motorik
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0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Editorial
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Melanie Lietz
Liebe Leserinnen, liebe Leser, im Zuge des rasanten Wandels unserer Gesellschaft, in hoch ökonomisierten von Effizienz und Effektivität geprägten Zeiten, stellt sich unweigerlich die Frage nach der »Verlässlichkeit der Dinge« und den damit verbundenen Konsequenzen für die psychomotorische Arbeit als Kernthema entwicklungsbezogenen Arbeitens. Sind es nicht die wahrnehmbaren Gegebenheiten, die für uns Verschiedenheit erfahrbar machen? Auf der Erscheinungsebene bleiben die Dinge in unserer Wahrnehmung weitgehend gleich. Diese können sich in unterschiedlichen Kontexten aber zu etwas vollständig Anderem entwickeln. Genau dies macht die Bedeutsamkeit gegenüber Gewissheiten und der Verlässlichkeit ihres Daseins aus. Gerade in der heutigen Zeit lohnt sich in diesem Zusammenhang der ästhetische Blick über den Tellerrand.
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[ 165 ] motorik, 42. Jg., 165, DOI 10.2378 / mot2019.art30d © Ernst Reinhardt Verlag 4| 2019 Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, im Zuge des rasanten Wandels unserer Gesellschaft, in hoch ökonomisierten von Effizienz und Effektivität geprägten Zeiten, stellt sich unweigerlich die Frage nach der »Verlässlichkeit der Dinge« und den damit verbundenen Konsequenzen für die psychomotorische Arbeit als Kernthema entwicklungsbezogenen Arbeitens. Sind es nicht die wahrnehmbaren Gegebenheiten, die für uns Verschiedenheit erfahrbar machen? Auf der Erscheinungsebene bleiben die Dinge in unserer Wahrnehmung weitgehend gleich. Diese können sich in unterschiedlichen Kontexten aber zu etwas vollständig Anderem entwickeln. Genau dies macht die Bedeutsamkeit gegenüber Gewissheiten und der Verlässlichkeit ihres Daseins aus. Gerade in der heutigen Zeit lohnt sich in diesem Zusammenhang der ästhetische Blick über den Tellerrand. In diesem Themenschwerpunktheft werden subjektive Zugänge zum Konstrukt Ästhetik deutlich. Dadurch ist die Möglichkeit geschaffen, über die eigene psychomotorische Fachperspektive hinwegzublicken und sich mit einem veränderten Blick neue Perspektiven auf Verlässliches und Altbewährtes zu erschließen. Iris Laner (Universität Tübingen) liefert der Leserschaft, zur Annäherung an ein komplexes Konstrukt, die Verortung von Ästhetischer Bildung in der Rubrik »Das aktuelle Stichwort«. Während Verena Freytag (Universität Kassel) sich der Frage widmet, was es konkret bedeutet, wenn Bewegung und Tanz Medium ästhetischer Bildung sind, nimmt Melanie Lietz (Universität zu Köln) ausgewählte ästhetische Zugänge in den Blick, um daraus Impulse für die psychomotorische Praxis abzuleiten. Lassen Sie sich mit Ihrem Fachwissen und Ihrem psychomotorischen Blick in den Rubriken des Heftes inspirieren: von den Verbindungen zwischen dem kindlichen Musterverständnis, ästhetischen Lernprozessen und den fördernden Auswirkungen von Bewegungserfahrungen (Francesca Cristina Emmi, Melanie Lietz) über Praxisbeispiele aus dem Projekt »Wir erforschen unsere Schule« an einer Förderschule für geistige Behinderung (Alena Kreutz) bis hin zur Vorstellung einer Handreichung, die mit einem Bewegungskoffer mehr Bewegung in den Schulalltag bringen soll (Johanna Fenke). Viel Vergnügen beim Lesen der Beiträge und bei der Öffnung des Blicks. Melanie Lietz
