Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete
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0017-9655
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/vhn2025.art05d
5_094_2025_1/5_094_2025_1.pdf11
2025
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Fachbeitrag: Konfirmatorische Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales - Third Edition. Deutsche Fassung
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2025
Gerolf Renner
Markus Scholz
Die Bestimmung Adaptiver Verhaltensweisen gewinnt diagnostisch auch im deutschsprachigen Raum immer mehr an Bedeutung. Mit den Vineland-3 liegt ein erstes normiertes mehrdimensionales Verfahren zur Einschätzung des Adaptiven Verhaltens vor. Die hier berichteten konfirmatorischen Faktorenanalysen zur Überprüfung der faktoriellen Validität des Verfahrens basieren auf den Interkorrelationen der Subtests der Vineland-3 in der deutschen Normierung. Die im Manual angenommene dreifaktorielle Struktur der Langform ließ sich weitestgehend nicht bestätigen. Auch eindimensionale Modelle lieferten keine befriedigenden Ergebnisse. Beim dreifaktoriellen Modell des Lehrerfragebogens fanden sich durchgehend unzulässige Lösungen (Heywood-Fälle). In der praktischen Nutzung sollten daher Skalen – wenn überhaupt – nur vorsichtig interpretiert werden.
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43 VHN, 94. Jg., S. 43 -59 (2025) DOI 10.2378/ vhn2025.art05d © Ernst Reinhardt Verlag FACH B E ITR AG Konfirmatorische Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales - Third Edition. Deutsche Fassung Gerolf Renner, Markus Scholz Pädagogische Hochschule Ludwigsburg Zusammenfassung: Die Bestimmung Adaptiver Verhaltensweisen gewinnt diagnostisch auch im deutschsprachigen Raum immer mehr an Bedeutung. Mit den Vineland-3 liegt ein erstes normiertes mehrdimensionales Verfahren zur Einschätzung des Adaptiven Verhaltens vor. Die hier berichteten konfirmatorischen Faktorenanalysen zur Überprüfung der faktoriellen Validität des Verfahrens basieren auf den Interkorrelationen der Subtests der Vineland-3 in der deutschen Normierung. Die im Manual angenommene dreifaktorielle Struktur der Langform ließ sich weitestgehend nicht bestätigen. Auch eindimensionale Modelle lieferten keine befriedigenden Ergebnisse. Beim dreifaktoriellen Modell des Lehrerfragebogens fanden sich durchgehend unzulässige Lösungen (Heywood-Fälle). In der praktischen Nutzung sollten daher Skalen - wenn überhaupt - nur vorsichtig interpretiert werden. Schlüsselbegriffe: Faktorielle Validität, Vineland-3, Adaptives Verhalten, Intelligenzminderung Confirmatory Factor Analyses of the Vineland Adaptive Behavior Scales - Third Edition. German Adaptation Summary: The assessment of adaptive behavior is becoming increasingly important in German-speaking countries. The Vineland-3 is the first standardized multidimensional instrument for the assessment of adaptive behavior available in a German adaptation. The present study examined the factorial validity of the instrument using confirmatory factor analyses, which were based on the intercorrelations of the subtests in the German standardization sample. Our analysis largely failed to confirm the three-factorial structure of the comprehensive form. Furthermore, unidimensional models did not show adequate model fit. In the three-factor model of the teacher questionnaire, inadmissible solutions (Heywood cases) were found throughout. Consequently, scales should only be interpreted with caution, if at all, in practical applications. Keywords: Factorial validity, Vineland-3, adaptive behavior, intellectual disability 1 Adaptives Verhalten: Grundlagen und Diagnostik Adaptives Verhalten ist ein Konstrukt, welches vor allem im anglo-amerikanischen Raum schon früh als zusätzliches Kriterium neben einer Beeinträchtigung der Intelligenzentwicklung für die Diagnose einer Intelligenzminderung herangezogen wurde (Grossman, 1983). Orthmann Bless und Zurbriggen (2017) beschreiben den Kern des Konstrukts als Bewältigung „alters- und kulturtypischer gesellschaftlicher Anforderungen im Hinblick auf die alltägliche Lebensgestaltung“ (S. 42). Es geht also um die Fähigkeiten einer Person, die für ein selbstständiges Leben in einer bestimmten Gesell- VHN 1 | 2025 44 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG schaft benötigt werden. Die einflussreiche Definition von Intelligenzminderungen der American Association on Intellectual and Developmental Disability (AAIDD; Schalock, Luckasson & Tassé, 2021) sieht Adaptives Verhalten als gelernte Fähigkeiten, die von Personen im Alltag genutzt werden. Gegliedert wird das Konstrukt dort in konzeptionelle (z. B. Lesen und Schreiben, expressive und rezeptive Sprache, Umgang mit Geld), soziale (z. B. Pflege von Freundschaften, soziale Teilhabe) und praktische Fähigkeiten (z. B. Zubereitung von Mahlzeiten, Aufgaben im Haushalt). Nach mehreren Jahrzehnten der Forschung (u. a. McGrew & Bruininks, 1989) hat sich die Gliederung in diese drei Bereiche durchgesetzt (Tassé et al., 2012). Allerdings stellen Price, Morris und Costello (2018) in einem aktuelleren Review fest, dass es keine universelle Definition von Adaptivem Verhalten gibt und es im Augenblick hauptsächlich dadurch definiert wird, was die jeweiligen Verfahren zur Bestimmung von