eJournals motorik40/1

motorik
7
0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2017.art04d
7_040_2017_1/7_040_2017_1.pdf11
2017
401

Die Bedeutung von Bewegung und elterlicher Einbindung für den frühkindlichen Sprachbildungsprozess

11
2017
Nadine Madeira Firmino
Die Studie untersucht die Wirkung einer neunmonatigen bewegungsorientierten Sprachbildung von zweijährigen Krippenkindern (n=114). Es soll herausgearbeitet werden, welche sprachlichen Kompetenzen den größten Zuwachs finden und welchen Einfluss dabei die elterliche Einbindung in den Bildungsprozess besitzt. Um diese Fragen beantworten zu können, werden im Rahmen eines Kontrollgruppendesigns standardisierte Testverfahren zur Überprüfung der Sprachentwicklung zu zwei Messzeitpunkten eingesetzt. Die Daten bekräftigen einerseits die Bedeutung von Bewegung als Medium zur Stärkung sprachlicher Kompetenzen in der frühen Kindheit. Andererseits betonen sie den Einfluss alltagsintegrierter Angebote sowie die Zusammenarbeit mit Eltern.
7_040_2017_1_0005
Zusammenfassung / Abstract Die Studie untersucht die Wirkung einer neunmonatigen bewegungsorientierten Sprachbildung von zweijährigen Krippenkindern (n=114). Es soll herausgearbeitet werden, welche sprachlichen Kompetenzen den größten Zuwachs finden und welchen Einfluss dabei die elterliche Einbindung in den Bildungsprozess besitzt. Um diese Fragen beantworten zu können, werden im Rahmen eines Kontrollgruppendesigns standardisierte Testverfahren zur Überprüfung der Sprachentwicklung zu zwei Messzeitpunkten eingesetzt. Die Daten bekräftigen einerseits die Bedeutung von Bewegung als Medium zur Stärkung sprachlicher Kompetenzen in der frühen Kindheit. Andererseits betonen sie den Einfluss alltagsintegrierter Angebote sowie die Zusammenarbeit mit Eltern. Schlüsselbegriffe: Sprachbildung, frühe Kindheit, Bewegung, Zusammenarbeit mit Eltern, Prä-Post-Design The importance of movement and parental involvement in early language acquisition - Results of a movement-based language acquisition study in early childhood The present study examines the effects of a nine-month movementbased language promotion of toddlers (n=114) with the following issues in question: Which language skills show the highest developmental effect and which impact does parental involvement have on the acquirement process? In an attempt to generate answers, language skills are measured within a control group-design at two points in time using standardized methods. The findings confirm the importance of movement as a medium for language promotion in early childhood and affirm the relevance of parental involvement and the integration of supportive activities into everyday life. Key words: language acquisition, early childhood, movement, parental involvement, pre-post-design [ 21 ] motorik, 40. Jg., 21-30, DOI 10.2378 / motorik2017.art04d © Ernst Reinhardt Verlag 1 | 2017 [ FACHBEITRAG ] Die Bedeutung von Bewegung und elterlicher Einbindung für den frühkindlichen Sprachbildungsprozess Ergebnisse einer bewegungsorientierten Sprachbildungsstudie in der frühen Kindheit Nadine Madeira Firmino Sprache als Medium der Mitteilung und Verständigung genießt aktuell in den bildungspolitischen Diskussionen einen hohen Stellenwert. Entsprechend ist in den letzten Jahren bundesweit die Implementierung einer Vielzahl von Sprachförderprogrammen in Tageseinrichtungen für Kinder gefordert und unterstützt worden. Schaut man sich allerdings die einzelnen Sprachförderkonzepte im Detail an (z. B. Würzburger Trainingsprogramm von Küspert/ Schneider 2006 oder Kon-Lab-Programm von Penner / Schmid 2006), so weisen die meisten eine funktionale Orientierung auf. Sie fokussieren primär linguistische Merkmale wie bspw. die phonologische Bewusstheit und setzen überwiegend erst ab einem Alter von vier Jahren an. Nur wenige dieser Programme wurden wissenschaftlich fundiert in ihrem Ertrag evaluiert - diese Evaluationen konnten zudem keine Verbesserung der