eJournals motorik46/4

motorik
7
0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2023.art32d
7_046_2023_4/7_046_2023_4.pdf101
2023
464

Forum Psychomotorik: Körper - Be-/Enthinderung - Verkörperung: zur Erweiterung des motologisch-psychomotorischen Diskurses

101
2023
Stefan Schache
Über ein weites Inklusionsverständnis als emanzipatorischer Entwurf wird hier dargestellt, dass sich der motologisch-psychomotorische Diskurs um sozialtheoretische Überlegungen zu erweitern hat. Die marginale Behandlung von gesellschaftstheoretischen und kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Entwicklungen lassen die Motologie und Psychomotorik in Teilen antiquiert erscheinen, dabei bespielt das Fach inhaltlich aktuelle Themen, die durch den je kritischen Standpunkt gesellschaftliche Entwicklungen und Praxen zu reflektieren und zu betrachten wissen. Damit kann eine neue Ordnung der Ansatzsystematik der Motologie/Psychomotorik die Folge sein.
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Zusammenfassung / Abstract Über ein weites Inklusionsverständnis als emanzipatorischer Entwurf wird hier dargestellt, dass sich der motologisch-psychomotorische Diskurs um sozialtheoretische Überlegungen zu erweitern hat. Die marginale Behandlung von gesellschaftstheoretischen und kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Entwicklungen lassen die Motologie und Psychomotorik in Teilen antiquiert erscheinen, dabei bespielt das Fach inhaltlich aktuelle Themen, die durch den je kritischen Standpunkt gesellschaftliche Entwicklungen und Praxen zu reflektieren und zu betrachten wissen. Damit kann eine neue Ordnung der Ansatzsystematik der Motologie / Psychomotorik die Folge sein. Schlüsselbegriffe: Motologie, Psychomotorik, Disability Studies, Inklusion, Behinderung, Leib, Verkörperung Body-- Dis / Ability-- Embodiment. On the Extension of the motological-psychomotor discourse A broad understanding of inclusion as an emancipatory draft shows motology and psychomotricity that it has to extend itself by social theoretical considerations. The marginal treatment of social-theoretical and cultural-scientific insights and developments make motology and psychomotricity appear antiquated in parts. However, the subject holds current topics that can reflect and consider social developments and practices through the critical point of view. A new order of approaches in motology can be the result. Keywords: motology, psychomotricity, Disability Studies, inclusion, disability, body, embodiment [ 164 ] 4 | 2023 motorik, 46. Jg., 164-172, DOI 10.2378 / mot2023.art32d © Ernst Reinhardt Verlag [ FORUM PSYCHOMOTORIK ] Körper-- Be-/ Enthinderung-- Verkörperung: zur Erweiterung des motologisch-psychomotorischen Diskurses Stefan Schache vor allem um sozialtheoretische Überlegungen zu erweitern hat. Die marginale Behandlung von gesellschaftstheoretischen und kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Entwicklungen lassen die Motologie und Psychomotorik in Teilen antiquiert erscheinen, dabei haben sie inhaltlich aktuelle Themen zu bieten, die durch ihren kritischen Standpunkt gesellschaftliche Entwicklungen und Praxen reflektieren und »verbessern« können und sollen: in diesem Sinne soll hier über den besonderen Gegenstand »Nicht/ Behinderung« allgemein aufgezeigt werden, dass Motologie und Psychomotorik über geeignete und aktuelle Zugänge verfügen, die sowohl theoretisch als auch methodisch gut begründet und ausdifferenziert sind, dass aber Leerstellen und Desiderate existieren, die angegangen werden sollen. Viele angrenzende Disziplinen sind in diesem Feld profunder und profilierter aufgestellt; diese zu rezipieren und in den motologischen Diskurs einzuflechten, soll anfänglich Aufgabe des Beitrags und letztlich der Motologie sein. Nicht zuletzt deshalb, um die Expertise