eJournals Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete87/2

Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete
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0017-9655
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/vhn2018.art11d
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Das provokative Essay: Die Klassenkamerad/innen als sozialer Entwicklungskontext

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2018
Christoph Michael Müller
Die Bedeutung der Klassenkamerad/innen als Sozialisationsinstanz für Schüler/innen wird bei pädagogischen Überlegungen oft unterschätzt. Zahlreiche Forschungsarbeiten zeigen jedoch, dass die Beziehungen zu den Klassenkamerad/innen die soziale Situation von Kindern und Jugendlichen erheblich prägen. Weiter beeinflusst die leistungs- und verhaltensbezogene Zusammensetzung von Schulklassen die akademische und soziale Entwicklung von Lernenden. Die hier vorliegende Einführung in den kommenden Themenstrang gibt eine kurze Übersicht über die Bedeutung der Klassenkamerad/innen für Kinder und Jugendliche. Basierend darauf wird die Frage aufgeworfen, welche Implikationen sich für das Verständnis der Rolle der Lehrkraft im Unterricht ergeben.
5_087_2018_2_0002
93 VHN, 87. Jg., S. 93 -98 (2018) DOI 10.2378/ vhn2018.art11d © Ernst Reinhardt Verlag Die Klassenkamerad/ innen als sozialer Entwicklungskontext Einführung in den Themenstrang Christoph Michael Müller Universität Freiburg Zusammenfassung: Die Bedeutung der Klassenkamerad/ innen als Sozialisationsinstanz für Schüler/ innen wird bei pädagogischen Überlegungen oft unterschätzt. Zahlreiche Forschungsarbeiten zeigen jedoch, dass die Beziehungen zu den Klassenkamerad/ innen die soziale Situation von Kindern und Jugendlichen erheblich prägen. Weiter beeinflusst die leistungs- und verhaltensbezogene Zusammensetzung von Schulklassen die akademische und soziale Entwicklung von Lernenden. Die hier vorliegende Einführung in den kommenden Themenstrang gibt eine kurze Übersicht über die Bedeutung der Klassenkamerad/ innen für Kinder und Jugendliche. Basierend darauf wird die Frage aufgeworfen, welche Implikationen sich für das Verständnis der Rolle der Lehrkraft im Unterricht ergeben. Schlüsselbegriffe: Peers, Schulklasse, Klassenkamerad/ innen The Classmates as a Social Developmental Context Summary: The influence of the classmates on students’ development tends to be underestimated in educational decision-making. This contrasts with research indicating that the relationships with classmates can strongly impact on children’s and adolescents’ socialemotional situation. Furthermore, classroom composition exerts influence on individual students’ academic and behavioral development. The here presented introduction to the upcoming special issue provides a brief overview on the classmates’ importance for children and adolescents. Based on this, potential implications for the understanding of the role of teachers in the classroom are discussed. Keywords: Peers, classroom, classmates DAS PROVOK ATIVE ESSAY TH EME NSTR ANG Die Klassenkameraden - Freunde, Feinde, Sozialisationsinstanz Die Klassenkamerad/ innen als sozialer Entwicklungskontext - Einführung in den Themenstrang Denken Sie für einen Moment an Ihre eigene Schulzeit. Welche Bilder haben Sie vor Augen? Vielleicht denken Sie an bestimmte Lehrpersonen. Möglicherweise erscheinen Ihnen aber auch Bilder Ihrer damaligen Klassenkamerad/ innen. Gleichzeitig stellt sich vielleicht ein Gefühl