unsere jugend
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0342-5258
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/uj2026.art04d
4_078_2026_1/4_078_2026_1.pdf11
2026
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Hürden und Herausforderungen bei der beruflichen Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen
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2026
Ina Schniedermann
Marie Jennert
Sabrina A. Micheel
Carina Engel
Lorenz B. Dehn
Junge Menschen mit psychischen Erkrankungen sind besonders gefährdet, aus dem Schul- bzw. Arbeitsalltag herauszufallen. Umso wichtiger ist es, eine adäquate Unterstützung der beruflichen Teilhabe gewährleisten zu können. Für die Akteur:innen der unterschiedlichen Hilfefelder ist dies jedoch aufgrund vielschichtiger Herausforderungen oftmals gar nicht so leicht, wie die folgenden Umfrageergebnisse zeigen.
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16 unsere jugend, 78. Jg., S. 16 - 26 (2026) DOI 10.2378/ uj2026.art04d © Ernst Reinhardt Verlag Hürden und Herausforderungen bei der beruflichen Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen Junge Menschen mit psychischen Erkrankungen sind besonders gefährdet, aus dem Schulbzw. Arbeitsalltag herauszufallen. Umso wichtiger ist es, eine adäquate Unterstützung der beruflichen Teilhabe gewährleisten zu können. Für die Akteur: innen der unterschiedlichen Hilfefelder ist dies jedoch aufgrund vielschichtiger Herausforderungen oftmals gar nicht so leicht, wie die folgenden Umfrageergebnisse zeigen. von Ina Schniedermann Gesundheitswissenschaftlerin (M. A.) und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Begleitforschung des Projekts „StAB - Start in Ausbildung und Beruf“ Marie Jennert Psychologin (M. Sc.) und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Begleitforschung des Projekts „StAB“ Sabrina A. Micheel Psychologin (M. Sc.) und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Begleitforschung des Projekts „StAB“ Carina Engel Psychologiestudierende und Hilfskraft im Projekt „StAB“ Lorenz B. Dehn Psychologischer Psychotherapeut, Dr. rer. nat., Leitung der Begleitforschung des Projekts „StAB“ Einleitung Die meisten psychischen Erkrankungen haben ihre Wurzeln in den frühen Lebensjahren. So beginnen 75 % aller psychiatrischen Erkrankungen vor dem 25. Lebensjahr und 50 % bereits vor dem Alter von 14 Jahren (Jones 2013). In Deutschland weist etwa eins von sechs Kindern oder Jugendlichen eine psychische Erkrankung auf (Klasen et al. 2017), wobei es nach der COVID- Pandemie sogar noch zu einer Zunahme von psychischen Auffälligkeiten in der Altersgruppe gekommen ist (Reiß et al. 2023). Psychiatrische Erkrankungen gehen dabei oftmals mit schwerwiegenden Beeinträchtigungen der psychosozialen Funktionsfähigkeit einher, wodurch die Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen der jungen Menschen zusätzlich erschwert wird (Olesen et al. 2013). So sind psychische Probleme beispielsweise häufig mit negativen Auswirkungen auf die Bildungs- und Beschäftigungssituation verbunden (Gmitroski et al. 2018). Junge Menschen mit psychischen Erkrankungen weisen im Vergleich zu anderen Beeinträchtigungsformen längere Arbeitslosigkeitszeiten während der Übergangsphasen zwischen Schule und 17 uj 1 | 2026 Berufliche Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen Beruf auf, nehmen zunehmend mehr berufliche Ersteingliederungsmaßnahmen in Anspruch und benötigen dabei auch insgesamt längere Zeit für die berufliche Rehabilitation (Tophoven et al. 2019). Um das gesellschaftspolitische Ziel zu verfolgen, Menschen mit (psychischen) Behinderungen oder Beeinträchtigungen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und somit das „Recht zur Teilhabe am Arbeitsleben“ gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention zu gewährleisten, sind in den Bereichen der Rehabilitation und medizinischen Versorgung Fachpersonen aus unterschiedlichen Berufsfeldern beteiligt. Die Bedarfe für Kinder und Jugendliche sowie die beteiligten Akteur: innen sind dabei vom Erwachsenenbereich abzugrenzen. Zu nennen sind hier u. a. die