eJournals motorik44/4

motorik
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0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2021.art30d
7_044_2021_4/7_044_2021_4.pdf101
2021
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Forum Psychomotorik: Entwicklungen in der Schweizer Psychomotoriktherapie

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2021
Judith Sägesser Wyss
Olivia Gasser-Haas
Im vorliegenden Artikel wird ausgehend von den Anfängen der Psychomotoriktherapie in der Schweiz auf drei aktuelle Entwicklungslinien eingegangen. In einem ersten Schritt wird die Ausbildung beleuchtet. Dabei stehen die beiden Ausbildungsstätten in Genf und in Zürich im Vordergrund. In einem zweiten Schritt werden die aktuellen Entwicklungen in der Praxis, dem Berufsfeld der Psychomotoriktherapie in der Schweiz, thematisiert. Der Abschluss und schließlich die dritte Entwicklungslinie bildet die Forschung. Es wird ein kurzer Einblick in vergangene Forschungsthemen und aktuelle Forschungsprojekte gegeben.
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Zusammenfassung / Abstract Im vorliegenden Artikel wird ausgehend von den Anfängen der Psychomotoriktherapie in der Schweiz auf drei aktuelle Entwicklungslinien eingegangen. In einem ersten Schritt wird die Ausbildung beleuchtet. Dabei stehen die beiden Ausbildungsstätten in Genf und in Zürich im Vordergrund. In einem zweiten Schritt werden die aktuellen Entwicklungen in der Praxis, dem Berufsfeld der Psychomotoriktherapie in der Schweiz, thematisiert. Der Abschluss und schließlich die dritte Entwicklungslinie bildet die Forschung. Es wird ein kurzer Einblick in vergangene Forschungsthemen und aktuelle Forschungsprojekte gegeben. Schlüsselbegriffe: Schweizer Psychomotoriktherapie, Entwicklungslinien, Ausbildung, Berufsfeld, Forschung Developments in Swiss psychomotor therapy Starting from the origins of Swiss psychomotor therapy, we will discuss the three current lines of development. First, we will focus on the way psychomotricity is taught in Switzerland. The emphasis lies on the two training centres in Geneva and Zurich. Then we will look at the professional field of psychomotor therapy and its current developments in practice. Lastly, we will discuss the research progress. A brief insight will be given into past research topics and current research projects. Key words: Swiss psychomotor therapy, lines of development, apprenticeship, professional field, research [ 161 ] motorik, 44. Jg., 161-165, DOI 10.2378 / mot2021.art30d © Ernst Reinhardt Verlag 4 | 2021 [ FORUM PSYCHOMOTORIK ] Entwicklungen in der Schweizer Psychomotoriktherapie Judith Sägesser Wyss, Olivia Gasser-Haas sensorischen Wahrnehmung, der kognitiven Verarbeitung, der motorischen Ausführung und der emotionellen Färbung verstanden werden. Ihre Komplexität erlaubt keinerlei Unterteilung in verschiedene isolierte Funktionen oder in Abgrenzungen zwischen Erleben, Handeln, Erkennen und Gestalten« (Naville 2011). Da die Nachfrage für psychomotorische Fachkräfte im Bereich der Psychomotorik groß war, wurde von 1964-1966 die erste Ausbildung an der Universität Genf an- Als Julian de Ajuriaguerra 1959 den Lehrstuhl für Psychiatrie und die Leitung der psychiatrischen Klinik der Universität Genf übernahm, hatte er schon längere Zeit in Paris geforscht und Publikationen zur Psychomotorik veröffentlicht (Wittgenstein 2016). De Ajuriaguerra war froh, in Suzanne Naville eine Bewegungspädagogin zu finden, welche seine wissenschaftlichen Arbeiten in die Praxis übertragen konnte (Macchi 2019). »Die Psychomotorik in der Schweiz hat wissenschaftlich begonnen, die