unsere jugend
4
0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2025.art41d
4_077_2025_9/4_077_2025_9.pdf91
2025
779
Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen... Folgen von Notlösungen und system-immanenter Problem(re)produktion
91
2025
Corinna Petri
Fehlende Plätze im stationären Jugendhilfesystem haben sich infolge der Pandemie und anhaltendem Fachkräftemangel zu einem strukturellen Problem verfestigt. Der Artikel beleuchtet aus empirischer Perspektive Phänomene, die damit einhergehen, und diskutiert Folgen für junge Menschen und ihre Familien.
4_077_2025_9_0004
362 unsere jugend, 77. Jg., S. 362 - 371 (2025) DOI 10.2378/ uj2025.art41d © Ernst Reinhardt Verlag Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen … Folgen von Notlösungen und systemimmanenter Problem(re)produktion Fehlende Plätze im stationären Jugendhilfesystem haben sich infolge der Pandemie und anhaltendem Fachkräftemangel zu einem strukturellen Problem verfestigt. Der Artikel beleuchtet aus empirischer Perspektive Phänomene, die damit einhergehen, und diskutiert Folgen für junge Menschen und ihre Familien. von Corinna Petri Jg. 1981, M. A. Bildung und Soziale Arbeit, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut Perspektive gGmbH für sozialpädagogische Praxisforschung und -entwicklung in Bonn, Mitglied der IGfH- Fachgruppe Inobhutnahme Einleitung „Kollaps“ ist der Begriff, der seit mindestens drei Jahren in Zusammenhang mit der Beschreibung des Jugendhilfesystems verwendet wird. Positionspapiere (z. B. IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme 2022), Appelle, bundesweit eine Vielzahl veröffentlichter Brandbriefe von Jugendämtern oder Kinder- und Jugendnotdiensten, Fachveranstaltungen (z. B. Fachtag „Fachkräfte in der Mangel? ! “ der TU Dortmund und der IGfH am 25. 9. 2023) sowie Medienberichte (z. B. Stern TV 2024) verweisen auf die Problematik fehlender Plätze für Kinder und Jugendliche sowohl im Inobhutnahmesystem als auch in Heimeinrichtungen und Pflegefamilien. Festzustellen ist ein Wiederanstieg stationärer Erziehungshilfen (Destatis 2024 a) und in über drei Viertel aller Kommunen eine das Angebot übersteigende Nachfrage nach Plätzen (Hollbach-Grömig et al. 2024, 5). Die Problematik steht im engen Zusammenhang mit dem akuten Fachkräftemangel: Stationäre Einrichtungen müssen teilweise (vorübergehend) schließen, weil der Dienst nicht aufrechterhalten werden kann, und Stellenvakanzen in Jugendämtern führen zu Überlastungen, durch die Suchprozesse und Hilfeplanungen verzögert werden, was wiederum zu längeren Verweildauern in Inobhutnahmestellen führt. Der drastische Mangel an Inobhutnahmeplätzen wirft die Frage auf, wie Jugendämter ihrem Schutzauftrag nachkommen können (DIJuF 2023). Gleichzeitig verweist die Fachpraxis darauf, dass sich durch das Fehlen von bedarfsgerechten Anschlusshilfen „perspektivlose“ junge Menschen „mit sehr herausfordernden Verhaltensweisen“ in Inobhutnahmestellen konzentrieren, wodurch ihre „Krisensituation verstärkt, verschlechtert bzw. manifestiert“ wird (IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme 2022, 2). Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. prognostiziert, dass sich die Problematik fehlender Plätze sowohl für die stationären Hilfen zur Erziehung als auch für die 363 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen Unterbringung im Rahmen der Inobhutnahme mit dem voranschreitenden Fachkräftemangel tendenziell noch erheblich verschärfen wird (DIJuF 2023, 1). Bei der Suche nach Antworten auf die Frage „Wohin mit den jungen Menschen, wenn keine Plätze da sind? “ ist das System der Kinder- und Jugendhilfe mit massiven Herausforderungen konfrontiert. Notlösungen und die Absenkung fachlicher Standards sind Folgen des hohen Handlungsdrucks. Sie führen jedoch teilweise in eine Sackgasse im unausweichlichen Transformationsprozess des Jugendhilfesystems (Müller et al. 2024, 7f ). Beispielsweise, weil mit Blick auf die Unterbringung von minderjährigen Geflüchteten (erneut) eine nicht zu akzeptierende Zwei-Klassen-Jugendhilfe festzustellen ist (Herzog 2022; González Méndez de Vigo/ Endres de Oliveira 2024), wenn regional die Notunterbringung von jungen Menschen in Hotels zur Blaupause zu werden droht oder das Aussetzen der Hilfeplanung in Pflegeverhältnissen über mehr als vier Jahre eher als Qualitätsverschiebung hingenommen statt problematisiert wird. Die Mangellage drängt Strukturfragen und -diskussionen in den Vordergrund (etwa die Aufweichung des Fachkräftegebots) und erzwingt Lösungen auf Strukturebene. Das ist - wie auch Müller et al. (2024, 7) bemerken - rational nachvollziehbar. Neben marktwirtschaftlichen Nebenwirkungen, welche