eJournals körper tanz bewegung3/4

körper tanz bewegung
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2195-4909
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/ktb2015.art23d
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Körperkontakt zwischen Tabu und Kunstgriff

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Jörg-Michael Wolters
Kaum ein Thema in Pädagogik und Therapie ist so umstritten wie die Berührung. Dies haben nicht nur Smith et al. (1998) in Bezug auf die Psychotherapie betont, sondern hat auch Geuter in dieser Zeitschrift (2015) mit Blick auf die Frage der Legitimation und des Sinns bereits unterstrichen. Ob Berührungstabu oder Körperkontakt als professionelle Methode oder gar hohe Kunst gilt, hängt von persönlichen moralisch-ethischen wie beruflichen Positionen ab. Hier wird Geuters Auffassung geteilt, der postuliert, dass über die Einhaltung des ethischen Maßstabs nicht die körperliche Nähe nach Zentimetern entscheidet, sondern immer die Intention und Bedeutung des Kontaktes. Mit der strittigen Frage zur rechten Nähe und Distanz zum Klienten, in dessen Kontext die bewusst inszenierten therapeutischen Berührungen im Folgenden diskutiert werden, den Vor- und Nachteilen, Risiken und Nebenwirkungen befasst sich diese Abhandlung, in deren Mittelpunkt vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen steht.
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135 körper-- tanz-- bewegung 3. Jg., S. 135-143 (2015) DOI 10.2378 / ktb2015.art23d © Ernst Reinhardt Verlag Fachbeitrag Körperkontakt zwischen Tabu und Kunstgriff Berührung in der Therapie mit Kindern und Jugendlichen Jörg-Michael Wolters Kaum ein Thema in Pädagogik und Therapie ist so umstritten wie die Berührung. Dies haben nicht nur Smith et al. (1998) in Bezug auf die Psychotherapie betont, sondern hat auch Geuter in dieser Zeitschrift (2015) mit Blick auf die Frage der Legitimation und des Sinns bereits unterstrichen. Ob Berührungstabu oder Körperkontakt als professionelle Methode oder gar hohe Kunst gilt, hängt von persönlichen moralisch-ethischen wie beruflichen Positionen ab. Hier wird Geuters Auffassung geteilt, der postuliert, dass über die Einhaltung des ethischen Maßstabs nicht die körperliche Nähe nach Zentimetern entscheidet, sondern immer die Intention und Bedeutung des Kontaktes. Mit der strittigen Frage zur rechten Nähe und Distanz zum Klienten, in dessen Kontext die bewusst inszenierten therapeutischen Berührungen im Folgenden diskutiert werden, den Vor- und Nachteilen, Risiken und Nebenwirkungen befasst sich diese Abhandlung, in deren Mittelpunkt vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen steht. Schlüsselbegriffe Nähe-Distanz-Problem, therapeutische Berührung, Tabu, Kunstgriff, Ethik Body Contact: Tabu or State of the Art? The Use of Touch in Therapy with Children and Adolescents Few subjects in pedagogy and therapy are as essentially contested as the use of touch. Not only Smith (1998) has emphasized this in respect to the field of psychotherapy but also Geuter (2015) posed the question of the legitimation and meaning of therapeutic touch in this journal. Whether touch is considered tabu or a professional method-- even a quintessential curative art-- depends upon personal moral-ethical and professional attitudes. This article shares Geuter’s notion that the maintenance of ethical standards should not be judged by a measure of closeness in centimeters but by the intention and meaning of a specific body contact. This treatise questions appropriate nearness and distance to the client, in the context of which consciously enacted therapeutic touch is discussed. The reflection of advantages and disadvantages, risks and side effects will be focused upon the work with children and adolescents. Key words proxemics, social distance problems, therapeutic touch, therapy