Jugendhilfe, das Schulsystem einschließlich der Schulsozialarbeit sowie die jugendpsychiatrischen Dienste der Gesundheitsämter, die Arbeitsagenturen und berufsvorbereitenden Einrichtungen wie Berufsbildungswerke sowie kinder- und jugendpsychiatrische Kliniken (Schepker/ Kölch 2023). Die gesundheitspolitische Relevanz dieser Thematik zeigt ebenfalls der Dritte Bundesteilhabebericht auf. So wird betont, dass insbesondere Personen mit schweren psychischen oder seelischen Leiden Schwierigkeiten hinsichtlich der beruflichen Teilhabe erleben (Maetzel et al. 2021). Der Zugang zu Arbeit ist für Menschen mit psychischen Erkrankungen jedoch von hoher Bedeutung, da Arbeit zur Stärkung der Autonomie, des Selbstwertgefühls sowie der sozialen Interaktion beiträgt (Gühne/ Riedel- Heller 2015). Dennoch gelingt nur bei einem geringen Anteil von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen eine nachhaltige (Re-)Integration in den Arbeitsmarkt, wobei die zugrunde liegenden Ursachen vielschichtig sind (Krasselt et al. 2020). Psychisch erkrankte Personen im jungen Erwachsenenalter sind besonders gefährdet, aus dem Schul- oder Ausbildungsalltag herauszufallen. Folglich entstehen relevante Zugangsbarrieren zum Erwerbsleben aufgrund fehlender schulischer und beruflicher Qualifikation als Ausgangsvoraussetzung sowie einer krankheitsbedingten Vulnerabilität (Rinaldi et al. 2010). Außerdem sind weitere negative Konsequenzen auf Lebensqualität, Gesundheit, Zuversicht oder politisches und soziales Engagement möglich (Bynner/ Parsons 2002; Jongbloed/ Giret 2022; Luijkx/ Wolbers 2009). Daher ist es von besonderer Relevanz, bestehende individuelle Herausforderungen bei der Realisierung beruflicher Teilhabe zu identifizieren und die Forschung in diesem Bereich weiter voranzutreiben. Aus diesem Grund soll die vorliegende Studie die individuellen Herausforderungen und Bedarfe in den Blick nehmen, welche die Akteur: innen im Rahmen ihrer Unterstützung der beruflichen Teilhabe von jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen erleben. Methoden Studiendesign Die vorliegende Studie findet im Rahmen des laufenden Forschungsprojekts „Start in Ausbildung und Beruf“ (StAB) zur Arbeitsrehabilitation für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen statt (Micheel et al. 2023; Schniedermann et al. 2022). Das Modellprojekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „rehapro“ durchgeführt und durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Die teilnehmenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhalten an den Standorten Bielefeld und Dortmund ein individuelles Jobcoaching nach dem „Supported-Employment“-Ansatz (Drake et al. 2012). Es wurde eine qualitative, deskriptive Studie in Form einer internetbasierten Umfrage durchgeführt. Um einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu der Umfrage zu gewährleisten, wurden die Daten mittels einer kurzen Online-Befragung (über die Web-Applikation SoSci-Survey) mit einem selbstkonstruierten Fragebogen erhoben. 18 uj 1 | 2026 Berufliche Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen Rekrutierung Die Umfrage richtete sich an Akteur: innen aus den Arbeitsfeldern Schule, Ausbildung und Beruf, die in ihrer Tätigkeit auch mit psychisch erkrankten jungen Menschen (15 +) zu tun haben. Um möglichst viele Personen zu erreichen, wurden in einer Online-Recherche passende Ansprechpartner: innen an den beiden Projektstandorten ermittelt. Daraufhin wurden an den Studienstandorten Bielefeld und Dortmund via E-Mail insgesamt 89 Institutionen, darunter städtische Einrichtungen, Kliniken, Soziale Dienste und Beratungsstellen, kontaktiert. Datenerhebung Im Rahmen der Online-Erhebung wurden zunächst allgemeine Angaben hinsichtlich der Zugehörigkeit zur Art der Institution sowie zur aktuellen Berufstätigkeit erfasst. Die Hauptfragestellung der Umfrage lautete: „Wenn Sie einmal an Ihre berufliche Tätigkeit im Bereich der Unterstützung der beruflichen Teilhabe psychisch erkrankter Jugendlicher/ junger Erwachsener denken, welche Hindernisse bzw. Schwierigkeiten begegnen Ihnen in Ihrer Arbeit? “ Den