die Autor: innen in diesem Zusammenhang skizzieren, gehen mit Not-Transformationen unweigerlich auch Folgen für die jungen Menschen und ihre Familien einher. Die Perspektiven von jungen Menschen und Eltern bleiben in diesen Diskussionszusammenhängen jedoch merklich außen vor (Nüsken/ Wedermann 2024, 292). Um einer De-Professionalisierung entgegenzuwirken und eine von den (Grund-)Rechten ausgehende Jugendhilfe aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln, braucht es zum einen jedoch unbedingt Kenntnisse darüber, wie junge Menschen und Eltern die Situation wahrnehmen, und zum anderen auch „strukturelle Einbringungsprozesse und eigenständige Formate“, in denen sie einbezogen werden, wenn es darum geht, in die Zukunft zu blicken und Lösungsansätze zu entwickeln (ebd.). Schließlich spüren sie als „Nutzer: innen der Angebote die Auswirkungen ebenso intensiv, wie es die Fachkräfte vor Ort tun“ (Heinrich 2025, 147) und befinden sich überdies in einem Abhängigkeitsverhältnis, in dem das System der Kinder- und Jugendhilfe die (über-)mächtigere Position einnimmt. Der folgende Beitrag stellt die Erlebensperspektiven von jungen Menschen und Eltern ins Zentrum und diskutiert Phänomene, die sich insbesondere im Kontext der Inobhutnahme und an der Schnittstelle zu den stationären Erziehungshilfen in der Praxis abzeichnen. Folgen für junge Menschen und Eltern Im Rahmen des Praxisforschungsprojekts „Inobhutnahme - Perspektiven: Impulse! “ (Petri 2025) wurden die Erlebensperspektiven von jungen Menschen und Eltern untersucht. Zwar kann das Projekt zur besonders prekären Situation in Bezug auf die Unterbringung von unbegleitet geflüchteten Minderjährigen aus dem Ausland keine Aussagen treffen, im Projekt wurden jedoch grundlegende Phänomene sichtbar, die im Zusammenhang mit der Suche nach Anschlusshilfen stehen oder als Folge von Notlösungen im Handlungsfeld der Inobhutnahme gedeutet werden können 1 . Die Erlebensperspektiven sensibilisieren in besonderem Maße für Fragen und Deutungen zur Geeignetheit, sowohl im Hinblick auf die Fachkräfte in Inobhutnahmestellen als auch im Hinblick auf die Vermittlung in Anschlusshilfen. Fokus I: Fachkräftegebot in der Inobhutnahme Kinder und Jugendliche, die in staatliche Obhut genommen wurden, haben zuvor oft gewalt- 364 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen volle, grenzüberschreitende oder vernachlässigende Sozialisationserfahrungen gemacht. Zudem ist die Inobhutnahme selbst, die diese Erfahrungen beenden soll, „der Start eines offenen Prozesses mit unklarer Perspektive“ (Wolf 2022, 97), der für die jungen Menschen bis auf Weiteres mit vielen Unsicherheiten und Einschüchterungen verbunden ist. Das gilt insbesondere aber nicht nur für diejenigen, die diese Erfahrung zum ersten Mal machen. In ihrer Verletzlichkeit sind sie auf - zumeist und zunächst fremde - Menschen angewiesen, die ihre Krise mildern und an die sie sich wenden können. Die Inobhutnahme ist insofern als „sozialpädagogisch betreute Schutzgewährung für Kinder und Jugendliche in Krisen“ zu verstehen (Trenczek et al. 2023, 58), wodurch sich spezifische Anforderungen an die im Feld tätigen Fachkräfte stellen (IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme 2016). Was als hilfreich erlebt wird, bringen junge Menschen, die im Rahmen des o. g. Praxisforschungsprojekts beteiligt waren, teils sehr explizit zum Ausdruck. Sie formulieren klare Botschaften an die sie betreuenden Fachkräfte und machen dabei insbesondere die Relevanz der persönlichen Beziehung, der Haltungs- und Kommunikationsebene stark. Sie wünschen sich ein verstehendes, sensibles, wertschätzendes, belastbares, aufmerksames, beharrliches, entspanntes, interessiertes, unterhaltsames, ansprechbares, hilfreiches und befähigendes Gegenüber (Petri 2025, 208ff ). Anders formuliert: Dies sind aus Nutzer: innen-Perspektive die zentralen Attribute, durch die eine Fachkraft ihre „persönliche Eignung“ (§72 SGB VIII) erhält. In der aktuellen Strukturnot ist das Fachkräftetableau Teil der Diskussion. Gefordert wird eine gezielte und planvolle Erweiterung des Fachkräftegebots als Teil eines Maßnahmenkatalogs, um kurzfristig den akuten Kinder- und Jugendschutz im Rahmen der Inobhutnahme sicherzustellen (IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme 2022). Der Versorgungsdruck der Organisationen trifft dabei auf die Not der jungen Menschen. Dass auch kurzfristige Lösungen immer in diesem Spannungsgeflecht hergestellt werden müssen, wird deutlich, wenn den jungen Menschen selbst Gehör geschenkt wird. „Das waren keine Betreuer, das waren Aufpasser.