motorik
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0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2013.art01d
7_036_2013_1/7_036_2013_1.pdf11
2013
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Psychomotorik in Deutschland am Beginn des 21. Jahrhunderts
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Gerd Hölter
Betrachtet man das in Deutschland bekannte, vor allem auf E. J. Kiphard zurückgehende Verständnis von Psychomotorik, so ist sie letztlich kein eigenständiges, abgrenzbares Fachgebiet, sondern ein buntes »Buffet« von theoretischen Anleihen und vielfältigen Anwendungsformen. Eine zukünftige Profilschärfung ist m. E. durch eine Rückbesinnung auf ihren Bewegungs- und Motorikhintergrund, durch eine Konzentration auf Lücken in der allgemeinen schulischen und außerschulischen Bewegungsförderung und durch eine konzeptionelle Anpassung an klinische Standards, vor allem im Bereich der Kinder- und Jungendpsychiatrie, möglich
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[ 9 ] motorik, 36. Jg., 9-17, DOI 10.2378 / motorik2013.art01d © Ernst Reinhardt Verlag 1 | 2013 [ FACHBEITR AG ] Psychomotorik in Deutschland am-Beginn des 21. Jahrhunderts Lücken und Tücken eines Erfolgsmodells Gerd Hölter Betrachtet man das in Deutschland bekannte, vor allem auf E. J. Kiphard zurückgehende Verständnis von Psychomotorik, so ist sie letztlich kein eigenständiges, abgrenzbares Fachgebiet, sondern ein buntes »Buffet« von theoretischen Anleihen und vielfältigen Anwendungsformen. Eine zukünftige Profilschärfung ist m. E. durch eine Rückbesinnung auf ihren Bewegungs- und Motorikhintergrund, durch eine Konzentration auf Lücken in der allgemeinen schulischen und außerschulischen Bewegungsförderung und durch eine konzeptionelle Anpassung an klinische Standards, vor allem im Bereich der Kinder- und Jungendpsychiatrie, möglich. Schlüsselbegriffe: Psychomotorik, Bewegungstherapie, Bewegungsqualität, Inklusion, Kinder- und Jugendpsychiatrie Psychomotricity in Germany in the beginning of the 21st century - gaps and pitfalls of a successful model Looking closer at the specific german concept of psychomotricity originally coined by E. J. Kiphard it cannot be understood as a scientific discipline of its own right but as a colorful »buffet« of different theories and practices. In the future psychomotricity in Germany can be made more distinctive through at least three steps: looking closer on its movement and motor background, filling the gaps left open by general physical education and activity inside and outside of school-settings and focusing closer on clinical standards especially in child and adolescent psychiatry. Key words: psychomotricity, movement therapy, adapted physical activity, movement quality, inclusion, child and adolescent psychiatry [ 10 ] [ 10 ] 1 | 2013 Fachbeiträge aus theorie und Praxis Psychomotorik hat sich zu einem umfänglichen Konzept entwickelt. Personelle oder institutionelle Veränderungen, wie jetzt der Verlags- und Schriftleiterwechsel der »motorik«, regen dazu an, das Erreichte rückwirkend zu reflektieren und Prognosen für zukünftige Entwicklungen zu wagen. Die »motorik« als eine von zwei Fachzeitschriften zur Psychomotorik in Deutschland erscheint seit 1978 mit dem Untertitel »Zeitschrift für Motopädagogik und Mototherapie« beim Hofmann-Verlag in Schorndorf. In diesem Zeitraum hat sich die Psychomotorik in Deutschland - anfänglich im Wesentlichen geprägt durch E. J. Kiphard - von einem recht überschaubaren zu einem umfänglicheren Konzept mit vielfältigen theoretischen Anleihen und praktischen Zugängen entwickelt; mittlerweile bezogen auf eine Adressatenkreis von der »Wiege bis zur Bahre«. Von dieser Entwicklung soll zunächst ausschnitthaft in einer Rückschau die Rede sein. Ein wichtiger Anknüpfungspunkt ist dabei die Charakterisierung der deutschen Psychomotorik als »Lückenbzw. Brückenkonzept«, die D. Eggert, als einer der »grand old men« der Psychomotorik, schon 1994 vorgeschlagen hat. Neben der Weiterentwicklung der Psychomotorik in ihren theoretischen Bezügen wird auch die Position der deutschen Psychomotorik in der nationalen und internationalen Landschaft der mit Bewegung und Leiblichkeit, Spiel und Sport verbundenen