Praxis der ›Psychomotorischen Therapie‹ war damals noch nicht erfunden«, erklärte die Begründerin der Schweizer Psychomotoriktherapie, Suzanne Naville (2011) in einem Vortrag vor Studierenden an der Hochschule für Heilpädagogik in Zürich. Erste klinisch-diagnostische und berufspraktische Grundlagen wurden an der Universität Genf und am »Service Médico- Pédagogique« in Genf in langjähriger, intensiver Entwicklungsarbeit unter der Leitung von Naville und de Ajuriaguerra entwickelt. Die theoretische Grundlage bildeten Forschungsarbeiten aus den Jahren 1925-1969 von de Ajuriaguerra selbst sowie unter anderem von Wallon (z. B. 1956), Dupré (1925) und Piaget (z. B. 1960). Auf dieser Basis beschreibt de Ajuriaguerra (1970, 235ff ) in seinem »manuel de psychiatrie de l’enfant« (Handbuch der Psychiatrie des Kindes) »psychomotorische Schwierigkeiten« ausführlich. Dabei betonte er stets die Relevanz des bio-psycho-sozialen Paradigmas und prägte die Ausrichtung der Schweizer Psychomotoriktherapie im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung des Kindes und seines Umfelds bis heute: »Die Psychomotorische Therapie sollte immer als Verbindung der [ 162 ] 4 | 2021 Forum Psychomotorik geboten, in welcher neben der Bewegung auch die Musik ein wichtiges Element in der Arbeit mit den Kindern war. Die Schweizer Psychomotoriktherapie blickt dementsprechend auf eine fast 60-jährige Geschichte zurück, welche von Beginn an durch den großen Einfluss von de Ajuriaguerra geprägt war. Aus privaten Gründen wechselte Naville im Jahr 1969 nach Zürich und begann in Zusammenarbeit mit dem Kinderpsychiater Alfons Weber mit dem Aufbau der Deutschschweizer Psychomotoriktherapie am Kinderspital. Im Jahr 1972 führte sie erstmals die zweijährige Psychomotorik-Ausbildung am Heilpädagogischen Seminar in Zürich durch. Naville legte bereits während der Aufbauarbeiten großen Wert auf den internationalen Austausch und nahm regelmäßig an Tagungen und Kongressen teil, auf denen sie sich mit zentralen Persönlichkeiten aus der Psychomotorik in Europa wie beispielsweise Ernst J. Kiphard austauschte. Die Psychomotoriktherapie ist heute in der Schweiz sowohl als pädagogisch-therapeutischer als auch als medizinisch-therapeutischer Beruf gut verankert. Im Folgenden stehen die Weiterentwicklungen der Psychomotoriktherapie anhand von drei Entwicklungslinien, der Ausbildung, der Praxis und der Forschung im Fokus, an welchen zahlreiche ForscherInnen und PraktikerInnen beteiligt waren und immer noch sind. Ausbildung in der Schweizer Psychomotoriktherapie In der Schweiz bieten zwei Fachhochschulen ein Studium in Psychomotoriktherapie an. Bis im Jahr 2019 konnte ausschließlich ein Bachelorabschluss Psychomotoriktherapie an der Haute École de Travail Social (HETS) in Genf und an der Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich erworben werden. Im Berufsfeld führte dies in Bezug auf die Abschlüsse zu einer Diskrepanz zwischen dem Master in der Schulischen Heilpädagogik und den Bachelorabschlüssen in der Psychomotoriktherapie sowie der Logopädie. Diese drei Berufe gehören in der Schweiz unter anderem zu den »pädagogischen Teams« an der Volksschule. Die unterschiedlichen Abschlüsse sind einerseits lohnrelevant, andererseits auch für die Reputation der Berufe mit Bachelorabschluss nicht förderlich. Zudem fehlt in diesen Berufen der wissenschaftliche Nachwuchs. Für die Schweizer Psychomotoriktherapie ist es entscheidend, dass die Forschung im Fachgebiet von ausgebildeten PsychomotoriktherapeutInnen aufgegriffen und weiterentwickelt werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, muss zwingend