tabu, the art of body psychotherapy, therapy ethics 136 4 | 2015 Jörg-Michael Wolters Das „Problem“ der Berührung Wir wissen u. a. durch Montagu (2000) oder aktueller durch Schmidt und Schetsche (2012), dass Berührungen für Babys entwicklungs- und gesundheitsfördernd, ja sogar überlebenswichtig sind und umgekehrt Unterversorgung und Entbehrung zu emotionaler Deprivation, Marasmus und auch zum Tod führen können. Umso schlimmer ist, dass mit der „Schwarzen Pädagogik“ die Tabuisierung der Berührung begann (Wölfel-Schramm 1992). Die dann sukzessive „Entkörperlichung der Kommunikation“ (Schmidt/ Schetsche 2012) war bis heute eine unsere Gesellschaft prägende Negativfolge. Lange wurde der Körperkontakt in den Human- und Sozialwissenschaften, besonders auch im Kontext von Erziehung, als ethisch problematische Grenzüberschreitung diskutiert bzw. diskriminiert und gefürchtet. Das Thema „Berührung“ bringt daher auch immer wieder Voreingenommenheit, Unkenntnis und Polemik hervor, worauf beispielsweise Busch (2007) kritisch hinweist. In der sinnvollen Abkehr von einer klassisch „verkopften“, nur auf Gespräch basierenden Pädagogik und der daraus abgeleiteten Forderung nach einer alternativen, d. h. aktiven und Erlebnis initiierenden Pädagogik nach dem Motto „Erleben statt Reden“ (Fischer et al. 1985) wird hingegen unaufgeregt eine Position vertreten, die gerade auf leibnahe Aktion und Interaktion baut. Anders / Weddemar (2002) kritisieren dezidiert den üblichen Mangel an Berührung-- haben sie doch eindrücklich darauf hingewiesen, dass Kinder ein ganz „natürliches Bedürfnis nach Berühren und Berührtwerden“ (S. 183) haben. Sie argumentieren plausibel, dass „Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit durch Nähe und Berührung“ entstehen (S. 181) und fordern neben besagten erlebnisintensiven Outdoor-Sportarten insbesondere leibnahe Körper- und Kontaktspiele, kämpferische Spiele, Ring- und Raufspiele, Zieh- und Schiebespiele, Balgen, körperbetonte Partnerübungen usw., um den schädlichen Mangel an körperlicher Nähe in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu kompensieren. Anders und Weddemar liefern Beispiele und exemplarische Begründungen für sinnvolle und notwendige Berührungen im Kontext heilender Berührungen (wie z. B. Brown 1985), gesunder Berührungen (z. B. Weidenbach 1996) und therapeutischer Berührungen (z. B. Juhan 1997) und gehören damit in der pädagogischen Literatur zu den wenigen Verfechtern der Berührungsideologie. Für die erlebnisintensive Bewegungs- und Körperorientierte Sozialpädagogik und Therapie habe ich mich ebenfalls seit Ende der 1980er Jahre sehr eingesetzt (Wolters 1990, 1992, 1998). Hier geht es um die Enttabuisierung eines wichtigen, weil wirksamen pädagogisch-therapeutischen Kunstgriffs. In den „Touch“-Therapien (also auch Körpertherapien) sind die Berührung des Anvertrauten und Körperkontakt schlechterdings gar nicht wegzudenken, weil diese Technik und Methode, „Hand-Werkzeug“, sind. Es weist ja schon das Wort „Behandlung“ auf die zentrale Bedeutung der Hand und damit auf Formen der Berührung als (oder wenigstens in der) Therapie hin. Berührungsinterventionen zählen zu den ältesten Heilmethoden überhaupt. Sie sind in allen Kulturen seit Jahrtausenden bekannt, die Heilwirkung seit vielen Jahrhunderten und neuerdings vermehrt auch durch Metastudien belegt (Ford 1995). Zunehmend erforschtes Zusammenwirken von „Gehirn, Psyche und Körper“ und das stets anwachsende Wissen um die Neurobiologie von Psychosomatik und Psychotherapie haben dann auch in der heutigen Zeit immer mehr positiven Einfluss auf physische wie psychische Heilungsprozesse, eben auch auf (heil-, sonder-, sozial-)pädagogisches wie psychotherapeutisches Handeln (Rüegg 2011). Doch wie in der Pädagogik hat auch im Kontext von Psychotherapie die Nähe-Distanz- Problematik, zunächst durch die