Pädagogiken und Therapien näher beleuchtet. Meine subjektiv gefärbte und selektive Darstellung erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aus einer möglichen »Vielfalt denkbarer Zukünfte« (Tenorth 2012) werden anschließend drei Themenfelder näher reflektiert, die möglicherweise der Psychomotorik in Deutschland als Lückenkonzept mittelfristig ihre Daseinsberechtigung im »weiten Feld« bewegungs- und körperorientierter Ansätze sichern könnten. Bei diesen Feldern handelt es sich um die Wiederentdeckung der »Bewegung als elementare Manifestation der menschlichen Vitalität« (Stern 2011), um die konstruktive Auseinandersetzung mit der Integration / Inklusion im schulischen Sportunterricht sowie um die Wiederbelebung von Forschungsaktivitäten zu Bewegung, Spiel und Sport in der Kinder- und Jugendpsychiatrie; insbesondere hier verbunden mit Fragen des Qualitätsmanagements und der Evidenzbasierung. die Psychomotorik in deutschland als »Buffet« Zur Kurzbeschreibung der vergangenen Entwicklung und des aktuellen »Status quo« der Psychomotorik in Deutschland habe ich - schärfer als dies bei Eggerts Lücken- und Brückenkonzept der Fall ist - das Bild eines Buffets vor Augen, mit einer bunten »Speisenauswahl« von übungsbis zu erlebniszentriert, vom Bällchenbad bis zur Naturerfahrung, von funktionellen bis zu tiefenpsychologischen, von spielorientierten bis zu systemischen Konzepten. So wie sich hierzulande Buffets mit Kartoffel- und Nudelsalatvarianten gerahmt von Frikadellen und Würstchen zu Sushi und Fingerfood gewandelt haben, veränderte sich auch die Psychomotorik. Die Psychomotorische Übungsbehandlung und -erziehung der frühen 1960er Jahre wurde über terminologische Variationen wie Motopädagogik und Mototherapie und dem Überbau Motologie und schließlich terminologisch zurück zur Sammelbezeichnung Psychomotorik immer differenzierter, expansiver, exotischer und dabei gleichzeitig unpräziser. Dabei blieb die Begriffsdefinition im Großen und Ganzen weitgehend ähnlich: Immer schon wurde die etwas diffuse Ganzheitlichkeit von Leib, Seele und Geist sowie die Einheit von Bewegen, Wahrnehmen und Handeln beschworen. Die Differenzierung seit den 1990er Jahren bezog sich vor allem auf die theoretischen Anleihen, die Adressaten und die Formen der Institutionalisierung. Anfänglich ließen sich je nach Anwendungsfeldern zwei Gruppen von theoretischen Begründungsmustern identifizieren: a) die Orientierung an Theorien der Leibeserziehung und der Heilpädagogik, in der damals vornehmlich phänomenologisch, tiefenpsychologisch und bildungstheoretisch geprägten Form (u. a. Löwnau; Grupe), besonders wenn es um [ 11 ] Hölter • Psychomotorik in Deutschland 1 | 2013 [ 11 ] Psychomotorik zeigt eine Tendenz zur wissenschaftlichen Verinselung. (sonder-)schulische heilpädagogische Bezugsgruppen ging und b) die Orientierung an medizinischen und neurologischen Theorien, wenn der Betreuungsrahmen ein mehr klinischer war (u. a. Hünnekens / Kiphard 1975; Eggert/ Kiphard 1972). Hier gewannen Fragen der Diagnostik und motorischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung, und eines der ersten großen wissenschaftlichen Symposien in Frankfurt 1971 widmete sich fast ausschließlich dieser Problemstellung (Eggert/ Kiphard 1972). Im Laufe der Zeit wurde die Entwicklungsthematik - zunächst bezogen auf die kognitive und sprachliche (Piaget; Wygotski), später dann auch auf die psychische und psychosoziale Entwicklung (Freud; Mahler; Erikson) ausgedehnt. Die über 30- Jahre in der Psychomotorik dominierenden leibeserzieherisch-heilpädagogischen und funktionell geprägten Begründungen rückten allmählich in den Hintergrund, und sie wurden ab den 1990er Jahren von systemischen und symboltheoretischen Konzepten überlagert. Das hatte u. a. die Konsequenz, dass bewegungsanalytische oder klinische Fragen immer weniger als Forschungsgegenstand thematisiert und die Verbindungen zur Leibeserziehung / Sportwissenschaft sowie zur Heil- und Sonderpädagogik immer spärlicher wurden. Hierauf werde ich bei den Themenfeldern genauer eingehen. Um bei dem anfänglichen Bild des Buffets zu bleiben: das Speisenangebot für Konzepte, die sich mit Leib und Bewegung beschäftigen, hat sich in theoretischer und praktischer