Motorik
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Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Bericht: Nachruf auf Prof. Dr. Friedhelm Schilling
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Klaus Fischer
In tiefer Betroffenheit erfahren wir vom Tod von Prof.Dr.Friedhelm Schilling. Er war Gründungsmitglied des Aktionskreises Psychomotorik e.V. (1976) (heute: Deutsche Akademie – Aktionskreis Psychomotorik e.V. (dakp)), Mitbegründer und langjähriger verantwortlicher Schriftleiter der Zeitschrift Motorik (ab 1978), Autor zahlreicher Fachbücher und Fachartikel zur Psychomotorik und Motologie sowie Initiator und langjähriger Leiter des Studienganges Motologie in Marburg (ab 1983). Friedhelm Schilling ist am 23.03.2026 an seinem Wohnort in Niddatal-Assenheim (Hessen) im Alter von 89 Jahren verstorben. Wir werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.
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[ 155 ] [ 155 ] Aktuelles / Kurz berichtet 3| 2026 Nachruf auf Prof. Dr. Friedhelm Schilling In tiefer Betroffenheit erfahren wir vom Tod von Prof. Dr. Friedhelm Schilling. Er war Gründungsmitglied des Aktionskreises Psychomotorik e. V. (1976) (heute: Deutsche Akademie-- Aktionskreis Psychomotorik e. V. (dakp)), Mitbegründer und langjähriger verantwortlicher Schriftleiter der Zeitschrift Motorik (ab 1978), Autor zahlreicher Fachbücher und Fachartikel zur Psychomotorik und Motologie sowie Initiator und langjähriger Leiter des Studienganges Motologie in Marburg (ab 1983). Friedhelm Schilling ist am 23.03.2026 an seinem Wohnort in Niddatal-Assenheim (Hessen) im Alter von 89 Jahren verstorben. Wir werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren. Ein Blick auf seine Vita soll unsere persönliche und institutionelle Verbundenheit zu Friedhelm Schilling in Erinnerung rufen: Friedhelm Schilling wurde am 07.08.1936 in Altena / Westfalen geboren. Sein Studienwunsch der Psychologie führte ihn nach Hessen, wo er 1964 zunächst sein Diplom (in Marburg) und 1970 (in Gießen) seine Promotion mit dem Thema Motodiagnostik des Kindesalters abschloss. Damit war sein Hauptinteressensfeld eröffnet. Die Habilitation erfolgte 1976 im Fachbereich Humanmedizin für das Fach »Medizinische Motologie« durch die Konzipierung eines Fachgebietes der Motologie. Zwischen 1964 und 1976 war Friedhelm Schilling als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ärztlich-Pädagogische Jugendhilfe und der Erziehungsberatungsstelle der Universität Marburg in verschiedenen Forschungsprojekten, etwa im Sonderforschungsbereich »Rehabilitation und Adaptation« mit Fragestellungen zur Erfassung und Entwicklung der (Links-) Händigkeit sowie der Konstruktion motorischer Testverfahren tätig. In diese Zeit fielen die ersten intensiven Kontakte zum Institut für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Heilpädagogik in Hamm (Dr. H. Hünnekens, E. J. Kiphard, I. Schäfer, G. Kesselmann) und die gemeinsame Entwicklung motorischer (Test-)Verfahren (Trampolin-Körperkoordinationstest, Körperkoordinationstest für Kinder, Sensomotorisches Entwicklungsgitter). Es war auch die Zeit der Öffnung der Sportwissenschaft jenseits des Leistungssports für den ›leistungsschwachen Schüler‹ und für Fragen der Entwicklungsförderung ›behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder‹. Auf diesem Weg wurde Friedhelm Schilling 1977 auf den Lehrstuhl (C4) für Sozialpsychologie des Sports und Bewegungstherapie der Universität Marburg berufen, wo er 1983 den Diplom-Aufbaustudiengang