eJournals motorik40/3

motorik
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0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2017.art17d
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2017
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Editorial

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Ruth Haas
Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit dem Heft 1 / 2017 begann der vierzigste Jahrgang der Zeitschrift »motorik«. Die »motorik« bildete in diesen 40 Jahren die Vielfalt des motologischen und psychomotorischen Fachdiskurses in Wissenschaft und Praxis ab. Den gemeinsamen Nenner stellt dabei die gemeinsame anthropologische Grund­annahme einer Wechselbeziehung zwischen dem Körper / Leib, der Bewegung und der Psyche des Menschen dar. Seither wurde eine Vielzahl von wissenschaftlich begründeten Ansätzen entwickelt, die sich zum Teil auf unterschiedliche wissenschaftliche Paradigmen beziehen.
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[ 105 ] motorik, 40. Jg., 105, DOI 10.2378 / motorik2017.art17d © Ernst Reinhardt Verlag 3| 2017 Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit dem Heft 1 / 2017 begann der vierzigste Jahrgang der Zeitschrift »motorik«. Die »motorik« bildete in diesen 40 Jahren die Vielfalt des motologischen und psychomotorischen Fachdiskurses in Wissenschaft und Praxis ab. Den gemeinsamen Nenner stellt dabei die gemeinsame anthropologische Grundannahme einer Wechselbeziehung zwischen dem Körper / Leib, der Bewegung und der Psyche des Menschen dar. Seither wurde eine Vielzahl von wissenschaftlich begründeten Ansätzen entwickelt, die sich zum Teil auf unterschiedliche wissenschaftliche Paradigmen beziehen. Die Entdeckung des Körpers in angrenzenden Wissenschaften wie Psychologie, Soziologie und Gesundheitswissenschaften erfolgte erst in den letzten 10 Jahren. Besonders hervorzuheben ist der Embodimentansatz, in welchem von kognitiv-emotional-somatischer Intelligenz gesprochen wird. Dies wird auf der Basis neurowissenschaftlicher Erkenntnisse begründet, da emotionale, somatische und kognitive Intelligenzbereiche untrennbar in neuronalen Netzwerken verankert sind. Die aktuelle Diskussion zum Embodimentansatz wird in diesem Heft aufgegriffen. So sprechen an erster Stelle in diesem Heft die BegründerInnen dieses Ansatzes Maja Storch und Wolfgang Tschacher. Sie zeigen die Verortung ihres Ansatzes im philosophischen Diskurs, in der empirischen Forschung und in der therapeutischen Praxis auf. Der Beitrag von Holger Jessel stellt die Bezüge zum motologischen und psychomotorischen Diskurs dar. Ausgehend von der Betrachtung einer Praxissequenz wird die Bedeutung des Embodiment- Diskurses für die Psychomotorik erörtert. Die Relevanz des Embodimentansatzes für kindliche Lernprozesse wird im Beitrag von Michael Wendler skizziert. Ausführungen aktueller Forschungsbefunde zum Lernen mit dem Körper und der Bewegung werden zusammengetragen und kritisch diskutiert. Der mögliche Transfer des Embodimentansatzes auf die psychomotorische Praxis wird in dem Beitrag von Ruth Haas thematisiert. Es wird der Frage nachgegangen, ob dieser Ansatz die Praxis bestätigt oder verändert. Im aktuellen Stichwort erklärt Jörg Lemmer Schmid den Begriff »Embodiment« umfassend und stellt ihn in den Kontext von fünf Forschungstraditionen, welche sich explizit mit diesem Konzept befassen. Im Praxistipp zeigen Benjamin Breuer und Beatrix Springer eindrücklich auf, wie Interdisziplinarität »embodied« erfahrbar gemacht werden kann. Ruth Haas