Hinsicht enorm ausgeweitet. Aus diesem Angebot bedient sich die Psychomotorik sehr selektiv, was die Gefahr mit sich bringen kann, falsche, zu dem Konzept schwerlich passende »Beilagen« auszuwählen oder die »Ernährung« insgesamt einseitig zu gestalten. Darüber hinaus ist zunehmend festzustellen - und das scheint mir für eine ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzung fatal zu sein - dass die Speisen am liebsten exklusiv »am eigenen Tisch« gegessen werden: in eigenen Fachgesellschaften, bei eigenen wissenschaftlichen Tagungen und in eigenen Professionalisierungswegen. Ob diese Exklusivität allerdings Bestand haben wird, ist nicht sicher, und man kann die Schließung der derzeit ersten deutschen Fachschule für Motopädie, des Dortmunder Ernst- Kiphard-Berufskollegs, im vergangenen Jahr als ein Warnsignal in diese Richtung werten. Für ein mit der Suche nach der eigenen Identität befasstes wissenschaftliches Teilgebiet mögen sich selbst abgrenzende Schritte vorübergehend sinnvoll sein, sie verhindern aber gleichzeitig die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlich relevanten wissenschaftlichen »Mainstream«. Der »Mainstream« für mit Erziehung und Bewegung befasste Probleme in Deutschland ist die Sportwissenschaft und hier insbesondere die Sportpädagogik mit über 100 Universitätslehrstühlen, mit sehr regen Berufsvereinigungen wie z. B. der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS), der Sportkommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) oder der Arbeitsgemeinschaft Sportpsychologie (ASP). Seit den 1990er Jahren wurden hier u. a. Themen behandelt wie »Zur Kultur der Anerkennung in der Bewegungserziehung« (DGfE Münster 2009), »Grenzgänge in der Bewegungserziehung« (DGfE Dortmund 2011) oder sogar das Thema »Psychomotorik« (ASP Gießen 2003) mit jeweils recht überschaubaren Teilnehmern aus dem Kreis der PsychomotorikerInnen. Die Tendenz zur wissenschaftlichen »Verinselung« lässt sich - und das ist schade - ebenfalls bei neuerdings in der Psychomotorik bearbeiteten Themen wie »Gesundheitsförderung« oder »Betriebliche Gesundheitsvorsorge« beobachten, so als hätte es die schon bestehende DVS-Gesundheitskommission mit ihren jährlichen Fachtagungen oder die großen zusammen mit der Industrie veranstalteten Kongresse der Deutschen Vereinigung für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) zur »Gesundheitsförderung im Betrieb« nie gegeben. Zweifellos hat die Psychomotorik wesentliche Aspekte des Diskurses über die Bedeutung von Leiblichkeit und Bewegung in Erziehung und Therapie angeregt und mitgestaltet - am nachhal- [ 12 ] [ 12 ] 1 | 2013 Fachbeiträge aus theorie und Praxis Ein konstruktiver Austausch mit anderen Disziplinen muss aktiv gestaltet werden. tigsten für den Bereich der frühen Bewegungsbildung und der Elementarpädagogik. Allerdings ist im Hinblick auf die eigene Profilbildung zu Themen wie Gesundheitsförderung, Beratung oder Bewegung im Betrieb mehr Realismus, Kooperationsbereitschaft und Bescheidenheit angesagt. Es wäre hier sicherlich ratsamer, die selbst gewählte exklusive Insel am Buffet zu verlassen und an der Ausgestaltung der gesellschaftlich äußerst relevanten Frage einer umfassenden Bewegungsbildung und -förderung im Austausch mit affinen anderen Disziplinen konstruktiv mitzuwirken. Die Gefahr der »Verinselung« trifft auch auf die internationale Verankerung der Psychomotorik zu. Obwohl durch das Europäische Forum für Psychomotorik (EFP) eine Organisationsplattform für diverse als Psychomotorik bezeichnete Förderansätze in vielen europäischen Ländern geschaffen wurde (im Überblick Fischer 2009, 35 ff ), ist kritisch festzuhalten, dass außer der Tatsache des »Europäischen« eine »fachidentitätsbildende Diskussion« kaum stattgefunden hat und dass trotz der mittlerweile neuenglischen Wortschöpfung »psychomotricity« dieser Ansatz international (d. h. über Europa hinaus) weitgehend wenig bekannt und anschlussfähig ist. Ein Indikator für die diffuse Vielfalt ist - wenn man z. B. nur auf Frankreich schaut - die Tatsache, dass es dort zumindest drei sich gegenseitig stark abgrenzende psychomotorische Ansätze gibt, u. a. mit zwei eigenen Fachzeitschriften und recht unterschiedlichen Professionalisierungswegen. In