Befragten standen zur Beantwortung der Frage drei Freifelder zur Verfügung. Die Teilnahme an der Umfrage war freiwillig, die Auswertung der Daten erfolgte anonym. Die Datenerhebung begann im Juli 2023 und lief an beiden Standorten für vier bis sechs Wochen. Datenanalyse Zur Auswertung des Datenmaterials wurde ein qualitatives Vorgehen in Anlehnung an die Inhaltsanalyse nach Kuckartz gewählt und sich dabei an der inhaltlich-strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse orientiert (Kuckartz/ Rädiker 2022). Im Rahmen der qualitativen Analyse erfolgte eine induktive Auswertung, wobei thematische Hauptsowie Subkategorien gebildet wurden. Auf dieser Grundlage wurde ein hierarchisches Kategoriensystem entwickelt. Abschließend erfolgte die „konsensuelle Codierung“ des Materials anhand des erarbeiteten Kategoriensystems. Ergebnisse Befragungsteilnehmende An der Umfrage nahmen insgesamt N = 98 Personen (Bielefeld: N = 43, Dortmund: N = 55) aus unterschiedlichen Institutionen teil. Zur Wahrung der Anonymität der Teilnehmenden sind die verschiedenen Institutionen als Kategorien dargestellt. In Dortmund ordneten sich die Befragten am häufigsten einer Bildungseinrichtung oder einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation zu (37 %). 21 % arbeiteten im Jobcenter oder bei der Agentur für Arbeit. 14 % waren Mitarbeitende einer Jugendhilfeeinrichtung, 12 % waren in einer Beratungsstelle tätig. Zudem gab es Zuordnungen zu Gesundheitseinrichtungen für psychische Erkrankungen, Behörden und sonstigen Einrichtungen (z. B. Sozialleistungsverband). In Bielefeld ordneten sich die Befragten ebenfalls am häufigsten einer Bildungseinrichtung zu, gefolgt von Einrichtungen für berufliche, beschäftigungs- und tagesstrukturierende Maßnahmen sowie Beratungsstellen. 20 % arbeiteten in ambulanten Diensten für Personen mit psychischen Beeinträchtigungen und/ oder in besonderen sozialen Schwierigkeiten, 18 % gehörten der Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter an. Auch hier gab es Nennungen zu Gesundheitseinrichtungen für psychische Erkrankungen, Behörden sowie Einrichtungen der Jugendhilfe. Innerhalb dieser Einrichtungen bildeten die Teilnehmenden eine Spannbreite folgender beruflicher Tätigkeiten ab: Sozialpädagogik/ sozialpädagogische Fachkraft (13 %), Sozialarbeitende (17 %), Leitung (10 %), Arbeits-/ Ausbildungsvermittlung (14 %), Psychologie (9 %), Beratung 19 uj 1 | 2026 Berufliche Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen für berufliche Rehabilitation und Teilhabe (9 %), andere pädagogische Fachkräfte (8 %) und sonstige berufliche Tätigkeiten, z. B. Verwaltung (15 %). Drei Personen machten keine Angabe bezüglich ihrer beruflichen Tätigkeit. Herausforderungen In Bezug auf die Hauptfragestellung wurden insgesamt 243 Herausforderungen genannt. Dabei gaben 59 % der Teilnehmenden die Maximalanzahl von drei Herausforderungen an. Fünf Personen nannten keinerlei Herausforderungen. Im Rahmen der qualitativen Auswertung zu den genannten Herausforderungen bei der beruflichen Unterstützung junger Erwachsener ergaben sich für beide Standorte vier Hauptkategorien („Beeinträchtigungen der Betroffenen“, „Arbeitssituation“, „System“ und „Gesellschaft/ Umfeld“) mit jeweils vier bis sechs Subkategorien. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Hauptkategorien und die zugehörigen Subkategorien. Beeinträchtigungen der Betroffenen Zu der Hauptkategorie „Beeinträchtigungen der Betroffenen“ zählen verschiedene krankheitsbedingte Schwierigkeiten der Betroffenen, welche es den befragten Fachpersonen erschweren, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der beruflichen Teilhabe zu helfen. Die Befragten berichten u. a., dass viele Betroffene - sowohl durch umweltbezogene Faktoren als auch durch ihre Erkrankung selbst - mit der Arbeit an der beruflichen Teilhabe überfordert und nur wenig belastbar zu sein scheinen. So wird beispielsweise „die Schwere der Erkrankung selbst“ als eine Herausforderung beschrieben, mit der die Befragten in ihrer beruflichen Tätigkeit konfrontiert sind. Die befragten Akteur: innen nehmen außerdem