Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete
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0017-9655
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/vhn2018.art25d
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Fachbeitrag: Familienorientierung als Kriterium von Wirksamkeit Heilpädagogischer Früherziehung?
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Matthias Lütolf
Martin Venetz
Frühpädagogische Interventionen und damit auch die Heilpädagogische Früherziehung (Äquivalent zur Frühförderung in Deutschland) sind immer mehr gefordert, ihre Wirksamkeit gegenüber Leistungsbezügern und Kostenträgern zu belegen. Im Zentrum des vorliegenden Beitrags steht das Konzept der Familienorientierung als mögliches Kriterium von Wirksamkeit. Auf der Basis von theoretischen Überlegungen und unter Einbezug aktueller empirischer Befunde wird dargestellt, in welchem Zusammenhang familienorientierte Heilpädagogische Früherziehung und Wirksamkeitseffekte stehen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Elternzufriedenheit im Kontext der Familienorientierung gelegt. Die gewonnenen Erkenntnisse weisen auf eine hohe Bedeutung familienorientierter Arbeit sowohl hinsichtlich der Selbstwirksamkeitserwartung der Eltern wie auch der erlebten Effekte der Förderung hin.
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248 VHN, 87. Jg., S. 248 -258 (2018) DOI 10.2378/ vhn2018.art25d © Ernst Reinhardt Verlag Familienorientierung als Kriterium von Wirksamkeit Heilpädagogischer Früherziehung? Theoretische Überlegungen und empirische Befunde Matthias Lütolf, Martin Venetz † Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) Zürich Zusammenfassung: Frühpädagogische Interventionen und damit auch die Heilpädagogische Früherziehung (Äquivalent zur Frühförderung in Deutschland) sind immer mehr gefordert, ihre Wirksamkeit gegenüber Leistungsbezügern und Kostenträgern zu belegen. Im Zentrum des vorliegenden Beitrags steht das Konzept der Familienorientierung als mögliches Kriterium von Wirksamkeit. Auf der Basis von theoretischen Überlegungen und unter Einbezug aktueller empirischer Befunde wird dargestellt, in welchem Zusammenhang familienorientierte Heilpädagogische Früherziehung und Wirksamkeitseffekte stehen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Elternzufriedenheit im Kontext der Familienorientierung gelegt. Die gewonnenen Erkenntnisse weisen auf eine hohe Bedeutung familienorientierter Arbeit sowohl hinsichtlich der Selbstwirksamkeitserwartung der Eltern wie auch der erlebten Effekte der Förderung hin. Schlüsselbegriffe: Heilpädagogische Früherziehung/ Frühförderung, Familienorientierung, Elternzufriedenheit, Wirksamkeit Family Orientation as a Criterion for the Effectiveness of Early Childhood Special Education? Theoretical Considerations and Empirical Findings Summary: Early pedagogical interventions including early childhood special education (ECSE) services are increasingly required to prove intervention effectiveness towards beneficiaries and cost bearers. This paper discusses the concept of family orientation as a possible criterion of effectiveness. On the basis of theoretical considerations and current empirical findings the relation between family orientation and effectiveness of interventions is presented. Special attention is paid to parent satisfaction concerning with family orientation. The results of this investigation show a high importance of family-oriented work, both with regard to self-efficacy expectation of parents and the perceived effects of educational support. Keywords: Early childhood special education, family orientation, parent satisfaction, effectiveness FACH B E ITR AG 1 Wirksamkeit frühpädagogischer Interventionen Heute werden zunehmend Fragen nach der Wirksamkeit frühpädagogischer Interventionen gestellt und entsprechende Antworten gefordert. Dies gilt auch für die Heilpädagogische Früherziehung (Äquivalent zur Frühförderung in Deutschland). Die Beurteilung von Wirksamkeit oder Effektivität stellt sich jedoch als äußerst komplex und vielschichtig dar. Mit Blick auf die Definition von Heilpädagogischer Früherziehung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK, VHN 