Adaptivem Verhalten messen. Sie kritisieren zudem den überproportionalen Einfluss US-amerikanischer Forschung auf die Definition des Konstrukts, obwohl es um die Anforderungen des jeweiligen kulturellen Kontextes in unterschiedlichen Lebensphasen geht (Price, Morris & Costello, 2018). Für Diagnostik und Forschung ist es daher sehr wichtig, sich kritisch damit auseinanderzusetzen, was ein bestimmtes Verfahren misst oder auch nicht misst. In den letzten Jahren gewinnt Adaptives Verhalten auch im deutschsprachigen Raum sowohl in der klinisch-psychologischen als auch in der sonderpädagogischen Diagnostik immer mehr an Bedeutung. In den aktuellen Empfehlungen zur schulischen Bildung, Beratung und Unterstützung im Schwerpunkt geistige Entwicklung (Kultusministerkonferenz, 2021, S. 18) werden adaptive Fähigkeiten erstmals explizit als notwendiger Bestandteil der Diagnostik aufgeführt. Sie sollen neben dem kognitiven Funktionsniveau sowie den Ergebnissen einer Intelligenzdiagnostik Beachtung finden. Auch in der medizinisch-psychologischen Diagnostik spielt das Konstrukt eine bedeutende Rolle (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, 2021). Bereits in der ICD-10 gab es bei der Diagnostik einer Intelligenzminderung das Doppelkriterium aus Intelligenz und adaptiven Fähigkeiten (Dilling, Mombour & Schmidt, 2015). Die ICD-11 stellt nun Adaptive Verhaltensweisen bei der Diagnose einer „disorder of intellectual development“ (WHO, 2023) - bzw. Störung der Intelligenzentwicklung in der vorläufigen deutschen Übersetzung (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2022) - als gleichwertiges Kriterium zur Intelligenzdiagnostik noch präsenter heraus. Dementsprechend müssen sich Diagnostiker: innen aus verschiedenen Kontexten mit Adaptivem Verhalten auseinandersetzen. Zur Bestimmung des Konstrukts gibt es im englischen Sprachraum verschiedene normierte Verfahren, wie das Adaptive Behavior Assessment System - Third Edition (ABAS-3; Harrison & Oakland, 2015), die Diagnostic Adaptive Behavior Scale (DABS; Tassé et al., 2017) und die Vineland Adaptive Behavior Scales - Third Edition (Vineland-3; Sparrow, Cicchetti & Saulnier, 2016). 2 Aufbau und faktorielle Validität der Vineland-3 Die Vineland-3 (Sparrow, Cicchetti & Saulnier, 2021) sind das einzige im deutschsprachigen Raum normierte Fremdbeurteilungsverfahren zur Messung des Adaptiven Verhaltens (für eine ausführliche Darstellung und Rezension siehe Irblich, 2022; Irblich, Kölbl & Scholz, 2023). Weitere Verfahren wie das Heidelberger Kompetenz-Inventar für geistig Behinderte (Holtz, Eberle, Hillig & Marker, 2004) oder die Testbatterie für geistig behinderte Kinder (Bondy, Cohen, Eggert & Lüer, 1975) wurden nur an spezifischen Personengruppen normiert oder sind als veraltet zu bewerten. VHN 1 | 2025 45 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Abb. 1 Struktur der Vineland-3 (links Elternfragebogen, rechts Lehrerfragebogen). Die Teststruktur von Eltern- und Lehrerfragebogen unterscheidet sich nur im Bereich Alltagsfertigkeiten. Elternfragebogen Lehrerfragebogen Zuhören & Verstehen Sprechen Lesen & Schreiben Für sich selbst sorgen Hausarbeit Leben in der Gemeinschaft Umgang mit anderen Spielen & Freizeit Anpassung Zuhören & Verstehen Sprechen Lesen & Schreiben Für sich selbst sorgen Zahlenverständnis Schulgemeinschaft Umgang mit anderen Spielen & Freizeit Anpassung Alltagsfertigkeiten Kommunikation Adaptives Verhalten Soziale Fertigkeiten Alltagsfertigkeiten Kommunikation Soziale Fertigkeiten Adaptives Verhalten VHN 1 | 2025 46 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Die Einschätzung erfolgt durch eine primäre Bezugsperson (Elternfragebogen) und/ oder durch eine Lehrkraft oder Erzieher: in (Lehrerfragebogen). Für beide Varianten existieren jeweils eine Kurz- und eine Langform. Die Langform besteht aus drei sogenannten Kernskalen: Kommunikation mit den Subskalen Zuhören und Verstehen, Sprechen sowie Lesen und Schreiben; Alltagsfertigkeiten mit den Subskalen Für sich selbst sorgen, Hausarbeit bzw. Zahlenverständnis und Leben in der Gemeinschaft bzw. Schulgemeinschaft und Soziale Fertigkeiten mit den Subskalen Umgang mit anderen, Spielen und Freizeit sowie Anpassung. Aus den Kernskalen wird der Gesamtwert Adaptives Verhalten (GAV) gebildet. Abbildung 1 gibt einen Überblick über die beschriebene Struktur. In der Kurzform können die drei Kernskalen und der GAV berechnet werden. In beiden Formen gibt es zusätzlich Fragen zum sogenannten Problemverhalten und bis zum Alter von 9 Jahren die Skala Motorik mit den Subskalen Feinmotorik und Grobmotorik. Die Kernskalen weichen inhaltlich etwas von den oben erwähnten drei Bereichen des Adaptiven Verhaltens ab. So ist z. B. Lesen und Schreiben der Skala Kommunikation zugeordnet, während Zahlenverständnis Teil der Skala Alltagsfertigkeiten ist. In der Literatur zum Adaptiven Verhalten werden jedoch arithmetische Kompetenzen und Fähigkeiten im Schriftspracherwerb unter die konzeptionellen Fähigkeiten gefasst (Schalock et al., 2021; Tassé et al., 2012). Zwar gibt es, wenn man die Kommunikation mittels sozialer Medien oder Messenger-Dienste betrachtet,Überschneidungen zwischen Kommunikation und Lesen und Schreiben. Die Vineland-3 betrachtet aber eher die schriftsprachliche Kompetenz als die kommunikative Funktion von