiben von Bewerbungen oder bei Konflikten mit der Polizei wird ihr aktiv Hilfe angeboten. In ähnlicher Weise wird Amir aktiv angeboten, sich bei Problemen an seine ehemaligen Betreuer: innen zu wenden. Er erhält Tipps für seine neue Wohnung, kommt öfters in seiner ehemaligen Einrichtung zum Essen vorbei und wird von der Köchin gebeten, öfter auch mal „reinzukommen“. Auf diese Weise erhält er nicht nur informelle Unterstützung, sondern ihm wird weiterhin ein Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt. Erfahrungen mit Angeboten der Care-Leaver-Unterstützung In einzelnen Interviews wird erkennbar, dass sich in der jeweiligen Region spezifische Unterstützungsangebote für Care Leavers etabliert haben. Es wurden verschiedene Formen von Anlaufstellen und Nachbetreuungsangeboten genannt. Dort, wo diese Angebote der Care- Leaver-Unterstützung vorhanden sind, werden sie recht schnell als positive und wichtige Unterstützung angenommen, die zugleich Vernetzung und soziale Einbindung anbieten kann. Im sozialen Netzwerk von Kerstin befinden sich eine „Psychologin“ und der Betreuer der Care Leaver-Unterstützung als wichtigste Bezugspersonen außerhalb der Familie. Der Betreuer ist für sie in kurzer Zeit zu einer haltgebenden Instanz geworden, die ihr in ihrer aktuellen Lebenssituation emotionale und informative Unterstützung bietet: „Also ich kenne ihn [Care-Leaver-Unterstützung] jetzt noch nicht so lange aber so vom Unterstützungsding und so sehe ich ihn schon als sehr wichtig an“ (Kerstin, Z. 1476 - 1477). „Und das hilft mir halt auch sehr weil ich mich halt einfach sehr haltlos fühle und oft Schwierigkeiten habe da irgendwie zum Beispiel jetzt bei einem Arzt anzurufen oder dort anzurufen und das zu organisieren und gerade jetzt ist eigentlich sehr viel zu organisieren und dass ich da dann einfach jemanden habe der mich auch so ein bisschen an der Hand nimmt und sagt ‚ja komm wir machen das jetzt‘ oder ‚ich gehe da mit‘ dann bin ich auch gleich viel motivierter und schaffe das viel besser und gescheiter“ (Kerstin, Z. 1244 - 1250). Maria schätzt die Möglichkeiten finanzieller Unterstützung. Sie kann sich bei Bedarf Geld ausleihen und erhält Geld für eine Zahnspange, die sie sich ansonsten nicht hätte leisten können. Auch Boris nutzt verschiedene Formen der Care-Leaver-Unterstützung. Er hält den Kontakt kontinuierlich aufrecht und bemerkt, dass sie „eigentlich in jeder Lebenssituation Unterstützung“ haben (Boris, Z. 79). Er nimmt Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen in Anspruch und erhält in der Zeit seiner Lehrausbildung eine „Bildungshilfe“ von 100 Euro pro Monat. Auch Susanne, die ihre kostspielige Wohnung zunächst durch eine Erbschaft von ihrer Oma finanzieren kann, berichtet von finanzieller Unterstützung zur Absicherung ihrer Wohnsituation. Sie befindet sich zu diesem Zeitpunkt in der Ausbildung und erhält Gutscheine und Bargeld für Lebensmittel. Darüber hinaus wird eine komplette Monatsmiete übernommen. Alex nimmt ebenfalls verschiedene Formen der Unterstützung durch eine Anlaufstelle in Anspruch. Er betrachtet die Care-Leaver-Unterstützung insgesamt als einen wichtigen Teil seines sozialen Netzwerks. „Also ich bin gut angedockt bei [Care-Leaver- Unterstützung] (.) dem Programm […]. Ich habe ein gutes System also ich habe ein gutes Netzwerk selber gefunden, (.) das was mich unterstützt und hilft […] Also ich kriege die Hilfe von was man normal von Eltern oder Familie kriegt von meinem sozialen Umfeld (.) oder [Care- Leaver-Unterstützung] eben die ich besuche.