der Motologie und Psychomotorik in Bezug auf Körper- und Leiblichkeit in pädagogischtherapeutischen Kontexten als eine berechtigte weiterhin zu begründen. Im folgenden Beitrag soll über ein weites Inklusionsverständnis dargestellt werden, dass der motologisch-psychomotorische Diskurs sich [ 165 ] Schache • Körper-- Be- / Enthinderung-- Verkörperung 4 | 2023 gen; denken doch auch die anderen Disziplinen mit Anwendungsbezügen in pädagogischen und therapeutischen Zusammenhängen. Nach wie vor zeichnet sich m. E. die Motologie / Psychomotorik durch eine Nischenstellung aus, die im Dazwischen ihre Expertise und Wirkung entfalten kann und dadurch anderen Disziplinen überlegen (im Sinne einer Daseinsberechtigung (Schache 2022a)) ist. Dafür ist aber eine theoretische Reflexion und Diskussion aktueller Themen und Gegenstände erforderlich, die in der Motologie / Psychomotorik nicht oder nur randständig geführt wird (Giese in diesem Heft). Anhand einer zentralen gesellschaftlichen Entwicklung, die mit den Begriffen der Inklusion oder auch der Nicht-Diskriminierung gegriffen werden kann, werden die Leerstellen und Desiderate der Motologie / Psychomotorik exemplarisch deutlich: mit dem Aufkommen und der rechtlichen Verankerung der UN-BRK setzten sich großflächige und damit sichtbare Entwicklungen in Gang, die zu Veränderungen in theoretischen Bezügen, in disziplinären Ausrichtungen und professionellen Handlungen (Winkler 2018) führten: nicht nur auf der (sozial-)politischen und gesellschaftlichen Bühne, eben auch in der Wissenschaft fanden der Begriff und die Forderung »Inklusion« großen Widerhall, in dem nun Nicht-Diskriminierung in all ihren Facetten gedacht werden konnte und musste. Eine Such- und Denk-Bewegung ist dabei gleichermaßen sichtbar geworden: wurde bis dahin das Subjekt in sozialen Bezügen gewichtiger besprochen, wurde nun der Fokus auf die sozialen Bezüge, in denen Subjekte sich verhalten und situieren, verlegt. Durch eine vermehrte und teilweise ausschließliche Hinwendung zu gesellschaftstheoretischen Modellen stand aber plötzlich das Subjekt in Gefahr, übersehen und vernachlässigt zu werden. Dederich (2013) spricht für den Diskurs um »Inklusion« von der »Vorliebe für Gesellschaftstheorie, politische Theorie oder philosophische Gerechtigkeitskonzeptionen«, die Die Omnipräsenz des Körpers in den Disziplinen Wird der Blick vom Eigenen gehoben und werden größere verwandte Disziplinen fokussiert, so wird augenfällig, dass nicht nur die Erziehungswissenschaft und hier allen voran die phänomenologische (v. a. Brinkmann 2019a, 2020), sondern auch die Soziale Arbeit (u. a. Schär, Ganterer, Groesse 2021; Wendler / Huster 2015), die Schulpädagogik (u. a. Peterlini 2018; Agostini et al. 2019), kritische Zweige der Psychiatrie (hier v. a. Fuchs 2013, 2020), die Behinderten-, Heil- und Rehabilitationspädagogik (u. a. Lanwer 2022; Schnoor 2010) sowie die Disability (Waldschmidt 2020; Dederich 2007) und Mad Studies (Boger 2020) und nicht zuletzt die Soziologie (Gugutzer 2022; Schmincke 2021) den Körper und damit oft den Leib (wieder) entdeckt haben und ihre Disziplin als eine notwendig verkörperte betrachten wollen. In allen diesen Disziplinen wird das Subjekt als ein verkörpertes verstanden, das gleichsam Produkt und Produzent gesellschaftlicher Wirklichkeit ist. Das schwierige Verhältnis zwischen Materialität (der Neue Materialismus sei hier aus Gründen der Verdeutlichung vorerst ansatzweise ausgespart, im weiteren Verlauf wird dieser nochmals eingeholt) und Konstruktion des Körpers wird hier (teilweise neuerdings) besprochen und verhandelt. Mit dem Begriff der Verkörperung, mit postphänomenologischen Zugängen und damit poststrukturalistischer Perspektiven wird dieses Spannungsfeld eingeholt und diskutiert. Die Materialität der Leiblichkeit und Sozialität sind die