kindlichen Sprachentwicklung über entwicklungsbedingte Zuwächse hinaus nachweisen (Roos et al. 2009; Wolf et al. 2011; Kuger et al. 2012). Genau wie Sprache zählt Bewegung zu den wesentlichen Dimensionen der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung, »die zwar in ihrer Entwicklung getrennt voneinander betrachtet werden können, die sich aber gleichzeitig in Abhängigkeit voneinander entfalten und sich gegensei- [ 22 ] 1 | 2017 Fachbeiträge aus Theorie und Praxis tig beeinflussen« (Zimmer 2005, 22). So weisen einige psychomotorisch- und bewegungsorientierte Studien (z. B. Kuhlenkamp 2003; Zimmer 2008) auf den motivierenden Einfluss von Bewegung auf den Spracherwerbsprozess hin. Zudem verdeutlichen Untersuchungen aus der Spracherwerbsforschung den Erfolg früh ansetzender elterneinbeziehender Sprachmaßnahmen (z. B. Manolson 1985; Buschmann / Jooss 2011). Daher liegt die Vermutung nahe, dass eine Verbindung der Ergebnisse aus den verschiedenen Wissenschaftsbereichen (Sprachpädagogik, Bewegungswissenschaften und Frühpädagogik) zu neuen Erkenntnissen in der frühen Sprachbildung führen könnte. Besonders in Anbetracht der aktuellen bildungspolitischen Debatte über den Krippenausbau und den Bildungsschwerpunkt Sprache hat die Analyse des Einflusses einer bewegungsorientierten Sprachbildung im Kontext Krippe mit und ohne elterliche Einbindung eine hohe Forschungsrelevanz. Sprache und Bewegung Die motorische Entwicklung und der frühkindliche Spracherwerb sind aus entwicklungspsychologischer Perspektive nicht als isolierte, sich völlig unabhängig voneinander vollziehende Prozesse zu betrachten. Sie sind vielmehr integrale Bestandteile der Gesamtentwicklung des Kindes und müssen im Zusammenhang mit anderen Entwicklungsdimensionen wie z. B. der Wahrnehmung, der Kognition und den sozial-emotionalen Prozessen betrachtet werden (Zimmer 2009). Die kindliche Entwicklung als Einheit verstehend und ausgehend von einem humanistischen Menschenbild beschreibt Zimmer (2005, 2009) Sprache und Bewegung als Werkzeug des kindlichen Handelns, die sich bereits in ihrem Ursprung eine instrumentelle und expressive Funktion teilen. Das Kind möchte sich sowohl über die Bewegung als auch über die Sprache mitteilen, ausdrücken und in Beziehung zu anderen treten können. Bewegungshandeln wird von Zimmer (2009) nicht nur als Ausgangspunkt für sprachliche Interaktionen betrachtet, sondern als reziproker Moment. Sprache wird durch aktives Handeln erworben. Erst durch die Auseinandersetzung mit der Umwelt erwirbt das Kind die inneren Repräsentationen und damit die Begriffe (Zollinger 2007). Krippe als Sprachbildungsort Der räumliche und soziale Alltag stellt für Krippenkinder eine Umgebung voller spannender Phänomene dar, der geeignet ist, die Sprachfreude der Kinder automatisch anzuregen und der insbesondere kontextsensible Kompetenzen fördern kann. Die Sprache als Schlüsselkompetenz wird dabei in Bezug zu allen Bildungsbereichen und unter Berücksichtigung eines Bildungsverständnisses, das das Kind als aktiven Gestalter seiner Bildung und Entwicklung betrachtet, gestärkt (MFKJKS / MSW 2016). In der vorliegenden Studie wird die Tageseinrichtung Krippe als Sprachbildungsort verstanden, der dem Entwicklungs- und Forscherdrang der Kinder gerecht zu werden versucht. Einen weiteren sprachbildenden Vorzug, den das Alltagsgeschehen in der Krippe im Vergleich zu isolierten Förderprogrammen bietet, ist der kommunikative Austausch unter den Peers. Durch den Kontakt mit Gleichaltrigen wird den Kindern die Möglichkeit zu symmetrischen Interaktionen gegeben (Viernickel 2006; Mashburn et al. 2009). Neben den dyadischen Momenten mit den primären Bezugspersonen stellt der regelmäßige Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen ein dyadisches und polydyadisches sprachförderliches Umfeld dar (Ahnert 2003; Barton / Tomasello 1994; Albers 2009). Rahmenbedingungen Die vorliegende Untersuchung wurde als Teilstudie im Rahmen des