“ (Alex, Z. 330 - 338). 337 uj 7+8 | 2025 Leaving Care: Unterstützungserfahrungen und -bedarfe Weitere Unterstützungsbedarfe In einigen Interviews äußern die von uns befragten Care Leavers Kritik an dem von ihnen erlebten System der Übergangsbegleitung. Sie wünschen sich eine andere Form der Gestaltung des Übergangs aus der Betreuung, verbindlichere und umfangreichere Unterstützungsangebote und auch eine Hilfe für diejenigen Personen, die „aus dem System fallen“. Von einigen der Befragten wird ein „sanfterer Übergang“ (Sandra) statt ein Betreuungsende zu einem bestimmten Stichtag gewünscht. Die Fortsetzung des Kontakts zu ehemaligen Betreuer: innen sollte nicht nur auf „Freiwilligkeit“ beruhen. Ebenso erscheint eine umfangreichere Vorbereitung auf den Alltag außerhalb der Betreuungsinstitution erforderlich. Elke z. B. bemerkt, dass sie mit vielen alltäglichen Aufgaben überfordert war und zugleich niemanden mehr hatte, an den sie sich wenden konnte. Sie beschreibt, dass sie „vieles nicht gewusst“ hat, etwa „wie man richtig putzt“ oder mit Geld umgeht. Susanne hat positive Erfahrungen mit dem Erhalt professioneller Care-Leaver-Unterstützung gemacht. Durch den finanziellen Support kommt sie zwar aktuell über die Runden, sie ist jedoch mit hohen Kosten durch eine zu teure Wohnung konfrontiert, die sie auf Dauer nicht halten kann. Daher wünscht sie sich eine weitergehende Unterstützung bei der Bewerbung um eine günstige Gemeindewohnung: „Sie könnten mir helfen dass ich da im [Region] eine Wohnung kriege. Weil bei uns in [Bundesland] brauchst du 5 Jahre bevor du Anspruch auf eine (Gemeindewohnung) hast. […] und [Institution] hat ja eine höhere Macht meiner Meinung nach […]. Ich will einfach (.) eine Sicherheit haben mit Wohnung, das ist für mich eine Sicherheit und [Institution] […] wenn sie nur telefonieren würden, könnten sie schon durchaus mehr bewirken, wie ich als 20-jährige Jugendliche (.) Erwachsene. Wissen Sie wie ich meine? “ (Susanne, Z. 59 - 76). Darüber hinaus sieht sie sich in einer psychisch instabilen Situation, die sie mit Unklarheiten in ihrer Lebensgeschichte und dem Verhältnis zu ihrer leiblichen Mutter in Verbindung bringt. In dem Zusammenhang hält sie eine Unterstützung bei Klärung und Verarbeitung belastender Familienerfahrungen für wichtig, um mit der Vergangenheit abschließen zu können: „Das mit meiner leiblichen Mutter, das ist bei mir noch so ein wunder Punkt. Ich habe das bis heute nicht verkraftet und (.) der (Betreuer) vom (Institution X), der ist mit mir schon die Mappe durchgegangen, was mit mir passiert ist und warum […]. Die ersten 5 Lebensmonate von mir (.) und das ist einfach etwas, was noch offen ist, und solange das offen ist, kannst du nicht abschließen. […] Da wäre eine psychologische Unterstützung, ob es das Thema Verarbeiten ist oder wie auch immer (.) wäre ziemlich gut […]. Weil jeder Mensch hat das Recht auf die Wahrheit“ (Susanne, Z. 98 - 113). Kristina hat die Kinder- und Jugendhilfebetreuung bereits mit 16 Jahren abgebrochen. Danach kommt sie für einige Zeit in die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dort wird sie schließlich als „hoffnungsloser Fall“ entlassen, für den man „nichts mehr tun kann“. Sie war zu diesem Zeitpunkt nach ihrer Aussage „ganz unten“, es gelingt ihr aber mit der Zeit, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sie