Schriftsprache. So stellt sich die Frage nach der inhaltlichen Validität der Skalen Kommunikation und Alltagsfertigkeiten. Somit besteht in den Vineland-3 lediglich zwischen der Skala Soziale Fertigkeiten und den oben genannten sozialen Fähigkeiten als Teilbereich des Adaptiven Verhaltens ein enger Bezug. Validität ist ein zentrales Gütekriterium von diagnostischen Instrumenten (Schmidt-Atzert & Amelang, 2012). Die faktorielle Validität bezieht sich auf die Frage, ob die Struktur eines Tests durch empirische Daten gestützt wird (American Educational Research Association, American Psychological Association & National Council on Measurement in Education, 2014; Brunner, Nagy & Wilhelm, 2012; Cizek, 2012). In einem hierarchisch aufgebauten Verfahren wie den Vineland-3 sollten die Untertests einen engen Zusammenhang mit der zugeordneten Skala und einen geringeren Zusammenhang mit den weiteren Skalen aufweisen. Die Überprüfung einer theoretisch formulierten Teststruktur erfolgt durch konfirmatorische Faktorenanalysen, mit denen die Übereinstimmung zwischen den theoretisch erwarteten und den empirisch gefundenen Kovarianzen der Subskalen beurteilt werden kann. Mangelnde faktorielle Validität hat Konsequenzen für die inhaltliche Interpretation eines Verfahrens. Wenn Subskalen substanzielle Ladungen auf mehreren Faktoren aufweisen, können diese nicht eindeutig einem bestimmten Inhaltsbereich zugeordnet werden. Orientiert sich die Testinterpretation trotzdem nur an den Vorgaben des Manuals, kann dies zu einem verzerrten Bild vom Profil der untersuchten Person führen. Diskrepanzen zwischen Subskalen, die vermeintlich das gleiche Konstrukt messen, und Abweichungen einzelner Ergebniswerte vom Gesamtergebnis werden gehäuft auftreten, wenn die Subskalen mit den zugeordneten Skalen nur eine schwache Korrelation aufweisen. Heterogene Profile spiegeln dann nicht Besonderheiten eines individuellen Testprofils wider, sondern sind regelmäßig zu erwarten und diagnostisch nicht erhellend. VHN 1 | 2025 47 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Überprüfungen der faktoriellen Validität der englischsprachigen Vineland-3 wurden anhand der US-amerikanischen Normierungsdaten vorgenommen. Pandolfi und Magyar (2021) führten eine explorative Faktorenanalyse der nicht in der deutschsprachigen Adaption berücksichtigten Interviewform der Vineland-3 auf Basis der Interkorrelationstabellen aus dem Manual der amerikanischen Originalversion durch. Die Analysen bezogen sich ausschließlich auf die Altersgruppe von 11 bis 20 Jahren. Der GAV klärte in allen Formen einen weitaus größeren Anteil der Varianz der Subskalen auf als die drei Kernskalen. Die Zuordnungen der Subskalen zu den Faktoren entsprachen nicht der Teststruktur. Die Autor: innen empfahlen, in erster Linie den Gesamtwert für die Beurteilung des Adaptiven Verhaltens heranzuziehen. Farmer, Floyd und McNicholas (2021) sahen bei ihrer Analyse der englischsprachigen Interviewform für Eltern sowohl Evidenz für eine eindimensionale Struktur, die in explorativen Faktorenanalysen nahegelegt wurde, als auch für ein dreifaktorielles Modell, das der Teststruktur der Vineland-3 entsprach und in konfirmatorischen Faktorenanalysen die relativ beste Modellpassung aufwies. Die von Farmer et al. (2021) berichteten Indikatoren für den Modell-Fit hätten aus unserer Sicht allerdings zumindest für die Altersgruppe 12 bis 18 Jahre und für die in der deutschen Adaption nicht berücksichtigte Gruppe der Erwachsenen Zweifel an der dreidimensionalen Struktur gerechtfertigt. McClain et al. (2023) untersuchten anhand der Normierungsdaten der US-amerikanischen Interviewform die Messinvarianz des Verfahrens für Menschen mit und ohne Intelligenzminderungen und Entwicklungsstörungen im Altersbereich von 6 bis 21 Jahren. Fehlende Messinvarianz würde die Validität von Interpretationen des Testprofils gefährden und gegen die Anwendung derselben Verrechnungsregeln bei Vorliegen einer intellektuellen Behinderung sprechen. Die Autor: innen kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Faktorladungen der Subskalen Coping Skills (Skala Socialization; in der deutschen Fragebogenversion Soziale Fertigkeiten) und Personal (Skala Daily Living Skills; entsprechend Alltagsfertigkeiten) in den beiden Gruppen unterscheiden. 3 Fragestellung Die faktorielle Validität eines mehrdimensionalen Verfahrens wie der Vineland-3 ist ein essenzieller Aspekt der Testqualität und wichtige Voraussetzung für eine an der Teststruktur orientierte Interpretation der Testwerte. Daten zur faktoriellen Validität zeigen, ob das Ergebnis einer Skala primär durch das vom Skalennamen suggerierte Konstrukt oder durch andere Fähigkeiten bestimmt wird. Wenn Subskalen auf mehreren Faktoren laden, können die Skalenwerte nicht als Indikatoren gut definierter Konstrukte interpretiert werden. Ein weiterer Aspekt der faktoriellen Validität ist die Invarianz der Faktorenstruktur über verschiedene Gruppen. Bei Verfahren, die über einen breiten Altersbereich eingesetzt werden, sollte speziell die Invarianz über unterschiedliche Altersgruppen aufgezeigt werden. Nur wenn diese gegeben ist, können die Skalen in verschiedenen Altersgruppen auf die gleiche Art und Weise interpretiert werden (Millsap, 2011). Im Manual der Vineland-3 werden keine entsprechenden Daten vorgestellt. Als