Forschungsprojektes »Förderung sprachlicher Kompetenzen von Kindern durch bewegungsorientierte Maßnahmen« im Sprache und Bewegung als Werkzeug kindlichen Handelns [ 23 ] Firmino • Die Bedeutung von Bewegung und elterlicher Einbindung 1 | 2017 Zeitraum von Januar 2010 bis März 2011 an der Universität Osnabrück durchgeführt. Die Basis des wissenschaftlichen Projektes Bewegungsorientierte Sprachbildung in der frühen Kindheit bildete eine theoriebegründete und praxisorientierte Fortbildungsreihe. Diese hat zum Ziel, die pädagogischen Fachkräfte so weiterzubilden, dass sie sich im täglichen Umgang mit den Kindern im Krippenkontext sprachförderlich verhalten und sprachanregende Bewegungsangebote schaffen können. Die sprachliche Bildung erfolgt für alle Kinder und findet alltagsintegriert statt. Als ein zusätzlicher zentraler Faktor für die Förderung der Zweijährigen gilt die enge Kooperation mit den Eltern. Die Eltern als primäre Interaktions- und Bezugspersonen bilden im Rahmen des vorgestellten Konzeptes neben den pädagogischen Fachkräften eine weitere Zielgruppe. Die Sensibilisierung und Einbindung der familiären Bezugspersonen in den Sprachbildungs- und Förderprozess ihrer Kinder stellen Kernziele des Konzeptes dar. Neben der Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte nehmen somit auch die Eltern eine aktive Rolle ein. Fragestellungen und Ziele Die Legitimation der vorliegenden Studie liegt im folgenden Sachverhalt: Es existiert bisher empirische Evidenz sowohl für den Nutzen und die Wirkungen von Sprachförderangeboten im Allgemeinen als auch für die Rolle des Mediums Bewegung im Spezifischen. Untersuchungen für Kinder im Krippenalter sind jedoch im Falle von Sprachförderangeboten selten bzw. für die Integration des Mediums Bewegung nicht vorhanden. Darüber hinaus mangelt es an Untersuchungen zum Einbezug der Eltern in sprachbildenden Maßnahmen im Kontext Krippe. Vor dem dargestellten theoretischen Hintergrund ergeben sich für diese Untersuchung folgende forschungsleitenden Fragestellungen: 1. Welche Wirkung zeigt die Intervention im Rahmen des Projektes Bewegte Sprache in der Krippe auf den frühkindlichen Spracherwerb? 2. Welche sprachlichen Kompetenzen können durch bewegungsorientierte Anlässe und Angebote im frühkindlichen Bereich (Krippe) bei Kindern im Alter von 24 bis 36 Monaten gefördert werden? 3. Welchen Einfluss hat die Einbindung der primären Bezugspersonen in den Prozess einer bewegungsorientierten Sprachbildung und -förderung? Das Hauptziel des Konzeptes Bewegungsorientierte Sprachbildung in der frühen Kindheit stellt der Zuwachs der frühkindlichen Sprachkompetenzen dar, die, in einen motivierenden, sinnhaften, emotional belebenden Handlungskontext eingebettet, durch die bewegungsorientierte Bildung und Förderung angeregt werden sollen. Ziel ist es, für die Kinder bedeutsame Handlungsformate zu schaffen, die zu sprachlichen Interaktionen anregen und somit auch Raum für sprachliche Handlungsmöglichkeiten bieten. Durch die begleitende und initiierende Funktion der pädagogischen Fachkräfte wird das Kind in seinem Krippenalltag motiviert, sich aktiv die Welt zu erschließen und Sprache sowie Bewegung als Medium der Kommunikation weiterhin auf kreative Weise zu entdecken. Das projektkohärente Konzept baut, basierend auf einer sozialökologischen Perspektive, auf zwei strukturellen Säulen auf (Abb. 1). Die Grundbausteine beider Säulen werden als Entwicklungs- und Bildungssettings des Kindes verstanden, deren AkteurInnen (pädagogische Fachkräfte und Eltern) durch verschiedene Formen der Teilnahme im Rahmen des Konzeptes aktiv in den Sprachbildungsprozess eingebunden werden. Der im familiären Kontext begon- Abbildung 1 Strukturelle Säulen der bewegungsorientierten Sprachbildung und -förderung Päd. Fachkraft Eltern Außerfam. inst. Betreuung Innerfam. Betreuung Weiterbildung Begleitung Fortbildung ggf. Begleitung Abb. 1: Strukturelle Säulen der bewegungsorientierten Sprachbildung [ 24 ] 1 | 2017 Fachbeiträge aus Theorie und Praxis nene Sprachbildungsprozess soll in der Krippe fortgeführt werden. Interventionsinhalte Das Konzept basiert auf einem humanistischen Menschenbild, welches Bewegung als Medium nutzt, um insbesondere sprachlich-kommunikative Kompetenzen zu erweitern. Die Stärkung der sprachlichen Kompetenzen der Kinder erfolgt in keinem vorstrukturierten Rahmen zu bestimmten Tageszeiten, sondern ist ein allgegenwärtiges Phänomen im pädagogischen Tagesablauf. Den Raum bildet das natürliche Gruppensetting. Hauptaugenmerk ist die Alltagsorientierung, die die gesamte Kindergruppe mit einbezieht. Sprache wird in ihrem allgegenwärtigen Handlungsraum erworben, in dem das Kind den Nutzen der expressiven und instrumentellen Funktion erkennt und direkt umsetzen kann (Tomasello 2009; Zimmer 2009). Die Abb. 2 bietet einen Überblick über die Zielsetzungen und Handlungsfelder der beteiligten Akteure: Bewegung wird in der Studie als Medium verwendet, um im außer- und innerfamiliären Bildungs- und Betreuungsalltag den frühkindlichen Spracherwerbsprozess zu aktivieren und zu unterstützen. Zur Konkretisierung der illustrierten Zielsetzungen gilt die Umsetzung folgender Prinzipien als Voraussetzung: ■ Aufgreifen des vorhandenen Expertenwissens und Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte (Krippe) ■ Begleitung der pädagogischen Fachkräfte bei der Bildung und Förderung von Spracherwerbsprozessen (Krippe) ■ Sensibilisierung und Einbindung der Eltern in den Sprachbildungs- und Förderprozess (Innerfamiliäre Betreuung) ■ Bereitstellung von Materialien (Krippe und innerfamiliäre Betreuung) Wie diese Auflistung zeigt, bedarf es mehrerer Akteure aus unterschiedlichen Kontexten, um eine erfolgreiche Sprachentwicklung zu unterstützen. Sprache ist - Bruner zu Folge - »kein Solo-Ausflug« des Kindes (zitiert nach Lütje- Klose 2011, 101). Neben einem System, das dem Kind vielfältige und neue Anreize bietet, benötigt das Kind eine gewisse Kontinuität. Diese wird i. d. R. durch den Kontext Familie gewährleistet. Der Kontext Krippe bildet einen weiteren beständigen Partnerbaustein. Die vorliegende Konzeption verfolgt als Ziel die Vermittlung einer ganzheitlichen und offenen Haltung. Pädagogische Fachkräfte sollen dazu befähigt werden, sich im Sinne des Konzeptes sprachbildend und bewegungsanregend zu verhalten. Das Kind als aktiven Gestalter seiner Entwicklung zu betrachten, den Interessen und Bedürfnissen jedes Kindes versuchen zu folgen und für das Kind sinnstif- Sensibilisierung Einbindung Anregung Eltern Spracherwerb Kind Wissen Haltung Handlung Päd. Fachkraft Bewegung Kontext Krippe Kontext Familie Abb. 2: Zielsetzungen und Handlungsfelder der beteiligten Akteure [ 25 ] Firmino • Die Bedeutung von Bewegung und elterlicher Einbindung 1 | 2017 tende Handlungen zu ermöglichen, stellen die Grundlage. Die Aufgaben der pädagogischen Fachkräfte lassen sich durch folgende methodische Prinzipien beschreiben: 1. Aufgreifen und Weiterentwickeln von Alltagsdialogen und Interaktionen (inkl. Anwendung von Sprachlehrstrategien) 2. Evozieren von kommunikativen Handlungsformaten und gezielten Sprachhandlungsangeboten 3. Gestalten von systematischen Bewegungsangeboten, die konkrete Sprachanlässe bieten Die im Alltag evozierten Angebote beinhalten eine sprachsystematische Ausrichtung und bedürfen immer eines kindgerechten, motivierenden und spielpädagogischen Rahmens. Die pädagogische Fachkraft ist folglich Interaktions- und Kommunikationspartner im Spiel und auch Sprachvorbild in den meisten Handlungssituationen. Eine weitere Form der pädagogischen Haltung, die zur Begleitung gehört, ist die Authentizität dem Kind gegenüber. Der mimische und tonische Ausdruck sollte mit den verbalen Äußerungen einhergehen. Nur so kann das Kind lernen, die Signale seines Gegenübers richtig zu deuten und im nächsten Schritt zu antworten. Die eigene Motivation und Offenheit der pädagogischen Fachkräfte