“ Nick 2 , der im Alter von zwölf Jahren und zu einem Zeitpunkt in Obhut genommen wurde, als die letzten Pandemie-Maßnahmen ausgelaufen waren, erinnert sich an eine für ihn bedrückende und unsichere Zeit: Nick, 14: „Ich war auch so ein bisschen runtergezogen, weil alles so kahl war, dass man sich so unwohl fühlt und so anders behandelt wird. So, irgendwie wie so Insassen. Ich hab mich einfach so anders gefühlt, irgendwie. Weil einfach noch niemand mit einem gesprochen hat, irgendwie so richtig mal. Ja, man war ja fast die ganze Zeit mit sich allein beschäftigt. […] Da war halt wirklich fast niemand, der einem wirklich erklärt hat, was jetzt gerade so abging, dass man sich immer fragte, ja, was? Was passiert jetzt? Ich habe mir gewünscht, dass jemand mir gesagt hätte: ‚Ja, so und so läuft das jetzt ab‘.“ Nicks Schilderungen stehen im Kontrast zum Anspruch an eine sozialpädagogische Krisenhilfe: Ihm fehlen die Ansprache und Zuwendung von verantwortlichen und kompetenten Personen, die ihm eine Orientierung bieten und Unsicherheiten reduzieren. Nach der Trennung von seiner Familie, die er gemeinsam mit seinen Eltern als folgerichtige Entscheidung betrachtet, befindet er sich in einem intransparenten Abwartemodus, der dadurch verstärkt wird, dass seine Sorgen im Hinblick auf den zukünftigen Lebensort nicht thematisiert werden. Nick ist verunsichert und malt sich Worst-Case-Szenarien (u. a. Lebensraum- und Schulwechsel als Angstfaktor) aus. Seine Analogie, sich wie ein „Insasse in einem Gefängnis“ gefühlt zu haben, wird durch seinen Blick auf die dort tätigen Personen unterstrichen: Nick: „Das waren keine Betreuer, das waren Aufpasser. Die haben das irgendwie so nebenberuf- 365 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen lich gemacht. Zumindest habe ich das erfahren. Die hatten auch was anderes gearbeitet oder so, aber hatten sich bereit erklärt, das auch irgendwie zu machen. […] Also, dieser eine hat sich vorgestellt und die anderen kamen nur so kurz: ‚Hallo? Ja, ich bin jetzt hier, falls was ist, komm.‘ Also, falls du was brauchst, komm. So Handtuch oder Duschgel, Zahnbürste, keine Ahnung.“ Dieser Blick ist subjektiv, weitere Perspektiven würden vermutlich andere Blickwinkel eröffnen, und objektiv ist nicht erfasst, welche formale Qualifikation die dort tätigen Personen tatsächlich haben. Die Perspektive des jungen Menschen sensibilisiert jedoch für wichtige Kompetenzen, die Fachkräfte mitbringen müssen. Die personale Ebene tritt hier in den Vordergrund: Erforderlich ist eine hohe Sensibilität für das Krisenerleben sowie Feinfühligkeit und Einfühlungsvermögen im Umgang mit den jungen Menschen. Der Eindruck, nebenbei be- und verhandelt zu werden, steht dem, was Nick in seiner Verletzlichkeit braucht, maximal entgegen. Im Umkehrschluss dazu markieren junge Menschen als zentrale Ressource authentische Betreuende, die ein aufrichtiges Interesse an ihrem Wohlbefinden zeigen und sich beharrlich für dieses einsetzen (Petri 2025, 101). Um das leisten zu können, braucht es jedoch auch fachliche Kompetenzen, die in Verbindung stehen mit einem Fachwissen, bspw. zu Krisen, Familiendynamiken und einem einschlägigen Methodenspektrum, das sich u. a. auf Gesprächs- und Kommunikationskompetenzen (Krisenkommunikation), Fähigkeiten zur Analyse von Problemlagen, lösungsorientierter Beratung und dem Beherrschen von deeskalierenden Strategien bezieht (IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme 2016). Die bloße Grundversorgung mit Schlafplatz, Nahrung und Hygienemitteln, wie sie im Beispiel von Nick durchschimmert, ist mit Blick auf die Bedürfnisse und Rechte nicht nur unzureichend, sondern erzeugt zusätzlich neue Kindeswohlbeeinträchtigungen. Besonders kritisch ist in diesem Zusammenhang auch die „alleinige ‚Aufsicht‘ von Security-Kräften über Nacht“ zu bewerten, die in einigen Bundesländern für die besonders vulnerable Gruppe der jungen Geflüchteten wieder erlaubt ist (IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme 2022, 2). Standardabsenkungen, die dazu führen, dass den jungen Menschen die sozialpädagogische Unterstützung und Begleitung verwehrt wird, sind nicht nur rechtsverletzend, sondern auch aus fachlicher und ethisch-humanistischer Sicht nicht zu vertreten. Es muss verhindert werden, dass Strukturmaßnahmen, die dem quantitativen Mangel begegnen sollen, auf qualitativer Ebene - für die betroffenen jungen Menschen, aber auch das Hilfesystem insgesamt - Not erzeugen. Einfache Lösungen gibt es nicht. Es sind kurz- und langfristig verschiedene Stellschrauben zu bewegen, wofür es die vereinte und entschiedene Kraft von Jugendhilfe, Politik, Verbänden, Hochschulen und Ausbildungsstätten braucht (ebd., 3ff; BMFSFJ 2024, 500f ). Das Sich-Einlassen auf das Erleben und die Sichtweisen der