vermeintlicher Beleg für die Gültigkeit der Teststruktur wird nur darauf verwiesen, dass „die Korrelationen zwischen einzelnen Subskalen im Allgemeinen höher sind als die Korrelationen zwischen den Subskalen aus verschiedenen Skalen“ (Sparrow et al., 2021, S. 145). Es bleibt damit auch fraglich, ob die Faktorenstruktur tatsächlich invariant über die Altersgruppen ist. Zweifel an der faktoriellen Validität der VHN 1 | 2025 48 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Vineland-3 bestehen zum einen aufgrund der Befunde von Pandolfi und Magyar (2021) zur US-amerikanischen Vineland-3, zum anderen aufgrund theoretischer Überlegungen. In den Vineland-3 werden drei Kernskalen gebildet, die den durch die AAIDD (Schalock et al., 2021) für Adaptives Verhalten postulierten Bereichen nicht ganz entsprechen. Es stellt sich daher die Frage, inwieweit die etwas abweichende Grundstruktur auch empirisch trägt. Die Skala Motorik der Vineland-3 wird bei der Ermittlung des GAV nicht berücksichtigt. Zahlreiche Items der Subskalen zum Adaptiven Verhalten setzen jedoch voraus, dass grundlegende motorische Kompetenzen vorhanden sind. Dies wird in den Durchführungsrichtlinien, die auf die eigenständige Ausführung der jeweiligen Verhaltensweisen abzielen, nur teilweise berücksichtigt. Insofern kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein engerer Zusammenhang zwischen dem GAV und Motorik besteht, als im Manual angenommen. Daraus ergeben sich folgende empirische Fragestellungen: 1. Kann die Faktorenstruktur der Langform der Vineland-3 Eltern- und Lehrerfragebogen auf Basis der Normierungsdaten bestätigt werden? 2. Ist die Faktorenstruktur der Vineland-3 invariant über die Altersgruppen? 3. Verbessert die Einbeziehung der Skala Motorik in die Teststruktur die Modellpassung in der Altersgruppe 3 bis 6 Jahre? 4 Methoden 4.1 Datenbasis Konfirmatorische Faktorenanalysen werden auf der Basis von Kovarianz- oder Korrelationsmatrizen vorgenommen (Kline, 2016). Es war daher für die vorliegenden Analysen möglich, die im Zuge der deutschen Normierung ermittelten Interkorrelationen der Subtests der Vineland-3 zu verwenden, die für den Eltern- und den Lehrerfragebogen in den Tabellen 5.3 und 5.4 des Manuals (Sparrow et al., 2021, S. 109ff.) jeweils für drei Altersgruppen angegeben werden. Die deutsche Normierung der Vineland-3 erfolgte von 2018 bis 2020 durch „ein renommiertes Sozialforschungsinstitut“ (ebd., S. 104). Die Normstichprobe des Elternfragebogens umfasste 1.182, die des Lehrerfragebogens 1.100 Kinder und Jugendliche. 4.2 Statistische Auswertung Mit den vorliegenden Interkorrelationen der Subtests wurden konfirmatorische Faktorenanalysen mit AMOS 28 (Arbuckle, 2021) nach der Maximum-Likelihood-Methode durchgeführt. Korrelationen, Mittelwerte und Standardabweichungen der Subtests sowie die Stichprobengrößen wurden entsprechend der programmspezifischen Vorgaben (AMOS Development Corporation, 2021) eingelesen. Für Eltern- und Lehrerfragebogen wurden jeweils getrennt nach Altersgruppen überprüft: ◾ Modell 1: Es handelt sich um ein hierarchisches Modell entsprechend der im Manual postulierten Teststruktur (Abb. 1) mit 3 Faktoren erster Ordnung, die den Skalen der Vineland-3 entsprechen, und einem Faktor zweiter Ordnung (Generalfaktor des Adaptiven Verhaltens), auf dem alle Faktoren erster Ordnung laden. ◾ Modell 1 a: In einer Variante von Modell 1 wurde bei den 3bis 6-Jährigen ein weiterer Faktor mit den Untertests zur Motorik aufgenommen. Diese werden nach den Vorgaben des Manuals nicht bei der Berechnung des Gesamtwerts berücksichtigt. Im Manual sind Interkorrelationen der Motoriktests auch für die Altersgruppe 7 bis 11 Jahre tabelliert. Diese können jedoch hier nicht berücksichtigt werden, da Normwerte nur VHN 1 | 2025 49 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG bis zum Alter von 9 Jahren zur Verfügung stehen und die Korrelationstabelle daher auf unterschiedlichen, nicht separat dargestellten Werten beruhen muss. ◾ Modell 2 stellt ein einfaktorielles Modell dar, bei dem alle Skalen des Adaptiven Verhaltens auf einem einzigen Faktor erster Ordnung laden und das somit die Teststruktur sparsamer beschreibt. ◾ Modell 2 a: Es handelt sich um ein einfaktorielles Modell für die Altersgruppe 3 bis 6 Jahre unter Einbeziehung der Untertests zur Motorik. Zur Bewertung der globalen Modellpassung wurden neben dem χ 2 -Wert der Comparative- Fit-Index (CFI), der Tucker-Lewis-Index (TLI) und der Root Mean Square Error of Approximation (RMSEA) herangezogen. Signifikante χ 2 -Tests zeigen eine mangelnde Modellpassung an, wobei der χ 2 -Wert bei großen Stichproben, wie sie hier vorliegen, sehr sensitiv für Modellabweichungen ist. CFI-Werte und TLI-Werte von .95 oder höher sowie RMSEA-Werte von .06 oder niedriger wurden als Indikatoren einer guten Passung interpretiert (Hu & Bentler, 1999; Schermelleh-Engel, Moosbrugger & Müller, 2003). Für die Faktoren erster Ordnung wurde die Durchschnittlich erfasste Varianz (DEV) berechnet. Die DEV wird als Durchschnitt der quadrierten Ladungen jedes Faktors ermittelt. Sie beschreibt, wie eng der Zusammenhang zwischen der latenten Variable und deren manifesten Indikatoren ist. Sie sollte nach dem Fornell-Larcker-Kriterium für die diskriminante Validität mindestens bei 0.5 liegen und höher ausfallen