bestimmenden Marker der Diskussion. Diese sind auch die zentralen Gegenstände der Motologie / Psychomotorik, wobei Letztere durch die Subjektzentrierung eine bisher nur marginale Rolle gespielt hat. Es gilt, diesen Bereich diskursiv und in der Praxisrelevanz einzuholen, will die Motologie / Psychomotorik nicht ihr originäres Wissens- und Handlungsfeld aufgeben oder nicht zu behaupten wissen. Das, was schon immer den Kern der Psychomotorik und Motologie ausmachte, beanspruchen zurecht nun eine ganze Reihe von (Sub-)Disziplinen. Da fällt es nicht leicht, in diesem komplexen Gemenge, das Originäre der Motologie / Psychomotorik berechtigt darzule- Nicht-Diskriminierung und Inklusion zeigen exemplarisch die Desiderate der-Motologie auf. [ 166 ] 4 | 2023 Forum Psychomotorik einseitig die »akademische Reflexion« des Einzelnen aus dem Blick verliert (ebd., 6). In den Modellen zur Behinderung kann das gut nachgezeichnet werden: verlegt das individuelle und klassisch medizinische Modell die Behinderung einzig in das Subjekt (im Sinne einer Essentialisierung- - auch die bio-psycho-soziale Erweiterung kann das nicht überzeugend verändern), sah das soziale Modell in den gesellschaftlich errichteten (sozioökonomischen Strukturen und) Barrieren die Behinderung, überließ damit aber den Körper dem individuellen Modell in medizinischer Manier. Der Vollständigkeit halber ist noch das menschenrechtliche Modell (Degener 2015) zu nennen, das eine prominente Stellung einnimmt, aber letztlich unter dem sozialen Modell zu versammeln ist- - mit dem Fokus auf Entrechtung (Waldschmidt 2020, 85; Dederich 2016). Mit einer weiteren kritischen Wendung nahm das kulturelle Modell der Behinderung Macht- und Dominanzverhältnisse in den Blick und besprach den Körper vornehmlich als Zielscheibe der Macht und Effekt der Diskurse. Diese (de-)konstruktivistische Perspektive ermöglichte einen machtsensiblen Blick auf soziale Strukturen, verlor aber die Erfahrungsdimension des (leiblichen) Subjekts aus den Augen (Schache 2018). Der Körper kann also nicht nur als ein biophysisches Modell gesehen werden, der Körper verschränkt zu seiner Materialität Geschichte und Biographie, Erfahrung und Bedeutung, soziales Handeln und Lage so miteinander, dass die klassische Trennung von Natur und Kultur hier nicht greifen kann. In einem Klassiker der Disability Studies liest sich das so: »Schädigung (als Körperlichkeit) kann weder kulturellen Bedeutungen und Überzeugungen entgehen noch ihrer Einbettung in soziale Strukturen. Auf der anderen Seite gehören Unterdrückung und Vorurteil nicht nur zum politischen Körper, sondern werden als Schmerz und Leid verkörpert. […] Behinderung wird verkörpert und Schädigung ist sozial« (Hughes / Patterson 1997, 336). Es bedarf hier also einer Verschränkung der eher positivistischen Züge des medizinisch-individuellen Modells und der (radikal-)konstruktivistischen Bewegung des sozialen und v. a. kulturellen Modells. Damit gilt es herauszuarbeiten, wie die Form- und Wirkkräfte der Kultur den Körper konstituieren und gleichsam gilt es aufzuzeigen, wie das Individuum als inkarniertes, leibliches Subjekt auf diese Form- und Wirkkräfte antwortet: sprich, wie es ihnen wieder eine ganz individuelle Gestalt und Bedeutung gibt, die dann auch vom Vorgegebenen abweichen kann (Dederich 2007, 153). Für den Gegenstand der Behinderung und Inklusion haben die Disability Studies einen gewichtigen Standpunkt, sie können hierbei aber auch exemplarisch als eine Wissenschaft verstanden werden, die sich aus einer Betroffenenperspektive diskriminierten und marginalisierten Menschen und den dafür zuständigen Prozessen zuwendet; andere x-studies (gender, black, postcolonial, mad, …) haben teilweise dieselben oder ähnliche (Erkenntnis-)Bewegungen in ihren Bereichen, jedoch früher, gemacht (bspw. Boger 