jungen Menschen führt vor Augen, woran sich die Geeignetheit von Fachkräften messen lassen muss. Ihre Erlebensperspektiven in Bezug auf Belastungen und Ressourcen sind ein essenzieller Gradmesser für das Ankommen der Krisenhilfe. Diese Perspektive sichtbar zu machen und wiederkehrend zu reflektieren, sollte als unerlässlicher Aspekt der (Nach-)Qualifikation anerkannt und berücksichtigt werden. Fokus II: Geeignete Anschlusshilfen Anhand von Expert: innen-Interviews mit Fach- und Leitungskräften von acht verschiedenen Trägern der Inobhutnahme sowie im kollegialen Austausch innerhalb der bundesweiten IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme lässt sich eine Verdichtung sehr ähnlicher Herausforderungen rekonstruieren: zu wenige oder ungeeignete Fachkräfte, viele komplexe und herausfordernde Fälle, ein Mangel an passgenauen, individuellen und kreativen Lösungen, woraus eine Überlastung aufseiten der Mitarbeitenden so- 366 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen wie lange Verweildauern und mangelnde Perspektivklärungsprozesse für junge Menschen resultieren. Eine Fachkraft pointiert: „Der Kern der Arbeit ist es, Perspektiven zu entwickeln, aber das Finden von Anschlussmaßnahmen - passenden Anschlussmaßnahmen! - ist ein häufiges Problem. Jugendliche werden in Systeme gepresst, die nicht ihren Bedarfen entsprechen. Dann ist das Ende vorprogrammiert.“ Aus Perspektive der jungen Menschen werden die Folgen dieser Praxis zum Teil eindrücklich deutlich, und auch Eltern verweisen auf Problematiken, die dadurch entstehen. „Wer Pläne macht, wird nachher enttäuscht und das Leben ist kaputt.“ 3 Im o. g. Praxisforschungsprojekt beschrieb ein junger Mensch, wir nennen ihn Theo, dass er mit seinen dreizehn Jahren „schon in unzähligen Wohngruppen oder in Pflegefamilien“ war, „ein schwieriges Kind“ sei und für seine Zukunft keine Pläne mehr mache, um nicht enttäuscht zu werden. Theo schildert seine Biografie als eine, die von multiplen Exklusions- und Abbruchserfahrungen gekennzeichnet ist (ausführlicher: Petri 2025, 53ff ). Die Inobhutnahmegruppe ist für ihn eine wiederkehrende Station von vielen innerhalb des Kinder- und Jugendhilfesystems, in dem er immer wieder aneckt und sich nur als begrenzt wirkmächtig erlebt. Er habe sich oft wie ein „Chamäleon“ anpassen müssen und irgendwann die Erfahrung gemacht: „Es bringt eh nichts, hier zu sein.“ Am Ende sei er wieder aus den„üblichen“ Gründen -„Stress und Provokation“ - aus den Wohngruppen rausgeflogen. Im Beispiel von Theo wird deutlich, was Christian Schrapper (2022, 84f ) mit der Funktionsbeschreibung der Inobhutnahme als „Überdruckventil“ im System der Kinder- und Jugendhilfe skizziert. Wenn junge Menschen immer wieder erleben, dass sie„rausfliegen“ aus Orten, an denen sie im Zusammenleben mit anderen Menschen eigentlich ein Zuhause finden sollten, muss dies auch als ein Hinweis auf potenzielles Versagen dieser vorangegangenen Betreuungsorte verstanden werden. In Theos Beispiel werden selbstwertbelastende Erklärungsmuster und eine tiefe Erschütterung des Lebensoptimismus deutlich, weil er kein Vertrauen mehr darin hat, dass sich in der Zukunft etwas zum Positiven wenden wird. So wird der Anspruch nach einem „Jungsein mit Zuversicht und Vertrauen“, wie er im 17. Kinder- und Jugendbericht erhoben wird, verfehlt. Die fehlende Zuversicht korrespondiert mit einem Dilemma der Inobhutnahme und einem grundsätzlichen Strukturproblem im Jugendhilfesystem: Im Wissen darum, was die jungen Menschen brauchen und sich wünschen, werden sie an neue - individuell jedoch ungeeignete - Lebensorte vermittelt, welche das Jugendhilfesystem (noch) bereithält, in der Hoffnung, es funktioniert vielleicht doch. Die jungen Menschen werden in der Not vermittelt, innerhalb des Inobhutnahmesystems wieder Plätze schaffen zu müssen, oder im Bedenken um die negativen Folgen einer mittelbis längerfristigen Verweildauer in einem als Zwischenstation konzipierten Lebensraum, etwa im Hinblick auf unzureichende Alltagsgestaltung, begrenzte schulische Förderung und Diskontinuitäten in Beziehungen. Der Blick in die amtliche Statistik (Destatis 2024 b) lässt erahnen, welchen Raum das skizzierte Dilemma einnimmt. So lag im Jahr 2023 der Anteil junger Menschen, die aus vorangegangenen Erziehungshilfen in Obhut genommen wurden, mit 15,3% signifikant hoch und verweist im Vergleich der Vorjahre auf eine anhaltend steigende Tendenz. Werden auch andere Einrichtungen als vorangegangene Lebensorte einbezogen, liegt der Anteil bei 25,9 %, und unter Berücksichtigung derjenigen, die zuvor ohne festen Wohnort gelebt und nicht selten intensive Jugendhilfeerfahrungen gemacht haben, sind es gar 42,7 % der jungen