zu diesen Mitschüler/ innen ein, Erinnerungen an euphorische und frustrierende Momente. Inwiefern haben die Erlebnisse mit den Klassenkamerad/ innen Ihren weiteren Lebenslauf geprägt? Obwohl die Schulzeit vielleicht schon lange zurückliegt, rufen diese Fragen vermutlich lebendige Erinnerungen an die Mitschüler/ innen hervor. Diese subjektiv empfundene Bedeutsamkeit der Schulklasse spiegelt sich auch in empirischen Befunden wider. Die Klassen- VHN 2 | 2018 94 CHRISTOPH MICHAEL MÜLLER Die Klassenkamerad/ innen als sozialer Entwicklungskontext DAS PROVOK ATIVE ESSAY kamerad/ innen bilden für Kinder und Jugendliche einen zentralen sozialen Kontext, der ihr Wohlbefinden und ihre zukünftige Entwicklung entscheidend beeinflusst (Wentzel/ Ramani 2016). Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwiefern dieser Umstand in unseren Bildungssystemen explizit Berücksichtigung findet. Vielfach scheint in der Pädagogik unausgesprochen noch die Annahme zu herrschen, dass die Lehrperson die einzige relevante Sozialisationsfigur im Klassenzimmer ist, die den einzelnen Schüler/ innen Fachinhalte und angemessenes Sozialverhalten beizubringen versucht. Mehrere Lernende werden dabei zu Klassen zusammengefasst, damit die einzelnen Kinder und Jugendlichen ökonomischer unterrichtet werden können. Den Klassenkamerad/ innen kommt in einem solchen allein auf den Einfluss der Lehrperson zentrierten Bild lediglich eine Statistenrolle zu. Dieses - zugegeben überspitzte - Bild kann durch wissenschaftliche Erkenntnisse zur Bedeutung der Klassenkamerad/ innen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen differenziert werden. Im Rahmen des kommenden Themenstrangs „Die Klassenkameraden - Freunde, Feinde, Sozialisationsinstanz“ werden deshalb mehrere Forschungsarbeiten zu dieser Thematik vorgestellt. Durch die zukünftig erscheinenden Beiträge ziehen sich dabei zwei inhaltliche Schwerpunkte: (1) Soziale Beziehungen und (2) sozialer Einfluss zwischen Klassenkamerad/ innen. Beide Themenfelder werden im Folgenden kurz umrissen. Soziale Beziehungen zwischen Klassenkamerad/ innen Kinder und Jugendliche interessieren sich in der Schule nicht nur für die von der Lehrperson vermittelten Inhalte, sondern auch - und oftmals sogar deutlich mehr - für das soziale Leben unter ihren Peers. Motivationstheoretisch bedeutet dies, dass Schüler/ innen sowohl akademische (z. B. etwas lernen wollen) als auch soziale (z. B. beliebt sein wollen unter den Peers) Ziele verfolgen, die im Unterricht miteinander konkurrieren (Urdan/ Maehr 1995). Viele soziale Ziele betreffen dabei die Beziehung zu den Klassenkamerad/ innen. Zwischen Klassenkamerad/ innen entstehen Freundschaften, Feindschaften, aber auch als eher neutral zu kennzeichnende Beziehungen. Im Gegensatz zur Situation in selbst gewählten Peergruppen (z. B. Cliquen) haben Schüler/ innen dabei nur begrenzte Möglichkeiten, ihre Interaktionspartner/ innen frei zu wählen; der „Pool“ an Klassenkamerad/ innen ist durch die Schulklasse vorgegeben, weshalb in Bezug auf die Schulklasse von einer unfreiwilligen Peergruppe gesprochen wird. Die Eigenschaften der Klassenpeergruppe werden beispielsweise durch den Wohnort eines Kindes und das dadurch zugewiesene Schulhaus, aber auch durch die übergeordnete Schulstruktur beeinflusst. Diese definiert zum Beispiel, ob sich Schüler/ innen innerhalb von Förderschul- oder integrativen Klassen, in Gesamtschulklassen oder in nach Bildungsgängen gegliederten Klassen der Sekundarstufe begegnen. Die