Motorik
7
0170-5792
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/mot2026.art17d
7_049_2026_2/7_049_2026_2.pdf41
2026
492
Rezension: Flack, L. (2025): Lieblingsspiele für die Ganztagsschule. Herder, Freiburg im Breisgau, 978-3-451-03514-2 (Print), 14,00 €
41
2026
Kim Lipinski
Die Autorin Lisa Flack (u.a. Sozialpädagogin, Erziehungswissenschaftlerin und Fortbildnerin) hat mit ihrem Buch ein kleines, aber feines und schnelles Nachschlagewerk für ›Ich brauche JETZT ein Spiel‹-Situationen geschaffen. Zu Beginn gibt sie einen kurzen Einstieg, warum Spiele für Kinder wichtig sind (3/4 Seite), um danach die Leserin an die Hand zu nehmen und den strukturierten Aufbau des Buches zu erläutern. Sie verspricht, dass die vorgestellten Spiele wenig bis kein Material brauchen und wenn dann, dieses kostengünstig zu erwerben sei (z.B. Gummihuhn, Luftballons, Straßenmalkreide). Und dann geht es auch schon los!
7_049_2026_2_0010
[ 93 ] Medien & Materialien 2| 2026 [ MEDIEN & MATERIALIEN ] Rezensionen Flack, L. (2025): Lieblingsspiele für die Ganztagsschule. Herder, Freiburg im Breisgau; 978-3-451-03514-2 (Print); 14,00 € Die Autorin Lisa Flack (u. a. Sozialpädagogin, Erziehungswissenschaftlerin und Fortbildnerin) hat mit ihrem Buch ein kleines, aber feines und schnelles Nachschlagewerk für ›Ich brauche JETZT ein Spiel‹-Situationen geschaffen. Zu Beginn gibt sie einen kurzen Einstieg, warum Spiele für Kinder wichtig sind (3 / 4 Seite), um danach die Leserin an die Hand zu nehmen und den strukturierten Aufbau des Buches zu erläutern. Sie verspricht, dass die vorgestellten Spiele wenig bis kein Material brauchen und wenn dann, dieses kostengünstig zu erwerben sei (z. B. Gummihuhn, Luftballons, Straßenmalkreide). Und dann geht es auch schon los! Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es eine bunte Mindmap, in welcher die Spiele mit Seitenzahlen angegeben werden. Anschließend findet sich zu jedem Spiel ein Steckbrief, in welchem auf einen Blick die Gruppengröße, das benötigte Material, die Dauer und etwaige Hinweise (z. B. nur bei Windstille) zu finden sind. Danach folgen Spielbeschreibung, Spielregeln und mögliche Varianten. Zunächst beginnt das Buch mit drei Spielen zur Gruppeneinteilung. Diese eröffnen den Blick vom langweiligen Durchzählen hin zur Verwendung eines Spieles mit dem Ergebnis, Gruppen für nachfolgende Spiele und Aufgaben zu haben. Danach folgen acht Kennenlernspiele, welche nochmal in »Namen lernen« und »etwas übereinander erfahren« und hier sogar spezifischer mit »wenig Zeit« bzw. »viel Zeit« unterteilt werden. Schon hier wird deutlich, dass die Wahl einer Mindmap als kapiteleigenes Inhaltsverzeichnis eine gute und anschauliche Wahl darstellt. Es folgen dann noch 11 »Warm-up- Spiele« (26 ff ) (sechs für kleine Gruppen ab sechs Spielenden und fünf für große Gruppen ab 10 Spielenden), 10 »Kommunikations- und Kooperationsspiele« (40 ff ) (sechs für kleine und 4 für große Gruppen) und abschließend sieben »Cool-down-Spiele« (54 ff ) (fünf für zwischendurch und zwei für den Abschluss). Die farbliche Markierung der jeweiligen Kategorien zieht sich von der Inhaltsübersichtsseite über die einzelnen Steckbriefe bis hin zu den Seitenmarkern, welche von außen wunderbar sichtbar sind- - alles in allem ermöglicht dies eine schnelle Orientierung im Buch. Damit das Buch aber noch ein wenig mehr ist, als ›nur‹ eine weitere Spielesammlung, gibt die Autorin vier Praxistipps zu den Themen: Spielunlust, Aggressionen im Spiel, Gewinnen und Verlieren und das Brechen von Spielregeln. Diese sind kurzweilig (eine Seite! ) und nicht bevormundend geschrieben. Zudem finden sich noch zwei Wissen kompakt zu Spielauswahl und Gruppendynamik sowie zu den Aufgaben einer Spielleitung. Hier bezieht sich die Autorin auf Tuckman und die verschiedenen Phasen einer Gruppe. Sie listet kurz anschaulich auf, was in der jeweiligen Phase beachtet werden sollte. Das Buch schließt dann mit den vielfältigen Aufgaben einer Spielleitung. Insgesamt hat Lisa Flack mit ihrem Buch ein grafisch schön aufbereitetes Spielesammlungsbuch mit kurzen theoretischen Inputs gestaltet. Wer eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Themen der Praxistipps bzw. von Wissen kompakt haben möchte, sucht hier vergebens. Auch weiterführende Literatur oder schlichtweg Quellenangaben existieren