der weltweit dominierenden englischsprachigen Fachdiskussion wird unter »psychomotor« eher eine neurologisch inspirierte Grundlagenforschung als Teilbereich der Kinesiologie verstanden und nicht ein anwendungsbezogenes Verfahren für diverse Adressatengruppen im Umfeld der Heilpädagogik. Die weltweiten Bemühungen, mit den Mitteln der Leibeserziehung »behinderten, entwicklungsgestörten und neurotischen Kindern« (Hecker in Hünnekens/ Kiphard 1960) beizustehen, finden sich international am ehesten in der Fachgesellschaft »International Federation of Adapted Physical Activity« (IFAPA) mit der anerkannten Fachzeitschrift »Adapted Physical Activity Quarterly« (APAQ) wieder. Diese Neugründungen aus den späten 1970er Jahren sind übrigens u. a. auf Initiative und mit tatkräftiger Unterstützung des langjährigen AKP- (Aktionskreis Psychomotorik) und heutigen DOSB- (Deutscher Olympischer Sportbund) Vorstandsmitglieds Gudrun Doll-Tepper entstanden. E. J. Kiphard erhielt schon Anfang der 1990er Jahre in Miami die Ehrenmitgliedschaft dieser Vereinigung, ähnlich wie der Kölner Rehabilitationsmediziner Alfons Jochheim ein paar Jahre später in Wien. Es hat demnach in personeller und strukturgebender Hinsicht zumindest in der Vergangenheit hier eine große Nähe zur deutschen Psychomotorik gegeben. Mit der Schaffung eigener Institutionen wurde dann die »Verinselung« allmählich größer, was gleichzeitig auch ein Verlust für die internationalen Organisationen bedeutete, da dort das spezifisch deutsche Konzept der Psychomotorik nicht mehr wissenschaftlich diskutiert wurde. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das mehr als 50-jährige zunächst mehr praxeologisch geprägte Konzept der Psychomotorik in Deutschland war und ist erfolgreich und in vielerlei Hinsicht gesellschaftlich wirksam. Aus einer Metaperspektive im Hinblick auf internationale - nicht nur europäische - Entwicklungen und Netzwerke ist jedoch auch eine zunehmende theoretische und institutionelle Verinselung mit der Gefahr einer partiellen »Betriebsblindheit« festzustellen. Vielleicht täten hier der deutschen Psychomotorik im Außenkontakt eine größere Weltoffenheit und im Binnenkontakt eine realistische Beschränkung in ihren Ansprüchen sowie eine Rückbesinnung auf vergangene eigene Stärken gut. In dieser Hinsicht möchte ich im Folgenden drei thematische Anregungen geben. die Wiederentdeckung von Motorik und Bewegung In den Anfangsjahren der Psychomotorik war - u. a. gewährleistet durch die AKP-Mitglieder D. Eggert, F. Schilling, H. Mechling und ande- [ 13 ] Hölter • Psychomotorik in Deutschland 1 | 2013 [ 13 ] »Tonische Empathie« ist ein wesentlicher Aspekt der Ausbildung von Fachpersonen. ren - die Verbindung zur sportwissenschaftlichen und neurologischen Psychomotorikforschung sehr lebendig. Diese Verbindung besteht heute kaum noch, und die umfassenden Arbeiten von u. a. Heuer und Keele (1994) oder für den klinisch-psychiatrischen Bereich z. B. die Beiträge von Juckel (1998) und Jahn (2004) sind insgesamt nur wenig rezipiert und in ihrer Relevanz für die psychomotorische Praxis kaum diskutiert worden. Wenn es um eine eigene Identitätsbildung der Psychomotorik und eine Weiterentwicklung der zweiten Säule des Fachnamens, eben der Motorik, geht, ist die nähere Beschäftigung mit Motorik und Bewegung m. E. unverzichtbar. Eine umfassende Orientierung zum Stand und zur Terminologie der aktuellen Motorik- und Bewegungsforschung findet sich u. a. bei dem langjährigen Beirat der Zeitschrift »motorik« H. Mechling (Mechling / Munzert 2003). In diesem Zusammenhang sind ebenfalls neuere Untersuchungsmethoden in der Neurologie, Neurobiologie und Psychologie von großem Interesse. So erlaubt z. B. eine Methode wie die Magnetresonanztomografie (MRT), Verbindungen zwischen Motorik, Emotion und Kognition neurologisch abzubilden, und unter der Bezeichnung »embodiment« wird in der Psychologie die alte Frage des Leib-Seele-Zusammenhangs jetzt erneut, aber dabei stärker empirisch wieder ausgeleuchtet. Naheliegender für die zurzeit dominierende entwicklungspsychologisch-phänomenologische Ausrichtung der Psychomotorik ist die Beschäftigung mit der Bewegung »als elementare und frühe Manifestation der menschlichen Vitalität«. In