3 | 2018 249 MATTHIAS LÜTOLF, MARTIN VENETZ Familienorientierung Heilpädagogischer Früherziehung FACH B E ITR AG 2007) wird die Mehrdimensionalität des Auftrags sichtbar: „In der Heilpädagogischen Früherziehung werden Kinder mit Behinderungen, mit Entwicklungsverzögerungen, -einschränkungen oder -gefährdungen ab Geburt bis maximal zwei Jahre nach Schuleintritt mittels Abklärung, präventiver und erzieherischer Unterstützung sowie angemessener Förderung im familiären Kontext behandelt“ (EDK, 2007, S. 3). Krause (2003) konstatiert, dass dieses breite Aufgabenverständnis und dessen Umsetzung eine Komplexität innehat, welche eine umfassende Beurteilung von Wirksamkeit erschwert. Kühl (2002) hat auf der Basis verschiedener Untersuchungen auf drei Aspekte hingewiesen, welche die Wirksamkeitsbeurteilung früher heilpädagogischer Interventionen erschweren. Erstens stellt er fest, dass direkte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge „… im Sinne eines kausal-deterministischen Konzeptes …“ (ebd., S. 5) zwischen einer spezifischen Intervention und der Gesamtentwicklung der Kinder (noch) nicht hergestellt werden konnten. Im Weiteren greife eine Beurteilung von Wirksamkeit, die sich allein an der Entwicklung des Kindes orientiert, zu kurz, da sie mögliche Effekte einer Intervention auf die Lebenszusammenhänge nicht berücksichtigt. Schließlich weist er darauf hin, dass die kindliche Entwicklung aufgrund ihrer Komplexität nicht verallgemeinert und dementsprechend „… kaum analysiert…“ (ebd.) werden kann. Die Überblicksarbeit von Krause (2003) macht allerdings deutlich, dass sehr wohl messbare Fördereffekte erhoben werden können, jedoch meist in einem spezifischen Entwicklungsbereich, bei einer bestimmten Form von Behinderung oder bei einer bestimmten Intervention. Befunde zu positiven Effekten intensiver früher Förderung auf die kognitive Leistungsfähigkeit finden sich beispielsweise bei Bailey, Aytch, Odom, Symons & Wolery (1999). Über Effekte verhaltenstherapeutischer Interventionen auf die Entwicklung von Kindern mit spezifischen Behinderungsformen wie bspw. der Autismus-Spektrum- Störung berichten Virues-Ortega (2010) und Reichow, Barton, Boyd & Hume (2012). Einen Überblick über die Wirksamkeit bestimmter Interventionen wie die beziehungs- und interaktionsorientierte Beratung zur Förderung sozialer, kognitiver und kommunikativer Fähigkeiten liefert die Meta-Analyse von Kong und Carta (2011). Im Zuge der „Second Generation Research“ (Guralnick, 1993) und den Bemühungen, verschiedene Aspekte des Kindes und der Familie zu berücksichtigen, richtete sich der Fokus verstärkt auf das Zusammenspiel der Charakteristiken des Kindes und der Familie und den Förderinhalten, welche die positive Wirkung und den Erfolg früher heilpädagogischer Interventionen begünstigen. Nach Kühl (2002) verstärkt sich mit dieser Herangehensweise das Interesse an den Auswirkungen der Unterstützung auf die gesamte Lebenssituation der Familien. Der Nutzen früher heilpädagogischer Interventionen für die Familie (family outcomes as benefits) lässt sich nach Bailey et al. (2006) und Bailey, Hebbeler, Olmsted, Raspa & Bruder (2008) folgendermaßen zusammenfassen: 1. Die Familie versteht und weiß um die Stärken, Fähigkeiten und speziellen Bedürfnisse ihres Kindes. 2. Die Familie kennt ihre Rechte und setzt diese für ihr Kind ein. 3. Die Familie unterstützt ihr Kind in seiner Entwicklung und seinem Lernen. 4. Die Familie kann auf ein Unterstützungssystem zurückgreifen. 5. Die Familie hat Zugang zu den gewünschten Unterstützungsleistungen, Unterstützungsangeboten und Aktivitäten ihrer Gemeinde. Dieser breite Blick auf frühe heilpädagogische Interventionen wirkt sich auch dahingehend aus, dass Frühförderung und damit die Heilpädagogische Früherziehung ihre angestrebten Ziele nur erreichen kann, wenn sie ihre Tätigkeit sowohl kindwie auch familienorientiert versteht und damit dem Anspruch der Familienorientierung gerecht wird. VHN 3 | 2018 250 MATTHIAS LÜTOLF, MARTIN VENETZ Familienorientierung Heilpädagogischer Früherziehung FACH B E ITR AG 2 Familienorientierung in der Heilpädagogischen Früherziehung Nach