eine mangelnde Selbsteinschätzung bzw. Selbstwirksamkeit der Betroffenen wahr. Manchen psychisch beeinträchtigten jungen Menschen scheint es schwerzufallen, insbesondere ihre beruflichen Fähig- und Fertigkeiten adäquat einzuschätzen, sie „neigen zu starker Überbzw. Unterschätzung Tab. 1: Haupt- und Subkategorien bezüglich der genannten Herausforderungen (mit Beispielen) Haupt- und Subkategorien Beispielzitate Beeinträchtigungen der Betroffenen (89 Nennungen) Überforderung/ geringe Belastbarkeit „Die Schwere der Erkrankung selbst“ Mangelnde Selbstwirksamkeit „Menschen mit psychischen Erkrankungen neigen zu starker Überbzw. Unterschätzung der eigenen Fähigkeit in Bezug auf eine berufliche Tätigkeit“ Motivationsprobleme „Wenig Motivation und Durchhaltevermögen“ Tagesstrukturprobleme „Berufsvorbereitung & berufliche Integration sind erschwert, da es häufig schon an kleineren Schritten scheitert (morgens aufstehen, pünktlich ankommen)“ Mangelnde Mitwirkung/ Schwierigkeiten bzgl. Nutzung des Hilfesystems „Jugendliche und Eltern wollen keine Hilfe annehmen“ Krankheitseinsicht „Fehlende Krankheitseinsicht“ Arbeitssituation (26 Nennungen) Schwierigkeiten Zuweisung zu Angeboten „Einschätzung des Förderbedarfs oft schwierig/ langwierig“ Komplexe Bürokratie „Unklare Zuständigkeiten mit der Folge, dass alle alles machen“ Arbeitsbedingungen „Kaum Zeitfenster für kurzfristige Anliegen“ Nicht ausreichende Qualifizierung „Wenig bis keine Kenntnisse bei Mitarbeitenden über die besonderen Herausforderungen im Umgang mit Betroffenen“ Beziehungsgestaltung „Zugang zu Klient: innen“ ▲ 20 uj 1 | 2026 Berufliche Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen der eigenen Fähigkeit“. Die Akteur: innen erleben darüber hinaus Herausforderungen, die sich daraus ergeben, dass einige der betroffenen Personen krankheitsbedingte Tagesstrukturprobleme aufweisen. Zudem nehmen viele der befragten Personen krankheitsbedingte Schwierigkeiten der jungen Menschen wahr, ausreichend Interesse bzw. Antrieb für die gemeinsame Arbeit an der beruflichen Integration aufzubringen. Diese wahrgenommenen Motivationsprobleme äußern sich gegenüber den Fachpersonen beispielsweise in „wenig Durchhaltevermögen“. Neben diesen motivationalen Schwierigkeiten benennen die Befragten zudem krankheitsbedingte Mitwirkungsschwierigkeiten bzw. Schwierigkeiten bezüglich der Nutzung von Hilfesystemen im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Betroffenen. Diese können z. B. beinhalten, dass einige Jugendliche erst bei einer Chronifizierung der Symptomatik die Hilfesysteme nutzen oder auch Ängste eine Inanspruchnahme von Hilfsangeboten verhindern. Teilweise fehle den Betroffenen darüber hinaus eine angemessene Krankheitseinsicht, was im Rahmen der Förderung der beruflichen Teilhabe zu Schwierigkeiten führe. Arbeitssituation Die Hauptkategorie „Arbeitssituation“ umfasst primär verschiedene Herausforderungen, die sich durch die übergeordneten und konkreten Rahmenbedingungen der beruflichen Unterstützung ergeben. Die befragten Fachpersonen erleben in ihrer eigenen Arbeit zahlreiche Herausforderungen, die aufgrund von Schwierigkeiten in der Vermittlung bzw. in der Zuweisung zu Angeboten entstehen. Diese werden u. a. durch „Zuständigkeitsgerangel“ oder fehlende Kenntnisse hinsichtlich unterstützender Angebote verursacht. Aus Sicht der befragten Fachpersonen kommt es darüber hinaus zu Schwierigkeiten, die einer komplexen Bürokratie geschuldet sind, etwa dann, wenn „Gutachten zu lange dauern“. Die Akteur: innen führen zudem einige Schwierigkeiten an, welche den unmittelbaren Arbeitsbedingungen geschuldet sind. So wird z. B. benannt, „[k]aum Zeitfenster für kurzfristige Anliegen“ zu haben, auch der Aspekt der hohen Arbeitsbelastung wird angeführt. Als weitere Herausforderung formulieren die Akteur: innen Haupt- und Subkategorien Beispielzitate System (82 Nennungen) Mangelnde medizinisch-therapeutische Anbindung „Zugänge im Gesundheitssystem erschwert“ Keine passgenauen Angebote/ erschwerter Zugang zu Angeboten „Unsere Angebote werden den Bedürfnissen der Jugendlichen nicht gerecht, da diese eine