gebotene Körperkontakt zwischen Tabu und Kunstgriff 4 | 2015 137 Zurückhaltung des Therapeuten in der klassischen Psychoanalyse, ein Berührungstabu propagiert und installiert, das es m. E. zu überwinden gilt. Immer wieder wurde eine Ideologie oder Ethik begründet, in der es um professionelle Distanz und „Abstinenz“ geht. Ein Berührungsverbot ist aber, so auch Schmidt und Schetsche (2012), therapeutisch gesehen schlicht kontraproduktiv: Wenn Körperkontakte Teil eines stimmigen therapeutischen Gesamtkonzepts sind und auf die konkreten individuellen Problemlagen der Patientinnen antworten, können sie zentrale Bedeutung für den Heilungsprozess erlangen. In ihrem Aufsatz zur Abstinenz in Ausgabe 1 / 2015 dieser Zeitschrift hat Eberhard-Kaechele auf die ethischen Regeln hingewiesen, denen Psychotherapeuten in der professionellen Gestaltung der Beziehung schon laut Berufsordnung zu folgen haben. Diese sollen nicht infrage gestellt sein. Aber sie hat auch das Gebot der Abstinenz als therapeutische Technik diskutiert, das als solches im Widerspruch zu den meisten Körper- und Bewegungspsychotherapien steht. Abgesehen davon, dass die Abstinenzregel als eine den Patienten womöglich verunsichernde, vor allem nämlich eher Macht sichernde Verschlossenheit und Unberührbarkeit des Therapeuten erlebt und insofern geradezu kontraproduktiv wirksam werden kann, ist ihrer Meinung nach in der Ethikdebatte notwendig, dass körperorientierte Therapien und professionelle Beziehungsgestaltungen eigene Definitionen finden, um nicht nach den Kriterien des verbreiteten klassischen Abstinenzgebotes immer wieder als grenzverletzend missverstanden und diskreditiert zu werden. Körpertherapie und Körperpsychotherapie, in denen ja Körper (-wahrnehmung, -bewegung und -kontakt) essentiell sind, um mittels manueller Techniken und Bewegungsübungen somatische, im weitesten Sinne physiotherapeutische, psychosomatische und psychotherapeutische Effekte zu erzielen, können gar nicht ohne Berührungen auskommen. Ebenso wenig jene körperorientierte Psychotherapieverfahren, welche die psychischen und körperlichen Dimensionen menschlichen Erlebens stets gleichwertig behandeln und die Einbeziehung des Körpers in die Therapie systematisch nutzen. Sie verbinden vegetatives und somatisches Nervensystem mit psychischen Prozessen, um Fehlhaltungen (physische und psychische) erlebbarer und bewusster zu machen oder gerade den Körper und Körperwahrnehmung als methodischen Zugang zum emotionalen (Nach-)Erleben zu be- „greifen“. Es geht um körperlichen Ausdruck inneren Seins und Erlebens (Denken, Fühlen, Wollen) und umgekehrt um körperlichen Zugang („Eingang“) ins Seelisch-Geistige. Der Leib und auch Körperkontakt sind in diesen therapeutischen Verfahren essentiell, ein Berührungstabu unsinnig. Es ist also keine Frage des ob, sondern immer des wie, d. h. der „Qualität“ der Berührung, also der „sauberen“ Intention und der hohen Fachlichkeit des Therapeuten. „Pro Touch“-Argumentation basiert insofern auf der Feststellung jener für die Klienten verantworteten „guten Berührung“. Diese kann man (in Anlehnung an Anders / Weddemar 2002) abhängig von sechs Faktoren definieren: 1. Freiwilligkeit (Autonomiewahrung) 2. Transparenz, Intention (Erkennbarkeit des Motivs) 3. Stimmige Situation (sozialer, personaler / persönlicher Kontext) 4. Vertrauen, Ehrlichkeit (soziale Akzeptanz, Beziehungsqualität, Empathie, Authentizität) 5. Körperstelle (lokale Akzeptanz, „Tabu“) 6. Druck und Dauer („Dosis“) Hierin läge ein gutes Instrument, die Qualität der Berührung bzw. des Körperkontaktes als professionelle Technik zu messen und kritisch zu bewerten. 