ein Masterabschluss in Psychomotoriktherapie erworben werden können- - mit der Möglichkeit, darauf aufbauend zu promovieren. Die Leiterin der Genfer Ausbildung, Anne- Françoise Wittgenstein, hat in langjähriger, hartnäckiger Arbeit erreicht, dass an der Haute École de Travail Social in Genf seit 2019 ein Masterstudiengang angeboten wird. Das dreijährige Bachelorstudium wurde durch einen Masterstudiengang abgelöst. Zugelassen sind Studierende mit Bachelorabschluss bspw. aus der Psychologie, aus verschiedenen Gesundheitsberufen oder pädagogischen Berufen. Schwerpunkte im Masterstudiengang liegen sowohl in der berufspraktischen Ausbildung mit einer engen Verknüpfung von Theorie und Praxis als auch in der forschungsmethodischen Ausbildung. An der zweiten Ausbildungsstätte, der Hochschule für Heilpädagogik in Zürich, wird momentan ein Masterstudium in Psychomotoriktherapie aufgebaut. Inwiefern dieses anstelle des Bachelorstudiums oder aufbauend, im Sinne eines konsekutiven Masters nach dem Bachelorabschluss der Psychomotoriktherapie sein wird, ist zurzeit noch ungewiss. Fest steht, dass viele der Aufgaben in der Psychomotoriktherapie einen Masterabschluss erfordern und ein Masterabschluss für die Weiterentwicklung und das langfristige Fortbestehen des Berufs essenziell sind. Berufsfeld der Schweizer Psychomotoriktherapie Durch die große Unterstützung der Stadt Zürich konnte sich die Psychomotoriktherapie bereits in ihren Anfängen an den Zürcher Schulen etablieren. Von da aus wurden Therapiestellen [ 163 ] Sägesser Wyss • Entwicklungen in der Schweizer Psychomotoriktherapie 4 | 2021 [ 163 ] Sägesser Wyss, Gasser-Haas • Entwicklungen in der Schweizer Psychomotoriktherapie 4 | 2021 an den Volksschulen der deutschsprachigen Schweiz aufgebaut und die Psychomotoriktherapie wurde im Lauf der Jahre in die Volksschulgesetze vieler Kantone aufgenommen. Heute bieten die meisten Volks- und Sonderschulen in der Deutschschweiz Psychomotoriktherapie an. Durch eine Umstrukturierung in der Bildungslandschaft im Jahr 2008 haben sich die Rahmenbedingungen, aber auch der Auftrag an die Psychomotoriktherapie teilweise stark verändert (Vetter 2009). Neu wird die Psychomotoriktherapie nicht mehr zusätzlich durch die Invalidenversicherung finanziert, sondern gänzlich dem Bildungssystem zugeordnet. Der Integrations- und Inklusionsgedanke spielt dabei eine große Rolle; sollen doch alle Kinder mit und ohne Beeinträchtigung und unabhängig von ihrer sozialen Herkunft unter dem Dach der Bildung geschult und individuell gefördert werden (Vetter 2009). In der Schweiz werden seit 2004 integrative gegenüber separativen Schulformen auf Gesetzesebene favorisiert (BehiG 2004; EDK 2007). Im Jahr 2014 hat die Schweiz die UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ratifiziert (United Nations 2006). Die Integration von Kindern mit sensorischen, motorischen oder sozio-emotionalen Schwierigkeiten wurde schon immer als zentrales Ziel der Schweizer Psychomotoriktherapie betrachtet. Das Setting, durch welches dieses Ziel erreicht werden sollte, war bis dahin fast ausschließlich die Einzel- und Kleingruppentherapie (Vetter et al. 2009). Nun sieht sich die Psychomotoriktherapie mit neuen Anforderungen konfrontiert und es stellt sich die Frage, inwiefern sich das Fachgebiet auch in integrativen Settings etablieren kann. Mit »G-FiPPs«, einer integrativ und präventiv ausgerichteten grafomotorischen Förderkonzeption, hat ein Forschungsteam der HfH Zürich unter der Leitung von Martin Vetter auf die neuen Anforderungen reagiert und aufgezeigt, dass integrative Projekte im Fachgebiet Psychomotorik durchaus