als die quadrierten Interkorrelationen mit den weiteren latenten Faktoren (Fornell & Larcker, 1981). Ist dies der Fall, kann davon ausgegangen werden, dass die Konstrukte zuverlässig unterschieden werden können. Außerdem wurde die Konstruktreliabilität (Jöreskogs rho) berechnet, die einen Wert von 0.7 erreichen sollte. Rho fällt umso höher aus, je enger der Zusammenhang zwischen Indikatoren und latenter Variable ist und wird daher auch als Indikator der konvergenten Validität betrachtet (Hair, Black, Babin & Anderson, 2014). Weiter wurde eine Mehrgruppenanalyse durchgeführt, um die Invarianz von Modell 1 über die Altersgruppen zu prüfen. Ausgehend von einem Modell, das in den drei Altersgruppen nur eine identische Faktorenstruktur ohne weitere Einschränkungen annahm (konfigurale Invarianz), wurden restriktivere Modelle getestet, die zusätzlich die Gleichheit der Faktorladungen (metrische Invarianz) und die Gleichheit der Intercepts (skalare Invarianz) verlangten (vgl. Kline, 2016; Schwab & Helm, 2015). Zur statistischen Beurteilung wurden χ 2 -Differenztests und Veränderungen des CFI (ΔCFI) sowie des RMSEA (ΔRMSEA) herangezogen (vgl. Chen, 2007; Putnick & Bornstein, 2016). Die Annahme der Messinvarianz soll beibehalten werden, wenn der CFI um weniger als 0.01 Einheiten niedriger ausfällt und der RMSEA um weniger als 0.015 Einheiten steigt. 5 Ergebnisse 5.1 Elternfragebogen Modell 1 Im Hinblick auf die globale Modellgüte zeigte sich für die Altersgruppen 3 - 6 und 7 - 11 Jahre jeweils keine ausreichende Passung. Die festgelegten Richtwerte für CFI (.95 oder höher), TLI (.95 oder höher) und RMSEA (.06 oder niedriger) wurden durchgehend verfehlt. In der Altersgruppe 11 - 21 erreicht nur der CFI den Richtwert (Tab. 1). Die Ladungen der Subtests auf den Faktoren erster Ordnung waren durchgehend signifikant und können den Abbildungen 2, 3 und 4 entnommen werden. VHN 1 | 2025 50 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Altersgruppe Modell χ 2 df P χ 2 / df CFI TLI RMSEA [90 %-KI] 3 -6 Jahre (1) Hierarchisch (3 Faktoren) 155.42 24 < .001 6.48 .94 .91 .107 [.091, .123] (1 a) Hierarchisch (4 Faktoren) 218.76 40 < .001 5.47 .93 .90 .097 [.084, .109] (2) Unidimensional (9 Subskalen) 309.08 27 < .001 11.45 .87 .82 .148 [.133, .163] (2 a) Unidimensional (11 Subskalen) 394.74 44 < .001 8.97 .86 .83 .129 [.117, .141] 7 -11 Jahre (1) Hierarchisch (3 Faktoren) 336.61 24 < .001 14.03 .77 .65 .185 [.168, .203] (2) Unidimensional (9 Subskalen) 380.48 27 < .001 14.09 .73 .65 .185 [.169, .202] 12 -21 Jahre (1) Hierarchisch (3 Faktoren) 85.84 24 < .001 3.58 .96 .94 .090 [.070, .111] (2) Unidimensional (9 Subskalen) 175.78 27 < .001 6.51 .91 .88 .131 [.113, .150] Tab. 1 Ergebnisüberblick über die konfirmatorischen Faktorenanalysen der Vineland-3 (Elternfragebogen) Anmerkungen: df = Freiheitsgrade, CFI = Comparative Fit Index, TLI = Tucker-Lewis-Index, RSMSEA = Root Mean Square Error of Approximation, KI = Konfidenzintervall Abb. 2 Dreifaktorielles Modell der Vineland-3 bei 3bis 6-Jährigen mit standardisierten Ladungskoeffizienten. χ 2 = 155.42, df = 24, p < 0.001, CFI = .94, TLI = .91, RMSEA = .107. Kommunikation Leben in der Gemeinschaft Hausarbeit Für sich selbst sorgen Lesen & Schreiben Sprechen Zuhören & Verstehen Umgang mit anderen Spielen & Freizeit Anpassung Alltagsfertigkeiten Soziale Fertigkeiten Adaptives Verhalten 0.80 0.80 0.82 0.83 0.76 0.78 0.41 0.76 0.77 0.92 0.85 0.90 VHN 1 | 2025 51 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Abb. 3 Dreifaktorielles Modell der Vineland-3 bei 7bis 11-Jährigen mit standardisierten Ladungskoeffizienten. χ 2 = 336.61, df = 24, p < 0.001, CFI = .77, TLI = .65, RMSEA = .185. Kommunikation Leben in der Gemeinschaft Hausarbeit Für sich selbst sorgen Lesen & Schreiben Sprechen Zuhören & Verstehen Umgang mit anderen Spielen & Freizeit Anpassung Alltagsfertigkeiten Soziale Fertigkeiten Adaptives Verhalten 0.74 0.75 0.72 0.45 0.67 0.73 0.64 0.54 0.77 0.92 0.88 0.88 Abb. 4 Dreifaktorielles Modell der Vineland-3 bei 12bis 21-Jährigen mit standardisierten Ladungskoeffizienten. χ 2 = 85.84, df = 24, p < 0.001, CFI = .96, TLI = .94, RMSEA = .090. Kommunikation Leben in der Gemeinschaft Hausarbeit Für sich selbst sorgen Lesen & Schreiben Sprechen Zuhören & Verstehen Umgang mit anderen Spielen & Freizeit Anpassung Alltagsfertigkeiten Soziale Fertigkeiten Adaptives Verhalten 0.78 0.59 0.80 0.91 0.81 0.78 0.68 0.72 0.88 0.90 0.87 0.96 VHN 1 | 2025 52 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Die Faktoren erster Ordnung zeigten mit Werten > .77 in allen Altersgruppen einen engen korrelativen Zusammenhang (Tab. 2). Die DEV lag teilweise unter .50, insbesondere in der Altersgruppe 7 bis 11 Jahre. In keiner Altersgruppe lag die DEV höher als der gemeinsame Varianzanteil mit allen weiteren Faktoren erster Ordnung, das Fornell-Larcker-Kriterium wurde daher durchgehend verfehlt. Die Werte für die Konstruktreliabilität der Skalen lagen überwiegend über oder knapp unter dem Richtwert von .70 (Tab. 3). Die Prüfung der Invarianz über die Altersgruppen (Tab. 4) fiel je nach betrachtetem Indikator uneinheitlich aus. Die χ 2 -Differenztests sprachen für eine signifikant schlechtere Passung, wenn die Gleichheit der Faktorladungen in den drei Altersgruppen verlangt wurde. Auch die Differenz zwischen den CFI-Werten sprach gegen die metrische und skalare Invarianz. Die Zunahme des RMSEA lag dagegen für die metrische und skalare Invarianz unter dem Richtwert (Tab. 4). Modell 1 a Die Richtwerte für die Modellpassung wurden verfehlt (Tab. 1). Im Vergleich zu Modell 1 zeigte sich im χ 2 -Differenztest eine relativ schlechtere Passung (Δχ 2 (16) = 63.5, p < .001). Mit einem Wert von λ = .86 lud der latente Motorikfaktor allerdings sehr hoch auf dem Generalfaktor des adaptiven Verhaltens (Abb. 5). Die implizierten Korrelationen mit den weiteren Faktoren erster Ordnung lagen bei .73 für Kommunikation sowie jeweils bei .78 für Alltagsfertigkeiten und Soziale Fertigkeiten. 