Beurteilungskriterien für die Zuteilung zu Klassen verschiedener Schultypen umfassen dabei Merkmale wie die Schulleistung und das Arbeitsverhalten oder den sonderpädagogischen Förderbedarf (verdeckt sind an dieser Stelle oft auch soziale Hintergrundfaktoren bedeutsam, s. Kronig 2007). Dies führt dazu, dass sich Klassenzusammensetzungen in ihren Leistungs- und sozialen Charakteristika je nach Schultyp häufig deutlich unterscheiden. Innerhalb von Schulhäusern haben Schulleitungen bei der Klassenzusammenstellung dann oft noch die Möglichkeit, Wünsche von Lehrkräften und Eltern zu berücksichtigen. Basierend auf solchen Zuteilungsprozessen entstehen in Schulklassen Peerkontexte, in denen Kinder und Jugendliche einen Großteil ihres Tages verbringen und in denen sie sich sozial zurechtfinden müssen. VHN 2 | 2018 95 CHRISTOPH MICHAEL MÜLLER Die Klassenkamerad/ innen als sozialer Entwicklungskontext DAS PROVOK ATIVE ESSAY Innerhalb neu zusammengestellter Schulklassen entstehen rasch soziale Beziehungen. Die Schulklasse gilt gar als wichtigste Ressource für das Schließen von Freundschaften, welche dann häufig auch außerhalb der Schule fortgesetzt werden (Kiesner u. a. 2003). Methodisch lassen sich die Beziehungen in Schulklassen mithilfe sozialer Netzwerke darstellen und analysieren (z. B. Kevin ist befreundet mit Ali und beide sind befreundet mit Eva, aber nur Eva nennt Heinrich als Freund). Schulklassen mit einem guten Sozialklima zeichnen sich dabei häufig durch eine hohe Dichte der Beziehungsnetzwerke zwischen den Lernenden aus. Ein positives Klassenklima gilt als ein Prädiktor für ein subjektiv höheres Wohlbefinden, weniger Verhaltensprobleme und bessere Schulleistungen von Kindern und Jugendlichen (z. B. Thapa u. a. 2013). In der Interaktion zwischen Klassenkamerad/ innen entwickeln sich auch soziale Hierarchien. Der soziale Status von Schüler/ innen verläuft dabei unter anderem entlang der sozialen Akzeptanz (z. B. wird man gemocht oder abgelehnt) und der Popularität (z. B. gilt man als „cool“ oder „uncool“). Soziale Akzeptanz wird beispielsweise durch prosoziales Verhalten von Schüler/ innen vorhergesagt, Popularität hingegen eher durch eine Machiavelli-artige Kombination von prosozialem und aggressivem Verhalten (Cillessen/ Marks 2011). Für den sozialen Status sind aber nicht nur individuelle Eigenschaften, sondern auch Merkmale der Klasse verantwortlich. Beispielsweise wirkt sich individuell aggressives Verhalten in wenig aggressiven Klassen ungünstig auf die eigene soziale Akzeptanz aus; in Klassen mit viel aggressivem Verhalten besteht dieser Zusammenhang jedoch nicht, weil hier keine individuelle Abweichung von der Gruppennorm vorliegt (Stormshak u. a. 1999). Darüber hinaus scheinen sich Kinder bei ihrem Urteil über die Klassenkamerad/ innen auch daran zu orientieren, ob die Lehrkraft einem Kind im Unterricht positives oder negatives Feedback gibt (z. B. Huber u. a. 2015). In vielen Studien zeigt sich, dass Schüler/ innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, von den Klassenkamerad/ innen abgelehnt zu werden (z. B. Huber/ Wilbert 2012). Das Erleben überdauernder Ablehnung durch die Klassenkamerad/ innen geht dabei oft mit einem geringeren Wohlbefinden sowie Schulleistungs- und Verhaltensproblemen einher. Zunehmend wird daher untersucht, wie sich die soziale Akzeptanz abgelehnter Kinder und Jugendlicher verbessern lässt. Perspektiven bieten hier beispielsweise die bewusste Vergabe öffentlichen, positiven Lehrerfeedbacks