stellt einen Großteil der zu vermittelnden Haltung dar. Die Basis der Interventionen in der Krippe bildet somit das Bereitstellen eines strukturell reichhaltigen Sprachangebotes sowie die Vermittlung kommunikationsförderlicher Grundsätze in motivierenden Handlungskontexten. Die Herausforderung steckt dabei in der Gestaltung eines sinnhaften und emotional belebenden Handlungskontextes, in dem das Kind seine sprachlichen Fähigkeiten entfalten kann. Qualifizierung Grundlage für die Umsetzung der Intervention(en) in den Krippenalltag ist die praxisorientierte Fortbildungsreihe (9 x 6 UE), an der die pädagogischen Fachkräfte (n=34) aus den verschiedenen Einrichtungen monatlich teilnehmen. Die Umsetzung aller Fortbildungen erfolgt in abwechselnden Theorie- und Praxiseinheiten. Neben den praktischen Inhalten nehmen Videodokumentationen, gemeinsame Erarbeitung und Reflexion essenzieller Themen sowie das Ausprobieren von Bewegungsspielen während der gesamten Fortbildungsreihe einen zentralen Stellenwert ein. Der gegenseitige Austausch über die ersten Erfahrungen der Umsetzung im pädagogischen Alltag und über die Reaktionen der Kinder auf die unterschiedlichen Angebote wird zudem in kleinen Teilnehmergruppen angeregt. Zu den verschiedenen Inhalten jeder Fortbildung erhalten die pädagogischen Fachkräfte umfangreiches Begleitmaterial. Durch diverse Besuche (Beobachtungen, Ergebnisbesprechungen, Elternabende, Fortbildungen der Eltern) besteht ein ständiger Kontakt zu den teilnehmenden Einrichtungen. Die Inhalte der Qualifizierungsreihe werden von den pädagogischen Fachkräften direkt im Anschluss an die erste Fortbildung in ihren Krippengruppen umgesetzt. Wie erwähnt, ist die Sensibilisierung und Einbindung der elterlichen Bezugspersonen in den Sprachbildungs- und Förderprozess ihrer Kinder eines der Kernziele des Konzeptes. Die Inhalte der Fortbildung für die Eltern haben zum Ziel, die Kommunikation zwischen ihnen und den Kindern zu stärken, indem Eltern Anregungen für vielfältige bewegungsorientierte Angebote anbieten, die im familiären Alltag als Kommunikationsanlässe genutzt werden können. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Themenbereiche der Fortbildungsmodule der pädagogischen Fachkräfte kurz aufgegriffen und praxisnah umgesetzt. Neben der Bewegten Elternfortbildung wurden die Eltern während des gesamten Interventionszeitraums begleitet. Design Um Aussagen zu den oben formulierten Fragestellungen machen zu können, wurde eine Längsschnittstudie im Rahmen eines Prä-Post- Test-Designs mit drei Versuchsgruppen durchgeführt. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte nach folgenden Kriterien: [ 26 ] 1 | 2017 Fachbeiträge aus Theorie und Praxis ■ Alter ≥24 Monate, Besuch Krippe seit mindestens 6 Monaten ■ keine diagnostizierten Sprachbzw. Entwicklungsverzögerungen ■ Deutsch als Erstsprache Unter Berücksichtigung dieser Einschlusskriterien reduzierte sich die Stichprobe von zunächst 129 auf 114 Kinder. Die Stichprobe wurde dementsprechend nicht nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt. Es handelt sich um eine systematische und kriteriengeleitete Stichprobenauswahl (Bortz / Döhring 2006). Zur Evaluation der Intervention wurde der Sprachentwicklungsstand der zweijährigen Krippenkinder zu zwei Messzeitpunkten untersucht und mit einer Kontrollgruppe (KG) verglichen, die zwar auch eine Krippe besuchte, aber nicht an der Intervention teilnahm. Neben der Interventionsgruppe I (IG I) wurde eine zweite Interventionsgruppe (IG II) eingerichtet, deren Kinder ebenfalls an der Förderung in der Krippe teilnahmen, deren Eltern aber zusätzlich aktiv in den Sprachbildungsprozess einbezogen wurden (IG II). Mit der zweiten Interventionsgruppe sollte überprüft werden, ob die zusätzliche Einbindung der Eltern in den Förderprozess einen Einfluss auf den Spracherwerb hat. Die Zuordnung der Einrichtungen zur IG I, IG II oder KG erfolgte zufällig. Die KG fungierte als Wartegruppe. Eingesetzte