motorik
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0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2023.art09d
7_046_2023_1/7_046_2023_1.pdf11
2023
461
Rezension: Zimmer, R. (2021): Bewegung erleben in der Kita.
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2023
Anja Grellert
Kinder sind neugierig – sie wollen die Welt entdecken und verstehen.
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[ 42 ] 1 | 2023 Medien & Materialien im Buch beschriebenen Anregungen, meist ohne viel zusätzliches Material und Vorbereitungen im Gruppen- oder Bewegungsraum umgesetzt werden. Abgerundet wird die Sammlung von Ideen zum Spiel mit allen Sinnen (Kapitel 5). Renate Zimmer ergänzt die Sammlung kreativer Bewegungsideen und -impulse mit von Erfahrung geprägten Praxistipps und kurzen Erläuterungen zur Bedeutung von Bewegung. Hintergrundwissen stellt sie in die Themenbereiche eingeflochtenen »Wissen kompakt«-Elementen kurz und interessant dar. Durch die lesefreundliche Gestaltung eignet sich dieses Buch gut für Praxis in der Kita, Kindertagespflege oder auch Zuhause. Ohne großen Zeitaufwand lassen sich Ideen fort in der Praxis umsetzbar, kreative Bewegungsspiele vor. Eingeleitet wird jedes Kapitel bzw. jeder Themenbereich von kurzen Praxis-Theorie-Verknüpfungen, die Wissenswertes und Hilfreiches für die Umsetzung mit den Kindern beinhalten. »Kreative Spiele mit Recyclingmaterial« sind Inhalt des umfangreichsten ersten Kapitels. Ideen u. a. mit Zeitungen, Wäscheklammern, Bierdeckeln oder auch Heulrohren werden vorgestellt und weitere Spielimpulse aufgezeigt. Dabei sind die jeweiligen Bewegungsideen auch als solche zu verstehen: Es geht um Möglichkeiten, in ein Bewegungsspiel einzusteigen und folgend viel Freiraum für die Umsetzung eigener Impulse der Kinder zu lassen. Es folgen Angebote zum kreativen Bewegungsspiel mit Decken, Netzen und Tüchern (Kapitel 2) und größeren Materialien wie. z. B. Pappkartons (Kapitel 3). Alle Spielvorschläge mit Materialien ordnet Renate Zimmer einer Gruppe von Bewegungsformen (z. B. bauen, wippen und balancieren mit Pappkartons & Co) zu, die sich gemeinsam gut entdecken lassen. In Kapitel 4 finden sich unter der Überschrift »Was Kinder bewegt: Spiele zum Darstellen und Sich-Ausdrücken« (63) Anregungen und Impulse zu den Bereichen »Rollenspiel« (64) und »Gefühle erleben und verarbeiten« (70). Diese Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten können, wie auch alle anderen Kinder sind neugierig- - sie wollen die Welt entdecken und verstehen. Renate Zimmer stellt in ihrem Praxisbuch »Bewegung erleben in der Kita« ausgewählte Bewegungsspiele aus ihrer langjährigen psychomotorischen Arbeit mit Kindern vor, die dazu anregen, der eigenen Neugierde zu folgen und Neues zu entdecken. Bereits in der Einleitung wird deutlich, dass dieses Buch nicht nur eine Zusammenstellung praxiserprobter Bewegungsspiele ist, sondern auch eine »Atmosphäre« vermittelt, die »diese ursprüngliche Bereitschaft der Kinder, sich auf Neues einzulassen und die Dinge in neue Sinnzusammenhänge zu stellen« (6) in den Fokus stellt. Renate Zimmer lädt die LeserInnen dazu ein, den Kindern Freiräume zum (Er-)Leben der eigenen Fantasie zu bieten. Kinder benötigen Möglichkeiten zum selbsttätigen Handeln, Ausprobieren, Verändern und Lösungen finden. Dafür sind Bewegen und Spielen ein gut geeignetes Lernmedium. Im kreativen Bewegungsspiel erleben sich die Kinder selbst in ihrem Handeln, sie entwickeln allein oder auch gemeinsam Ideen und finden Lösungen. So können die Kinder vielfältige Fähigkeiten erproben, Kompetenzen entwickeln und sich mit ihren eigenen Ressourcen und Stärken wahrnehmen und einbringen. In 5 Kapiteln stellt Renate Zimmer sehr übersichtlich gegliedert und so- Der psychomotorische Anteil wird jedoch weder theoretisch noch praktisch herausgearbeitet. Es handelt sich meines Erachtens um ein Praxisbuch mit Bewegungs- und Wahrnehmungsspielen, ohne dass tiefere erlebnispädagosiert ist, sollten die angeleiteten Spiele folgen. Fazit: Das vorliegende Buch bietet auf jeden Fall vielseitige Ideen für Spiele in den unterschiedlichen Naturräumen und kann so hilfreich für die Praxis sein. gische und psychomotorische Hintergründe dargelegt werden. Evelyn Gütle