an abgelehnte Schüler/ innen (Huber u. a. 2015), die Anpassung von Sitzpositionen in der Klasse (Van den Berg u. a. 2012) und das Fördern positiver sozialer Kontakte zwischen allen Lernenden (Mikami u. a. 2010). Sozialer Einfluss zwischen Klassenkamerad/ innen Durch die intensive soziale Interaktion miteinander beeinflussen sich Klassenkamerad/ innen gegenseitig. Solche Einflüsse können sich im Schulzimmer, auf dem Pausenhof oder auch auf einer gemeinsam besuchten Party vollziehen. Peereinflussprozesse betreffen dabei sowohl die akademische als auch die soziale Entwicklung. So zeigen Studien, dass die leistungsbezogene Klassenkomposition (d. h. die Zusammensetzung von Klassen in Bezug auf die Schulleistung der Lernenden) einen Effekt auf die zukünftige individuelle Leistung von Schüler/ innen hat (Übersicht s. Dumont u. a. 2013). Positive Effekte höherer mittlerer Schulleistungen in der Klasse lassen sich dabei durch Lernprozesse unter den Schüler/ innen, aber auch durch je nach Klassenkomposition unterschiedliches Lehrerverhalten erklären. Weiter zeigen Studien, dass sich Freundschaften oft entlang der Schulleistung bilden und sich Schüler/ innen innerhalb dieser Freundschaften in ihrer akademischen Entwicklung beeinflussen (Gremmen u. a. 2017). Insbesondere in Bezug VHN 2 | 2018 96 CHRISTOPH MICHAEL MÜLLER Die Klassenkamerad/ innen als sozialer Entwicklungskontext DAS PROVOK ATIVE ESSAY auf schulleistungsschwache Lernende ist bedeutsam, dass der Klassenpeerkontext auch das akademische Selbstkonzept beeinflusst. Das als „Big-fish-little-pond-Effekt“ bekannte Phänomen besagt, dass Schüler/ innen mit vergleichbar niedriger Schulleistung in schulleistungsstärkeren Klassen ein niedrigeres akademisches Selbstkonzept aufweisen als in schulleistungsschwachen Klassen (Übersicht s. z. B. Zurbriggen 2016). In Bezug auf das Sozialverhalten fokussierte die Peereinflussforschung lange auf den Einfluss selbst gewählter Freundschaften und Cliquen. In den letzten Jahren ist aber zunehmend auch die Frage in den Vordergrund gerückt, inwiefern die verhaltensbezogene Klassenzusammensetzung die individuelle Verhaltensentwicklung von Schüler/ innen beeinflusst (Übersicht s. Müller/ Zurbriggen 2016). Ausgehend von Prozessen wie dem Lernen am Peermodell, gegenseitiger sozialer Verstärkung und sozialem Vergleich wäre theoretisch zu erwarten, dass innerhalb von Schulklassen negativer, aber auch positiver Peereinfluss auf das Sozialverhalten stattfindet. Die Freiburger Studie zum Peereinfluss in Schulen (FRI-PEERS), in der 864 Jugendliche von der 7. bis zur 9. Klasse begleitet wurden, kam in diesem Zusammenhang zu folgendem Schluss: Je höher das mittlere Niveau an aggressivem, delinquentem und unterrichtsstörendem Verhalten in der Klasse ist, desto größer ist das Risiko einer individuellen Zunahme solcher Verhaltensweisen (unter Kontrolle des individuellen Ausgangsniveaus an Problemverhalten; z. B. Müller u. a. 2016 a; 2016 b; Müller u. a. 2017). Andersherum scheint ein höheres Niveau an prosozialem Verhalten in der Klasse zu einem Rückgang individuellen dissozialen Verhaltens beizutragen (Hofmann/ Müller, eingereicht). Interessant ist, dass bei solchen Einflussprozessen nicht nur das Verhalten besonders dominanter Schülergruppen entscheidend zu sein scheint, sondern in gleicher Weise jenes der persönlichen Klassenfreund/ innen sowie das mittlere Verhaltensniveau in der Klasse (Müller u. a. 2016 b). Nicht alle Schüler/ innen sind dabei gleich stark beeinflussbar