Peterander und Weiss (2017) zählt neben allgemeinen Kriterien der Förderung (frühzeitiger Beginn der Unterstützung, hohe Intensität der Unterstützung, Alltagsorientierung) besonders auch die Familienorientierung als Wirksamkeitskriterium. Familienorientierung setzt voraus, dass das Kind nicht losgelöst von seiner Familie wahrgenommen wird und demzufolge jede Förderung den familiären Kontext zu berücksichtigen hat. Dementsprechend werden Familien nicht als Klienten gesehen, welche bloß ein Angebot in Anspruch nehmen, sondern als gleichwertige Partnerinnen innerhalb der Unterstützungsleistung (Bailey, Raspa & Fox, 2011). Dempsey und Keen (2008) nennen vier Kernüberzeugungen, welche die familienorientierte Frühförderung prägen. Die erste davon ist die Feststellung, dass die Familie - und nicht die Fachpersonen - die Konstante im Leben des Kindes darstellt. Zweitens ist es die Familie, welche die Bedürfnisse des Kindes am besten einschätzen kann. Als dritte Prämisse gilt, dass das Kind am besten unterstützt wird, wenn auch die Familie unterstützt ist. Und schließlich sind es die Bedürfnisse und Entscheidungen der Familie, nach denen sich das Unterstützungsangebot zu orientieren hat, ein Unterstützungsangebot, welches die Fähigkeiten und Stärken der Familien bekräftigt und respektiert. Nach Odom und Wolery (2003) sind die Familie und das Elternhaus „… primary nurturing contexts“ (S. 166). Diese Überzeugungen führen zum Ziel der familienorientierten Arbeit. Sarimski, Hintermair & Lang (2013) formulieren dies folgendermaßen: „Das Ziel der familienorientierten Arbeit ist die Stärkung der eigenständigen familiären Bewältigungskompetenz“ (S. 37) - eine Bewältigungskompetenz, welche sich in der elterlichen Zuversicht äußert, sich den Herausforderungen ihrer Lebenssituation gewachsen zu fühlen „… und auf die individuellen Bedürfnisse ihres Kindes einstellen …“ zu können (Sarimski, 2017 a, S. 29). Familienorientiertes Arbeiten und damit einhergehend die Stärkung der elterlichen Kompetenzen stehen in engem Zusammenhang mit der erlebten elterlichen Selbstwirksamkeit und Kontrolle über wichtige Aspekte ihres Lebens (Dempsey & Keen, 2008) und beeinflussen damit auch die Fähigkeit der Eltern, entwicklungsförderliche Lerngegebenheiten für ihr Kind zu schaffen (Dunst, 2002). Eltern zu befähigen, entwicklungsunterstützende Situationen und Aktivitäten zu schaffen (Pretis, 2017), ist eine Aufgabe der Heilpädagogischen Früherziehung. Diese Situationen und Aktivitäten im Sinne von Lernangeboten sind geprägt von professionellen Anregungen der Fachperson, welche von den Eltern in den Alltag integriert werden und somit entwicklungsfördernd wirken können. Um dies zu garantieren, müssen die Familien sowohl in die Planung, die Zielsetzung wie auch die Umsetzung der Förderung einbezogen werden (Sarimski, Hintermair & Lang, 2012 b; Sarimski, 2017 b). Die Eltern werden dadurch zu den Schlüsselpersonen des Förderprozesses, was die kindliche Entwicklung positiv beeinflusst (Mahoney & Wiggers, 2007). Bailey et al. (2011) halten zusammenfassend fest, dass verschiedene Forschungsresultate darauf hinweisen, wie vielfältig der Einfluss familienorientierter Frühförderung ist. Zusätzlich zu positiven Wirksamkeitsüberzeugungen der Eltern lassen sich im Weiteren auch Auswirkungen auf einen effizienteren Einsatz der Unterstützung, auf die elterliche Zufriedenheit des Angebots, auf das familiäre Wohlbefinden und nicht zuletzt auf die Entwicklung des Kindes festhalten. Diese Aussage findet ihre Bestätigung beispielsweise in den Forschungsresultaten von Trivette, Dunst & Hamby (2010). Sie weisen direkte Effekte der Unterstützung und Zusammenarbeit mit den Fachpersonen auf das elterliche Kompetenz- und Belastungserleben nach, welche ihrerseits Auswirkungen auf die innerfamiliäre Interaktion und die Entwicklung des Kindes haben. VHN 3 | 2018 251 MATTHIAS LÜTOLF, MARTIN VENETZ Familienorientierung Heilpädagogischer Früherziehung FACH B E ITR AG 3 Elternzufriedenheit als Wirksamkeitsmaß Um die Wirksamkeit der familienorientierten Frühförderung zu erforschen und zu belegen, wurden in der Vergangenheit wiederholt Erhebungen der elterlichen Zufriedenheit mit