Menschen, die im Rahmen der Inobhutnahme versorgt werden. Über die quantitative Bedeutung hinaus wird auch ein qualitatives Problem deutlich, sowohl innerhalb betroffener Inobhutnahmestellen als auch in den stationären Erziehungshilfen. So 367 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen verweist die Fachpraxis darauf, dass die Haltebereitschaft von Fachkräften in der Heimerziehung insbesondere in Bezug auf junge Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen und komplexen Hilfegeschichten geringer werde. Gleichsam wird eben jene Zielgruppe durch das aktuelle Hilfesystem zunehmend selbst (re) produziert (IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme 2022). Darüber hinaus bringt der hohe Bedarf an Anschlusshilfen diese in die „komfortable“ Situation, genau auswählen zu können, welche jungen Menschen sie aufnehmen und welche nicht. Fachkräfte der Inobhutnahme bezeichnen Entwicklungen sehr kritisch als „Casting“ oder „Vortanzen“, wenn Jugendliche eingeladen und - zumindest von außen betrachtet - leichtfertig ohne Erklärungen wieder abgewiesen werden. Um die jungen Menschen vor Enttäuschungen zu bewahren, die unmittelbar negativ auf ihr Selbstwertempfinden Einfluss nehmen, werden teils alternative Vermittlungsstrategien angewandt. Kommunale Träger suchen beispielsweise selbst die Anschlusshilfe aus, führen Vorgespräche und bereiten die jungen Menschen dann gezielt auf diese vor, und beim Übergang in die Erziehungshilfe werden explizite „Hilfeerhaltungspläne“ erarbeitet. In der Analyse von Biografien junger Menschen mit Inobhutnahme-Erfahrung(en) und besonders solchen, die mehrere Stationen in Pflegefamilien oder Formen der Heimerziehung beinhalten, tritt einerseits die Relevanz partizipativer Entwicklung von Zukunftsperspektiven deutlich hervor. Sie ist wichtige Voraussetzung dafür, dass geeignete Anschlusshilfen vermittelt werden können und die Wahrscheinlichkeit für Kontinuitätssicherung im Leben der jungen Menschen steigt. Andererseits wird auch die Notwendigkeit des Zusammenspiels von Inobhutnahme und stationären Hilfen unterstrichen, um Übergänge subjektorientiert und behutsam gestalten zu können (Petri/ Düber 2025 i. E.). Diesen Aspekten gebührt nicht trotz, sondern gerade in der strukturellen Mangellage auch jugendhilfepolitisch besondere Aufmerksamkeit. „Die haben gesagt, es ist schwer, eine Gruppe für mein Kind zu finden.“ Aus der Fachpraxis wird geschildert, dass bei der Suche nach einem Platz der geografische Radius zunehmend ausgeweitet wird. Wenn große räumliche Distanzen nicht ein Kriterium für Geeignetheit im Einzelfall sind, sondern aus Mangel an Alternativen entstehen, kann die Aussicht auf einen unbekannten und sehr fernen neuen Lebensort nicht nur für die jungen Menschen schwierig sein. Auch Eltern sehen mit Blick auf die Aufrechterhaltung ihrer Beziehung zum Kind große Schwierigkeiten. Aus Perspektive der interviewten Eltern wird ihnen gegenüber seitens der Jugendämter eine Diskrepanz zum Ausdruck gebracht, die sich aus den Betreuungsanforderungen und der verfügbaren Hilfelandschaft ergibt: Frau Thomson: „Die Mitarbeiterin hat gesagt, er braucht eine Intensivbetreuung, und da gibt es irgendwie so ein Projekt. Eine Wohngruppe, wo nur wenig Kinder sind mit viel intensiver Einzelbetreuung. Das ist aber weiter weg von uns. Und es sind jetzt schon 77 Kilometer weg von uns, worüber ich nicht glücklich bin. Und wir reden dann von 120 oder 400 Kilometer oder sowas. Dann kann mein Sohn fast gar nicht mehr herkommen. Und dagegen wollte ich mich wehren.“ Die Geeignetheit im Sinne einer Passung von Bedürfnissen und konzeptionellem Ansatz steht dann in Spannung zum Nähebedürfnis und dem Recht auf Förderung der Eltern-Kind- Beziehung. Frau Thomson und ihr Sohn kritisieren in diesem Zusammenhang eine fehlende Berücksichtigung ihrer Interessen und Achtung ihrer Beziehung durch die Fachkraft des Jugendamts. Die Mutter findet jedoch Gehör bei der Bereitschaftspflegemutter und erlebt sie schließlich als diejenige, die sich als informierte Insiderin aktiv und erfolgreich darum bemüht, einen Wohngruppenplatz in der Nähe der Mutter zu finden (Petri 2025, 154ff ). Auch den Fachkräften des Jugendamts gegenüber werden teils Bemühungen attestiert, wie 368 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen doch noch ein Platz gefunden werden kann, der in der Nähe zur Familie liegt und im Hinblick auf die Bedürfnisse des Kindes geeignet ist. So beschrieb eine andere Mutter, wie die Fachkraft ihre Anfragestrategie änderte und „die Extreme“ ihres Sohnes „quasi so ein bisschen runtergespielt“ hat, „in der Hoffnung, dass sie endlich eine Wohngruppe findet“. Was hier vielleicht als