eJournals motorik41/4

motorik
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0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2018.art33d
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2018
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Rezension: Jurt Betschart, Josy / Hurschler Lichtsteiner, Sibylle / Reber, Andrea: Unterwegs zur persönlichen Handschrift. Lernprozesse gestalten mit der Deutschschweizer Basisschrift

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2018
Christina Reichenbach
Jurt Betschart, Josy; Hurschler Lichtsteiner, Sibylle; Reber, Andrea: Unterwegs zur persönlichen Handschrift. Lernprozesse gestalten mit der Deutschschweizer Basisschrift. Lehrmittelverlag, Luzern, 2017, CHF 78,65 / € 125,00 (CH / D)
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[ 208 ] 4| 2018 Medien & Materialien Jurt Betschart, Josy; Hurschler Lichtsteiner, Sibylle; Reber, Andrea: Unterwegs zur persönlichen Handschrift. Lernprozesse gestalten mit der Deutschschweizer Basisschrift. Lehrmittelverlag, Luzern, 2017, CHF 78,65 / € 125,00 (CH / D) Die vollständige Ausgabe des Lehrmaterials besteht aus fünf Broschüren, einer CD mit Informationen und Unterrichtsmaterialien sowie Arbeitsblättern als Kopiervorlage. Es ist für Lehrpersonen entwickelt, die mit Kindergartenkindern oder mit Kindern der Klassen 1 bis 6 arbeiten, und stellt ein geeignetes Material dar, welches lernprozessbegleitend sehr gut eingesetzt werden kann. In einem Grundlagenband wird das Konzept in Kürze erklärt und die Themenbereiche grafomotorische Entwicklung, Lernen (u. a. Bewegung, Linkshändigkeit), Basisschrift sowie Empfehlungen prägnant aufgegriffen. Für einzelne Klassenstufen gibt es jeweils Arbeitsmaterialien sowie Arbeitshefte, die gesondert bestellt werden können. Das Lehrmittel bietet eine Möglichkeit, Kinder auf dem Weg zu ihrer persönlichen Schrift zu begleiten. Für Kinder im vorschulischen Bereich sind zahlreiche Ideen zusammengestellt, die es ihnen ermöglichen, ihre fein- und grafomotorischen Fähigkeiten zu entdecken, auszubauen und sich spielerisch mit den Grundelementen der Schrift auseinanderzusetzen. Weiterführend werden auf dem Weg zur Schrift u. a. Körper- und Stifthaltung, motorische Basiskompetenzen (u. a. Kraft, Tempo und Gleichgewicht) inhaltlich bearbeitet. Das vorgestellte Material ist für die Deutschschweizerische Basisschrift konzipiert - eine Schrift, die für Kinder gut nachvollziehbar und vereinfacht ist, da sie geradlinig und ohne »Schnörkel« ist. Als Kerngedanke zählt hier, dass Kinder aus der Basisschrift der ersten beiden Schuljahre mit Freude ihre persönliche Handschrift entwickeln. Diese persönliche Handschrift sollte dem Anspruch der Leserlichkeit und dem Lesefluss genügen und kann individuell beispielsweise Buchstaben dort miteinander verbinden, wo sich dies aus einer Schreibbewegung ergibt und verlangt keine durchgehenden Verbindungen. Das Material ist sehr gut für eine lernprozessbegleitende Arbeit geeignet. Den AnwenderInnen werden Hinweise für die Förderung mittels Kommentaren zur Durchführung gegeben und mögliche Beobachtungs- und Beurteilungsaspekte vorgeschlagen. Zudem werden die Kinder insofern aktiv einbezogen, dass sie die eigene Schriftentwicklung kriterienorientiert selbst einschätzen (z. B. Leserlichkeit, Schriftgröße, Sauberkeit, Schriftneigung, Buchstaben- und Wortabstände). Zur Verfolgung des Lernstandes und der Schriftentwicklung werden eine regelmäßige Lernstandanalyse u. a. mittels CD sowie die Sammlung von Schriftstücken in einem Lernportfolio empfohlen. Dieses Konzept kann im Hinblick auf die Inhalte auch sehr gut in Deutschland zum Einsatz kommen, wo es keine Vorgaben bzgl. Lehrmaterialien gibt und Lehrpersonen sich hierfür entscheiden könnten. Das Material ist sehr gut strukturiert und nachvollziehbar. Ein Fokus liegt methodisch vor allem auf dem Entwicklungsbereich Bewegung und es wird herausgestellt, welche Bedeutung Bewegungsabläufe von Kopf bis Fuß für den Erwerb der Handschrift haben. Es liegen Erläuterungen zu den Inhalten, Zielen und Arbeitsblättern vor, die eine prozessbegleitende Unterstützung und Reflexion sehr gut ermöglichen. Optimalerweise sollte das Programm in Schulen Anwendung finden. Zudem sind Elemente des Konzeptes auch in individuellen Fördersituationen (u. a. Psychomotorik) einzubeziehen, wobei laut der Autorinnen eine Wirksamkeit in alltäglicher Nutzung eher erreicht werden kann. Christina Reichenbach DOI 10.2378 / mot2018.art33d