dem Fokus auf familienorientierte Aspekte durchgeführt. Messungen zur Zufriedenheit mit dem heilpädagogischen Angebot lassen sich in der Logik des Konzepts der evidenzbasierten Praxis (Beushausen, 2014) verorten. Nach Burgener Woeffrey, Lanfranchi & Koch (2016) sind es drei Evidenzbereiche, welche eine evidenzbasierte Praxis definieren. Die externe Evidenz bezieht sich auf Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien. Die externe Evidenz wird mit der Expertise der Fachpersonen verbunden und bildet die interne Evidenz. Bedürfnisse, Präferenzen oder Werte der Eltern und Kinder bilden schließlich den Inhalt des dritten Bereichs, der sozialen Evidenz. Ausgangspunkt ist dabei das Wissen um die Wichtigkeit der Erfahrungen, der Bedürfnisse, der Erziehungskompetenz und der Bedingungen im erweiterten Umfeld der Familie für die Wirksamkeit der Förderung. Die soziale Evidenz lässt sich mit der Erfassung der Zufriedenheit der Eltern mit dem heilpädagogischen Unterstützungsangebot prüfen. Die Messung der elterlichen Zufriedenheit mit einem Unterstützungsangebot muss jedoch kritisch betrachtet werden. Ziviani, Cuskelly & Feeney (2010) stellen fest, dass die Erfassung der Zufriedenheit nicht unproblematisch ist, da das Konzept der Zufriedenheit unterschiedlich definiert werden kann. Einerseits kann Zufriedenheit als Diskrepanz zwischen den Erwartungen und den gemachten Erfahrungen gesehen werden. Andererseits lässt sie sich definieren als Maß an Berücksichtigung der Anliegen, Erwartungen und Wünsche der Klienten (Favez, Métral & Govaerts, 2008). In beiden Fällen ist die Wahrnehmung von Zufriedenheit subjektiv, geprägt von Gefühlen und Emotionen aufseiten der Informanten. Es ist diese Subjektivität, welche als Stärke betrachtet werden kann, sofern die Zufriedenheitsinformationen als alternative und ergänzende Evaluationsperspektive der Unterstützungsleistung genutzt werden (Ziviani et al., 2010). Im Weiteren ist Zufriedenheit als relatives Konzept zu betrachten, welches im vorliegenden Kontext vom Wissens- und Informationsstand der Eltern abhängig ist. In Ermangelung an vertiefter Kenntnis anderer Angebote sind die Eltern mit der erhaltenen Unterstützung häufig zufrieden, da diese besser ist als gar keine (Lanners, 2002). Trotz der kritischen Punkte zur Zufriedenheitsforschung gibt es Faktoren, welche für eben diese sprechen. Khadye, Ziviani & Cuskelly (2011) weisen darauf hin, dass die Elternzufriedenheit als Maßstab der grundsätzlichen elterlichen Akzeptanz einer Intervention gewertet werden kann. Es ist nach Lanners (2002) nachvollziehbar, dass der Einbezug der Eltern in einen möglichen Evaluationsprozess des heilpädagogischen Angebots eine logische Konsequenz der Elternrolle innerhalb der Unterstützungsleistung ist. Wie bereits beschrieben ist der Einbezug der Eltern für das Gelingen der Unterstützung unumgänglich. Die Basis der partnerschaftlichen Zusammenarbeit bedingt, dass die Eltern auch „… eine wichtige Rolle bei der Evaluation und der Qualitätssicherung spielen sollen und müssen“ (Lanners, 2002, S. 122). McNaughton (1994) hält vier Hauptgründe fest, welche für eine Erfassung der elterlichen Zufriedenheit sprechen: 1. Die elterlichen Meinungen und Wünsche gilt es zu erheben, weil die Eltern die Verantwortung für die kindliche Entwicklung tragen. 2. Zufriedenheitsbefragungen können zur Verbesserung des Angebots beitragen. 3. Sie können die Eltern motivieren, aktiver an der Unterstützung zu partizipieren, und 4. können die erhobenen Daten als Grundlage für Gespräche mit Kostenträgern oder anderen politischen Entscheidungsgremien genutzt werden. Im Folgenden sollen exemplarisch Zufriedenheitserhebungen aus der Frühförderung und der Heilpädagogischen Früherziehung genauer betrachtet werden. VHN 3 | 2018 252 MATTHIAS LÜTOLF, MARTIN VENETZ Familienorientierung Heilpädagogischer Früherziehung FACH B E ITR AG 4 Empirische Befunde zur Familienorientierung Ausgehend von der Feststellung, dass der Diskurs um die Familienorientierung zu Beginn stark fachpersonenfokussiert war, berichtet Pretis (2014) von einer Elternbefragung aus Norddeutschland, an der 1465 Eltern teilnahmen. Eine der Fragen lautete, was Eltern