seinen Überlegungen hierzu fasst einer der weltweit bekanntesten Entwicklungspsychologen, Daniel Stern, seine aus der Säuglingsforschung stammenden Erkenntnisse zum Bewegungsphänomen zusammen und erweitert sie um neurologische und psychoanalytische Aspekte. Seine Hinweise auf die vier »Töchter der Bewegung«, Kraft, Zeit, Raum und Gerichtetheit, sowie auf den Gestaltcharakter der Bewegung mit »Signaturen« wie Haltung, Gang, Koordination etc. sind auch in der Psychomotorik bekannt, wenngleich hier kaum weitergehend erforscht. Darüber hinaus eröffnet Stern Querverbindungen zur neueren neurobiologischen Forschung, wie z. B. dem sog. »Arousal-System«, was eine elementarere und eigenständigere Interpretation der Bewegung und ihre Abgrenzung zur Emotion und Kognition möglich macht (Stern 2011). Außerdem betont er die Verbindung der Bewegung zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Theater und Film. Stern entdeckt hier Gemeinsamkeiten, die in der Psychomotorik bisher ebenfalls kaum thematisiert wurden. Zu erwähnen, wenngleich auch nicht neu, sind auch seine Schlussfolgerungen zur Ausbildung von Fachpersonen im Bereich der Vitalitätsform Bewegung: Hier setzt er weniger auf die Fähigkeit zu symbolischen Erklärungen, sondern auf die Gabe, sich in den »dynamischen Fluss der Bewegung einzufühlen«, ein Aspekt, der z. B. »als tonische Empathie« in der Psychomotorik gut bekannt ist. Daraus folgt auch, dass die therapeutische Arbeit mit den Ausdrucksformen der Vitalität entscheidend mit der eigenen Bewegungserfahrung, dem eigenen Bewegungskönnen und der Bewegungsqualität zusammenhängt (ebd., 180 ff ): Die Renaissance einer ausgiebigen Körper-, Material- und Sozialerfahrung in der Aus- und Weiterbildung ist demnach erneut in Erwägung zu ziehen. Mit der Frage der Bewegungsqualität hat sich Anfang der 1980er Jahre u. a. Wallbott (1984) im Rahmen seiner Forschungsarbeiten zur nonverbalen Kommunikation ausführlich auseinandergesetzt und in neuerer Zeit wird hierzu anwendungsorientierter u. a. in der Physiotherapie geforscht. So haben die Skandinavierinnen Skjaerven et al. (2008) in einer phänomenologisch-empirischen Arbeit versucht herauszufinden, was in den Augen erfahrener Physiotherapeutinnen die Qualität einer Bewegung ausmacht. Zunächst wird von den befragten Expertinnen - wie in der Literatur häufig erwähnt - der »Gestaltcharakter«, also letztlich die Untrennbarkeit der Bewegung, betont. Darüber hinaus werden die vier [ 14 ] [ 14 ] 1 | 2013 Fachbeiträge aus theorie und Praxis Muss Psychomotorik stärker auf Bewegungsqualität und -leistung achten? Teilelemente Raum, Zeit, Energie und Präsenz als Dimensionen der Bewegungsqualität präzisiert. Hieraus ergeben sich u. a. Schlussfolgerungen für die Behandlungspraxis, denn durch eine systematische Beurteilung von Kriterien der Bewegungsqualität können der Blick für vorhandene Bewegungsressourcen geschärft und gezielte Ansatzpunkte für Interventionen gefunden werden. Mit einer stärkeren Beachtung der Bewegungsqualität lässt sich auch ein in der deutschen Psychomotorik fast in Vergessenheit geratener Aspekt der »sportlichen Leistungserziehung« ins Gedächtnis rufen: Nach dem vielfach aufgelegten Standardwerk »Erziehung durch Bewegung« von Kiphard und Huppertz dürfen z. B. in der Oberstufe auch mal die Kondition oder die Muskulatur trainiert, Intervalle über 3000 Meter gelaufen oder auf Zeit über 100 Meter gesprintet werden (1987, 173 ff ). Dies mag manchen PsychomotorikerInnen heute ungewohnt klingen, aber es steckt ein ernsthafter Kern hinter diesem Verweis auf die Anfänge der psychomotorischen Erziehung in Deutschland, nämlich die Frage, ob die psychomotorische Praxis nicht über Bewegen, Wahrnehmen, Spüren und Erleben hinausgehen und stärker auch auf Bewegungsqualität und -leistung achten muss. die Mitgestaltung eines inklusiven Schulsports Die bedeutendste Vermittlungsagentur für den Umgang mit Leiblichkeit und Bewegung ist (neben der Familie) die Schule. Hier hat die Psychomotorik - trotz langjähriger Nichtbeachtung durch den »Mainstream« der Sportpädagogik - besonders in der frühen Bildung, im Elementarbereich, z. T. auch in der Sekundarstufe 1, aber vor allem in der Fachausbildung von