bemängelt, dass es für Personen, die ganz unten sind, keine passende Unterstützung mehr gibt. „Ich finde es wäre so wichtig irgendwas für diese hoffnungslosen Fälle sozusagen (.) zu schaffen. […] Es ist halt was aus mir worden und das hätte einfach keiner geglaubt und ich finde es muss noch ein unteres ein Auffangbecken geben irgendwas für diese Leute die einfach nicht (1) denen mit dem jetzigen System nicht geholfen werden kann, dass es da irgendwas gibt, dass wenigstens wer anruft“ (Kristina, Z. 1139 - 1147). 338 uj 7+8 | 2025 Leaving Care: Unterstützungserfahrungen und -bedarfe Fazit Die Phase des Übergangs in ein eigenständiges Leben ist von einschneidenden Veränderungen auf der Beziehungs- und Unterstützungsebene geprägt. Verbindungen zu ehemaligen Mitbewohner: innen und Bezugspersonen, beispielsweise zu Betreuer: innen, reißen zum Teil mehr oder weniger abrupt ab, zum Teil nehmen sie eine neue Form an. Zugleich sind die von uns befragten Care Leavers mit zahlreichen neuen und zum Teil unerwarteten Herausforderungen konfrontiert, auf die sie sich nicht immer ausreichend vorbereitet sehen. In einigen Fällen werden abgebrochene Kontakte zu Familienmitgliedern wieder hergestellt, die jedoch nicht immer als hilfreich erlebt werden. Insbesondere Eltern scheinen kaum nachhaltige Unterstützung zu bieten, sondern stellen häufig eine emotionale Belastung dar. Einsamkeit und der Mangel an verlässlichen Ansprechpersonen werden in dieser Situation zu einem zentralen Thema. Dort wo der Kontakt zu ehemaligen Betreuungspersonen aufrechterhalten bleibt, wird dies meist positiv erlebt. Das ist jedoch nicht immer der Fall, da entweder das Verhältnis nicht als unterstützend erlebt wird oder die weitere informelle Unterstützung auf Freiwilligkeit beruht und damit nur eingeschränkte Verbindlichkeit hat. Manche Personen machen Erfahrungen mit professionellen Unterstützungsangeboten in Form von Ehemaligen-Unterstützung, Anlaufstellen oder auch Psychotherapie. Dort, wo derartige Angebote etabliert sind, werden diese positiv wahrgenommen und aufgegriffen. Sie bieten unterschiedliche Formen der Unterstützung im emotionalen, organisatorischen oder finanziellen Bereich an, und sie werden auch angefragt, um zur Verarbeitung der meist schwierigen Familiengeschichten und -beziehungen beizutragen. Allerdings sind sie noch längst nicht allen Care Leavers bekannt und auch nur in einzelnen Regionen verfügbar. In Österreich gibt es bis heute keine systematischen Rechtsansprüche auf Angebote zur Nachbetreuung und Übergangsbegleitung und auch keine Daten darüber, wie den jungen Menschen der Übergang ins eigenständige Leben gelingt. Der OECD-Bericht „Assisting Care Leavers“ von 2022 zeigt, dass sich Österreich im Hinblick auf Monitoring und Aftercare für Care Leavers auf dem Niveau von Schwellenländern wie Kolumbien und Mexiko bewegt (OECD 2022). Zur Verbesserung dieser Situation sind weitere sozialpolitische Initiativen notwendig. Und schließlich bedarf es der Stärkung der Stimme der Adressat: innen, z. B. durch die Unterstützung und den Ausbau von Selbstvertretungsorganisationen wie dem Careleaver Verein Österreich. Prof. Dr. Stephan Sting E-Mail: stephan.sting@aau.at Dr. Georg Streißgürtl E-Mail: georg.streissguertl@aau.at Julia Weissnar E-Mail: julia.weissnar@aau.at Literatur Arnett, J. J. (2019): Vorwort. In: Mann-Feder, V. R., Goyette, M. 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