eJournals Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete86/3

Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete
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0017-9655
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/vhn2017.art29d
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Rezension: Achilles, Ilse (2016): Betagte Eltern - behinderte Kinder. Die Zukunft rechtzeitig gestalten: Stuttgart: Kohlhammer. 112 S., EUR 19,-

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Barbara Jeltsch-Schudel
Rezension Achilles, Ilse (2016): Betagte Eltern – behinderte Kinder. Die Zukunft rechtzeitig gestalten Stuttgart: Kohlhammer. 112 S., € 19,–
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VHN 3 | 2017 272 REZE NSION E N Achilles, Ilse (2016): Betagte Eltern - behinderte Kinder. Die Zukunft rechtzeitig gestalten Stuttgart: Kohlhammer. 112 S., € 19,- „Wir würden so gern loslassen“ - so der erste Satz im neuesten Buch von Ilse Achilles, mit dem sie das Thema umschreibt. Es geht um die Situation betagter Eltern, die ihr Leben lang für eine behinderte Tochter, einen behinderten Sohn gesorgt haben und sich in ihrer letzten Lebensphase mit ihren altbekannten Fragen wieder beschäftigen und neuen Herausforderungen stellen müssen und die - um loslassen zu können - jemanden finden müssen, der die Fackel weiterträgt (so formuliert es die Autorin). Ilse Achilles, die aus eigener und anteilnehmender Anschauung die Situation und die Probleme und Themen genau kennt, gliedert ihr Buch in vier Teile: In „Fallen, die wir uns selber stellen“ greift sie Probleme auf, welche betagte Eltern aus ihrem Leben mit einem „behinderten Kind“ eigentlich kennen, die sich ihnen aber immer wieder (neu) stellen: Schuldgefühle, verpasste Chancen, Erwartungen an die nichtbehinderten Söhne und Töchter … VHN 3 | 2017 273 REZE NSION E N Mit „Was jetzt auf uns zukommt“ umschreibt Ilse Achilles im zweiten Teil die für die Lebensphase alternder Menschen typischen Themen. Diese sind oft fast gleichzeitig aktuell für die betagten Eltern und ihre behinderten „Kinder“. Dazu gehören die existenziellen Themen, mit denen sich jeder auf seine Weise in seiner letzten Lebensphase auseinandersetzen muss, mit der eigenen Endlichkeit, mit dem, was auf die Zurückbleibenden wartet. Nach diesen beiden Teilen, in denen in Gesprächen, Erzählungen und Schilderungen die Situationen betroffener Eltern sehr anschaulich werden, sind die beiden folgenden Teile Überlegungen und Anregungen zum Umgang mit diesen Problemen gewidmet. Von „Sparzwängen contra Wunschdenken“ ist da die Rede, und zum Schluss - „So kann man vorsorgen“ - folgen Hinweise, Adressen von Anlaufstellen, Links und praktische Tipps, die eine bewusste Planung ermöglichen. Ein interessantes, informatives und ansprechendes Buch für Interessierte, Angehörige, Fachpersonen. Prof. Dr. Barbara Jeltsch-Schudel CH-1700 Fribourg DOI 10.2378/ vhn2017.art29d