intensivere und zielgenauere Begleitung brauchen“ Fehlendes psychosoziales Unterstützungsnetzwerk „Mangelnde soziale Unterstützung/ Netzwerke wie z. B. ambulant betreutes Wohnen“ Arbeitsmarktbedingungen „Outsourcing von ‚einfachen‘ Tätigkeiten und vermehrt komplexere Tätigkeiten“ Starres/ fragmentarisches System „Transition von Jugendzur Erwachsenenhilfe“ Gesellschaft/ Umfeld (34 Nennungen) Vorurteile, Stigmatisierung „Gesellschaftliche Akzeptanz von psychischen Erkrankungen fehlt oft“ Überforderung/ mangelnde Kenntnis des Umfeldes „Fehlende Kenntnisse über psychische Erkrankungen im Umfeld der Betroffenen, z. B. zuhause, aber auch in der Schule/ im Betrieb“ Fehlende Unterstützung im privaten Umfeld „Familiärer Rückhalt bzw. unterstützender Rückhalt im Freundeskreis ist nicht gegeben oder nur geringfügig vorhanden“ Fehlende Offenheit/ Überforderung im Arbeitskontext „Wenig Verständnis der Arbeitgeber“ ▲ 21 uj 1 | 2026 Berufliche Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen eine teils nicht ausreichende Qualifizierung im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit. Sie machen die Erfahrung, dass es einer weiteren Ausbildung, Fortbildung oder Weiterbildung bedarf, um die psychisch erkrankten jungen Erwachsenen bestmöglich zu unterstützen. So werden beispielsweise „[w]enig bis keine Kenntnisse bei Mitarbeitenden über die besonderen Herausforderungen im Umgang mit Betroffenen“ wahrgenommen. Einige Befragte gaben Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung an, welche sich beispielsweise in einem erschwerten „Zugang zu den Klient: innen“ äußerten. System Zu den Herausforderungen der Hauptkategorie „System“ zählen sowohl Mängel in Sozial- und Gesundheitssystemen als auch arbeitsmarktbezogene Schwierigkeiten. So stellten die Befragten u. a. die fehlende medizinisch-therapeutische Anbindung in den Mittelpunkt („Zugänge im Gesundheitssystem erschwert“). Hierunter fallen beispielsweise der „allgemeine Mangel an therapeutischen Angeboten“ und fehlende Therapieplätze sowie die „fehlende Anbindung an Therapie/ ärztliche Versorgung“. Auch die „langen Wartezeiten auf externe Behandlungsmöglichkeiten“ wurden von mehreren der befragten Fachpersonen als Herausforderung angeführt. Zudem seien die Möglichkeiten zur Unterstützung der beruflichen Teilhabe durch das starre bzw. fragmentarische Versorgungssystem eingeschränkt. So kritisieren die Befragten z. B. die Herausforderung der „Transition von Jugendzur Erwachsenenhilfe“. Hervorgehoben wird zudem, dass es keine passgenauen Angebote bzw. keinen Zugang zu Angeboten für psychisch erkrankte Jugendliche gebe. Es seien „zu wenig passende Angebote für diese Zielgruppe im Bereich der Berufsvorbereitung“ sowie „wenig niederschwellige Angebote auf dem ersten Arbeitsmarkt“ vorhanden. Darüber hinaus weisen die Akteur: innen auf ein häufig fehlendes psychosoziales Unterstützungsnetzwerk hin. Zu dieser systembedingten Herausforderung gehören fehlende Einflüsse aus dem sozialen Umfeld, die eine unterstützende Funktion auf die Psyche ausüben könnten, „wie z. B. ambulant betreutes Wohnen“. Eine weitere systembedingte Herausforderung bezieht sich auf die eingeschränkten Arbeitsmarktbedingungen. Diese Herausforderungen beinhalten Schwierigkeiten, die sich beispielsweise aufgrund von „Outsourcing von ‚einfachen‘ Tätigkeiten und vermehrt komplexere[n] Tätigkeiten“ ergeben. Gesellschaft/ Umfeld Eine gesellschaftliche Herausforderung, mit der sich die befragten Personen in ihrer Arbeit konfrontiert sehen, ist die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen. So erleben die Befragten „fehlende gesellschaftliche Akzeptanz von psychischen Erkrankungen“ sowie „Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen“, aber auch die entstehenden Schwierigkeiten aufgrund der Tatsache, „dass therapeutische Angebote oft als […] stigmatisiert wahrgenommen werden“. Neben dieser Problematik spiele auch die Überforderung bzw. mangelnde Kenntnis des Umfeldes bezüglich der psychischen Verfassung bzw. Erkrankung der Betroffenen für die Fachpersonen in ihrer Arbeit eine Rolle. Diese zeige sich beispielsweise in