Vertuschung anmutet, korrespondiert mit der grundsätzlichen Erfahrung von Fachkräften, dass das Bild, das vom jungen Menschen durch Beschreibungen erzeugt wird, ein Schlüsselmoment in der Vermittlung ist. So können ressourcenorientierte Berichte und Steckbriefe, die gemeinsam mit dem Kind erstellt werden („So bin ich, das kann ich gut, das mag ich, das find ich Mist“), wegführen von negativen Bildern, die durch Fokussierungen bspw. auf psychiatrische Diagnosen entstehen. Auf diese Weise wird ein unbefangener und offener Blick auf die jungen Menschen jenseits der Problemzuschreibungen in der Vergangenheit Teil der Professionalität. Fokus III: Rechtzeitigkeit und Vertrauen „Ich habe alles gemacht, um Hilfe zu kriegen. Aber beim Jugendamt habe ich niemanden erreicht.“ Eltern, die im Rahmen des Praxisforschungsprojekts zur Inobhutnahme interviewt wurden und die auf mehrjährige, durchaus auch positive Erfahrungen mit der Jugendhilfe zurückblicken, deuten eskalierende familiäre Probleme oder aktuelle Diskrepanzen zwischen ihren Nöten, Hoffnungen und Bedarfen auf der einen Seite und den erfahrenen Hilfeangeboten und Interventionen auf der anderen Seite als Folgen eines zunehmend maroden Jugendhilfesystems. So werden eine schlechte Erreichbarkeit von Fachkräften des Jugendamts, insbesondere während der Coronapandemie, zunehmende Personalvakanzen bei gleichzeitig restriktiverem Auftreten von oft unbekannten und als zu jung und unerfahren eingeschätzten Fachkräften problematisiert, durch die sich Krisen verschärften, auf die schließlich die Inobhutnahme folgte. Dieses Erleben macht darauf aufmerksam, dass in der fachlichen Diskussion zum bestmöglichen Umgang mit fehlenden Plätzen der Blick auch auf präventive Maßnahmen geweitet werden muss. Jugendämter sowie freie und kommunale Träger benötigen als Organisationen hierzu unter anderem eine aufarbeitende Reflexions- und Fehlerkultur in Bezug auf Machtquellen und Machtmissbrauch. „Was soll denn jetzt aus meinem Kind werden? “ Das Eingeständnis, selbst Hilfe zu brauchen, ist für Eltern oft ein großer Schritt, der mit Gefühlen von Scham und Scheitern verbunden ist. Die Hoffnung, dass die Professionellen dann Hilfe bieten und Lösungen für Probleme finden, ist entsprechend hoch. Andere Eltern, deren Kinder gegen ihren Willen an einem anderen Lebensort untergebracht sind, beobachten und bewerten mitunter sehr skeptisch, wie sich ihr Kind entwickelt. Wenn Eltern dann erleben, dass ihr Kind aus der stationären Erziehungshilfe flüchtet, weil es dort Angst hat oder seine Persönlichkeitsrechte verletzt wurden oder die Einrichtung selbst keinen adäquaten Umgang mit ihrem„störenden“ Kind findet und es schließlich aufgrund von Integrationsproblemen entlassen wird, kommen Zweifel an der Kompetenz auf. Dies potenziert sich, wenn mit diesen Entwicklungen eine Zunahme an Verhaltensauffälligkeiten und gesundheitlichen Belastungssymptomen beim Kind festzustellen ist. Herr Hartmann, dessen Tochter mehrfach in Obhut genommen, zwischenzeitlich in eine Wohngruppe vermittelt und dann erneut im jungen Alter von sechs Jahren in Obhut genommen wurde, bringt seine Verzweiflung über die Situation seiner Tochter und die Zerrissenheit der Familie zum Ausdruck (ausführlich Petri 2025, 179ff ): 369 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen Herr Hartmann: „Mir hat das Jugendamt geschrieben: ‚Wir mussten Ihre Tochter in Obhut nehmen, weil der Träger sie nicht mehr haben wollte.‘ Meine Tochter ist völlig durchgedreht. Also, die ist sozusagen aus dem Heim rausgeflogen, weil sie so viele Verhaltensauffälligkeiten gezeigt hat, wo wir alle nur gedacht haben: ‚Ja, was ist denn jetzt los? ‘ […] Warum macht denn Lilli jetzt das? Die würde sich wahrscheinlich dann als Nächstes ritzen oder so oder selber irgendwie noch foltern, Drogen nehmen oder sonst was. Das kommt ja alles als Nächstes, weil die hat ja keinen Careleader mehr. Weil sie ist ja von ihrer Familie abgeschnitten. Das kannst du doch nicht mit einem sechsjährigen Kind machen. Alle sind, meine ganze Familie wurde vernichtet und ich weiß gar nicht, wohin ich gehöre. Und das ist doch genau das Thema. Und das kannst du doch nicht als staatliche Hilfe anbieten! “ Sein Vertrauen in staatliche Hilfen wurde insgesamt tief erschüttert. In der Rekonstruktion seiner Geschichte tritt besonders ein Faktor hervor, der mit Blick auf die Geeignetheit von stationären Hilfen eine zentrale Rolle spielt: die Beteiligung von Eltern und deren Teilhabemöglichkeiten am Leben ihres Kindes. Während die Rechte von Eltern auf Beratung und Unterstützung sowie auf Förderung der Beziehung zu ihrem Kind im KJSG gestärkt wurden, verweisen die empirischen Erkenntnisse insbesondere