DOI 10.2378 / mot2023.art08d Zimmer, R. (2021): Bewegung erleben in der Kita. Herder-Verlag, Freiburg, ISBN: 978-3-451- 38936-8 (Print); 18,00 € [ 43 ] Medien & Materialien 1 | 2023 und Impulse für die bewegte Praxis mit den Kindern finden und umsetzen. Die vorgestellten Inhalte sind vielleicht schon einigen Fachkräften bekannt, wecken aber durch die Art und Weise der Beschreibung die Lust, diese in der Praxis umzusetzen. Renate Zimmer inspiriert mit ihrem Buch zu kreativen Bewegungsspielen, die geprägt sind von Offenheit und Wertschätzung, von gemeinsamen Entdecken und Erleben- … und lädt ALLE dazu ein neugierig zu sein und der eigenen Fantasie im kreativen Bewegungsspiel zu folgen. Anja Grellert DOI 10.2378 / mot2023.art09d Voigt, F. (2021): Entwicklungsstörungen im Kleinkind- und Vorschulalter. Ernst Reinhardt Verlag, München, ISBN: 978-3-497-03055-2 (Print); 29,90 € In der Einführung beschreibt der Autor Dr. Friedrich Voigt, der langjährig leitender Psychologe im kbo-Kinderzentrum München war, das Anliegen des Buchs: Einen Beitrag zu leisten, frühzeitige Diagnosestellungen bei jungen Kindern zu ermöglichen, um eine gute Basis für eine Förderplanung zu ermöglichen. Dabei legt er Wert auf eine entwicklungspsychologische sowie eine systemische Perspektive, um der Komplexität kindlicher Entwicklung gerecht zu werden und das hierin immanente Zusammenwirken verschiedener Einflussfaktoren aufzugreifen. Das Buch umfasst mit Glossar 228 Seiten und ist systematisch gegliedert. In einem einleitenden Teil werden definitorische Grundlagen gegeben und verschiedene Aspekte (Prinzipien, Merkmale, Entwicklungstheorien etc.) in Bezug auf Entwicklungsstörungen dargestellt. Es schließt sich ein Kapitel über diagnostische Ebenen in der Frühdiagnostik an, bevor auf einzelne Entwicklungsstörungen (Sprachentwicklungsstörung, Umschriebene Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen, Umschriebene kombinierte Entwicklungsstörungen, globale Entwicklungsstörungen, verschiedene genetische Syndrome, Autismus-Spektrum-Störungen, Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie soziale und emotionale Störungen im Vorschulalter) eingegangen wird. Es geht dabei in jedem Kapitel über die ausführliche Diagnostik hinaus auch um die Förderplanung / Therapieplanung, wobei immer auch die Beratung der Eltern mit thematisiert wird. Systemischen Behandlungsprinzipien wird ein abschließendes (wenn auch sehr kurzes) Kapitel gewidmet. Dieses Buch reiht sich ein in eine Vielzahl von Fachbüchern mit medizinisch-psychologischem Grundlagenwissen zu verschiedenen Entwicklungsauffälligkeiten in der Kindheit. Dem Autor ist es gelungen, durchgängig einen Schwerpunkt auf Diagnostik- -- hier insbesondere Frühdiagnostik- -- zu legen, was es zu einer sehr wertvollen, vertiefenden Ergänzung der bestehenden Fachliteratur macht. Die interessierte LeserInnenschaft kann hier von der sehr aktuellen, internationalen Befundlage profitieren, die Herr Voigt sorgfältig zusammengestellt hat. Wesentliche Erkenntnisse werden in übersichtlichen Tabellen und Abbildungen zusammengetragen. Diese Form der »Übersichtlichkeit« gibt aber an einigen Stellen auch Anlass einer vorsichtigen Kritik- -- so z. B. Tabelle 4 auf S. 38: hier könnte interpretiert werden, dass für die Basisdiagnostik KinderärztInnen und Frühförderstellen zuständig wären- -- im Konsenspapier der Interdisziplinäre verbändeübergreifende Arbeitsgruppe Entwicklungsdiagnostik (IVAN) ist dies jedoch nicht so zu lesen- -- hier wird für die Basisdiagnostik ebenfalls das SPZ angegeben. Zwar wird im Begleittext die Rolle der Frühförderung kurz aufgegriffen, hierbei aber wenig erläutert. Hier- -- wie auch an einigen anderen Stellen---kritisiert der Autor zurecht bestehende Praxis. In Bezug auf die diagnostischen Ebenen in der Frühdiagnostik z. B. das wenig transparente interdisziplinäre Zusammenarbeiten verschiedener Institutionen. Leider wird die Chance nicht ergriffen, z. B. anhand des IVAN-Schemas genauer einzuordnen, wer / welche Institution wann und mit welchem Ziel und welchem Auftrag diagnostisch tätig wird und wie die diagnostischen Erkenntnisse geteilt werden könnten bzw. in der Praxis bereits geteilt werden. Ebenfalls ist zu bedauern, dass an keiner