den „fehlende[n] Kenntnisse[n] über psychische Erkrankungen im Umfeld der Betroffenen, z. B. zuhause, aber auch in der Schule/ im Betrieb“, und wird von den Befragten als hinderlich für die Realisierung der beruflichen Teilhabe eingeschätzt. Außerdem wird über fehlende Offenheit bzw. Überforderung im Arbeitskontext berichtet. Herausforderungen zeigen sich hier z. B. in einer „fehlenden Bereitschaft von Arbeitgeber: innen, ‚schwierige‘ Menschen einzustellen“, in zu hohen bzw. unrealistischen Erwartungen von Arbeitgeber: innen sowie in einer Vorverurteilung durch Kolleg: innen und Vorgesetzte („wenig Verständnis der Arbeitgeber“). Eine weitere Art der Herausforderung in dieser Kategorie bezieht sich auf die fehlende Unterstützung im privaten Umfeld des/ der Erkrankten. Im Rahmen der Umfrage 22 uj 1 | 2026 Berufliche Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen wurde beispielsweise beschrieben, dass „[f ]amiliärer Rückhalt bzw. unterstützender Rückhalt im Freundeskreis […] nicht gegeben oder nur geringfügig vorhanden“ sei. Neben den dargestellten Hauptsowie Subkategorien der unterschiedlichen Herausforderungen gab es einzelne Nennungen, die nicht auswertbar waren und daher keiner Kategorie zugeordnet wurden (Bielefeld N = 5, Dortmund N = 7). Diskussion Das Ziel dieser Studie war es, die alltäglichen Herausforderungen von Fachpersonen aus dem Bereich der beruflichen Unterstützung von psychisch beeinträchtigten jungen Menschen im Sinne einer aktuellen Bestandsaufnahme zu explorieren. Die Akteur: innen aus den unterschiedlichen Hilfesystemen erleben verschiedene Arten von Herausforderungen, die sich über die folgenden Bereiche erstrecken: Herausforderungen, welche sich auf die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen der Betroffenen beziehen, Herausforderungen im Rahmen der Arbeitssituation, systembedingte Herausforderungen sowie gesellschaftlich bedingte Herausforderungen bzw. solche, die sich im sozialen Umfeld der Betroffenen verorten lassen. Mit Abstand am häufigsten genannt wurden die Hauptkategorien „System“ (82 Nennungen) sowie „Beeinträchtigungen der Betroffenen“ (89 Nennungen). Die systembedingten Herausforderungen im Rahmen des beruflichen Alltags der befragten Personen spezifizieren sich in einer mangelnden medizinisch-therapeutischen Anbindung, dem Mangel an sowie dem Zugang zu passgenauen Angeboten, einem fehlenden psychosozialen Unterstützungsnetzwerk, fehlenden adäquaten Arbeitsmarktbedingungen sowie einem fragmentarischen (Versorgungs-)System und behindern die Umsetzung der beruflichen Teilhabe der psychisch beeinträchtigten jungen Erwachsenen. Dass die Akteur: innen die Herausforderung eines starren, fragmentarischen Systems beschreiben, spiegelt die in der Literatur häufig benannte Schnittstellenproblematik des deutschen Gesundheitssystems wider (Euteneier 2024; Struckmann et al. 2021). Hinsichtlich der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in Deutschland wird insbesondere die unzureichende Ausrichtung auf eine sektorenübergreifende und ambulante Versorgung kritisch hervorgehoben (Schepker/ Kölch 2023). Diese verhindert eine adäquate Nutzung vorhandener Ressourcen sowie Hilfesysteme und Behörden und gilt als eine der größten Barrieren für eine frühzeitige, komplexe und kontinuierliche Versorgung (Gühne et al. 2022). Bereits der 13. Kinder- und Jugendbericht (2009) nimmt diese Schnittstellenproblematik in den Fokus und beschreibt „Verschiebebahnhöfe“ sowie „‚schwarze Löcher‘ in der Hilfegewährung“ für die Betroffenen (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2009, 233). Trotz dieser offenbar schon über Jahre andauernden Problemanzeige scheint eine sektorenübergreifende Infrastruktur und Praxis weiterhin wenig entwickelt. Auch der aktuelle Kinder- und Jugendbericht verweist weiterhin auf die Problematik der „zersplitterten Angebotslandschaft“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2024, 398). An diese Herausforderung schließt sich eine weitere systembedingte Problematik an, welche die mangelnde medizinisch-therapeutische Anbindung betrifft. Die bereits im Rahmen des 