eJournals motorik44/1

motorik
7
0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
7_044_2021_1/7_044_2021_1.pdf11
2021
441

Bericht: … die Kunst, mit der Vielfalt umzugehen … – Klaus Fischer zum Dank

11
2021
Manfred Höhne
Kimon Blos
Ruth Haas
Astrid Krus
Otmar Weiß
… die Kunst, mit der Vielfalt umzugehen … – Klaus Fischer zum Dank so hieß das Motto der 35. Jahrestagung des damaligen Aktionskreis Psychomotorik (akP) im Jahr 2011. Kaum etwas scheint geeigneter zu beschreiben, wie umfänglich die Perspektiven der Psychomotorik sind. Mit Gründung des Aktionskreises Psychomotorik gilt es, für die Weitergabe der psychomotorischen Idee durch Veröffentlichungen zu sorgen. [...]
7_044_2021_1_0012
[ 45 ] Machens • Der Einfluss von Bewegungskindergärten auf die motorische Entwicklung 1 | 2021 [ 45 ] Aktuelles / Kurz berichtet 1 | 2021 … die Kunst, mit der Vielfalt umzugehen … - Klaus Fischer zum Dank so hieß das Motto der 35. Jahrestagung des damaligen Aktionskreis Psychomotorik (akP) im Jahr 2011. Kaum etwas scheint geeigneter zu beschreiben, wie umfänglich die Perspektiven der Psychomotorik sind. Mit Gründung des Aktionskreises Psychomotorik gilt es, für die Weitergabe der psychomotorischen Idee durch Veröffentlichungen zu sorgen. Die »motorik« als Vereinsorgan der Deutschen Akademie- - Aktionskreis Psychomotorik e. V. erfüllt auch diese Aufgabe. Mit ihr und der Psychomotorik im deutschsprachigen Raum eng verbunden ist Professor Dr. Klaus Fischer (Abb.-1). Seit nunmehr über dreißig Jahren ist er unmittelbar für die Auswahl der Inhalte und deren Präsentation in der »motorik« und ihren Vorläufern verantwortlich gewesen. Zum Ende des Jahres 2020 hat Klaus Fischer als Herausgeber die »motorik« verlassen-- fachlich und menschlich ein sehr großer Verlust. Seine umfangreichen Kenntnisse zu den psychomotorischen Konzepten der Persönlichkeitsentwicklung, damit verbunden ein enorm großes Erfahrungswissen im Umgang mit diesen unterschiedlichen Ansätzen und deren Balance in den Veröffentlichungen für den Theorie-Praxis-Bezug wird er dieser Fachzeitschrift in Zukunft glücklicherweise weiterhin im Fachbeirat zur Verfügung stellen. Was geschieht, wenn zahlreiche, immer wieder unterschiedliche Sichtweisen zur Psychomotorik auf die verantwortliche Redakteurin, den verantwortlichen Redakteur treffen? Wie nähert man sich diesen Themen an? Was geht in den Köpfen vor, wenn es gilt, die nächsten Ausgaben der »motorik« zu konzipieren? Fragen, die wir uns als Leserinnen oder Leser eher selten stellen. Ruhig, besonnen, gelassen- - immer an der Sache orientiert, dabei nicht konfliktscheu hat Professor Dr. Klaus Fischer als langjähriger geschäftsführender Redakteur und später als Herausgeber der »motorik« Sorge getragen und gleichzeitig Verantwortung übernommen, die Vielfalt psychomotorischer Inhalte und Ansätze, deren Denkrichtungen oder die Variationsbreite praktischer Umsetzungen transparent zu machen. Seit Jahrzehnten ist sein Handeln und Einsatz innerhalb der Psychomotorik orientiert an dem Leitbild, die Vielfalt theoretischer Entwicklungen als Prozess darzustellen sowie den praktischen Umsetzungen den öffentlichen Raum zu sichern, damit die eigentliche Frage, dem Kern der Psychomotorik näher zu kommen, aus unterschiedlichen Perspektiven gestellt wird. Die »motorik« hat sich durch Klaus Fischer als ein hoch beachtetes Forum etabliert, Praxis- und Forschungsansätze vorzustellen und zugleich dem psychomotorischen Nachwuchs eine Artikulationschance und Möglichkeiten der Vernetzung zu geben. Als Wissenschaftler und emeritierter Lehrstuhlinhaber der Universität zu Köln, Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher, Impulsgeber der Deutschen Akademie- - Aktionskreis Psychomotorik e. V. auf nationaler und internationaler Ebene und als ehemaliger geschäftsführender Redakteur und Herausgeber dieser Zeitschrift gehört Professor Dr. Klaus Fischer zu den führenden Vertretern der Psychomotorik in Europa. Er hat die Inhalte der »motorik« für die Leserinnen und Leser so konzipiert, dass fachliche Impulse inspirierende Grundlagen für den Diskurs und für Entwicklungen waren- - neue Perspektiven sind dadurch entstanden. Professor Dr. Klaus Fischer hat sich in seiner Gesamtverantwortung für die Psychomotorik in vorbildlicher Weise-- eben psychomotorisch-- engagiert. Chapeau Klaus! Manfred Höhne Vieles änderte sich, einer blieb! Klaus Fischer ist der Name und das Gesicht der Zeitschrift »motorik« (Abb.