motorik
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0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Rezension: Voigt, F. (2021): Entwicklungsstörungen im Kleinkind- und Vorschulalter.
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Britta Dawal
In der Einführung beschreibt der Autor Dr. Friedrich Voigt, der langjährig leitender Psychologe im kbo-Kinderzentrum München war, das Anliegen des Buchs: Einen Beitrag zu leisten, frühzeitige Diagnosestellungen bei jungen Kindern zu ermöglichen, um eine gute Basis für eine Förderplanung zu ermöglichen.
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[ 43 ] Medien & Materialien 1 | 2023 und Impulse für die bewegte Praxis mit den Kindern finden und umsetzen. Die vorgestellten Inhalte sind vielleicht schon einigen Fachkräften bekannt, wecken aber durch die Art und Weise der Beschreibung die Lust, diese in der Praxis umzusetzen. Renate Zimmer inspiriert mit ihrem Buch zu kreativen Bewegungsspielen, die geprägt sind von Offenheit und Wertschätzung, von gemeinsamen Entdecken und Erleben- … und lädt ALLE dazu ein neugierig zu sein und der eigenen Fantasie im kreativen Bewegungsspiel zu folgen. Anja Grellert DOI 10.2378 / mot2023.art09d Voigt, F. (2021): Entwicklungsstörungen im Kleinkind- und Vorschulalter. Ernst Reinhardt Verlag, München, ISBN: 978-3-497-03055-2 (Print); 29,90 € In der Einführung beschreibt der Autor Dr. Friedrich Voigt, der langjährig leitender Psychologe im kbo-Kinderzentrum München war, das Anliegen des Buchs: Einen Beitrag zu leisten, frühzeitige Diagnosestellungen bei jungen Kindern zu ermöglichen, um eine gute Basis für eine Förderplanung zu ermöglichen. Dabei legt er Wert auf eine entwicklungspsychologische sowie eine systemische Perspektive, um der Komplexität kindlicher Entwicklung gerecht zu werden und das hierin immanente Zusammenwirken verschiedener Einflussfaktoren aufzugreifen. Das Buch umfasst mit Glossar 228 Seiten und ist systematisch gegliedert. In einem einleitenden Teil werden definitorische Grundlagen gegeben und verschiedene Aspekte (Prinzipien, Merkmale, Entwicklungstheorien etc.) in Bezug auf Entwicklungsstörungen dargestellt. Es schließt sich ein Kapitel über diagnostische Ebenen in der Frühdiagnostik an, bevor auf einzelne Entwicklungsstörungen (Sprachentwicklungsstörung, Umschriebene Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen, Umschriebene kombinierte Entwicklungsstörungen, globale Entwicklungsstörungen, verschiedene genetische Syndrome, Autismus-Spektrum-Störungen, Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie soziale und emotionale Störungen im Vorschulalter) eingegangen wird. Es geht dabei in jedem Kapitel über die ausführliche Diagnostik hinaus auch um die Förderplanung / Therapieplanung, wobei immer auch die Beratung der Eltern mit thematisiert wird. Systemischen Behandlungsprinzipien wird ein abschließendes (wenn auch sehr kurzes) Kapitel gewidmet. Dieses Buch reiht sich ein in eine Vielzahl von Fachbüchern mit medizinisch-psychologischem Grundlagenwissen zu verschiedenen Entwicklungsauffälligkeiten in der Kindheit. Dem Autor ist es gelungen, durchgängig einen Schwerpunkt auf Diagnostik- -- hier insbesondere Frühdiagnostik- -- zu legen, was es zu einer sehr wertvollen, vertiefenden Ergänzung der bestehenden Fachliteratur macht. Die interessierte LeserInnenschaft kann hier von der sehr aktuellen, internationalen Befundlage profitieren, die Herr Voigt sorgfältig zusammengestellt hat. Wesentliche Erkenntnisse werden in übersichtlichen Tabellen und Abbildungen zusammengetragen. Diese Form der »Übersichtlichkeit« gibt aber an einigen Stellen auch Anlass einer vorsichtigen Kritik- -- so z. B. Tabelle 4 auf S. 38: hier könnte interpretiert werden, dass für die Basisdiagnostik KinderärztInnen und Frühförderstellen zuständig wären- -- im Konsenspapier der Interdisziplinäre verbändeübergreifende Arbeitsgruppe Entwicklungsdiagnostik (IVAN) ist dies jedoch nicht so zu lesen- -- hier wird für die Basisdiagnostik ebenfalls das SPZ angegeben. Zwar wird im Begleittext die Rolle