3 -6 Jahre 7 -11 Jahre 12-21 Jahre ◾ KOM - SF ◾ AF - SF ◾ AF - KOM .78 .83 .77 .81 .81 .77 .78 .87 .84 Tab. 2 Interkorrelationen der Faktoren erster Ordnung im dreifaktoriellen hierarchischen Modell (Modell 1) Anmerkungen: KOM = Kommunikation, SF = Soziale Fertigkeiten, AF = Alltagsfertigkeiten. Alle Korrelationen sind signifikant mit p < .01 Faktor 3 -6 Jahre 7 -11 Jahre 12 -21 Jahre rho DEV rho DEV rho DEV Kommunikation Alltagsfertigkeiten Soziale Fertigkeiten .72 .75 .84 .48 .51 .63 .75 .68 .69 .51 .42 .44 .73 .82 .89 .47 .61 .74 Tab. 3 Konstruktreliabilität (Jöreskogs rho) und Durchschnittlich extrahierte Varianz (DEV) des Vineland-3-Elternfragebogens Modell χ 2 Δχ 2 df Δdf p CFI ΔCFI RMSEA [90 %-KI] ΔRMSEA Konfigural Metrisch Skalar 577.87 685.69 1001.79 107.81 423.92 72 84 102 12 18 < .001 < .001 .90 .88 .82 .02 .06 .077 [.071, .083] .078 [.073, .083] .086 [.082, .091] .001 .008 Tab. 4 Prüfung der Messinvarianz des Vineland-3-Elternfragebogens über die Altersgruppen Anmerkung: CFI = Comparative Fit Index; RMSEA = Root Mean Square Error of Approximation; KI = Konfidenzintervall. VHN 1 | 2025 53 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Leben in der Gemeinschaft Hausarbeit Für sich selbst sorgen Lesen & Schreiben Sprechen Zuhören & Verstehen Umgang mit anderen Spielen & Freizeit Anpassung Feinmotorik Grobmotorik Kommunikation Alltagsfertigkeiten Soziale Fertigkeiten Motorik Adaptives Verhalten 0.81 0.74 0.78 0.78 0.84 0.84 0.73 0.42 0.75 0.76 0.64 0.85 0.86 0.91 0.90 Abb. 5 Vierfaktorielles Modell der Vineland-3 bei 3bis 6-Jährigen mit standardisierten Ladungskoeffizienten. χ 2 = 218.76, df = 40, p < 0.001, CFI = .93, TLI = .90, RMSEA = .097. 3 -6 Jahre mit/ ohne Motorik 7 -11 Jahre 12 -21 Jahre Zuhören und Verstehen Sprechen Lesen und Schreiben Für sich selbst sorgen Hausarbeit Leben in der Gemeinschaft Umgang mit anderen Spielen und Freizeit Anpassung Grobmotorik Feinmotorik .70/ .70 .69/ .70 .34/ .35 .77/ .78 .68/ .67 .73/ .72 .81/ .81 .72/ .71 .72/ .70 -/ .62 -/ .55 .65 .65 .67 .66 .62 .51 .47 .66 .69 - - .52 .66 .59 .75 .76 .70 .88 .75 .87 - - Tab. 5 Ladungen der Subskalen des Elternfragebogens der Vineland-3 auf dem Generalfaktor in eindimensionalen Modellen Anmerkung: Alle Ladungen sind signifikant mit p < .001. VHN 1 | 2025 54 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Modell 2 Die Fit-Indices zeigten eine schlechte Modellpassung in allen Altersgruppen (Tab. 1). Ergänzende χ 2 -Differenztests ergaben zudem eine relativ schlechtere Passung von Modell 2 im Vergleich zu Modell 1 (3 - 6 Jahre: Δχ 2 (3) = 153.8, p < .001; 7 - 11 Jahre: Δχ 2 (3) = 43.9, p < .001; 12 - 21 Jahre: Δχ 2 (3) = 89.9, p < .001). Die Ladungen der Subtests auf dem GAV sind in Tabelle 5 zu finden. Nur schwache Zusammenhänge (λ < .50) fanden sich für Lesen und Schreiben bei 3bis 6-Jährigen sowie für Umgang mit anderen in der Altersgruppe 7 - 11 Jahre. Modell 2 a Modell 2 a wies ebenfalls eine schlechte Modellpassung auf (Tab. 1). Der χ 2 -Differenztest zeigte eine schlechtere Passung im Vergleich zu Modell 2 (Δχ 2 (17) = 85.7, p < .001). 5.2 Lehrerfragebogen Modell 1/ Modell 1 a Bei beiden Modellen traten in allen Altersgruppen sog. Heywood-Fälle (Dillon, Kumar & Mulani, 1987) auf, mit prinzipiell unmöglichen negativen Residualvarianzen bei Alltagsfertigkeiten. Diese unzulässigen Lösungen können Indikatoren für Fehlspezifikationen sein, werden als nicht vertrauenswürdig angesehen (Kline, 2016) und daher nicht weiter berücksichtigt. Modell 2 Die Fit-Indices für die eindimensionale Struktur verfehlten die Richtwerte für die Modellgüte deutlich (Tab. 6). Die Ladungen der Subtests auf dem Generalfaktor des Adaptiven Verhaltens waren vereinzelt gering (Tab. 7), mit den niedrigsten Werten bei Für sich selbst sorgen (λ = .38) und Spielen und Freizeit (λ = .41) in der Altersgruppe 12 - 21 Jahre. Altersgruppe Modell χ 2 df p χ 2 / df CFI TLI RMSEA [90 %-KI] 3 -6 Jahre Hierarchisch (3 Faktoren) Unzulässige Lösung Hierarchisch (4 Faktoren) Unzulässige Lösung Unidimensional (9 Subskalen) 407.97 27 < .001 15.11 .83 .78 .172 [.157, .187] Unidimensional (11 Subskalen) 540.92 44 < .001 12.29 .82 .78 .154 [.142, .165] 7 -11 Jahre Hierarchisch (3 Faktoren) Unzulässige Lösung Unidimensional (9 Subskalen) 444.96 27 < .001 16.48 .77 .69 .203 [.186, .219] 12 -18 Jahre Hierarchisch (3 Faktoren) Unzulässige Lösung Unidimensional (9 Subskalen) 155.47 27 < .001 5.76 .84 .79 .141 [.120, .162] Tab. 6 Ergebnisüberblick über die konfirmatorischen Faktorenanalysen der Vineland-3 (Lehrerfragebogen) Anmerkungen: df = Freiheitsgrade, CFI = Comparative Fit Index, TLI = Tucker-Lewis-Index, RSMSEA = Root Mean Square Error of Approximation, KI = Konfidenzintervall VHN 1 | 2025 55 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Modell 2 a Die Richtwerte für die Modellgüte wurden verfehlt (Tab. 6), die Einbeziehung der Motorik führte zu einem schlechteren Fit im Vergleich zu Modell 2 (Δχ 2 (17) = 133.0, p < .001.). 