sinnvoll und umsetzbar sind (Vetter et al. 2010). Dieses Aufzeigen einer möglichen Umsetzung der Integration und Prävention in der Grafomotorik unterstützte viele PsychomotoriktherapeutInnen darin, Projekte zur Prävention und Integration bezogen auf das gesamte Fachgebiet durchzuführen und häufig auch selbst zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit den Schulen konnte so intensiviert werden. Eine Befragung im Jahr 2016 zeigte auf, dass die teilnehmenden Mitglieder des Berufsverbandes durchaus bereit waren, einen Teil ihrer Arbeitszeit in integrative Projekte zu investieren (Sägesser Wyss / Sahli Lozano 2016). Dank der Nähe der Schweizer Psychomotorik zur Heilpädagogik können für die theoretische Fundierung Synergien genutzt werden, wie dies beispielsweise bei der Entwicklung des förderdiagnostischen Instruments GRAFOS (Sägesser Wyss/ Eckhart 2016) und des inklusiven Konzepts GRAFINK (Sägesser Wyss et al. 2021) der Fall war. Theoretische Grundlagen wie das Modell inklusiver Prozesse (MiP) aus der Schulischen Heilpädagogik können auch für die Psychomotorik wichtige Orientierungspunkte liefern (Sahli Lozano et al. i.Vorb.). Das neue Berufsbild des Berufsverbandes »Psychomotorik Schweiz« (2020) drückt ein neues Selbstverständnis aus. Die Psychomotoriktherapie sieht sich dabei als wichtiger und kreativer Bestandteil der Schullandschaft, ist sich aber auch ihrer Qualitäten für therapeutische Settings im Gesundheitsbereich und über die ganze Lebensspanne bewusst. Im Kern stehen die folgenden Zusammenhänge: »PsychomotoriktherapeutInnen befassen sich mit der Wechselwirkung von Wahrnehmen, Fühlen, Denken, Bewegen und Verhalten. In der Psychomotoriktherapie setzen sie beim körperlichen Ausdruck und beim Bewegungsverhalten an, berücksichtigen aber auch die emotionalen, sozialen und kulturellen Einflüsse, die eine Person prägen. PsychomotoriktherapeutInnen begleiten Menschen, deren Bildungsvoraussetzungen und / oder Lebensqualität aufgrund von senso-motorischen und sozio-emotionalen Beeinträchtigungen gefährdet oder eingeschränkt sind. Die Ursachen liegen in einem breit gefächerten, oft nicht klar zu diagnostizierenden Geflecht aus bio-psycho-sozialen Entwicklungsbedingungen, welche in wechselseitiger Abhängigkeit von Aspekten wie zum Beispiel dem kulturellen Hintergrund oder dem sozioökonomischen Status stehen« (Psychomotorik Schweiz 2020, 3). Die Förderung der sozialen Partizipation von Menschen jeglichen Alters, die Mitwirkung an [ 164 ] 4 | 2021 Forum Psychomotorik Integration und Inklusion der KlientInnen in Schule und Gesellschaft sowie das innovative Reagieren auf die aktuellen sozial-, gesundheits- und bildungspolitischen Herausforderungen haben in der aktuellen Schweizer Psychomotorik einen zentralen Stellenwert. Dabei will die Psychomotoriktherapie einen »wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zum körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehen im Sinne des Gesundheitsbegriffs der Weltgesundheitsorganisation (WHO)« leisten (Psychomotorik Schweiz 2020, 3). Als wissenschaftliches Fachgebiet orientiert sich die Schweizer Psychomotorik an Bezugsdisziplinen, wie beispielsweise den Sport- und Bewegungswissenschaften inklusive der Motologie, den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, der Psychologie, den Neurowissenschaften und der Medizin. Die Tätigkeitsbereiche umfassen, z. B. die Gesundheitsförderung und Prävention, Diagnostik und Therapie sowie die Beratung oder das Mitwirken an Forschungsprojekten, welche der Weiterentwicklung oder weiterführenden Etablierung der Psychomotoriktherapie dienen (Psychomotorik Schweiz 