der Frühförderung kurz aufgegriffen, hierbei aber wenig erläutert. Hier- -- wie auch an einigen anderen Stellen---kritisiert der Autor zurecht bestehende Praxis. In Bezug auf die diagnostischen Ebenen in der Frühdiagnostik z. B. das wenig transparente interdisziplinäre Zusammenarbeiten verschiedener Institutionen. Leider wird die Chance nicht ergriffen, z. B. anhand des IVAN-Schemas genauer einzuordnen, wer / welche Institution wann und mit welchem Ziel und welchem Auftrag diagnostisch tätig wird und wie die diagnostischen Erkenntnisse geteilt werden könnten bzw. in der Praxis bereits geteilt werden. Ebenfalls ist zu bedauern, dass an keiner [ 44 ] 1 | 2023 Medien & Materialien Stelle in den Ausführungen der Blick auf Institutionen der frühkindlichen Bildung gelenkt wird und deren Beitrag zur Detektion von Entwicklungsauffälligkeiten. Es können in diesem Kapitel jedoch auch weitere Missverständnisse entstehen: nämlich, dass der wichtige Aspekt der sozialen Teilhabe, diagnostisch ausschließlich einer mehrdimensionalen Bereichsdiagnostik vorbehalten bliebe, die nur im SPZ durchgeführt würde. Wo bleiben z. B. die Ergebnisse des diagnostischen Prozesses innerhalb der Frühförderung, in dem vorrangig laut BTHG die Beeinträchtigung der sozialen Teilhabe eingeschätzt werden soll? Diese Überlegung führt leider zu einem weiteren kleinen Schwachpunkt des Buchs, der auf Grund der Aktualität der Thematik sehr verwundert: Trotz, dass der Schwerpunkt in den Ausführungen auf eine systemische Perspektive gelegt wird, wird ein m. E. nach hier sehr anschlussfähiges biopsycho-soziales Verständnis im Sinne der ICF nicht explizit in das Buch integriert. An verschiedenen Stellen erfolgen kurze Hinweise, z. B. dass die ICF-CY nicht die medizinischen Diagnosesysteme (DSM 5, ICD 10 / 11) ersetzen wird. Dies ist aber in Anbetracht der Aktualität und der Bedeutsamkeit der ICF für Förder- und Behandlungsplanung sehr zu bedauern. Gerade für die Diagnostik gehen hierdurch leider wichtige Informationen verloren, indem wenig Fokus auf Kontextfaktoren gelegt wird, die bei einer Entstehung, Beeinflussung und Aufrechterhaltung von Verhalten eine maßgebliche Rolle spielen und sich auf die Entwicklung der Kinder auswirken. So wird die Analyse des Umfelds zwar an einigen Stellen immer wieder aufgegriffen, eine Orientierung an der Struktur des biopsycho-sozialen Modells der ICF hätte hier eine grundlegende Systematik ermöglicht---gerade auch im Sinne eines Wechselwirkungsmodells die Zusammenhänge der verschiedenen Faktoren verdeutlicht und die eingenommene Perspektive sinnvoll erweitert. Für das Buch kann- -- trotz der formulierten Kritik- -- eine klare Leseempfehlung ausgesprochen werden, da es sehr fundiert und für die diagnostische Praxis sehr hilfreiche Ausführungen zu schädigungsspezifischen Faktoren bietet. Es werden klare Kriterien des Erkennens von verschiedenen Entwicklungsstörungen, Frühwarnzeichen und Indikatoren für vertiefende diagnostische Prozesse / Differentialdiagnosen gegeben. Ein vertieftes Einordnen in nicht nur schädigungsbezogene = individuumsbezogene Faktoren, sondern mehr kontextbezogene Überlegungen bleiben den LeserInnen selbst überlassen. Britta Dawal DOI 10.2378 / mot2023.art10d a w Grundwissen ADHS für‘s Studium Fragen zum Thema ADHS betreffen viele Studiengänge: Welche Symptome sind typisch? Wie diagnostiziert man ADHS? Welche Ursachen wurden erforscht - genetisch, neuropsychologisch, umweltbedingt? Wie entwickelt sich ADHS über die Lebensspanne? Neben diesen Themen werden insbesondere psychologische und medizinische Therapiemaßnahmen kritisch beleuchtet. Dabei richtet sich der Fokus auf Interventionsmöglichkeiten in der Schule und auf die Unterstützung der Betroffenen im Alltag. Die ideale Seminarlektüre, mit der sich Studierende in Psychologie, Pädagogik und Lehramt effizient auf ihre Prüfung vorbereiten können. Caterina Gawrilow Lehrbuch ADHS Modelle, Ursachen, Diagnose, Therapie Mit 47 Vertiefungsfragen. 3., aktualisierte Auflage 2023. 191 Seiten. 16 Abb. 10 Tab. utb-M (978-3-8252-5999-0) kt