durch die Peers. So fand sich in Bezug auf die Entwicklung von Delinquenz, dass das Geschlecht und die Impulsivität von Jugendlichen, aber auch das Ausmaß an Elternaufsicht und die Einheitlichkeit delinquenten Verhaltens in der Klasse moderierende Effekte auf den Einfluss der Klassenkamerad/ innen hatten (Müller u. a. 2016 a; 2017). Ausblick auf den Themenstrang Die im Rahmen des Themenstrangs geplanten Beiträge setzen sich inhaltlich mit den Beziehungen und Einflussprozessen zwischen Klassenkamerad/ innen auseinander. Methodisch soll das Spektrum der Arbeiten dabei von einer literaturwissenschaftlichen Herangehensweise über die Bearbeitung forschungsmethodischer Fragen bis zu quantitativ prüfenden Analysen reichen. Neben dem originären Erkenntnisgewinn über die „Welt der Klassenkamerad/ innen“ können die Beiträge des Themenstrangs möglicherweise auch Perspektiven für die Erweiterung eines rein lehrerzentrierten Verständnisses von schulischem Lernen bieten. In einem solchen Verständnis wird die sozialisierende Funktion der Peers im Schulzimmer explizit anerkannt und aktiv in pädagogische Überlegungen einbezogen. Allen zu Beginn geäußerten Unkenrufen zum Trotz muss der Einfluss der Peers aber nicht zwangsläufig heißen, dass die Bedeutung der Lehrkraft in der Klasse abnimmt. Vielmehr ergeben sich für Lehrkräfte durch die Akzeptanz der Peers als Co-Akteure im Klassenzimmer neue Handlungsoptionen. Diese lassen sich mit der Metapher der „Teacher’s Invisible Hand“ beschreiben: Lehrpersonen können durch die Gestaltung ihres Unterrichts - oft unbemerkt - positive Interaktionsmöglichkeiten und Lerngelegenheiten zwischen Klassenkamerad/ innen eröffnen und durch ihr eigenes Verhalten mitbestimmen, wie die Schüler/ innen VHN 2 | 2018 97 CHRISTOPH MICHAEL MÜLLER Die Klassenkamerad/ innen als sozialer Entwicklungskontext DAS PROVOK ATIVE ESSAY miteinander umgehen (Farmer u. a. 2011). Am Ende des Themenstrangs soll deshalb versucht werden, basierend auf den neu gewonnenen Erkenntnissen zur Bedeutung der Klassenkamerad/ innen, das Zusammenspiel der verschiedenen Sozialisationsinstanzen im Klassenzimmer näher zu beleuchten. Literatur Cillessen, A. H. N.; Marks, P. E. L. (2011): Conceptualizing and measuring popularity. In: Cillessen, A. H. N.; Schwartz, D.; Mayeux, L. (Eds.): Popularity in the Peer System. New York: Guilford, 25 -56 Dumont, H.; Neumann, M.; Maaz, K.; Trautwein, U. 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(2012): Soziale Ausgrenzung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und niedrigen Schulleistungen im gemeinsamen Unterricht. In: Empirische Sonderpädagogik 4, 147 -165 Huber, C.; Gebhardt, M.; Schwab, S. (2015): Lehrkraftfeedback oder Spaß beim Spiel? Eine Experimentalstudie zum Einfluss von Lehrkraftfeedback auf die soziale Akzeptanz bei Grundschulkindern. In: Psychologie in Erziehung und Unterricht 61, 51 -64 Kiesner, J.; Poulin, F.; Nicotra, E. (2003): Peer relations across contexts: Individual-network homophily and network inclusion in and after school. In: Child Development 74, 1328 -1343. https: / / doi.org/ 10.1111/ 1467-8624.00610 Kronig, W. (2007): Die systematische Zufälligkeit des Bildungserfolgs. Bern: Haupt Mikami, A. Y.; Lerner, M. D.; Lun, J. (2010): Social context influences on children’s rejection by their peers. In: Child Development Perspectives 4, 123 -130. https: / / doi.org/ 10.1111/ j.1750-86 06.2010.00130.x Müller, C.; Zurbriggen, C. 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