eJournals motorik46/4

motorik
7
0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2023.art40d
7_046_2023_4/7_046_2023_4.pdf101
2023
464

Rezension: Martzy, F. (2023): Evaluation im motologischen Kontext. Entwicklung eines Orientierungs­modells für motologische Evaluationsvorhaben, Waxmann, Münster, ISBN 978-3-8309-4655-7, 206 Seiten, 3

101
2023
Stefanie Kuhlenkamp
Fiona Martzy, Diplom-Motologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Ko- und Transferzentrum des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V. (nifbe), stellt in ihrer jetzt veröffentlichten Dissertation ein Orientierungsmodell für motologische Evaluationsvorhaben (OMEVA) vor.
7_046_2023_4_0011
[ 212 ] 4 | 2023 Medien & Materialien [ MEDIEN & MATERIALIEN ] Rezension Martzy, F. (2023): Evaluation im motologischen Kontext. Entwicklung eines Orientierungsmodells für motologische Evaluationsvorhaben, Waxmann, Münster, ISBN 978-3-8309-4655-7, 206 Seiten, 34,90 € (D) Fiona Martzy, Diplom-Motologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Ko- und Transferzentrum des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung e. V. (nifbe), stellt in ihrer jetzt veröffentlichten Dissertation ein Orientierungsmodell für motologische Evaluationsvorhaben (OMEVA) vor. Dieses kann sowohl zur systematischen Planung von Evaluationsvorhaben als auch zur Analyse bereits durchgeführter Studien genutzt werden. Die Komponenten des vorgestellten Modells werden aus der Theorielandschaft der Evaluation abgeleitet, nachdem u. a. eine Verhältnisbestimmung zwischen Motologie und Evaluation vorgenommen wurde. So definiert die Autorin zunächst zwei zentrale Begriffe: »Evaluation im motologischen Kontext ist eine durch festgelegte Kriterien überprüfbare, datenbasierte, systematische Bewertung psychomotorischer Prozesse, Förderstufen, Maßnahmen oder Projekte. Evaluationsforschung im motologischen Kontext ist die wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung mit dem Themenfeld der Evaluation« (33, Herv. d. Verf.). Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass die Motologie in beiden definierten Bereichen noch blinde Flecken aufweist. Das vorliegende Buch hilft dabei, diese blinden Flecken bewusst wahrzunehmen und aufzuhellen. Dazu geht die Verfasserin der Frage nach, welche Aspekte in der Evaluation der Motologie zu berücksichtigen sind, ohne ein allgemeingültiges Evaluationskonzept vorzulegen, denn dafür sind sowohl die Praxis der Motologie als auch die der Evaluation zu komplex. Zentrale Anforderungskriterien an das Evaluationsmodell sind daher zum einen, dass das Modell für die Motologie passfähige theoretische Strukturteile der Evaluationslandschaft abbilden muss. Zum anderen muss das Modell durch eine flexible Gestaltbarkeit des Evaluationsvorhabens anpassbar sein an individuelle motologische Kontexte. Abgeleitet wird das Modell aus den in den vorhergehenden Kapiteln geschilderten Grundlagen der Motologie (u. a. Disziplingeschichte, Forschungsbestreben, Begriffsvielfalt, Stand der Evaluationsforschung und Evaluation) und Evaluation (u. a. historische Entwicklung, theoretische Grundlagen, Leitfragen und Standards). Dabei werden die Diskurse und die damit verbundenen Herausforderungen aus beiden Disziplinen beschrieben. Als Herausforderungen für Evaluationsvorhaben in der Motologie werden folgende Aspekte herausgearbeitet: »Ganzheitlichkeit- des Ansatzes, geringe Forschungsressourcen, Mangel an psychomotorisch-motologischen Messverfahren, geringe Beachtung qualitativer Methoden, Vielfalt der Ausbildung und Anwendungsmöglichkeiten und die Variabilität der Veränderungen und Einflussgrößen« (154). Diese Herausforderungen spiegeln sich auch in der Übersicht zum Stand der Evaluationsforschung und Evaluation im motologischen Fachdiskurs (Kap. 6) wider. In dessen Analyse wird unter anderem deutlich, dass sich die bisherigen Studien fast ausschließlich der Effektforschung widmen und damit nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten genutzt wurde, die die Evaluation bietet. Die Autorin spricht sich daher u. a. dafür aus: ■ den kompletten Möglichkeitsraum von Evaluation zu nutzen, ■ verstärkt formative Evaluationen durchzuführen, die anschlussfähiger an den motologischen Diskurs erscheinen als summative Formen, [ 213 ] Huster • Der Körper als Kapital(-Ressource) 4 | 2023 [ 213 ] Medien & Materialien 4 | 2023 ■ ansatzspezifische Evaluationsdesigns zu entwickeln, ■ systemische Evaluationsmodelle-sowie die Developmental Evaluation in den Fokus zu rücken, ■ einen Methodenpluralismus zu verfolgen und ■ Wertevorstellungen in Form von Evaluationsstandards zu operationalisieren. Fiona Martzy gelingt insgesamt eine strukturierte Darstellung und Verschränkung der Fachdiskurse in den Feldern Evaluation und Motologie. Bereits vorhandene Studien werden systematisch anhand des von ihr entwickelten Orientierungsmodells analysiert und eingeordnet, wobei sich die Praktikabilität des Modells für retrospektive Analysen erweist. Forschungslücken der motologischen Evaluation werden pointiert herausgearbeitet und Lösungsmöglichkeiten skizziert. Das Orientierungsmodell für motologische Evaluationsvorhaben bietet einen theoretisch nachvollziehbar hergeleiteten, strukturierten Rahmen, um motologische Arbeit angemessen und an die Fachlogik angepasst zu evaluieren. Damit verbunden sind Evaluationsstandards, die die Professionalität von motologischen Evaluationsvorhaben steigern können. Damit leistet das Buch relevante Impulse für die Weiterentwicklung der Motologie im Hinblick auf Forschung, Studiengangsentwicklung und Lehre. Stefanie Kuhlenkamp DOI 10.2378 / mot2023.art40d Liebe Abonnentinnen und Abonnenten, der Bezugspreis der Zeitschrift motorik wird ab Heft 1 des kommenden Jahres leicht angehoben, um die gestiegenen Kosten wenigstens teilweise auszugleichen. Der Abonnementpreis für private Direktkunden erhöht sich auf € 59,-. Nicht-Private/ Institutionen zahlen ab 2024 für das Jahres-Einzelabonnement € 75,-. Institutsabos mit Mehrplatzlizenz für Bibliotheken/ Universitäten kosten ab dem nächsten Jahr € 310,-. Jeweils zzgl. Versandspesen. Wenn Institutionelle Kunden mit bisherigem Einzelabo auf eine Mehrplatzlizenz aufstocken wollen, bitten wir um Nachricht an vertrieb@reinhardt-verlag.de. Als besonderen Service bieten wir eine kostenlose Online-Recherche in den Volltexten aller Fachbeiträge der motorik an, die seit Heft 1/ 2013 erschienen sind. AbonnentInnen können diese Beiträge darüber hinaus als zitierfähige PDF-Datei ohne Zusatzkosten aufrufen und herunterladen (im Abo-Preis inbegriffen). Nutzen Sie unser Online-Angebot unter www.reinhardt-journals.de. Ihr Ernst Reinhardt Verlag