2022; Wuttig 2016, 2014). Leiblichkeit und Sozialität: Die Ansätze der Motologie plus X In Teilen der Disability Studies ist vor mehr als 20 Jahren aufgezeigt worden, dass es unverzichtbar ist, eine phänomenologische Sichtweise zu etablieren, die imstande ist, das komplexe Zusammenspiel zu erkennen, welches sich zwischen dem objektivierten Körper des medizinischen Diskurses, dem phänomenalen Körper der alltäglichen Erfahrung und dem Körperbild, das die sozialen Räume zwischen Identität, Erfahrungen und sozialen Beziehungen vermittelt, aufspannt (Turner 2001; zit. nach Dederich 2007, 153). In der Leibphänomenologie wurde die Möglichkeit erkannt, zwischen den berechtigten Modellen und ihren jeweiligen Referenztheorien zu vermitteln bzw. vernachlässigte Themen (wie bspw. Schmerz) zu besprechen. Neben dieser herausgestellten Notwendigkeit sahen sich die Disability Studies aber in einem politischen Feld situiert, das sie aufforderte, für die Rechte behinderter Menschen zu kämpfen. So wurde v. a. (auch für die und wegen der UN-BRK) das soziale Modell in prominente Stellung gebracht, da hier am eindringlichsten auf Ursachen von Behinderung hingewiesen und politisch gestaltet werden konnte (Degener 2015). So haben phänomenolo- [ 167 ] Schache • Körper-- Be- / Enthinderung-- Verkörperung 4 | 2023 [ 167 ] Schache • Körper-- Be- / Enthinderung-- Verkörperung 4 | 2023 gische Studien zu Behinderung vor allem (anthropologisch) die subjektive und v. a. individuelle Seite der Behinderung und Schädigung betont (Fornefeld 1997), während die notwendige Verschränkung mit Sozialität oft nur marginal oder außen vor blieb; so wie auch macht- und diskursanalytische Studien die erlebte Erfahrung von Behinderung und Schädigung eher nicht besprachen. Nach Mitchell und Snyder (2004) war das eben auch eine strategische Negation der Erfahrung der Verkörperung von Behinderung. Nur so konnte Behinderung von ihrer Verankerung in medizinischen Kulturen und Institutionen getrennt werden (ebd., 79). In jüngerer Zeit sind diese strategische Negation und dieses Nebeneinander zu einem dominanten Miteinander und Ineinander geworden. Leiblichkeit und Sozialität werden wechselseitig aufeinander bezogen und methodisch aufbereitet, ohne dass einer Seite ein zeitlicher, ontologischer oder logischer Vorrang zukommt. In der Motologie / Psychomotorik ist diese Entwicklung noch nicht klar sichtbar geworden: Es gibt zwar vereinzelte Ansätze, die im Kontext der Apartheid (Zeus 2005), im Kontext von Produktionsverhältnissen (Schröder 2009) oder im Kontext sozialer Armut (Huster / Wendler 2014 und in diesem Heft) motologische Bewegungssituationen explizit mit dem Bourdieuschen Habituskonzept (Bourdieu 1982) aufbereiten, darüber hinaus ist die Verinnerlichung und Verkörperung gesellschaftlicher Strukturen aber wenig bis gar nicht besprochen worden. In jüngster Zeit tauchen sowohl vermehrte Hinweise im Fachdiskurs der Motologie auf, diese Leerstellen zu füllen (Richter-Mackenstein 2017; Schache 2022; Seewald 2022), als auch Arbeiten, v. a. von Wuttig (2016; 2020 und in diesem Heft, wobei sich Bettina Wuttig wohl eher den Soma Studies als der Motologie zurechnet) und Jessel (2021 und in diesem Heft), die diese Thematik in den Vordergrund ihrer Überlegungen stellen. In den Systematiken motologisch-psychomotorischer Ansätze / Modelle taucht diese Hinwendung zu sozialtheoretischen Überlegungen nur einmalig bei Seewald (2010) auf, der spannenderweise in einer Herausgeberschaft Anke Abrahams und Beatrice Müllers den üblichen vier Körpermodellen (und tlw. Ansätzen) ein fünftes anheimstellt: hier wird der Körper als Träger gesellschaftlicher und sozialer Ordnungen verstanden und im Hinblick auf eine leibliche Reflexivität besprochen. In den üblichen vier Ansätzen ist der Körper als Handlungsträger und Erfahrungsbeschaffer (Kompetenztheoretischer Ansatz), der Körper als Homunculus und neuronale Bedingung der Möglichkeiten (Ansatz der Sensorischen Integrationsbehandlung), der Körper und hier klar der Leib als Partner (Verstehender Ansatz), der Körper als Interpretationskonstrukt (systemisch-konstruktivistische Positionen) beschrieben (Seewald 2010, 293; Zimmer, Keßel, Schache 2017). Dem Körper als Habitusträger wird zwar über das Konzept eben des Habitus eine nicht geringe Schnittmenge zur Leibphänomenologie unterstellt, die Zentrierung aber auf die prägende Kraft der Gesellschaft begründet das eigenständige Körpermodell (Seewald 2010, 298). Leider finden sich in allen späteren Veröffentlichungen keine Hinweise mehr auf die Erweiterung der Ansatzlandschaft oder der Körpermodelle in diesem Sinne. Gleichwohl bleibt zu konstatieren, dass sowohl die konstruktivistischen Positionen, die v. a. Balgo (1998) vorantrieb, Anschlussmöglichkeiten bieten, als auch der Verstehende Ansatz (Seewald 1992, 2007), der explizit gesellschaftlichen Wandel sowie Entwicklungstheorien als »Verstehenshintergründe« (Seewald 2011, 190; Seewald 2022, 54) benennt. Konsequent verbleibt dieser Ansatz in der Subjektzentrierung, weiß aber um die Einbettung leiblicher Selbstverhältnisse in soziale Bezüge (s. u.): Selbstbezug ist nur mit Fremdbezug zu fassen (Waldenfels 2000, 266). In den weiteren Ansätzen ist durch ökologische Erweiterungen (bspw. Fischer 2019) bzw. die Erweiterung in bio-psycho-soziale Verständnisse das Soziale durchaus anwesend, allerdings nachrangig und in wenig kritischer Manier. Bei Göhle (2019) finden sich allerdings jüngst mit der Integration der Akteur-Netzwerk-Theorie v. a. nach Latour (2007) klare sozialtheoretische Anleihen. Leiblichkeit und Sozialität werden wechselseitig aufeinander bezogen und-methodisch aufbereitet. [ 168 ] 4 | 2023 Forum Psychomotorik Wenn der Körper als Habitusträger (s. o.)-bzw. als Produkt gesellschaftlicher Machtinteressen und Kräfte verstanden wird, der sich über Prozesse der Einverleibung und Verkörperung des Sozialen bildet, seinen berechtigten Platz im Diskurs einnähme und letztlich gesehen würde, wäre auch der motologisch-psychomotorische Diskurs wieder anschlussfähiger an die aktuellen Diskurse der oben genannten Disziplinen- - und würde damit auch seinen AdressatInnen gegenüber gemäßer und gerechter (bspw. Martzy / Keßel in diesem Heft). Vielleicht ist es in der Motologie wie in den Disability Studies festgestellt: im Übertrag ist die überwiegende Negation gesellschaftlicher oder sozialer Ordnungen vielleicht auch eine strategische gewesen, sah man vielleicht eine zu große Verunsicherung und Befürchtung, den eigenen Gegenstand, den Körper, im Diskurs sich auflösen zu sehen und sich dessen beraubt zu fühlen. In den weiteren Ausführungen wird deutlich, dass das Gegenteil nun der Fall ist: die Aufnahme und Integration poststrukturalistischer und postphänomenologischer Aspekte führt zu einer solideren und gemäßen Basis für die Besprechung weiterer aktueller Themen- - vielleicht jenseits oder quer der Ansatzsystematik der Motologie. Nicht/ Behinderung als Stellvertretung-- Impulse für den Diskurs Der Diskurs um Nicht/ Behinderung zeigt stellvertretend entsprechende Entwicklungspfade auf, die es vielleicht in der Motologie / Psychomotorik zu berücksichtigen oder einzuschlagen gilt. Stellvertretend deshalb, weil es hier allgemein um Eigenes und Fremdes, um Besonderheiten und Abweichungen, um Überraschung und Enttäuschung, um Marginalisierung und Stigmatisierung gehen kann; und weil dieser Diskurs immer schon eine Nähe zum motologisch-psychomotorischen hatte. Am Beispiel des Gegenstands Nicht/ Behinderung lassen sich mit der Blickrichtung »nothing about without us« wesentliche Markierungen setzen, die zum einen Konsequenzen für die systematisierende Arbeit