unter Familienorientierung verstehen. Dabei wurde sichtbar, dass von den Eltern am häufigsten die Berücksichtigung des familiären Umfelds genannt wurde, gefolgt von beraterischen Aspekten und dem Einbezug der Eltern in die Förderung. Zudem weisen die befragten Eltern der Familienorientierung eine hohe Bedeutung zu. Die Bedeutung und Wichtigkeit wird höher eingestuft, je früher die Förderung beginnt und je höher der Hilfebedarf des Kindes ist. Wie hoch die Eltern das Ausmaß an erlebter Familienorientierung einschätzen, wurde von Pretis (2015) anhand der Skala zur Erhebung von Familienorientierung nach Dunst, Trivette & Hamby (2006) erhoben. Die Eltern werden zu beziehungsorientierten und teilhabeorientierten Tätigkeiten und Verhaltensweisen der Fachpersonen befragt, welche sich innerhalb des Aufgabenfeldes Beratung und Begleitung der Eltern und Bezugspersonen ansiedeln lassen. Pretis (2015) kommt zum Schluss, dass die Eltern generell starke Effekte der Förderung und auch eine starke Familienorientierung wahrnehmen. An erster Stelle sind es kindorientierte Aspekte, welche die Eltern der Frühförderung zuschreiben. Die Frühförderung trägt stark zur Informationsgewinnung über das Kind bei, und es werden ihr auch Entwicklungsfortschritte des Kindes zugeschrieben. Im Weiteren sind es jedoch auch die Verfügbarkeit einer verlässlichen Ansprechperson, die Unterstützung durch die Fachperson in Fragen der Erziehung und die Berücksichtigung der gesamten Familiensituation, welche von den Eltern benannt werden. Pretis (2015) resümiert, dass die erlebte Familienorientierung in einem positiven Zusammenhang mit wahrgenommenen Effekten der Frühförderung steht, betont jedoch, dass die gefundenen Zusammenhänge keine Rückschlüsse auf die kausale Richtung erlauben. Dementsprechend differenziert Pretis (2015, S. 27) drei mögliche Wirkmechanismen: a) Familienorientiertes Vorgehen der Fachperson führt zu stärker erlebten Effekten, b) bei stärker erlebten Effekten wird die Familienorientierung der Fachperson ebenfalls stärker erlebt, und c) möglicherweise beeinflusst ein nicht bekannter Faktor den Zusammenhang zwischen den erlebten Effekten und der Familienorientierung. (Zusätzlich ist ein weiterer Wirkmechanismus denkbar: Zwischen der familienorientierten Arbeit und den erlebten Effekten findet eine gegenseitige Beeinflussung statt.) Auch Sarimski, Hintermair & Lang (2012 a) präsentieren Resultate aus einem Forschungsprojekt, welches die Zufriedenheit der Eltern mit der Frühförderung ins Zentrum stellt. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die elterliche Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit mit den Fachpersonen und mit den erhaltenen Hilfen gelegt. Diese beiden Zufriedenheitsaspekte wurden auf der Basis des Verständnisses familienorientierter Frühförderung festgelegt. Die Autoren gehen davon aus, dass in der familienorientierten Frühförderung zwischen dem „Wie“ und dem „Was“ unterschieden werden kann. Das „Wie“ bezieht sich dabei auf die Qualität der Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der Fachperson. Damit ist unter anderem die Offenheit der Fachpersonen gegenüber den Anliegen und Bedürfnissen der Familien und der Einbezug der Familien in die Förderplanung und in den Förderprozess gemeint. Das „Was“ bezieht sich auf die fachlichen Hilfen, im Sinne der Beratung der Eltern zum Umgang mit dem Kind, der Anleitung zur Förderung in Bezug auf verschiedene Entwicklungsbereiche, der Unterstützung in der Auseinandersetzung mit einer möglichen Diagnose und der Mobilisierung von Ressourcen im sozialen Umfeld der Familie. Aus der Befragung von 125 Eltern kann geschlossen werden, dass VHN 3 | 2018 253 MATTHIAS LÜTOLF, MARTIN VENETZ Familienorientierung Heilpädagogischer Früherziehung FACH B E ITR AG 77 % der Eltern im globalen Urteil mit der Frühförderung zufrieden sind (gut bis sehr gut auf einer Skala von 1 - 6). Diese Einschätzung bestätigt frühere Zufriedenheitserhebungen (Lanners, 2002; Favez et al., 2008; Ziviani, Feeney & Khan, 2011). Betrachtet man die Resultate genauer, muss jedoch konstatiert werden, dass sowohl hinsichtlich der erhaltenen Hilfen wie auch der Zusammenarbeit