ErzieherInnen, HeilpädagogInnen, SozialarbeiterInnen und PädagogInnen Enormes geleistet. Das Adjektiv »psychomotorisch« wird heutzutage weithin als Qualitätsmerkmal für eine Bewegungsförderung verstanden, die sich vom etablierten Sportunterricht unterscheidet. Mit einem zunehmend inklusiver werdenden Schulsystem werden sich in Zukunft alle schulischen Fachdidaktiken stärker mit spezifischen, bisher kaum integrierten Teilgruppen auseinandersetzen müssen. Das bedeutet für die Sportpädagogik u. a. eine Hinwendung zu Schülern, die - vorsichtig ausgedrückt - als weniger »normal« bzw. als »verhaltensoriginell« eingestuft werden. Die Neigung, sich mit dieser wachsenden Gruppe von Kindern und Jugendlichen näher zu beschäftigen, ist trotz des Anstiegs von sog. »neuen Krankheiten« wie Diabetes, Hyperaktivität, psychosomatischen Störungen etc. bisher nicht besonders ausgeprägt und dies insbesondere nicht bei höheren schulischen Qualifikationsniveaus (Fediuk/ Hölter 2003; Hölter 2011). An dieser Stelle hat das Lückenkonzept Psychomotorik eine große Chance, sich stärker mit der regulären Leibeserziehung zu verbinden. Denn die Psychomotorik hat auf der Basis des von der Kinder- und Jugendpsychiatrie beeinflussten Wissens und einer weniger auf Leistungsvergleich angelegten Praxis eine größere Erfahrung mit Schülern, die »behindert oder von Behinderung bedroht« sind bzw. an chronischen oder »neuen« Krankheiten leiden. Ein Beispiel für eine Verbindung von psychiatrisch-fachspezifischem, psychomotorischem und sportpädagogisch orientiertem Wissen sind z. B. die Arbeiten von Hamsen et al. (2004), Beudels und Hamsen (2005) und Beudels et al. (2006), die sich in vielfältiger Weise mit der zurzeit recht populären Teilgruppe der sog. »ADHS- Schüler« auseinandergesetzt haben. Psychomotorik in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Ähnlich wie bei den Anmerkungen zur Motorik und Bewegung handelt es sich im Folgenden ebenfalls um das Plädoyer für eine Wiederentdeckung. Auf den ersten Blick ist die Psychomotorik seit ihren Anfängen in der Gütersloher Klinik für [ 15 ] Hölter • Psychomotorik in Deutschland 1 | 2013 [ 15 ] Kinder- und Jugendpsychiatrie zu dem mittlerweile bedeutsamsten fachtherapeutischen Angebot in diesem Bereich gewachsen. Dies lässt sich in mehrfacher Hinsicht durch neuere repräsentative Untersuchungen belegen (Welsche et al. 2005; 2007; 2009). Demnach arbeiten in der Bewegungstherapie in der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie heute Fachkräfte, die zu 25 % direkt »psychomotorisch« ausgebildet wurden (MotopädInnen, MototherapeutInnen, MotologInnen). Bei über 50 % der dort tätigen Berufsgruppen (Dipl.-SportlehrerInnen, Ergo- / PhysiotherapeutInnen, GymnastiklehrerInnen) ist zu vermuten, dass sie über Fortbildungen ebenfalls hinreichend mit der Psychomotorik vertraut sind. Dies lässt sich u. a. daraus schließen, dass über 70 % aller im Bewegungsbereich tätigen Fachpersonen angeben, dass sie sich in ihren Konzepten an der Psychomotorik orientieren (Welsche et al. 2007, 440). Darüber hinaus werden offensichtlich in der Diagnostik vorwiegend in der Psychomotorik entstandene und dort bekannte Verfahren wie der KTK (Körperkoordinationstest für Kinder), der TKT (Trampolin-Koordinationstest) oder der MOT 4-6 (Motoriktest für vierbis sechsjährige Kinder) besonders häufig eingesetzt. Dieser Erfolgsgeschichte entsprechen auf den zweiten Blick weder die ernsthafte Berücksichtigung und Erwähnung der Psychomotorik in der fachmedizinischen Literatur noch die Weiterentwicklung des Verfahrens nach klinischen Standards in der psychomotorischen Praxis und Forschung selbst. Laut einer systematischen Analyse der jüngeren kinderpsychiatrischen Lehrbücher sowie der in einem Zeitraum von 20 Jahren (1985-2005) erschienenen deutschsprachigen Fachartikel wird z. B. in den Lehrbüchern die Psychomotorik in einem Atemzug mit der Ergo- und Spieltherapie, mit der Erlebnispädagogik und dem Sport behandelt. Dies geschieht in einem Seitenumfang, der weit hinter der Befassung mit der medikamentösen und psycho- / soziotherapeutischen Behandlung liegt. Bei den analysierten 26 Fachartikeln, davon 23 in kinderpsychiatrischen und 3 in psychomotorisch orientierten Fachzeitschriften, beziehen sich