des Faches Motologie / Psychomotorik haben und damit zum anderen entsprechende methodologische Ausrichtungen (Agostini und Meier in diesem Heft) vermehrt in den Blick ziehen könnten. Der Gegenstand Nicht/ Behinderung ist mit der Popularität des Begriffs der Inklusion so spannend und aussagekräftig geworden- - gerade auch für die Motologie / Psychomotorik, wenn Inklusion hier als emanzipatorischer Entwurf gedacht werden soll. Die Frage, die sich entfalten soll, ist, wie die Motologie / Psychomotorik sich verhalten kann in Bezug auf (de)konstruktivistische und eben auch nicht-konstruktivistische Perspektiven. Mit der (fast) ausgebliebenen Rezeption klassisch poststrukturalistischer AutorInnen in der Motologie / Psychomotorik, die (konzeptionell) letztlich nur im systemischkonstruktivistischen Ansatz im Sinne einer BeobachterInnenabhängigkeit und in einer Sensibilisierung (und zaghaften Dekonstruktion) hinsichtlich der Störungsbegriffe ihren Niederschlag gefunden hat, fehlt m. E. dem Fach diesbezüglich eine grundlegende Entwicklung und Orientierung. Richter-Mackenstein (2011; 2014) hat in »Freie Fundamente« in dekonstruktivistischer Manier für das Wissenschaftsfach zwar angestammte Annahmen und Ordnungen relativiert und das Mich-Betreffend (als erlebte und erkannte Evidenz) erkenntnistheoretisch ausgeführt, was Seewald (2021) zum Anlass nahm, die »Heiligen Kühe« der Motologie fragend zur Disposition zu stellen (ebd., 117); allerdings hat die Abhandlung Richter-Mackensteins leider keinen Widerhall im Diskurs erzeugt. Hier wird deutlich- - und ist auch für dieses Schwerpunktheft grundlegend: über einen Diskurs kann nicht verfügt werden, (dekonstruktive) Irritationen und Verstörungen schaffen lediglich Impulse. Einen solchen kann die Rezeption der Disability Studies und eben vorweg auch der Gender Studies (Casale 2020) sowie die Inklusionsforschung (Schimek et al. 2022) leisten, die je auf Schwierigkeiten verweisen, auf die sie in ihren jeweiligen Fachentwicklungen gesto- Die Befürchtung, den motologisch zentralen Gegenstand (den Körper) im-Diskurs zu verlieren [ 169 ] Schache • Körper-- Be- / Enthinderung-- Verkörperung 4 | 2023 [ 169 ] Schache • Körper-- Be- / Enthinderung-- Verkörperung 4 | 2023 ßen sind: In allen diesen Disziplinen sind, wie oben geschildert, die sichtbaren Erfolge durch eine klare dekonstruktivistische Vorgehensweise erreicht worden, aber- - wie immer- - mit entsprechenden und notwendigen blinden Flecken. Das wird exemplarisch an der Spannung deutlich, die sich konstitutiv bei der Benennung des wissenschaftlichen Gegenstandes zeigt: die (Neu-)Benennung der (konstruierten) besonderen, partikularen Gruppe (der Behinderten, der Frauen, der x) selbst als auch die Betonung der Hervorbringung dieser Konstruktion sowie deren »Entnennung« kann als emanzipatorischer Akt und/ oder (nur) als akademischer Erfolg gewertet werden; Benennung, Konstruktion und Entnennung können aber auch als Annihilation und Unsichtbarmachen (miss-)verstanden werden (Boger 2022, 45). Was bleibt ist ein tiefes und grundsätzliches Verständnis für Machteffekte und soziale Ordnungen, eine Gewissheit über gestaltende Kräfte gesellschaftlicher Strukturen und Erzählungen sowie ein Gebot für sensibilisierende (Selbst-)Reflexion und (Selbst-) Positionierung, um Ungerechtigkeiten, Unterdrückung und Diskriminierung zu minimieren- - und damit muss die diskursive Produktion des Körpers und die Konzeptualisierung als Machteffekt Berücksichtigung finden. Gleichzeitig bleibt ein Bedürfnis nach Orientierung, nach festen Bezugspunkten und vielleicht nach »Wahrheit«, das aber nicht in alten Essentialismen zu finden sein wird. Zur Erweiterung: Motologie und Psychomotorik plus X-- quer den Ansätzen? Als ein Gemeingut der Motologie / Psychomotorik hat sich die zentrale Bezugnahme auf unsere