2020, 8) Forschung in der Schweizer Psychomotoriktherapie Durch die Verortung der deutschsprachigen Ausbildung am Heilpädagogischen Seminar Zürich (heute HfH) wurde die Psychomotorik 1970 formal zu einem Spezialgebiet der Heilpädagogik. Dies hatte den Vorteil, dass die Verankerung des Berufs in der Schule untermauert wurde. Der aus heutiger Sicht nicht zu vernachlässigende Nachteil bestand darin, dass das Heilpädagogische Seminar keinen Forschungsauftrag hatte. Die Forschung im Fachgebiet konnte folglich erst mit der Überführung des Heilpädagogischen Seminars in die Hochschule für Heilpädagogik im Jahr 2001 aufgenommen werden. Seitdem beschäftigten sich die Forschungsprojekte mit der Psychomotoriktherapie in der Schweiz (Situation und Beschäftigungslage, Zusammenarbeit, Berufszufriedenheit, Wirksamkeit der Therapie), der Psychomotoriktherapie für spezifische Zielgruppen (z. B. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Menschen mit Parkinson, Neugeborene und Säuglinge etc.), der Prävention psychomotorischer Schwierigkeiten, der Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen und der Grafomotorik. Im Folgenden eine Übersicht zu laufenden oder kürzlich abgeschlossenen Projekten: ■ Wirksamkeit der Psychomotoriktherapie in Bezug auf die sozio-emotionale Förderung von Kindern (HfH Zürich; Bräuninger), ■ Bewegungsbasiertes Präventionsangebot- zur Förderung der emotionalen und sozialen-Kompetenzen (HfH Zürich; Thurnheer et al.), ■ Körperschema nach Amputationen (Subside DSPE; Junker-Tschopp) ■ Sprachförderung in Verbindung mit Psychomotorik (HfH Zürich, Sammann / Sodogé / Etter), ■ Wirksamkeit des Einsatzes von Musik in der Therapie mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen (HedS, HUG; Junker-Tschopp / Marie), ■ Evaluation einer Ausbildung in Palästina (HETS Genève; Wittgenstein), ■ Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund (HETS Genève; Wittgenstein), ■ Wirksamkeit der Psychomotoriktherapie im Bereich Grafomotorik bei Kindern mit UEMF (PH Luzern; Wicki et al.), ■ Erweiterung der Messmethodik der Grafomotorik mit CsWin-DTW Plugin (PH Luzern, Psychomotorik Schweiz; Marquardt et al.), ■ Pilotstudie zum Einsatz des Schreiblerngeräts SQRIBA (Hurschler Lichsteiner / Nideröst), ■ Entwicklung eines inklusiven Konzepts für die grafomotorische Förderung (PH Bern; Sägesser / Sahli Lozano / Simovic), ■ Wirksamkeit unterschiedlicher Settings der grafomotorischen Förderung (separativ, integrativ, inklusiv) und der Verbindung zwischen Grafomotorik und Exekutiven Funktionen (PH Bern; Eckhart/ Sägesser). Alle Angaben zu den Forschungsprojekten sind dem Dokument Forschungsprojekte im Fachgebiet Psychomotorik des Berufsverbandes Psychomotorik Schweiz entnommen, welches fortlaufend aktualisiert wird (Psychomotorik Schweiz 2021). [ 165 ] Sägesser Wyss • Entwicklungen in der Schweizer Psychomotoriktherapie 4 | 2021 [ 165 ] Sägesser Wyss, Gasser-Haas • Entwicklungen in der Schweizer Psychomotoriktherapie 4 | 2021 Schlusswort und Perspektiven Das bio-psycho-soziale Paradigma und das Anliegen der Integration sowie der Inklusion werden weiterhin zentrale Grundlagen der Schweizer Psychomotoriktherapie bilden. Die Forschung im Fachgebiet ist jung und für die Zukunft des Berufs äußerst relevant. Einer besseren Verankerung des Fachgebiets hinsichtlich wissenschaftlicher Fundierung sollte durch die Neuentwicklung in Richtung Masterstudiengang zukünftig nichts im Wege stehen. Weiterhin werden diesbezüglich auch die internationalen Kooperationen eine große Bedeutung haben. Literatur BehiG- - Behindertengleichstellungsgesetz (2002): Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen vom 13. Dezember 2002. In: https: / / www.fedlex.admin. ch/ eli/ cc/ 2003/ 667/ de, 12.03.2021 De Ajuriaguerra, J. (1970): Manuel de psychiatrie de l’enfant. Masson & Cie, Paris Dupré, E. (1925): Pathologie de l’émotivité et de l’imagination. Payot, Paris EDK-- Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (2007): Interkantonale Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der Sonderpädagogik vom 25. Oktober 2007. EDK, Heiden. In: https: / / edudoc.educa.ch/ static/ web/ arbeiten/ sonderpaed/ konkordat_d.pdf, 12.03.2021 Macchi, A., (2019): »Geburtsstunde der Psychomotoriktherapie«- - Anfänge der Praxis und Lehre in Zürich. In: Stadt Zürich Schulamt (Hrsg.): 50 Jahre Psychomotoriktherapie in der Stadt Zürich Naville, S. (2011): Wege zur Psychomotoriktherapie. Vortrag an der HfH Zürich Piaget, J. (1960): Les praxies chez l’enfant. Revue neurologique 102, 551-565 Psychomotorik Schweiz (2021): Forschungsprojekte im Fachgebiet Psychomotorik von 2000-2020. (Das Dokument wird laufend aktualisiert und kann angefordert werden bei: info@psychomotorikschweiz.ch) Psychomotorik Schweiz (2020): Berufsbild Psychomotoriktherapeut*in. In: https: / / www.psychomoto rik-schweiz.ch/ fileadmin/ redaktion/ public/ info thek/ verbandsdokumente/ 2021_DE_Psychmoto rik_Schweiz_Berufsbild.pdf, 22.04.2021 Sägesser J., Eckhart, M. (2016): GRAFOS-- Instrument zur Erfassung grafomotorischer Kompetenzen im Kindergarten und Grundschulalter. Hogrefe, Bern Sägesser Wyss, J., Sahli Lozano, C. (2016): Förderung der Grafomotorik in integrativen Settings. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik 22 (7-8), 25-32 Sägesser Wyss, J., Sahli Lozano, C., Simovic, L. (2021): GRAFINK. Hogrefe, Bern Sahli Lozano, C., Eckhart, M., Gross Rigoli, B. (i.Vorb.): Das Modell inklusiver Prozesse [MiP]. Ein Instrument zur Analyse und Weiterentwicklung von Schulen hin zur Inklusion. In: Rensch, K., Linder, K.-T., Streese, B., Proyer, M., Schwab, S. (Hrsg.): Reihe »Beiträge der Bildungsforschung« der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen [ÖFEB]. Waxmann, Münster United Nations (2006): A convention on the Rights of Persons with Disabilities. In: https: / / www.un.org/ development/ desa/ disabilities/ convention-on-therights-of-persons-with-disabilities.html, 22.04.2021 Vetter, M. (2009): Welche Ziele verfolgt Psychomotorik im Gesellschafts- und Bildungskontext? motorik 32 (2), 59-66 Vetter, M., Amft, S., Sammann, K., Kranz, I. (2010): G-Fipps: Grafomotorische Förderung. Borgmann, Dortmund Vetter, M., Kranz, I., Sammann, K., Amft, S., Hättich, A., Venetz, M. (2009): G-FIPPS. Zur Wirksamkeit grafomotorischer Förderung in integrativ und präventiv ausgerichteter Psychomotorik. Abschlussbericht. HfH Zürich Wallon, H. (1956): Importance du mouvement dans le développement psychologique de l’enfant. Enfance 9, 1-4, https: / / doi.org/ 10.3406/ enfan.1956.1508 Wittgenstein, A. F. (2016): 50 ans de psychomotricité en Suisse romande. In: Bourquin, J. (Hrsg.): En corps et encore. 50 ans de psychomotricité en Suisse romande. HETS, Genève, 8-9 Die Autorinnen Judith Sägesser Wyss Dipl.-Psychomotoriktherapeutin EDK, Dozentin und Forscherin am Institut für Heilpädagogik der Pädagogischen Hochschule Bern Olivia Gasser-Haas Dipl.-Psychomotoriktherapeutin EDK, M.Sc. Erziehungswissenschaften, seit 2020 Co-Leiterin des Bachelorstudiengangs Psychomotoriktherapie an der Hochschule für Heilpädagogik in Zürich Anschriften Judith Sägesser Wyss Pädagogische Hochschule Bern Institut für Heilpädagogik Fabrikstrasse 8 CH-3012 Bern judith.saegesser@phbern.ch olivia.gasser@hfh.ch