Verfahren Um die sprachlichen Zuwächse der Kinder erfassen zu können, wurde zum ersten Messzeitpunkt der SETK-2 (Sprachentwicklungstest für zweijährige Kinder, Grimm 2000) und zum zweiten Messzeitpunkt der SETK 3-5 (Sprachentwicklungstest für dreibis fünfjährige Kinder, Grimm 2001) eingesetzt. Die sequenzielle Verwendung der Testinstrumente (T1 SETK-2 - T2 SETK 3-5) lässt sich auch in den Langzeitstudien von Schlesiger (2009) und Buschmann (2009) wiederfinden. Um Vergleiche zwischen den Ergebnissen des SETK-2 und des SETK 3-5 anstellen zu können, wurden in Anlehnung an die Arbeiten von u. a. Aktas¸ (2004), Buschmann (2009), Sachse (2007) und Sachse / v. Suchodoletz (2009) die Untertests Verstehen I & Verstehen II mit Verstehen von Sätzen (Variable Sprachverstehen), Produktion I & Produktion II mit Enkodierung semantischer Relationen (Variable Sprachproduktion) kombiniert. Des Weiteren wurde ein standardisierter Elternfragebogen (ELFRA-2, Grimm / Doil 2000) eingesetzt, um die Perspektive der primären Bezugspersonen auf den Spracherwerbsprozess mit einzubeziehen. Eine Fragebogenerhebung zur Evaluation der Fortbildungsreihe sowie Experteninterviews zur Erfassung der Erfahrungs- und Wissensebene der pädagogischen Fachkräfte waren ebenfalls Teil der Interventionsstudie. Eine ausführliche Darstellung dieser Ergebnisse ist nachzulesen bei Madeira Firmino (2015). Datenanalyse Um Haupt- und Interaktionseffekte zu analysieren, wurde zunächst die zweifaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung auf einem Faktor berechnet, was Auskunft über die Haupteffekte Zeitpunkt und Gruppe sowie die Interaktion zwischen den beiden gibt. Für die weitere Analyse der signifikant gewordenen Interaktionseffekte wurden nachfolgend einseitige T-Tests für jede Gruppe durchgeführt, um Aussagen über die Unterschiede der Mittelwerte zwischen T1 und T2 geben zu können. Um jene Interaktionseffekte genauer charakterisieren zu können, kam abschließend der Tukey-Test zum zweiten Messzeitpunkt über alle drei Gruppen hinweg zur Anwendung. Aufgrund der relativ geringen Stichprobengröße wurde bei der Berechnung der Effektstärke im Rahmen der vorliegenden Untersuchung auf das Maß Hedges g zurückgegriffen. Für das varianzanalytische Vorgehen wurde ηp² (partielles Eta-Quadrat) als Maß für die Stärke des Effektes verwendet (Diehl/ Staufenbiel 2007). Aufgrund der Komplexität wird im Rahmen dieser Studie Der Sprachentwicklungsstand der Krippenkinder, an zwei Messzeitpunkten untersucht [ 27 ] Firmino • Die Bedeutung von Bewegung und elterlicher Einbindung 1 | 2017 auf das Effektstärkemaß auf Stichprobenebene zurückgegriffen. Cohen (1988) definierte für die Effektstärke η² Werte von >0.14 als starken, >0.06 als mittleren und >0.01 als kleinen Effekt. Obwohl laut Cohen (1988) solche Grenzen für das ηp² kaum festlegbar sind, verwenden unterschiedliche AutorInnen (Rasch et al. 2006; Aron et al. 2011) η² und das ηp² synonym oder stellen die beiden Effektstärken gegenüber (Diehl/ Staufenbiel 2007), um sie vergleichen zu können. Dementsprechend wird sich in der vorliegenden Untersuchung zur Interpretation des ηp² an der Einteilung von kleinen, mittleren und starken Effekten für η² (Cohen 1988) orientiert. Ergebnisse Insgesamt zeigt sich sowohl in den rezeptiven (Verstehen) als auch in den produktiven (Enkodierung semantischer Relationen) Sprachbereichen des SETK 3-5 ein positiver Einfluss der Förderung zugunsten der Interventionsgruppen. Der Tukey-Test ergibt für die Vergleiche des Untertests Verstehen zum zweiten Messzeitpunkt zwischen der KG und IG I (p <.047, g 0.55) sowie zwischen KG und IG II (p <.002, g 1.04) einen signifikanten Gruppenunterschiedseffekt mit mittleren bzw. sehr starken Effekten, während jedoch dieser Gruppenunterschied zwischen den beiden Interventionsgruppen zu gering ausfällt, um statistische Signifikanz zu erreichen. Allerdings zeichnet sich auch zwischen den beiden Interventionsgruppen eine