nur wenige explizit auf die Intervention »psychomotorische Übungsbehandlung« oder »Mototherapie«. Inhaltlich erfolgt vorwiegend eine Beschreibung von reittherapeutischen (8) oder Entspannungsverfahren (7) und die vorwiegend untersuchte Bezugsgruppe sind hyperaktive Kinder (Hölter / Stobbe 2005). Nach den bisherigen Analysen ergibt sich für eine nachhaltigere und theoriegeleitete Etablierung der Psychomotorik in einem Bereich, wo sie offensichtlich bei den fachtherapeutischen Angeboten die »Praxishoheit« hat, zumindest der folgende Diskussions- und Forschungsbedarf: ■ die konzeptionelle Klärung des Verfahrens in der Schwellenposition zwischen bewegungsorientiertem Freizeitangebot und planmäßig durchgeführter Therapie, ■ die Ergänzung der bisher vorwiegend motorischen Entwicklungsdiagnostik um eine klinisch praktikable Erfassung des (individuellen) Bewegungsausdrucks und der Analyse von möglichen Bewegungsbedeutungen, ■ die Entwicklung von differenziellen Vorgehensweisen für unterschiedliche kinderpsychiatrische Krankheitsbilder - hier insbesondere für das Jugendalter sowie ■ die Auseinandersetzung mit klinischen Standards des Qualitätsmanagements, wie u. a. der sog. Evidenzbasierung. Es scheint zurzeit so zu sein, dass die Mainstream-Psychomotorik entweder die schon ausgewerteten Ressourcen (z. B. von SPES (System Psychomotorischer Effekte-Sicherung)) nicht hinreichend nutzt (Klein 2011) oder die lebhafte Diskussion um die Evidenzbasierung nicht kennt (Bouffard / Reid 2012; Pfennig / Hölter 2011). An dieser Stelle wäre zu wünschen, dass die institutionelle Stärke der Psychomotorik in einem Teilsegment der klinischen Versorgung nachhaltiger durch theoretische Überlegungen und Anstrengungen zu einer besseren Evaluation gestützt würde. resümee Es hat sich gezeigt, dass die Psychomotorik am Anfang des 21. Jahrhunderts - wenn auch als ein Konzept mit »Lücken und Tücken« - weiterhin [ 16 ] [ 16 ] 1 | 2013 Fachbeiträge aus theorie und Praxis unverzichtbar ist. Allerdings nur dann, wenn sie sich der eigenen Lücken in Theoriebildung und Praxis entschiedener annimmt. Hierzu gehört u. a. eine Rückbesinnung auf die Motorik als ureigenstes Definitionselement und vor allem die stärkere Beachtung von Bewegungsqualität und -leistung. Nach meiner Einschätzung wird es in naher Zukunft weiterhin im schulpädagogischen und im außerschulischen Bereich notwendig sein, konzeptionelle und anwendungsbezogene »blinde Flecken« der Sportpädagogik didaktisch und methodisch zu füllen und Brücken zu bisher dort kaum diskutierten Konzepten aus der frühen Bewegungsbildung oder der Bewegungstherapie zu schlagen. Ähnlich wie bei der Motorikforschung haben sich in dem institutionell traditionsreichsten Segment der Psychomotorik, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, in konzeptioneller und forschungsbezogener Hinsicht ebenfalls Lücken aufgetan, deren intensive und schnelle Bearbeitung sich besonders lohnt. Demnach werden der Psychomotorik in absehbarer Zeit die Aufgaben nicht ausgehen, sei es als Lücken- oder Brückenkonzept. Die neue »motorik« im Ernst Reinhardt Verlag wird hoffentlich diesen Prozess mit guten Theorie- und Praxisbeiträgen kritisch-konstruktiv begleiten. Literatur Beudels, W., Hamsen, R. (2005): Bewegungsorientierte Förderung sog. ADHS-Kinder. Ein Beitrag zur Wirksamkeitsdiskussion. Motorik 28 (2), 70-83 Beudels, W., Hölter, G., Schmitz-Post, W. (2006): Motorische und physische Entwicklung von Kindern im Grundschulalter. Ausgewählte Ergebnisse zur DOLMA-Studie. In: Kolb, M. (Hrsg.): Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) Jahrbuch 2006. Empirische Schulsportforschung. afra, Butzbach, 43-59 Bouffard, M., Reid, G. (2012): The good, the bad, and the ugly of evidence-based practice. Adapted Physical Activity Quarterly 29 (1), 1-24 Eggert, D. (1994): Psychomotorik und Motopädagogik in der Sonderschule und in der Integration. In: NLI Forum (Hrsg.): Psychomotorik in der Schule, Teil 2. Hildesheim: Eigenverlag. Eggert, D., Kiphard, E. J. (1972): Die Bedeutung der Motorik für die Entwicklung normaler und behinderter Kinder. Hofmann, Schorndorf Fediuk, F., Hölter, G. (2003): Schüler mit Behinderung - für eine Sportpädagogik der Vielfalt. Sportpädagogik 27 (4), 591-609 Fischer, K. (2009): Einführung in die Psychomotorik. 