nicht. Jedoch mag vielleicht genau das mehr Menschen aus der Praxis (insbesondere auch Ergänzungskräfte) ansprechen, die einfach nur mal schnell was [ 94 ] 2| 2026 Medien & Materialien Städtler, H., Grams, H. (2025): Bewegung bringt’s. Erfolgreich lernen in der Ganztagsschule. Herder, Freiburg im Breisgau; 978-3-451-03576-0 (Print); 25,00 € Das vorliegende Buch will einen Weg aufzeigen, wie Schule im Allgemeinen und die Ganztagsschule im Besonderen mehr Bewegung in den Schulalltag einbauen kann. Dies jedoch nicht mit den üblichen Tipps von Bewegungspausen und Lerninhalte in Bewegung, sondern nach dem Konzept der ›Bewegten, gesunden Schule Niedersachsen‹. Die Autoren Hermann Städtler und Hermann Grams plädieren dafür, dass »Ganztagsschulen […] zu bewegenden Lebens- und Lernorten werden« müssen (8) und wir Erwachsene »Bewegungschancen als Lebenschancen« (ebd.) begreifen müssen. Schon im Vorwort werden sie hierbei deutlich, indem sie den (bekannten) Bewegungsmangel kritisieren und an die Auswirkungen der Corona-Pandemie erinnern. Und dennoch passiere nichts bzw. nicht viel. Daher wollen sie mit ihrem Buch nun helfen, von der Theorie in die Praxis zu kommen und dabei Schulen (und besonders Lehrkräfte) nicht zu überfordern. Sie postulieren, dass Schulen gesunde Lehrkräfte brauchen, um Kindern Ressourcen für die Welt von morgen mitzugeben. Jedoch scheinen Lehrkräfte meist eher den Eindruck zu haben, sich selbst ›schützen‹ zu müssen. Daher setzen sie auf eine Stärkung des Kollegiums und gezielte Entlastungen, sodass Unterricht zur Lernbegleitung werde und aus der Aufsicht die Mitsicht. Sie präsentieren jedoch keinen Plan, welcher von A bis Z abgearbeitet werden muss, sondern stellen einen ressourcenorientierten und systemischen Ansatz vor, welcher einen individuellen Einstieg ermöglicht. Dafür bringen beide Autoren einiges an Erfahrungen mit: Städtler leitet das Kultusministeriumsprogramm ›Bewegte, gesunde Schule Niedersachen‹ und ist nach vielen Jahren Schulleiter einer Grundschule nun beratend zu Bewegungskonzepten im deutschsprachigen Raum tätig. Grams ist als Sportwissenschaftler und Sonderpädagoge nun Lernbegleiter und Trainer in Bildungsfragen. Im ersten Kapitel beginnen sie direkt mit einem Interview mit dem Hirnforscher Prof. Dr. Martin Korte. Hier finden die Lesenden nun einen kurzen theoretischen Input zu den Vorgängen im Gehirn und warum Bewegung wichtig sei. Die Aufbereitung als Interview wirkt dabei auflockernd. Der Vermittlung eines aktiven Lebensstils und der Frage: ›Wie bewegungsnah bzw. bewegungsfern ist eine Schule? ‹ gehen sie dann in Kapitel zwei nach (16). Als signifikant stellen sie hierbei die Rhythmisierung des Schulalltags, die Verwendung ausgewogener Lernformen und eine einladende Lernumgebung heraus. Die Orientierung am Konzept der Salutogenese ermögliche dabei eine Analyse für neue Aufträge an die Schulgemeinschaft. Sie zeigen auf, an welchen Stellen man überall anfangen könne, da alle Aspekte wie ein Räderwerk ineinandergreifen und es somit keinen festgelegten Startpunkt geben könne. Im Räderwerk finden sich die drei Handlungsfelder ›Lern- und Lebensraum Schule‹, ›Lehren und Lernen‹ und ›Schule steuern und organisieren‹. Dieses lässt sich sodann als Schablone für Aktivitäten und Aufgaben nehmen, um immer rückzukoppeln, zu welchem Bereich xy gehöre und ob xy z. B. an den Stärken ansetze. Dadurch ergäben sich machbare Aufgaben. Ab dem dritten Kapitel (26) geht der Blick nun konkret auf das Setting Schule: Doch vor dem eigentlichen Schulbeginn denken die beiden Autoren auch schon den Tagesbeginn und den Weg zur Schule mit. Hieraus resultiert u. a. auch noch einmal die konkrete Arbeit mit Eltern und Bezugspersonen. In Kapitel vier (29) steht dann der Schulbeginn im Fokus. Ankommenszeit solle als Qualitätszeit verstanden werden, sodass zum Nachschlagen haben möchten. Der eine oder der andere spielversiertere Mensch wird durch die vorgestellten Variationen sogar noch eine neue Idee zu einem längs bekannten Spiel mitnehmen (z. B. Zepp und Zopp bei ZippZapp) und Berufsanfänger: innen finden hier die kleine (unauffällige) Unterstützung, um in der praktischen Arbeit Handlungskompetenz zu entwickeln und bei der Stundenplanung nicht vor dem leeren Blatt zu sitzen. Und genau hier liegt der Mehrwert des Buches! Kim Lipinski DOI 10.2378/ mot2026.art17d