deutliche Tendenz zugunsten der IG II ab (Abb. 3). Signifikante Gruppenunterschiede zu T2 zeigen sich auch innerhalb des Untertests Enkodierung semantischer Relationen des SETK 3-5 zwischen der KG und der IG II ( p <.05, g 0.83). Dieser starke Effekt zeigt den großen Zuwachs an sprachlichen Kompetenzen der IG II im Gegensatz zur Gruppe ohne Förderung (KG) und kann als Wirksamkeitsindikator der Interventionsmaßnahme gedeutet werden. Zudem wird der Unterschied zwischen den beiden Interventionsgruppen auf einem Signifikanzniveau von.05 und einer Effektstärke von g=0.64 signifikant. Zwischen der KG und IG I sind lediglich beschreibende Tendenzen zugunsten der Gruppe die Teil des Projektes war (ohne elterliche Einbindung) zu erkennen. Abbildung 4 verdeutlicht die genannten Effekte zwischen den Gruppen zum zweiten Messzeitpunkt: Während dieser Effekt zwischen der KG und IG II in beiden Untertests zu beobachten ist, erweist sich die Überlegenheit der IG I über die KG nur im Bereich Verstehen als signifikant. Zudem kann beobachtet werden, dass die IG II der IG I immer voraus ist und sich dieser Unterschied im Bereich Enkodierung semantischer Relationen als signifikant erweist. Anhand dieser Ergebnisse lässt sich die zusätzliche elterliche Einbindung bei der IG II, im Gegensatz zur reinen Intervention durch die pädagogischen Fachkräfte (IG I) oder gar keiner Intervention (KG), als einflussreicher Faktor auf die frühe Sprachentwicklung der Kinder hervorheben. Tabelle 1 stellt die Ergebnisse nochmal zusammenfassend dar. Anmerkung: n.s. = nicht signifikant , * p < .05, ** p < .01 Zweifaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung auf einem Faktor einseitige T-Tests - Tukey Test 55 58 58 56 49 44 46 48 50 52 54 56 58 60 T1 T2 T-Werte IG I n=36 IG II n=27 KG n=29 ** n.s. * Abb. 3: Vergleich Mittelwerte Verstehen I und Verstehen II (SETK-2) mit Verstehen von Sätzen (SETK 3-5) Anmerkung: n.s. = nicht signifikant, * p < .05, ** p < .01 Zweifaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung auf einem Faktor einseitige T-Tests - Tukey Test 52 53 55 59 56 52 44 46 48 50 52 54 56 58 60 T 1 T 2 T-werte IG I n=33 IG II n=26 KG n=22 n.s. * * Abb. 4: Vergleich Mittelwerte Produktion I & II = Produktion von Wörtern & Sätzen (SETK-2) mit ESR = Enkodierung semantischer Relationen (SETK 3-5) [ 28 ] 1 | 2017 Fachbeiträge aus Theorie und Praxis Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse Es kann gezeigt werden, dass sich die Teilnahme an der bewegungsorientierten Sprachbildung in der frühen Kindheit positiv auf die sprachlichen Kompetenzen von zweijährigen Kindern auswirkt. Des Weiteren erweist sich der Einbezug der Eltern in den Sprachbildungsprozess als förderlich für die sprachliche Entwicklung. Signifikante Effekte zwischen der IG II (mit Elterneinbindung) und der KG können in den Untertests Verstehen und Enkodierung semantischer Relationen des SETK 3-5 festgestellt werden, welche einerseits den rezeptiven Sprachleistungen und andererseits den sprachlichen Produktionsfähigkeiten zuzuordnen sind. Beide umfassen die Überprüfung von semantisch-lexikalischen und auch teilweise syntaktisch-morphologischen Kompetenzen. Auch zeichnet sich ein signifikanter Unterschied zwischen der Interventionsgruppe ohne Elterneinbindung (IG I) und der KG im Bereich der rezeptiven Sprachleistungen ab. Ob der Einfluss allein auf die Intervention zurückgeführt werden kann, bleibt offen. Der Vergleich mit der KG schließt den alleinigen Einfluss der Variable Krippe jedoch aus. In den expressiven Bereichen konnte nur die IG II einen signifikanten Effekt zur IG I und der KG aufweisen. Dies wirft die Frage auf, ob eine reine Elternintervention einer spezifischen Intervention innerhalb der Krippe überlegen ist. Diskussion Aufgrund der durch die vorliegende Untersuchung gewonnenen Ergebnisse haben sich verschiedene Aspekte ergeben, denen in weiteren Studien nachgegangen werden sollte. Erweiterung der Versuchsgruppe Im