Motologie einrichten konnte, der bis heute als Masterstudiengang Motologie und Psychomotorik fortbesteht (M. Eisenburger, K. Fischer, R. Haas, G. Hölter, T. Irmischer, J. Seewald, M. Vetter, M. Wendler (s. WVPM e. V. 2006)). Seit den 1970er Jahren war Friedhelm Schilling an der fachlichen Organisation der psychomotorischen Berufsgruppen, Akteurinnen und Akteure Deutschlands beteiligt und wurde 1976 in Hamm für die Jahre 1976-1978 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Gründungsvorstandes (mit E. J. Kiphard) des Aktionskreises Psychomotorik e. V. (heute: dakp) gewählt. In weiteren drei Amtsperioden war er dem Aktionskreis sogar als 1. Vorsitzender gewogen: 1979-1980; 1981- 1983; 1993-1994. Zu Schillings Werk gehören über 140 Publikationen (Bücher, Fachartikel, diagnostische Verfahren) zu Motologie und Psychomotorik, Motodiagnostik, Motopädagogik und Mototherapie und angrenzenden Gebieten sowie diverse Forschungsprojekte etwa »Zur Strukturanalyse motorischer Lernprozesse« (DFG, 1981-1982), »Zur Psychomotorischen Erziehung und zum Schulsonderturnen« (Bund-Länder- Kommission für Bildungsplanung, 1978-1981), »Zur Integration eines motopädagogisch-orientierten Beratungs- und Fördersystems in den Bildungsauftrag der Schule« (Hessisches Kultusministerium, 1989-1994) sowie »Zum Spielverhalten an Automaten und zur Erfassung der Risikobereitschaft von Spielern« (1990-1994). Sein Interesse an der Publikationstätigkeit führte zur Mitbegründung der Bericht [ 156 ] 3| 2026 Aktuelles / Kurz berichtet wissenschaftlichen Fachzeitschrift Motorik, deren verantwortlicher Redakteur er von 1978 bis 2006 war, und zur Mitherausgeberschaft der Reihe Motorik bis 1993. Auch nach dem Wechsel in den Ruhestand im Jahr 2002 führte Friedhelm Schilling etliche Fortbildungen und weitere wissenschaftliche Arbeiten zu Grafomotorik, Linkshändigkeit und zu motodiagnostischen Verfahren durch. Werk und Wirkung Die grundlegenden Erfahrungen im klinischen Feld der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erziehungsberatung prägten Friedhelm Schillings wissenschaftlichen Werdegang maßgeblich. Die Konzipierung des Fachgebietes im Feld der Medizin und die Implementierung im erziehungswissenschaftlichen Umfeld gelangen trotz und wegen einer gewissen Streitbarkeit des Akteurs Schilling. Unwidersprochen ist die Anerkennung seines Gespürs für innovative Entwicklungen und seines andauernden Engagements für die Disziplin, die heute- - nicht zuletzt unter Mithilfe zahlreicher ›Schülerinnen‹ und ›Schüler‹ im Wissenschaftsfeld der Hochschulen und weiterer Arbeitsfelder- - eine Etablierung und Ausdifferenzierung erfahren hat. Friedhelm Schilling wäre am 07. August dieses Jahres 90 Jahre alt geworden. Seine Person und sein Werk wirken weiter fort. Prof. Dr. em. Klaus Fischer (Köln und Marburg) Das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Psychomotorik e. V. (DGfPM) • Das Eigene und das Andere • PM und exekutive Funktionen • PM mit Hochbetagten Vorschau auf die nächsten Hefte Studienbeginn 2027 Der konsekutive Master in Psychomotoriktherapie zielt auf die Vertiefung der Kompetenzen in evidenzbasierter Praxisentwicklung sowie in Leadership, Beratung und multiprofessioneller Zusammenarbeit. Melden Sie sich jetzt für die Infoveranstaltung im Herbst an: www.hfh.ch/ info-ma-pmt Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Master Psychomotoriktherapie HfH_Ins_Motorik_MA_PMT_84x122_sw.indd 1 HfH_Ins_Motorik_MA_PMT_84x122_sw.indd 1 15.04.26 14: 54 15.04.26 14: 54 - Anzeige -
