Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete
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0017-9655
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/vhn2020.art18d
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2020
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Rezension: Einführung in die sonderpädagogische Diagnostik
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Christine Beckerle
Bundschuh, Konrad; Winkler, Christoph (2019): Einführung in die sonderpädagogische Diagnostik 9., überarbeitete Auflage. München: Ernst Reinhardt. 464 S., € 39,99
5_089_2020_2_0009
VHN 2 | 2020 136 REZE NSION E N Bundschuh, Konrad; Winkler, Christoph (2019): Einführung in die sonderpädagogische Diagnostik 9., überarbeitete Auflage. München: Ernst Reinhardt. 464 S., € 39,99 Bei dem Buch „Einführung in die sonderpädagogische Diagnostik“ von Bundschuh und Winkler handelt es sich bereits um die neunte Auflage, was für die Bedeutung und Anerkennung dieses Standardwerks spricht. Aufgrund der Inklusionsdebatte der letzten Jahre war eine Neuauflage vonnöten, die sich auch mit neu aufkommenden Fragen in verschiedensten pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern auseinandersetzt. Betont wird im gesamten Werk, dass die Autoren Diagnostik im Sinne von Förderdiagnostik verstehen, was gut zur inklusiven Erziehungs- und Bildungsarbeit passt. Das Buch umfasst neben einer Einleitung und einem Ausblick fünf Hauptkapitel. Es beginnt in Kapitel 2 mit der Geschichte der Intelligenzdiagnostik, um die historischen Ursprünge sowie die lange Entwicklung der sonderpädagogischen Diagnostik zu veranschaulichen. In Kapitel 3 werden wesentliche Begriffe, Aufgaben, Funktionen und Bereiche der sonderpädagogischen Diagnostik definiert, wodurch elementares Wissen zu diesem Themenbereich vermittelt wird, das als Rahmung für weitere spezifische Ausführungen unabdingbar ist. Testungen im Kontext sonderpädagogischer Diagnostik werden in Kapitel 4 thematisiert. Die Erläuterungen zum Aufbau, zu Gütekriterien, zur Standardisierung sowie zur Klassifikation von Tests sind umfassend und schaffen einen tiefen Einblick in diese Art von Diagnostikverfahren. In Kapitel 5 folgt eine differenzierte Beschreibung des förderdiagnostischen Prozesses, wodurch eine große Bandbreite von Diagnostikverfahren (Tests, Screenings, Beobachtungen, projektive Verfahren) zu vielfältigen Entwicklungs- und Bildungsbereichen (allgemeine Entwicklung, Kognition/ Intelligenz, Schulleistungen, Arbeitsverhalten, sozio-emotionales Verhalten, Sprache/ Kommunikation, Motorik, Wahrnehmung) vorgestellt wird; in jeden Themenbereich wird kurz eingeführt, bevor konkrete Verfahren aufgeführt werden. Sehr lobenswert ist, dass die Komplexität des Prozesses deutlich wird, da alle Schritte (Vorinformation, Informationsphase, Diagnose-Erziehung- Förderung [angesehen als Einheit]) thematisiert werden, wodurch das Kapitel sehr dicht an Informationen zu unterschiedlichsten Aspekten ist; allerdings ist das Kapitel auch entsprechend anspruchsvoll für die Lesenden, weshalb es von Vorteil sein könnte, wenn Vorkenntnisse zu Diagnostikverfahren vorliegen. Kapitel 6 geht dann sehr praxisorientiert auf das sonderpädagogische Gutachten und dessen Förderorientierung ein, was gewinnbringend für angehende und erfahrene Sonderpädagog/ innen in Schulen ist; gerade durch konkrete Gestaltungshinweise und Fallbeispiele ist dieses Kapitel äußerst informativ und auch beliebt bei den Lesenden. Insgesamt wird das Buch also dem hohen inhaltlichen Anspruch gerecht, einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der sonderpädagogischen Diagnostik zu bieten. Auch durch die gut verständliche Ausdrucksweise, die Formulierung von Lernzielen zu Beginn jedes Kapitels, ein umfassendes Verzeichnis diagnostischer Tests und Förderverfahren im Anhang sowie ein Sachregister mit allen Schlagwörtern eignet sich das Buch sowohl für Auszubildende/ Studierende wie auch für Berufstätige als Grundlagenlektüre und als Nachschlagewerk. Aus Sicht einer Lehrenden im Bereich der Sonderpädagogik bietet sich das Buch auch für Dozierende in der Aus- und Weiterbildung an. Dr. Christine Beckerle D-30159 Hannover DOI 10.2378/ vhn2020.art18d Möckel, Andreas (2019): Das Paradigma der Heilpädagogik Würzburg: Edition Bentheim. 166 S., € 23,- Der kürzlich verstorbene Andreas Möckel nimmt uns in diesem Essay, das er zu seinem 92. Geburtstag in Würzburg präsentiert hat, auf eine erziehungswissenschaftliche Kulturreise mit. Er fühlt
