Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete
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0017-9655
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/vhn2019.art47d
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2019
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Rezension
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2019
Barbara Jeltsch-Schudel
Maul, Bärbel; Röhlke, Cornelia (Hrsg.) (2018): Museum und Inklusion – Kreative Wege zur kulturellen Teilhabe Bielefeld: transcript. 168 Seiten, € 29,99
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VHN 4 | 2019 334 REZE NSION E N Maul, Bärbel; Röhlke, Cornelia (Hrsg.) (2018): Museum und Inklusion - Kreative Wege zur kulturellen Teilhabe Bielefeld: transcript. 168 Seiten, € 29,99 Ausgang dieses Buches ist die Frage: „Wie kann inklusive Bildung im Museum für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung gelingen - auch jenseits der Vermittlung durch Text und Sprache? “ (Buchrückseite). Die Antworten fallen vielfältig aus und - dies sei vorweggenommen - vermitteln Leserinnen und Lesern eine Menge an Eindrücken und Anregungen, wie die von der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) vorgegebene „Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport“ (Artikel 30) umgesetzt werden kann und wie komplex sich diese Umsetzung im Bezug auf „Museum für alle“ gestaltet. Ein Blick in die Liste der Autor/ innen verweist darauf, dass an der Verwirklichung nicht nur Fachpersonen aus dem Museumsbereich (mit verschiedenen Funktionen und Aufgaben) und dem Bereich der Sonderpädagogik (mit unterschiedlichen Perspektiven) beteiligt sind, sondern dass auch Vertreter/ innen aus Behörden und Politik eine Rolle spielen. Die reichhaltige Palette von Beiträgen spiegelt diese Vielfalt. Von den Herausgeberinnen wird im Vorwort die Entstehung des Buches geschildert: Wie aus dem Gedanken, ein Museum für alle zu gestalten, das Projekt „StadtMuseum inklusive“ entwickelt wurde, welches in der Fachtagung „Mittendrin: Kreative Zugänge zum Museum für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung“ im April 2018 gipfelte. Diese Tagung fand am Ort des inklusiven Museums statt, im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim; auf den Beiträgen der Tagung basiert das vorliegende Buch. Entsprechend der Vielfalt der Perspektiven der Autor/ innen gestalten sich die Inhalte und Formate der einzelnen Beiträge. Insgesamt werden vor allem in den grundlegenden Ausführungen immer wieder Schnittstellen deutlich, so etwa in der Formulierung, dass das Museum als sozialer Ort zwischen Museumspädagogik und Sozialarbeit gesehen wird oder dass ein inklusives Museum als Ort der Erwachsenenbildung für Menschen mit geistiger Behinderung verstanden wird. Betont wird dabei auch, dass es darum geht, Menschen zu beteiligen, nicht zu behindern. Ohne die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen - beispielhaft von „Museum“ und „Einrichtung für Menschen mit Behinderungen“ - ist die Umsetzung der kulturellen Teilhabe für alle im Museum an diesen Schnittstellen nicht realisierbar. Damit wird auch klar, dass zwar grundlegende Überlegungen und Planungsarbeiten gemacht werden müssen, dass diese aber nur in konkreten Projekten verwirklicht werden können. Diese werden geprägt durch alle beteiligten Personen (mit und ohne Behinderungen) und die jeweiligen institutionellen Rahmenbedingungen. Nicht nur Inklusion, sondern auch Partizipation wird so zur treibenden Kraft der Projekte. Im letzten Teil des Buches finden sich Fotos, welche die in Worte gefassten Beschreibungen der Projekte als bunte Illustration bereichern und erweitern. Das Buch vermittelt eine Fülle an Informationen und sehr anregenden Möglichkeiten, wie in Museen Kultur für alle zugänglich gemacht werden kann und ist für interessierte Leserinnen und Leser sehr zu empfehlen. Prof. Dr. Barbara Jeltsch-Schudel CH-1700 Freiburg/ Schweiz DOI 10.2378/ vhn2019.art47d