Rahmen weiterer Untersuchungen wäre es von Interesse, auch Nicht-Krippenkinder aufzunehmen, sodass allein der Einfluss institutioneller Bildungseinrichtungen auf den frühkindlichen Spracherwerb als Kontrast zu den anderen drei Versuchsgruppen beobachtet werden kann. Erweiterung der Messzeitpunkte Um weitere Nachhaltigkeitseffekte beobachten zu können, wäre die Ergänzung um einen weiteren Messzeitpunkt im Sinne einer Follow-up-Untersuchung interessant. Dies wurde bei der Planung der Studie zunächst auch berücksichtigt, aufgrund der Transition der Kinder von Krippe zu Kindergarten jedoch nicht umgesetzt. Erweiterung der Stichprobe Da die Stichprobe sich ausschließlich aus Kindern mit Deutsch als Erstsprache ohne vordiagnostizierte sprachliche Auffälligkeiten zusammensetzt, bleibt offen, inwiefern bspw. Tab. 1: Post Hoc Gruppenvergleiche der Untertests Verstehen und Produktion (Enkodierung semantischer Relationen) Gruppe N Mittelwert SD Gruppenvergleich Signifikanz (Tukey) Hedges g VS KG 29 48.59 10.387 KG - IG I .047; p < .05 0.55 IG I 36 54.78 11.584 KG - IG II .002; p < .01 1.04 IG II 27 58.41 8.078 IG I - IG II n.s. PRO (ESR) KG 22 51.50 7.482 KG - IG I n.s. IG I 33 52.88 8.926 KG - IG II .014; p < .05 0.83 IG II 26 58.85 9.665 IG I - IG II .031 p < .05 0.64 [ 29 ] Firmino • Die Bedeutung von Bewegung und elterlicher Einbindung 1 | 2017 Late-Talker von einer bewegungsorientierten Sprachbildung und -förderung unter Einbezug der Eltern profitieren könnten. Einsatz qualitativer Erhebungsmethoden zur Erfassung der pragmatischen Kompetenzen Der Einsatz standarisierter Erhebungsverfahren ermöglicht nur eine eingeschränkte Sichtweise auf den frühkindlichen Sprachstand. Für die Erfassung pragmatischer Kompetenzen wäre der Einsatz von regelmäßigen Spontansprachanalysen sinnvoll gewesen. Ausblick Mit dieser Studie wurde erstmals im deutschsprachigen Raum ein Konzept vorgestellt und evaluiert, das Bewegung als Medium zur sprachlichen Bildung von zweijährigen Kindern unter Einbezug elterlicher Unterstützung in der Krippe nutzt. Die vorliegenden Daten bekräftigen einerseits die interaktive Bedeutung von Bewegung als Medium zur Förderung und Bildung sprachlicher Fähigkeiten (Zimmer 2009; Kuhlenkamp 2011), andererseits verdeutlichen sie die Relevanz von alltagsintegrierten, in den Handlungskontext eingebundenen Angeboten (Albers 2011). Die Ergebnisse dieser Untersuchung tragen in hohem Maße zur Debatte über Bewegung als Medium zur durchgängigen und kontextnahen Förderung sprachlicher Prozesse im Bereich frühkindlicher Betreuungskontexte bei und stellen die elterliche Einbindung in den Fokus. Sprache wird dem Kind in und durch Bewegung erfahrbar gemacht und zeigt einen motivierenden und lustvollen Eintritt in die Welt der Kommunikation auf. Das Bildungssetting stellt dabei die Krippe dar, die, neben der Familie, zu den bedeutendsten Bildungsorten gehört. Mit dem Verweis auf frühkindliche Lernprozesse vor dem vierten Lebensjahr wird mit dieser Studie ein Konzept vorgestellt, das den Spracherwerb von unter Dreijährigen in den Vordergrund stellt. Ein wesentliches Ergebnis dieser Studie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Integration der Eltern in den Sprachbildungsprozess. Die Ergebnisse bekräftigen somit die Bedeutung der familiären Einbindung für den frühkindlichen Spracherwerbsprozess. Dieser Artikel durchlief das Peer-Review. Literatur Ahnert, L. (2003): Die Bedeutung von Peers für die frühe Sozialentwicklung des Kindes. In: Keller, H. (Hrsg.): Handbuch der Kleinkindforschung. 3.Aufl. Bern, Huber, 493-528 Aktas¸ , M. (2004): Sprachentwicklungsdiagnostik bei Kindern mit Down-Syndrom. Entwicklung eines diagnostischen Leitfadens zum theoriegeleiteten Einsatz standardisierter Verfahren. Dissertation, Universität Bielefeld Albers, T. (2011). Sag mal! Krippe, Kindergarten und Familie: Sprachförderung im Alltag. Beltz, Weinheim Albers, T. 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