auf Lücken in Bezug auf den Einbezug von Eltern mit eingeschränktem Sorgerecht. Eingeschränkte Sorgerechte oder das vollständige Fehlen von Rechten bei sogenannter„faktischer Elternschaft“, wie sie Pflegeeltern erleben (Goldstein et al. 1974), sind jedoch nicht mit fehlendem Interesse gleichzusetzen und lösen nicht den Wunsch der (sozialen) Eltern auf, in Angelegenheiten des Kindes einbezogen zu werden. Geeignetheit wird subjektiv bewertet und kann damit aus verschiedenen Perspektiven unterschiedlich gedeutet werden. Diese gilt es mit Blick auf das Wunsch- und Wahlrecht der jungen Menschen und ihrer Eltern transparent zu machen und ggf. auszuhandeln. Junge Menschen und ihre Eltern verdeutlichen jedoch auch, dass Geeignetheit prozesshaft immer wieder herzustellen ist. Autonomiespielräume und echte Partizipation, die Zuschreibungen und Vorurteile überwinden, bilden dabei zentrale Voraussetzungen für Vertrauen und Stabilität. Schlussbemerkungen Junge Menschen und ihre Eltern legen sprichwörtlich den Finger in die Wunde, wenn es darum geht, Folgen oder sogar Schädigungen deutlich zu machen, die durch Notlösungen oder eine Jugendhilfepraxis entstehen, die in sich weitere Probleme (re)produziert. Sie wissen, was für sie hilfreich ist und was nicht und bringen zum Ausdruck, was sie brauchen. Ihre Perspektiven als Inanspruchnehmende von Schutzmaßnahmen oder Erziehungshilfen ermöglichen in besonderem Maße einen kritisch-reflexiven Blick auf die Jugendhilfepraxis und die Wahrung der Rechte von jungen Menschen und ihren Familien. Es gilt, diese als Fluchtpunkt in der Diskussion um notwendige Transformationsprozesse hochzuhalten und so auch De-Professionalisierungstendenzen entgegenzuwirken. Anmerkungen 1 Das Sampling umfasst junge Menschen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren sowie Eltern, deren Kinder in Obhut sind oder waren. Aus forschungsmethodischen Gründen war die Gruppe der unbegleitet minderjährigen Geflüchteten aus dem Ausland nicht Teil des Samplings. Nähere Infos finden sich in Petri 2025, 25ff. 2 Das Interview wurde im Rahmen des Praxisforschungsprojekts„Inobhutnahme: Perspektiven - Impulse! “ (Petri 2025) geführt und ist teilveröffentlicht. Alle Namen von Interviewten wurden im Projekt pseudonymisiert. 3 Der nachfolgende Abschnitt wurde in Teilen erstveröffentlicht in Petri/ Düber (2024, 118f ). 370 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen Corinna Petri Perspektive gGmbH Institut für sozialpädagogische Praxisforschung und -entwicklung Kessenicherstraße 219 - 221 53129 Bonn E-Mail: petri@perspektive-institut.de Literatur Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (2024): 17. Kinder- und Jugendbericht. Bericht über die Lage junger Menschen und die Bestrebungen und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe. In: https: / / www.bmfsfj.de/ bmfsfj/ service/ publikationen/ 17-kinder-und-jugendbericht-244 628, 28. 4. 2025 Destatis (2024 a): Seit 2017 erstmals wieder mehr junge Menschen in Heimen und Pflegefamilien. Pressemitteilung Nr. 435 vom 19. November 2024. In: https: / / www.destatis.de/ DE/ Presse/ Pressemitteilungen/ 2024/ 11/ PD24_435_225.html, 28.04.2025 Destatis (2024 b): Statistischer Bericht - Statistik der vorläufigen Schutzmaßnahmen im Jahr 2023. In: https: / / www.destatis.de/ DE/ Themen/ Gesellschaft- Umwelt/ Soziales/ Kinderschutz/ Publikationen/ _pub likationen.html#_sfwo0fn05, 21.05.2025 Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) (2023): Unterbringung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Inobhutnahme bei fehlenden Plätzen. DAS JUGENDAMT (JAmt) 10, 477- 480 Goldstein, J., Freud, A., Solnit, A. (1974): Jenseits des Kindeswohls. Suhrkamp, Frankfurt am Main González Méndez de Vigo, N., Endres de Oliveira, P. (2024): Kinder- und Jugendhilfe in der Krise. Zur Frage der Rechtmäßigkeit pauschaler Standardabsenkung bei (vorläufiger) Inobhutnahme und Hilfegewährung für geflüchtete unbegleitete Minderjährige. IGfH-Eigenverlag, Frankfurt am Main, https: / / doi.org/ 10.61038/ 2024_004 Heinrich, K. (2025): Wer sind eigentlich diese Fachkräfte und wo sind sie, wenn man sie braucht? Forum Erziehungshilfen 4, 147-150 Herzog, L.-J. (2022): Zwei Klassen: Unbegleitet minderjährige Geflüchtete in der Inobhutnahme. In: IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme (Hrsg.): Handbuch Inobhutnahme. Grundlagen - Praxis und Methoden - Spannungsfelder. 