13. Kinder- und Jugendberichts dargestellten „Versorgungsdefizite bezüglich einer flächendeckenden, ganzheitlichen, ambulanten, psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2009, 232) scheinen auch aktuell für die Befragten eine zentrale Rolle zu spielen, wenn es um die Herausforderungen in der Unterstützung der beruflichen Teilhabe junger Menschen mit psychischen Erkrankungen geht. Laut der Bundespsychotherapeutenkammer liegt die durchschnittliche Wartezeit auf eine psycho- 23 uj 1 | 2026 Berufliche Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen therapeutische Behandlung bei 142,4 Tagen (Bundespsychotherapeutenkammer 2022). Insbesondere ländliche Regionen sowie Problemstadtteile sind aufgrund einer ungleichen Verteilung der Kassensitze unzureichend versorgt (Schepker/ Kölch 2023). Darüber hinaus zeigen sich Hinweise auf eine mögliche psychotherapeutische Unterversorgung von Kindern und Jugendlichen, wie beispielsweise die niedrige Prävalenz von Richtlinientherapien bei der genannten Zielgruppe (Jaite et al. 2022). Zur Verbesserung dieser Situation wird auf die bereits erwähnte notwendige Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung verwiesen (ebd.). Damit wird an dieser Stelle erneut der enge Zusammenhang zwischen den verschiedenen systembedingten Herausforderungen, wie hier der Fragmentierung des Gesundheits- und Hilfesystems und der fehlenden medizinisch-therapeutischen Anbindung, deutlich. Weitere Herausforderungen im Rahmen der Unterstützung der beruflichen Teilhabe zeigen sich für die Akteur: innen in der Zusammenarbeit mit den betroffenen psychisch beeinträchtigten Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen. Diese scheinen vielfach aus den krankheitsbedingten Schwierigkeiten der Betroffenen zu resultieren, wie beispielsweise einer geringen Belastbarkeit oder auch möglichen Tagesstruktursowie Motivationsproblemen, welche ein typisches oder häufiges Symptom bei einer schweren psychischen Erkrankung darstellen können (Böhm 2021). Giertz et al. (2021) beschreiben diese Zielgruppe als „hard-to-reach- Klientel“ in der psychosozialen Versorgung, welche die Mitarbeitenden vor zahlreiche Herausforderungen stelle. Das „hard-to-reach- Klientel“ ist gekennzeichnet durch einen komplexen Hilfebedarf und multiple existenzielle Problemlagen, herausfordernde Verhaltensweisen sowie Stigmatisierungserfahrungen und fehlendes Wissen zu bestehenden Hilfen (ebd.). Jedoch konnten bislang keine eindeutigen personenbezogenen Faktoren identifiziert werden, die zu einer schlechteren Erreichbarkeit dieser Personengruppe für Fachkräfte führen (Giertz/ Große 2020). Giertz et al. (2021) betonen, dass folglich von Faktoren wie beispielsweise der defizitären Koordination, Planung und Umsetzung verschiedener Leistungen und der mangelnden Verfügbarkeit von Behandlungsangeboten als primäre Ursachenfaktoren ausgegangen werden kann. Daher bedarf es eines stärkeren Fokus auf kontextuelle Faktoren wie strukturelle Barrieren und gesellschaftliche Stigmatisierung. Des Weiteren berichten die Akteur: innen von einer mangelnden Offenheit bzw. Überforderung seitens der Arbeitgeber: innen, Kolleg: innen und des Arbeitsumfeldes und beschreiben beispielsweise „wenig Verständnis der Arbeitgeber“. Auf diese Problematik sowie einen diesbezüglichen Schulungsbedarf wird auch in der Literatur hingewiesen (Hamann et al. 2013; Krasselt et al. 2020; Reims/ Gruber 2014). Als mögliche Herangehensweise wird die Schaffung von Anreizen sowie Unterstützung von Arbeitgeber: innen benannt - mit dem Ziel, eine erhöhte Bereitschaft zu erzeugen, mehr geeignete Arbeitsplätze anzubieten (Gühne/ Riedel-Heller 2015). Die in unserer Studie befragten Fachpersonen machten außerdem auf die generell fehlende gesellschaftliche Akzeptanz von psychischen Erkrankungen als Herausforderung in ihrer täglichen Arbeit aufmerksam. Insbesondere für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen spielt dies eine wichtige Rolle, da sie ein erhöhtes Risiko für Stigmatisierung beim Zugang zu Ausbildung und Beruf haben und folglich geringere Chancen auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz bestehen (Gmitroski et al. 2018; Reims/ Gruber 2014). Ein weiterer Handlungsbedarf zeigt sich hinsichtlich der weitergehenden Qualifizierung beteiligter Fachkräfte. Um Wissen über psychische Belastungen und entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten aufzubauen sowie eine multiprofessionelle Zusammenarbeit zu gewährleisten, bedarf es einer weitergehenden Qualifizierung. Diese sollte möglichst interdisziplinär ausgerichtet sein und an die verschiedenen beruflichen Kontexte und jeweiligen disziplinären fachlichen Zugänge anknüpfen. Auf diese 24 uj 1 | 2026 Berufliche Unterstützung junger Menschen mit psychischen Erkrankungen Weise kann eine adäquate und frühe Vermittlung in Unterstützungsstrukturen gewährleistet werden (Bundesjugendkuratorium 2023). Des Weiteren greift der Evaluationsbericht des Behindertengleichstellungsgesetzes 2022 der Bundesregierung den Bedarf der weitergehenden Sensibilisierung und inhaltlichen Beratung von Behördenmitarbeitenden hinsichtlich des Umgangs mit psychisch beeinträchtigten Personen auf (Deutscher Bundestag 2022). Generell wird von Fachkräften, die mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten, Fortbildungsbedarf zu psychischen Belastungen geäußert (Bundesjugendkuratorium 2023). Limitationen und Ausblick Da die Rekrutierung der Stichprobe über eine Online-Recherche erfolgte, konnte nicht überprüft werden, ob tatsächlich alle relevanten Fachpersonen kontaktiert wurden. Zudem konnte nicht sichergestellt werden, dass alle Berufsgruppen und Arten von Institutionen gleichmäßig vertreten waren. Dies kann zu einer Verzerrung der dargestellten Herausforderungen führen. Akteur: innen der beruflichen Teilhabe aus anderen Regionen erleben möglicherweise andere Herausforderungen und sehen Bedarfe in anderen Bereichen. Umso wichtiger sind daher eine Vernetzung der beteiligten Akteur: innen sowie die Identifizierung weiterer relevanter Akteur: innen und Institutionen. Dennoch liefert die Studie relevante Hinweise auf Herausforderungen, denen Fachpersonen in ihrer täglichen Arbeit bei der Unterstützung der beruflichen Teilhabe begegnen. Um die berufliche Teilhabe junger Menschen zu fördern, bedarf es u. a. des Abbaus struktureller Barrieren sowie der Entwicklung einer sektorenübergreifenden Infrastruktur und Praxis. Ebenso notwendig sind die Sensibilisierung für und die Wissensvermittlung über psychische Erkrankungen - einschließlich entsprechender Unterstützungsmöglichkeiten - sowohl bei Fachkräften als auch bei den jungen Erwachsenen selbst und in ihren Lebenswelten, etwa in Familie, Schule und Betrieb. Ina Schniedermann Evangelisches Klinikum Bethel Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Forschungsabteilung Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld Remterweg 69/ 71 33617 Bielefeld Literatur Böhm, K. (2021): EMDR in der Psychotherapie der PTBS. Traumatherapie schonend und nachhaltig umsetzen. 2. Aufl. Springer, Berlin/ Heidelberg, https: / / doi.org/ 10.1007/ 978-3-662-60338-3 Bundesjugendkuratorium (2023): Psychische Gesundheit im Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter - Infrastrukturen für eine integrierte Beratung, Unterstützung und Behandlung sichern. In: https: / / nbn-resolving.org/ urn: nbn: de: 0168-ssoar-96507-7, 7. 4. 2025 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2009): 13. Kinder- und Jugendbericht. Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. In: https: / / www.bmfsfj.de/ resource/ blob/ 93144/ f5f2144cfc504efbc6574af8a1f30455/ 13-kinder-jugend bericht-data.pdf, 7. 4. 2025 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2024): 17. Kinder- und Jugendbericht. Bericht über die Lage junger Menschen und die Bestrebungen und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe. In: https: / / www.bmfsfj.de/ resource/ blob/ 244626/ b3ed- 585b0cab1ce86b3c711d1297db7c/ 17-kinder-undjugendbericht-data.pdf, 7. 4. 2025 Bundespsychotherapeutenkammer (2022): Psychisch Kranke warten 142 Tage auf eine Psychotherapie. BPtK zur Befragung des GKV-Spitzenverbandes. 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