bestimmte Aspekte nicht zufriedenstellend beurteilt werden. Es sind dies im Besonderen die erhaltenen Unterstützungsleistungen zu finanziellen Hilfen, im Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen, im Umgang mit Behörden und mit der Diagnoseverarbeitung. Im Weiteren wünschen sich die Eltern eine stärkere Berücksichtigung der familiären Bedürfnisse, mehr Informationen zum Entwicklungsverlauf ihres Kindes und mehr Unterstützung zur persönlichen Stärkung. Gerade dies sind auch Aspekte, welche in der Familienorientierung wichtig sind. Sie müssen als Hinweis gewertet werden, dass es eine erhöhte Sensibilität der Fachpersonen braucht, um dem Ziel des familienorientierten Arbeitens gerecht zu werden. Aus einer aktuellen Befragung von Stern und Gschwend (2017) aus dem Kanton Zürich (Schweiz) lassen sich ebenfalls vergleichbare Ergebnisse rapportieren. Eltern von 386 Kindern, welche Leistungen der Heilpädagogischen Früherziehung bezogen, wurden zu ihrer Zufriedenheit befragt. Die Gesamtzufriedenheit darf als hoch betrachtet werden. Rund 90 % der Eltern sind mit dem heilpädagogischen Angebot zufrieden bis sehr zufrieden. Es finden sich jedoch auch in dieser Befragung Rückmeldungen, welche es zu beachten gilt. Orientiert an der Skaleneinteilung nach Dunst et al. (2006) (beziehungsorientierte und teilhabeorientierte Aspekte) und dem „Wie“ und „Was“ nach Sarimski et al. (2012 a) werden auch in dieser Befragung bestimmte Aspekte von den Eltern kritischer beurteilt. Es sind dies die Intensität der Austauschgelegenheiten mit der Fachperson, die Möglichkeit, eigene Anliegen einzubringen, die Klarheit der vereinbarten Ziele und die Umsetzbarkeit der Anweisungen der Fachperson im natürlichen Umfeld des Kindes. Rund 40 % der Eltern wünschen sich demnach zusätzliche Unterstützung und Beratung zu alternativen Betreuungseinrichtungen (z. B. Kita), zur Einschulung, zu weiteren Therapieangeboten und auch zu Erziehungsfragen. Diese Resultate widerspiegeln sich indirekt auch in einer Erhebung von Arbeitstätigkeiten der Fachpersonen der Heilpädagogischen Früherziehung. In einer Untersuchung von Lütolf, Venetz & Koch (2018 a, 2018 b) waren 121 Heilpädagogische Früherzieherinnen und Früherzieher der deutschen Schweiz aufgefordert worden, während fünf Arbeitstagen an acht - zufällig ausgewählten - Zeitpunkten pro Tag ihre aktuelle Arbeitstätigkeit sowie ihr momentanes Erleben mithilfe eines kurzen, standardisierten Fragebogens zeitnah in ihrem natürlichen Arbeitsalltag zu protokollieren. Zusätzlich wurde mit einem konventionellen Fragebogen erfragt, wie die Früherzieherinnen die Bedeutung von fünf im Vorfeld definierten Aufgabenfeldern (Förderung, Elternberatung und -begleitung, Diagnostik, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Prävention/ Früherkennung) allgemein einschätzen und wie viel Zeit sie für die jeweiligen Aufgabenbereiche schätzungsweise aufwenden. Die Abbildung 1 zeigt, dass die Förderung des Kindes und die Elternberatung und -begleitung bezüglich der subjektiven Bedeutung von den befragten Fachpersonen gleichermaßen hoch eingeschätzt werden. Es lässt sich auch erkennen, dass der eingeschätzte Zeitaufwand und die zugeschriebene Bedeutung der jeweiligen Aufgaben nicht übereinstimmend beurteilt werden. Während für die Förderung des Kindes geschätzt mehr Zeit aufgewendet wird als dies der subjektiven Bedeutung entspricht, scheint die Zeit für Elternberatung und -begleitung hingegen nicht zu reichen. Werden diese Einschätzungen zusätzlich mit dem effektiven Zeitaufwand je Aufgabe verglichen, wird eine VHN 3 | 2018 254 MATTHIAS LÜTOLF, MARTIN VENETZ Familienorientierung Heilpädagogischer Früherziehung FACH B E ITR AG deutliche zeitliche Priorisierung der Förderung sichtbar. Der effektive zeitliche Aufwand für die Beratung fällt demgegenüber wesentlich geringer aus (52 % vs. 14 % der Zeitpunkte). Daraus lässt sich schließen, dass hinsichtlich der gelebten Praxis ein Spannungsfeld zwischen der kindorientierten Förderung und der Familienorientierung sichtbar wird. Zwar sprechen die Fachpersonen der kindorientierten Förderung und der Elternberatung, im Sinne der Familienorientierung, eine vergleichbare