2. Aufl. IGfH-Eigenverlag, Frankfurt am Main, 154 -166 Hollbach-Grömig, B., Landua, K., Franke, T., Frölich v. Bodelschwingh, F. (2024): Aktuelle Herausforderungen und Sozialraumorientiertes Arbeiten im Jugendamt - Ergebnisse einer Befragung aller Jugendämter in Deutschland im Juli 2023. In: https: / / www.jugendhilfe-inklusiv.de/ sites/ default/ files/ 2024-03/ 2024- 03-13_befragung-jugendaemter-juli-2023.bro schuere.pdf#: ~: text=Am%20h%C3%A4ufigsten%20 wurde%2C%20%C3%BCber%20alle,drei%20Vier tel%20der%20antwortenden%20Jugend%C3% A4mter, 28.04.2025 IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme (2016): Anforderungen an Mitarbeiter_innen in der Inobhutnahmeeinrichtung. In: https: / / igfh.de/ stellungnahmen-zu-inobhutnahme, 20. 5. 2025 IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme (2022): IGfH-Positionspapier„Mangel an Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe wirkt sich dramatisch aus! “ In: https: / / igfh.de/ sites/ default/ files/ 2022-12/ Positionspapier_ Fachkr%C3%A4ftemangel%20und%20aktuelle%20 Auswirkungen_FG-Inobhutnahme_IGfH_0.pdf, 28. 4. 2025 Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), Technische Universität Dortmund (2023): Fachkräfte in der Mangel? ! Fachkräfteentwicklung in den erzieherischen Hilfen. Fachtag am 25. September 2023 an der TU Dortmund. In: https: / / igfh.de/ veranstaltungen/ fachtage/ fachkraefte-mangel, 16. 6. 2025 Müller, H., Osterbrink, J., Röder, M., Zilling, Z. (2024): Strategien gegen den Fachkräftemangel in der Kinder- und Jugendhilfe: Wenn strukturelle Fragen ausgeblendet und schnelle Lösungen zum Problem werden. In: https: / / dijuf.de/ fileadmin/ Redaktion/ Hinweise/ Strategien_gegen_Fachkraeftemangel_ in_Kinder-_und_Jugendhilfe_v._12.3.2024.pdf, 28. 4. 2025 Nüsken, D., Wedermann, S. (2024): Grundrechte junger Menschen als Ausgangspunkt. Fluchtpunkte in der Diskussion zum Fachkräftemangel in den Erziehungshilfen. In: Franz, J., Spatscheck, C., van Rießen, A. (Hrsg.): Fachkräftemangel und De-Professionalisierung in der Sozialen Arbeit. Analysen, Bearbeitungsweisen und Handlungsstrategien. Barbara Budrich, Berlin/ Toronto, 291- 303, https: / / doi.org/ 10.3224/ 84743060 Petri, C. (2025): Inobhutnahme - Impulse. Erkenntnisse eines explorativen Praxisforschungsprojekts zum Erleben von jungen Menschen und Eltern. 371 uj 9 | 2025 Wenn geeignete Plätze für junge Menschen fehlen IGfH-Eigenverlag, Frankfurt am Main, https: / / doi.org/ 10.61038/ 2025_002 Petri, C., Düber, M. (2024): Inobhutnahme aus Sicht junger Menschen und Eltern. Forum Erziehungshilfen 2, 118 -122 Petri, C., Düber, M. (2025 i. E.): Inobhutnahme - Perspektiven junger Menschen mit multiplen Abbrucherfahrungen in der Kinder- und Jugendhilfe. In: van Rießen, A., Bhatti, C., Gille, C., Jepkens, K. (Hrsg.): Perspektiven in Bewegung. Entwicklungen von Nutzen und Nutzung Sozialer Arbeit im Kontext subjektorientierter Forschung. Springer VS, Wiesbaden Schrapper, C. (2022): Kinder in Obhut nehmen. Historische Vergewisserungen zu einer bedeutsamen Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe. In: IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme (Hrsg.): Handbuch Inobhutnahme. Grundlagen - Praxis und Methoden - Spannungsfelder. IGfH-Eigenverlag, Frankfurt am Main, 63 - 89 Stern TV (2024): „Das System der Kinder- und Jugendhilfe im Kollaps“: So prekär ist die Lage. Sendung vom 25. Juni 2024. In: https: / / www.stern.de/ gesellschaft/ kinder-und-jugendhilfe-im-kollaps-so-prekaer-istdie-lage-34828184.html, 28. 4. 2025 Trenczek, T., Achterfeld, S., Beckmann, J., Düring, D., Neumann-Witt, A., Pothmann, J. (2023): Inobhutnahme. Krisenintervention und Schutzgewährung durch die Kinder- und Jugendhilfe. Sozialwissenschaftliche Grundlagen und rechtliche Regelungen. Handbuch. 4. Aufl. Boomberg, Stuttgart/ München, https: / / doi. org/ 10.5771/ 9783415072510 Wolf, K. (2022): Inobhutnahme als Organisation und sozialpädagogische Gestaltung von Übergängen. In: IGfH-Fachgruppe Inobhutnahme (Hrsg.): Handbuch Inobhutnahme. Grundlagen - Praxis und Methoden - Spannungsfelder. 2. Aufl. IGfH-Eigenverlag, Frankfurt am Main, 90 -107 a www.reinhardtverlag.de „Was nicht passt, wird passend gemacht“ - Dieses Motto funktioniert nicht bei „System sprengern“, die in einer Abwärtsspirale von Ausgrenzung, Versagenserfahrungen und Ag gression gefangen sind, Schüler: innen, die nicht passen. Oft laufen pädagogische Bemühungen ins Leere oder verstärken die Selbstwertproblema tik und Abwehrmechanismen der Jugendlichen. Es gilt, Halt zu geben und trotzdem Veränderung zu ermöglichen. Dieses Buch zeigt, wie eine spiel und bewegungsorientierte Entwicklungsbeglei tung systematisch negative Entwicklungsver läufe unterbrechen kann. Dadurch machen die Schüler: innen positive Erfahrungen mit Bezie hungen und der Gruppe. Eine Chance, bisherige Verhaltensmuster zu durchbrechen und sich neu zu erleben! Wenn Schule scheitert: Spielen! 2020. 117 S. 7 Abb. 1 Tab. (9783497029792) kt