3. Aufl. Ernst Reinhardt, München / Basel Hamsen, R., Beudels, W., Hölter, G. (2004): Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHD) im Kindesalter. Zeitschrift für Sportpsychologie 11 (3), 91-10 Heuer, H., Keele, S. W. (Hrsg.) (1994): Psychomotorik. 2. Aufl. Hogrefe, Göttingen Hölter, G. (2011): Schulsport in der Förderschule, Bestandsaufnahme und Perspektiven. Sportunterricht 60 (1), 14-21 Hölter, G., Stobbe, C. (2005): Zur Geschichte und Gegenwart der Bewegungstherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bewegungstherapie und Gesundheitssport 21 (5), 190-198 Hünnekens, H., Kiphard, E. J. (1960 / 1975): Bewegung heilt - Psychomotorische Übungsbehandlung bei entwicklungsrückständigen Kindern. 1. / 5. Aufl. Flöttmann, Gütersloh Jahn, T. (Hrsg.) (2004): Bewegungsstörungen bei psychischen Erkrankungen. Springer, Berlin Juckel, G. (1998): Motorik. In: Hegerl, W. (Hrsg.): Neurophysiologische Untersuchungen in der Psychiatrie. Springer, Wien, New York, 163-189 Kiphard, E. J., Huppertz, H. (1987): Erziehung durch Bewegung. 7. Aufl. Modernes Lernen, Dortmund Klein, J. (2011): Evaluation und Qualitätsentwicklung im Bereich psychomotorischer Förderung und Therapie. In: Macsenaere, M., Hiller, S., Fischer, K. (Hrsg.): Outcome in der Jugendhilfe gemessen. Lambertus, Freiburg 313-319 Mechling, H., Munzert, J. (Hrsg.) (2003): Handbuch der Bewegungswissenschaft- Bewegungslehre. Hofmann, Schorndorf Pfennig, A., Hölter, G. (2011): Evidence-based Medicine ist der Goldstandard der Leitlinienentwicklung - Pro und Contra. Psychiatrische Praxis 38 (1), 1-3 Der Autor Prof. em. dr. Gerd Hölter Sportphilologe und Kinderanalytiker; 1984-1994 Prof. für Motopädagogik und Mototherapie an der Philipps-Universität Marburg; 1994-2011 Prof. in der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der TU Dortmund und Leiter des Zentrums für Beratung und Therapie Anschrift Prof. em. dr. Gerd Hölter TU-Dortmund Fakultät Rehabilitationswissenschaften Fachgebiet Bewegungserziehung und Bewegungstherapie in Rehabilitation und Pädagogik bei Behinderung Emil-Figge-Str. 50 D-44227 Dortmund gerd.hoelter@tu-dortmund.de [ 17 ] Hölter • Psychomotorik in Deutschland 1 | 2013 [ 17 ] Skjaerven, L. H., Kristoffersen, K., Gard, G. (2008): An eye for movement quality: A phenomenological study of movement quality reflecting a group of physiotherapists› understanding of the phenomenon. Physiotherapy. Theory Practice 24 (1), 13-27 Stern, D. N. (2011): Ausdrucksformen der Vitalität. 1. Aufl. Brandes / Apsel, Frankfurt a. M. Tenorth, H. E. (2012): Brauchen wir die Universitäten noch? Die Zeit, Nr. 20 (63) Wallbott, H. (1984): Bewegungsstil und Bewegungsqualität. 3. Aufl. Beltz, Weinheim Welsche, M., Rosenthal, S., Romer, G. (2005): Bewegungsdiagnostik und bewegungstherapeutische Professionalisierung in der klinischen Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bewegungstherapie und Gesundheitssport 21 (5), 199-205 Welsche, M., Stobbe, C., Hölter, G., Romer, G. (2007): Bewegungsdiagnostik und -therapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie - eine Standortbestimmung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 35 (6), 435-445 Welsche, M., Stobbe, C., Romer, G., Hölter, G. (2009): Psychomotorik und Bewegungstherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Praxis der Psychomotorik 34 (4), 172-177 Dieser Beitrag durchlief das Peer Review. a w Unter Mitarbeit von C. Schäfer und M. Moll. 2012. DVD-Video. 18 Min. (978-3-497-02291-5) Voll in Bewegung! Kinder mit ADHS werden von ihrer Umgebung oft als störend und ungeschickt wahrgenommen. Die Psychomotorik setzt jedoch bei den Stärken der Kinder an: Ihre Bewegungsfreude wird genutzt, um motorische Fähigkeiten zu erweitern, Unruhe und Impulsivität abzubauen sowie Kooperationsfähigkeit und Selbstbewusstsein zu stärken. Auch Eltern werden miteinbezogen, kommen mit ihren Kindern in Bewegung, lernen gemeinsam und genießen Momente der Entspannung. Der Film zeigt praxisnah, wie diese Potentiale der psychomotorischen Förderung mit hyperaktiven Kindern ausgeschöpft werden können. Kostenloser Filmausschnitt auf www.reinhardt-verlag.de > Schnellsuche > Koentker