Bedeutung zu, doch wird dies innerhalb der effektiven Arbeitsmomente wenig sichtbar. Auch wenn sich während der kindorientierten Arbeit Beratungselemente erkennen lassen, indem die Bezugspersonen in mehr als der Hälfte der Fördermomente direkt einbezogen werden, wird bei genauerer Analyse sichtbar, dass zu 46 % aller Zeitpunkte die Fachpersonen der Heilpädagogischen Früherziehung alleine mit dem Kind arbeiten. Lütolf, Koch & Venetz (2015) resümieren, dass die Familienorientierung als Haltung in der Heilpädagogischen Früherziehung als verankert angesehen werden darf. Hingegen „… bedarf es weiterer Anstrengungen im Sinne einer gelebten Familienorientierung…“ (ebd., S. 12), um diese Haltung in die alltägliche Arbeitspraxis zu übertragen. Dies kann mit Blick auf Forschungsergebnisse aus diversen Untersuchungen unter anderem von Lanners, Carolillo, Cappelli & Lambert (2003), Sarimski et al. (2012 b) oder Pretis (2015) bestätigt werden. Lanners (2002) hält fest, dass die Bedürfnisse der Eltern in der Heilpädagogischen Früherziehung an erster Stelle stehen. Wenn die Eltern die nötigen Antworten auf ihre Fragen und Bedürfnisse erhalten, wird die Unterstützung als wirkungsvoll erlebt. Im Weiteren kann zusammenfassend gesagt werden, dass die Unterstützung positiv erlebt wird, wenn die Eltern Informationen und Beratung zur Entwicklung ihres Kindes und zu den persönlichen Fragen rund um das familiäre Zusammenleben erhalten, wenn Entwicklungsschritte des Kindes beobachtbar und auf den Alltag übertragbar sind und die Fachperson die familiäre Situation erkennt und berücksichtigt (Sarimski et al., 2012 a; Pretis, 2015). Subjektive Bedeutung, geschätzter und effektiver Zeitaufwand Förderung Elternberatung & -begleitung Diagnostik Zusammenarbeit & Koordination Prävention & Früherkennung 0 10 20 30 40 50 60 Zeitaufwand in % (beide 0 -100) Subjektive Bedeutung Zeitaufwand (geschätzt) Zeitaufwand (effektiv) Abb. 1 Wichtigkeit der und geschätzte und effektive Zeitverwendung für die Aufgabenfelder VHN 3 | 2018 255 MATTHIAS LÜTOLF, MARTIN VENETZ Familienorientierung Heilpädagogischer Früherziehung FACH B E ITR AG 5 Fazit und Ausblick Familienorientierung ist ein Leitkonzept für die Heilpädagogische Früherziehung. Sie gründet auf theoretischen Überlegungen und empirischen Befunden. Ebenso lassen sich Effekte - und in diesem Sinne auch Wirksamkeit - in verschiedenen Forschungsstudien belegen. Ein Widerspruch auf diese zusammenfassende Äußerung ist auch vonseiten der Fachpersonen im Grundsatz nicht zu erwarten. Abschließend sollen im Folgenden vier Punkte skizziert werden, welche künftig zu beachten und zu bearbeiten sind. Der Familienorientierung wird in der heilpädagogischen Förderung von kleinen Kindern eine hohe und unbestrittene Bedeutung zugesprochen. Es ist jedoch auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass familienorientiertes Arbeiten „… ein Baustein [ist], der mit der erlebten Wirksamkeit [der Eltern; Anm. d. Verf.] in Verbindung gebracht werden kann“ (Pretis, 2015, S. 27). Familienorientierung darf demnach als ein Wirkfaktor angesehen werden, welcher in einer Reihe weiterer Wirkfaktoren steht. Dies sind beispielsweise die Passung zwischen Förderangeboten und Bedürfnissen der Eltern, die inhaltliche Breite (Ganzheitlichkeit) der Angebote oder auch die Berücksichtigung des Ausbildungsniveaus der Fachpersonen (Karoly, Kilburn & Cannon, 2005; Pretis, 2017). Die alleinige Fokussierung auf die Familienorientierung wird der Komplexität der Heilpädagogischen Früherziehung nicht gerecht. Deren Wirksamkeit gilt es breiter zu untersuchen, beispielsweise orientierend am Konzept der evidenzbasierten Praxis. Lanners et al. (2003) betonen, dass der Nutzen der Heilpädagogischen Früherziehung für die Eltern von der wahrgenommenen Wirksamkeit, den erkannten Bedürfnissen der Eltern und der Qualität der Zusammenarbeit mit der Fachperson abhängt. Die Resultate exemplarischer Untersuchungen weisen auf eine hohe Zufriedenheit mit der heilpädagogischen Unterstützung und im Speziellen in Bezug auf die Familienorientierung hin. Nichtdestotrotz zeigen die Befragungen der Eltern, dass die Familienorientierung aus ihrer Sicht optimiert