Leiblichkeit erwiesen, die über die Ansatzlandschaft hinweg, aber vor allem aus einer existierenden Praxis heraus, generelle Gültigkeit zu beanspruchen scheint. Die Praxis schert sich nicht um Inkommensurabilität. Und mit Richter- Mackenstein (2011; 2014, 19) kann diese Hinwendung auch für alle weiteren Ansätze wissenschaftstheoretisch nachvollzogen werden. Im Mittelpunkt steht also der Mensch in seiner leiblichen Existenz und fordert aus dieser Position heraus entsprechende Handlungs- und Denkweisen ein (Schache 2022a). Der Verstehende Ansatz der Motologie / Psychomotorik ist Urheber dieser Entwicklung und führt v. a. mit Merleau-Ponty (1966) den Leib u. a. als Existenzial und Medium aus und etabliert damit die (leib-) phänomenologische Zugangsweise. Diese wird in motologisch-psychomotorischen Zusammenhängen aber- - eingedenk der sozialen Einbettung- - als subjektzentriert formuliert und konzeptionell gefasst (Seewald 2022, 57). Wie Wuttig (2021) bereits für den Verstehenden Ansatz die Notwendigkeit aufzeigte, diesen um poststrukturalistische, (post-)phänomenologische und neu-materialistische Zugänge zur Verkörperung des Sozialen zu erweitern, schlägt Schache (2022b) für die Motologie- - in Anlehnung an Brinkmann (2019b) für die Erziehungswissenschaft- - vor, die Zwischenleiblichkeit zu zentrieren: Damit und dadurch wird klar, dass sich die Leibphänomenologie als keine enggefasste subjektivistische und damit das Soziale ausblendende Theorie versteht, sondern dass sie auf die Sozialität des Menschen verweist und damit intersubjektivitätstheoretisch begriffen werden muss. Wenn sozialtheoretische Perspektiven auf den Leib oder die Verkörperung mit hinzugezogen werden, werden leibliche Erfahrungen nicht mehr nur aus der Ersten-Person- Perspektive beschreibbar, die soziale Erfahrung der Subjektivierung im Kontext anderer wird deutlich. Damit wird sich auf keine (ältere) Sozialisationstheorie bezogen, in der Subjekte gegenübergestellt und als Rollenträger identifiziert werden, vielmehr wird das Verhältnis des Subjekts zu sich selbst immer im Horizont des Sozialen betrachtet. In den gesellschaftlichen Ansprüchen wird das Subjekt »konventionalisiert, normalisiert und subjektiviert, indem es sich verkörpert. Zugleich geht das verkörperte Subjekt in diesen Konventionalisierungen, Normalisierungen, Subjektivationen nicht vollständig Die Subjektzentrierung weiß um die Einbettung leiblicher Selbstverhältnisse in soziale Bezüge. [ 170 ] 4 | 2023 Forum Psychomotorik auf. Es bleibt ein Moment der Singularität-- ein Ereignis, das individuellen Sinn und damit leibliche, existenzielle Erfahrung möglich und damit beschreibbar macht« (Brinkmann 2019a, 133). Materialität und Performativität des Leibes können unterschieden und gegriffen werden. Mit der Hinzunahme sozialtheoretischer Überlegungen zur klaren leibphänomenologischen Arbeitsweise der (verstehenden) Motologie / Psychomotorik wird die Ansatzlandschaft der Motologie wahrscheinlich nicht erweitert, vielmehr lösen sich Ansatzgruppen in neue Ordnungen auf. Wuttig (2016; 2020) hat das bereits überzeugend ausgeführt und neue Ordnungen mit dem Begriff der Soma Studies grundgelegt. Nun gilt es, diese Entwicklung aus der Motologie / Psychomotorik heraus einzuholen und sie konsequent in weitere theoretische und methodologische Überlegungen zu überführen. So sollte die leibphänomenologische Expertise der Motologie / Psychomotorik mit sozial- und praxistheoretischen Zugängen in Verbindung treten, um sich klarer Marginalisierungen, Disziplinarisierungen und Normalisierungen des Leibes zuwenden zu können. Der Ausgangspunkt Nicht/ Behinderung wird hierbei wieder deutlich und weitet das Feld über das Besondere zum Allgemeinen-- und eben damit zur Enthinderung. Literatur Balgo, R. 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