6 Diskussion Die angenommene Faktorenstruktur der Langform der Vineland-3 auf Basis der Normierungsdaten lässt sich in unseren Analysen nicht bestätigen. Lediglich in der Altersgruppe der 11bis 21-Jährigen beim Elternfragebogen legt einer der drei verwendeten Richtwerte (CFI) eine derartige Struktur nahe. Auch kein anderes der untersuchten Modelle liefert befriedigende Ergebnisse. Beim dreifaktoriellen Modell des Lehrerfragebogens fanden sich durchgehend unzulässige Lösungen (Heywood-Fälle), die sich auch in den Analysen von Pandolfi und Magyar (2021) gezeigt hatten. Für die Elternversion ergaben die χ 2 -Differenztests bei den 3bis 6-Jährigen eine relativ bessere Passung von Modell 1 im Vergleich zur eindimensionalen Struktur von Modell 2. Durch die Berücksichtigung der Motorik verbesserte sich die globale Passung zwar nicht, jedoch zeigt die sehr hohe Ladung auf dem GAV, dass Motorik und Adaptives Verhalten in der Vineland-3 in einem sehr engen Zusammenhang stehen. Dies lässt sich evtl. durch den Umgang mit motorischen Beeinträchtigungen im Manual der Vineland-3 erklären. Laut Handbuch werden z. B. Gebärdensprache oder spezifische Hilfsmittel im Bereich der Kommunikation wie gesprochene Sprache bewertet. Eine Einschränkung der Sprache führt daher nicht automatisch zu einer Beeinträchtigung des Adaptiven Verhaltens. Bei Motorik ist dies anders. Bei Items, die sich z. B. auf das Laufen oder auf das Treppensteigen beziehen, werden grundsätzlich null Punkte vergeben. Eine Einschränkung in der Motorik führt daher vermutlich zu niedrigeren Werten im Adaptiven Verhalten (siehe hierzu auch Irblich et al., 2023). Als weiteres Problem erweist sich, dass die Messinvarianz über die Altersgruppen nicht gesichert ist. Da schon in den einzelnen Altersgruppen keine gute Modellpassung vorliegt, ist dies nur ein Nebenbefund, der jedoch die Zweifel an der Gültigkeit der im Manual vorgeschlagenen Skalenbildung verstärkt. 3 - 6 Jahre ohne/ mit Motorik 7 -11 Jahre 12 -21 Jahre Zuhören und Verstehen Sprechen Lesen und Schreiben Für sich selbst sorgen Zahlenverständnis Schulgemeinschaft Umgang mit anderen Spielen und Freizeit Anpassung Grobmotorik Feinmotorik .75/ .77 .69/ .71 .48/ .50 .70/ .73 .61/ .62 .67/ .64 .84/ .82 .77/ .75 .75/ .73 -/ .67 -/ .56 .80 .69 .74 .51 .57 .87 .65 .61 .65 - - .76 .60 .78 .38 .52 .77 .71 .41 .59 - - Tab. 7 Ladungen der Subskalen des Lehrerfragebogens der Vineland-3 auf dem Generalfaktor in eindimensionalen Modellen Anmerkung: Alle Ladungen sind signifikant mit p < .001. VHN 1 | 2025 56 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG Auch Farmer et al. (2021) fanden in ihrer Studie keine eindeutigen Belege für eine bestimmte Struktur. Die explorative Faktorenanalyse sprach eher für eine eindimensionale Struktur, die konfirmatorische eher für ein dreifaktorielles Modell. Sie plädieren daher in ihrem Fazit für eine bessere theoretische Fundierung bei der Entwicklung von Messverfahren zum Adaptiven Verhalten. Mögliche Gründe für Modellpassungsprobleme könnten in der inhaltlichen Struktur der Skalen liegen, z. B. die Zuordnung der schulischen Fertigkeiten Lesen und Schreiben sowie Zahlenverständnis zu unterschiedlichen Skalen in der Lehrerversion. In Rezensionen der Vineland-3 (Irblich, 2022; Irblich et al., 2023) wurde zudem auf unklare Itemformulierungen hingewiesen, die einen recht breiten Spielraum bei der Interpretation der adaptiven Verhaltensweisen lassen. Die Interkorrelationen der Subskalen könnten auch durch die teilweise ungünstigen Verteilungseigenschaften der Rohwerte beeinflusst sein. In einzelnen Skalen zeigt sich laut den Angaben im Manual überraschenderweise auch kein kontinuierlicher Anstieg der Rohwerte über die Altersgruppen, was auf grundlegendere Probleme bei der Normierung verweisen könnte. Für die praktische diagnostische Arbeit mit den Vineland-3 lassen sich verschiedene Konsequenzen ableiten: Aufgrund der fehlenden faktoriellen Validität sollte bei der Interpretation von Skalenwerten Zurückhaltung geübt werden. Auch wenn sich eine eindimensionale Struktur ebenfalls nicht bestätigen ließ, erscheint eine vorrangige Interpretation des Gesamtwerts als globaler Indikator des Adaptiven Verhaltens angemessener, als sich für eine vermeintlich differenzierte Diagnostik auf empirisch nicht fundierte Skalen zu beziehen. Für diese Empfehlung sprechen auch die hohen Interkorrelationen der drei Faktoren des Adaptiven Verhaltens sowie deren nicht nachgewiesene diskriminante Validität. Dementsprechend sind auch die Voraussetzungen für eine valide Interpretation von Testprofilen auf Skalenebene nicht gegeben. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich für ein differenzierteres Bild die Inspektion der Antworten auf Itemebene. Neben der fraglichen faktoriellen Validität sind unseres Erachtens bei Vorliegen eines niedrigen Gesamtwerts weitere Aspekte zu beachten, die einen Einfluss auf das Adaptive Verhalten haben können. Pandolfi und Magyar (2021) verweisen auf Motivationsdefizite, psychische und somatische Erkrankungen sowie auf die Notwendigkeit, Adaptives Verhalten in unterschiedlichen Situationen und Kontexten einzuschätzen. Mit den Vineland-3 wird durch den Einsatz von Eltern- und Lehrerfragebogen ansatzweise eine mehrperspektivische Diagnostik ermöglicht. Allerdings können sich angesichts der teilweise unklaren Itemformulierungen und der grundsätzlichen Kontextabhängigkeit des Adaptiven Verhaltens je nach bewertender Person auch innerhalb einer Fragebogenversion divergierende Befunde ergeben. Dies legt nahe, zusätzlich nach Variationen des Verhaltens in unterschiedlichen Kontexten und bei unterschiedlichen Bezugspersonen zu fragen (s. dazu am Beispiel kommunikativer Kompetenzen Scholz, Stegkemper & Wagner, 2020). Anwender: innen der Vineland-3 sollte darüber hinaus bewusst sein, dass etliche Items inhaltlich auch als Fremdratings kognitiver Kompetenzen interpretiert werden können. So fokussieren Items in der Skala Sprechen Leistungen, die ohne Weiteres als Indikatoren für kristalline Intelligenz gelten können, während gleichzeitig kommunikative Verhaltensweisen wie Mimik oder Gestik nicht berücksichtigt werden. Dies ist zwar auch konzeptuell bedingt und nicht vermeidbar, da viele alltagsrelevante adaptive Funktionen notwendigerweise bestimmte kognitive Fähigkeiten implizieren. Dennoch sollten Funktionsbereiche wie Lesen VHN 1 | 2025 57 GEROLF RENNER, MARKUS SCHOLZ Faktorenanalysen der Vineland Adaptive Behavior Scales FACH B E ITR AG und Schreiben oder Zahlenverständnis nicht allein durch Fremdratings, sondern auch durch direkte standardisierte diagnostische Verfahren erfasst werden (Pandolfi & Magyar, 2021). Die Einschätzung kommunikativer Kompetenzen sollte zudem durch einen Blick auf nonverbale Ausdrucksweisen ergänzt werden. Bei der Anwendung der Vineland-3 bei Kindern und Jugendlichen mit Sinnes- und Körperbehinderungen sollte bedacht werden, dass gezeigtes Adaptives Verhalten auch wesentlich von einer barrierefreien Umwelt und der Verfügbarkeit von Hilfsmitteln abhängen kann. Niedrige Werte in der Vineland-3 dürfen also nicht nur als individuelles Defizit im Adaptiven Verhalten interpretiert werden, sondern sollen auch dazu anregen, die für Menschen mit Behinderungen relevanten Eigenschaften ihrer materialen und sozialen Umwelt zu betrachten. Trotz der Probleme bleiben die Vineland-3 im Augenblick das einzige im deutschsprachigen Raum normierte Verfahren. Für interessierte Anwender: innen findet sich bei Dworschak und Kölbl (2022) ein Überblick über weitere standardisierte internationale Instrumente und nicht normierte Verfahren. Bei der vorliegenden Studie sind einige Limitationen zu beachten. Detailliertere Beurteilungen der Verteilungseigenschaften der Rohwerte der Subskalen und die Prüfung auf eine multivariate Normalverteilung waren auf Basis der im Manual angegebenen Korrelationstabellen nicht möglich. Die deskriptiven Statistiken im Manual lassen bei einigen Subskalen in einzelnen Altersgruppen extrem schiefe Verteilungen vermuten. Eine linksschiefe Verteilung gerade bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist aus theoretischer Perspektive auch nicht verwunderlich (Jenkinson, 1996; Tassé et al., 2012), da in dieser Altersgruppe die Fähigkeit zur Bewältigung von typischen Alltagsaufgaben innerhalb einer Kultur oder Gesellschaft vorausgesetzt wird. Ebenfalls nicht möglich waren ergänzende Analysen, die Hinweise auf problematische Itemzusammenstellungen innerhalb der Subtests hätten liefern können. Explorative Faktorenanalysen hätten möglicherweise weitere Hinweise auf alternative Teststrukturen aufgezeigt. Im Rahmen dieses Beitrags konnten weitere Validitätsaspekte (z. B. konvergente, divergente und prognostische Validität) nicht betrachtet werden und sollten von der weiteren Forschung adressiert werden. Skalen zur Erfassung des Adaptiven Verhaltens werden in der klinischen Praxis in erster Linie bei der Diagnose von Intelligenzminderungen benötigt. Künftige Forschung sollte daher die faktorielle Validität der Vineland-3 auch an klinischen Stichproben untersuchen, da die Übertragbarkeit der an den Normstudien gewonnenen Daten auf Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen der kognitiven Entwicklung nicht vorausgesetzt werden kann. Literatur American Educational Research Association, American Psychological Association & National Council on Measurement in Education (2014). Standards for Educational and Psychological Testing. Washington: American Educational Research Association. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2021). S2k Praxisleitlinie Intelligenzminderung. Abgerufen am 16. 9. 2024 von https: / / register.awmf.org/ assets/ guidelines/ 028-042l_S2k_Intelligenzminderung_ 2021-09.pdf Arbuckle, J. L. (2021). Amos (Version 28.0.0) [Computer software]. Chicago: IBM SPSS. Bondy, C., Cohen, R., Eggert, G. & Lüer, D. (1975). Testbatterie für geistig behinderte Kinder (TBGB). 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Abgerufen am 16. 9. 2024 von https: / / icd.who. int/ browse11/ l-m/ en Anschrift der Autoren Prof. Dr. Gerolf Renner Prof. Dr. Markus Scholz Pädagogische Hochschule Ludwigsburg Institut für sonderpädagogische Förderschwerpunkte Reuteallee 46 D-71634 Ludwigsburg E-Mail: renner@ph-ludwigsburg.de markus.scholz@ph-ludwigsburg.de