werden kann. Besonders die Berücksichtigung der familiären Bedürfnisse, das Maß an Austauschmöglichkeiten und Unterstützung zur persönlichen Stärkung gilt es dabei hervorzuheben. Sie sind ein Indiz dafür, dass die Verschränkung von kind- und familienorientiertem Handeln weiterhin eine Herausforderung für die Fachpersonen darstellt. Dies wird auch aus einer Untersuchung der Arbeitstätigkeiten der Fachpersonen ersichtlich (Lütolf et al., 2015). Damit Familienorientierung von den Fachpersonen nicht bloß berücksichtigt, sondern auch gelebt wird (Pretis, 2017), bedarf es einer verstärkten professionellen Orientierung an handlungsrelevanten Aspekten des familienorientierten Arbeitens, wie sie von Dunst et al. (2006) unter beziehungsorientierten und teilhabeorientierten Tätigkeiten zusammengefasst werden. Diese Orientierung gilt es bereits im Rahmen der beruflichen Ausbildung zu berücksichtigen. Das Arbeiten im Sinne der Familienorientierung und die verstärkte Berücksichtigung und heilpädagogische Ausrichtung auf Kontextfaktoren muss integraler Ausbildungsbestandteil sein und dementsprechend gewichtet werden (Bertschi, Ermert & Sahrai, 2017). Die Heilpädagogische Früherziehung wird sich künftig dahingehend verändern, dass vermehrt Kinder mit Beeinträchtigungen in Kitas betreut werden. Dies hat zur Folge, dass sich die Fachpersonen auf ein Setting einstellen müssen, in dem der Einbezug der Eltern aktiver gesucht und nötigenfalls auch eingefordert werden muss. Die Förderung in der Familie ist demnach eine Form unter anderen, welche die Unterstützung und Förderung im Sinne der Familienorientierung ermöglicht. Dies soll keinesfalls eine Abkehr der aufsuchenden heilpädagogischen Arbeit bedeuten, erweitert je- VHN 3 | 2018 256 MATTHIAS LÜTOLF, MARTIN VENETZ Familienorientierung Heilpädagogischer Früherziehung FACH B E ITR AG doch das Einsatzgebiet der Fachpersonen. Pretis (2014) weist darauf hin, dass die von den Eltern erlebte Familienorientierung nicht vom Setting der Unterstützung abhängt, sondern vielmehr als eine Frage der Haltung der Fachpersonen verstanden wird. Gelebte familienorientierte Arbeit muss auch in familienergänzenden Strukturen möglich sein. Dafür sind „… a) verfügbare Zeitressourcen der Fachkraft, b) Kommunikationskompetenzen und c) Kontakt- und Partizipationsmöglichkeiten der Familie“ (ebd., S. 97) nötig. In Bezug auf die Forschung ist es nach Pretis (2017) nötig, dass sich die „… Haltungskonzepte der Familien- und Ressourcenorientierung“ (S. 108) als beobachtbare Tätigkeiten und untersuch- und messbare Wirkungen zeigen. Dadurch lässt sich Haltung als Handlung auch empirisch darlegen. Es scheint im Weiteren wichtig zu sein, bestimmte Tätigkeitsaspekte der familienorientierten Arbeit genauer zu untersuchen. Dabei stellt sich die Frage, welche Vorgehensweise für welche Eltern und unter welcher Ausgangslage als effektiv angesehen werden kann. Dies umso mehr, als die Professionalisierung der Fachpersonen und die Elternbildungsforschung wirksame Interventionen hervorgebracht haben, deren Umsetzung jedoch noch wenig systematisch untersucht wurden (Barton & Fettig, 2013). Ein möglicher Weg unter Einbezug der Eltern findet sich bei Bruder & Dunst (2015). Die Autoren schlagen vor, die Qualität des Unterstützungsangebots an den erbrachten oder erhaltenen Leistungen und der Einschätzung der professionellen Fähigkeiten der Fachperson zu messen. Damit wird nicht die Zufriedenheit der Eltern erfragt, sondern deren Einschätzung der Qualität der erbrachten Leistung und der Kompetenzen der Fachpersonen (consumer science framework). Eine solche Herangehensweise dürfte die Erfragung der allgemeinen Zufriedenheit ergänzen und zur Qualitätsüberprüfung einer Unterstützungsleistung beitragen. Literatur Bailey, D. B., Aytch, L. S., Odom, S. L., Symons, F. & Wolery, M. (1999). Early intervention as we know it. Mental Retardation and Developmental Disabilities Research Review, 5 (1), 11 -20. Bailey, D. B., Bruder M. B., Hebbeler, K., Carta, J., Defosset, M., Greenwood, C. … & Barton, L. (2006). Recommended outcomes for families of young children with disabilities. 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