-2), der über viele Jahrzehnte hinweg zunächst als verantwortlicher Redakteur und dann als Mitherausgeber das Image und den Stellenwert der »motorik« geprägt hat. Die HerausgeberInnen der »motorik« bedanken sich bei ihm für die langjährige engagierte Gestaltung der Fachzeitschrift und die konstruktive Zusammenarbeit: Dass es in Marburg ein Studienfach Motologie gab, hatte ich bereits vernommen, was dort aber gelehrt wurde, war mir unbekannt. Kurzentschlossen rief ich an, Klaus am Telefon: »Motologie muss man erleben. Haben Sie Zeit? Kommen Sie vorbei! « Schon hier spiegelte sich seine Überzeugung, etwaige Erläuterungen an Selbsterfahrungen und persönliche Beziehungen zu knüpfen. So verbinde ich mit Klaus aus Studientagen vor allem das Seminar Naturerfahrung: ob mit Landkarte durch Parkanlagen oder mit Kajak auf der Lahn- - die Begeisterung für das unmittelbare psycho- Abb. 1: Professor Dr. Klaus Fischer [ 46 ] 1 | 2021 Aktuelles / Kurz berichtet motorische Erleben war die Grundlage seiner Lehre, die er handlungs-, system- und wissenschaftsorientiert auszurichten wusste. Doch ohne konkrete Durchdringung keine abstrakte Erkenntnis- - auch seinen Abschied aus dem aktiven Hochschulbetrieb, den er mit einem mehrtägigen Fußmarsch von Köln nach Marburg, vom langjährigen Arbeitszum überdauernden Lebensmittelpunkt begangen hat, zeugt von lustvoller Authentizität. Danke für die Inspiration! (Kimon Blos) Man schreibt das Jahr 1987, der 4. Jahrgang Motologie, engagierte, sportlich fitte DozentInnen-… einer davon ist Klaus Fischer, ein junger, engagierter alleinerziehender Vater zweier Töchter, am Ende seines Promotionsvorhabens und trotzdem begeisterter Dozent der Motologie! Materialerfahrung, Grafomotorik und Entwicklungstheorien waren u. a. seine Seminarthemen. Ich freue mich, dass ich als studentische Hilfskraft und später als wissenschaftliche Mitarbeiterin dabei sein durfte, wie er seine Promotion und sein Habilitationsvorhaben mit Bravour gemeistert hat. Was zeichnet Klaus aus meiner Erfahrung aus: Mut machen, Ressourcen erkennen, im Karriereweg positiv verstärken, Wertschätzung leben und sehr gründlich wissenschaftlich arbeiten! Ich freue mich, dass ich diesen Mentor und Wegbegleiter genießen durfte und darf! (Ruth Haas) Mein Dozent am Institut für Sportwissenschaft und Motologie der Philipps Universität Marburg, Betreuer der Diplomarbeit, Doktorvater, Kollege in den dakp Kursen, Forschungspartner und Mitherausgeber, Klaus Fischer begleitet meinen beruflichen Werdegang von den ersten Anfängen bis zum heutigen Tag! Klaus ist nicht nur die Konstante in meiner beruflichen Laufbahn, sondern Impulsgeber, Initiator und vor allem ein Quell umfangreichen Fachwissens, der immer als Diskussionspartner und damit Inspirationsquelle präsent war. Sein Interesse an den Ideen und Vorhaben der anderen, wertschätzend und bestärkend, so habe ich Klaus immer erlebt. Dafür danke ich ihm, verbunden mit dem Wunsch, dass wir noch viele gemeinsame Projekte durchführen können. (Astrid Krus) Mit der Unterstützung von Klaus Fischer ist es in Österreich gelungen, den Studiengang Psychomotorik und Motopädagogik in der NÖ Landesakademie in St. Pölten einzurichten (1998-2009). Seit 2010 wird dieses Masterstudium als Universitätslehrgang Psychomotorik an der Universität Wien weitergeführt und Klaus ist nach wie vor als Referent tätig. Professor Dr. Klaus Fischer trägt somit nicht nur theoretisch zur Weiterentwicklung der Psychomotorik bei, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Europäisierung der Ausbildung und Praxis der Psychomotorik. Im Rahmen einer Inaugurationsfeier in St. Pölten hat mir Klaus einen gebundenen Band mit allen motorik-Heften überreicht, der für mich einen unschätzbaren Wert hat. Es steht zu hoffen, dass noch viele motorik-Bände entstehen. Klaus wünsche ich ad multos annos! (Otmar Weiß) Kontakte Manfred Höhne mb.hoehne@t-online.de Dr. Kimon Blos Kimon.blos@vwil.ch Prof.in Dr. Ruth Haas ruth.haas@hs-emden-leer.de Prof.in Dr. Astrid Krus astrid.krus@hs-niederrhein.de Prof. Dr. Otmar Weiß otmar.weiss@univie.ac.at Abb. 2: Vieles änderte sich, einer blieb!