138 4 | 2015 Jörg-Michael Wolters Pädagogisch-therapeutischer (Klinik-)Alltag Es geht hier um den als professionelle Nähe bezeichneten Kontakt, der körperliche Berührungen beinhaltet, die zielgerichtet methodisch eingesetzt werden, um Beziehung, die therapeutische Beziehung und „Wärme“ aufzubauen, herzustellen, aufrechtzuerhalten. Dies geht über die im „normalen“ klinischen Alltag übliche Ferne und sich in Neutralität zeigende Kühle der Therapeuten-Klienten / Patienten-Beziehung hinaus, die übrigens leider immer noch auch in Pflegeberufen verbreitet ist, obwohl gerade hier nach Hollick (2012) durchaus mehr Nähe, Kontakt, Zuwendung und mitmenschliche Wärme angebracht wäre. In der kinder- und jugendpsychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung, aus der heraus hier argumentiert wird, haben sich neben tiefenpsychologisch fundierter und verhaltenstherapeutischer Psychotherapie / Kinderspielpsychotherapie besonders multimodale Ansätze und kombinierte Methoden mit Entspannungsverfahren, Familientherapie sowie Ergo-, Musik-, Sport- und Bewegungstherapie durchgesetzt (Remschmidt 2011). Sie leben von der wissenschaftlich fundierten Fachlichkeit und / oder evidenzbasierter Praxis der Methoden, aber immer auch von den Anwendern, die neben der von ihnen angewandten „Technik“ als Menschen, individuelle Personen und Persönlichkeiten mit eigener Art, eigenem Stil erkennbar werden. In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, insbesondere bei Vorliegen und entsprechendem Behandlungsauftrag bestimmter „Probleme“, die sie haben oder machen, hängt das Gelingen nicht nur von den jeweiligen Settings, Lernarrangements und Programmen ab, sondern zuerst und vor allem vom Aufbau einer Beziehung. Diese, um förderlich und belastbar zu sein, muss getragen sein von Zwischenmenschlichkeit, also einer möglichst beidseits auf Einfühlen, Echtheit und Vertrauen geprägten persönlichen Interaktion. Dieser Beziehungs-„Aufbau“ ist systematische Beziehungs-„Arbeit“ und ein Prozess, den zu initiieren, zu steuern und aufrechtzuerhalten (ebenso wie zu beenden) die Aufgabe des Behandlers ist und die gekonnt sein und gelingen kann-- oder auch nicht. Sich auf ein Kind oder einen Jugendlichen einzulassen, heißt hier-- fachlich wissend um seine altersgemäßen und geschlechtstypischen Entwicklungsstände, Fähigkeiten, Fertigkeiten, individuellen bio-psycho-sozialen Besonderheiten, seine aktuellen Belastungen, psychiatrischen Störungen, seelischen Nöte, seine Interessen und Wünsche- - sich auf die konkrete „Seins“-Stufe, auch mal auf gleiche Höhe mit dem Kind zu begeben, es angemessen (kind- und situationsgerecht) anzusprechen. Dies heißt dann auch, aktiv mitzumachen, sich anzubieten, vielleicht hinunter auf den Fußboden zu begeben und mit dem Kind auf dem Bauch liegend Auto zu spielen oder Lego zu bauen. Und das gerade, ohne selbst Kind zu sein, was meint: Spielen als erwachsene Anwendung einer professionellen Methode des Zugangs und der sinnvollen Beziehungsgestaltung. Dabei „spielt“ der Therapeut nicht wirklich frei, sondern zweckgebunden, d. h. mit explorativer oder regulierender Zielrichtung. Das „nahe“ Verhalten eröffnet den Helfern eine Fülle diagnostisch relevanter Eigenschaften, Eigenarten und Besonderheiten des Kindes, hier des Patienten, die für die spätere Behandlung von Bedeutung sein können, ja vielleicht sogar (durch quasi beiläufige, unmerkliche Interventionen, Nachfragen, vorsichtige Kritik, Provokation und Konfrontation, Lob und Verstärkung „nebenbei“) erste Schritte hierzu. Im Spielen, selbst im kämpferischen, ist bei fehlendem Ernst jenseits der Realität doch fürs echte Leben zu lernen (Wolters 2003). Nicht umsonst ist Spiel als Therapie auch die kindgerechte Aufarbeitung von Problemen, beinhaltet sie doch eine antizipa- Körperkontakt zwischen Tabu und Kunstgriff 4 | 2015 139 torische Lösungssuche und -erprobungen in geschütztem Freiraum. Durch Begegnung in einer solchen (kontrolliert) arrangierten, oft körperlichen Nähe vermitteln sich auch und gerade in Therapie sinnvolle, manchmal Not-wendige (! ) Geborgenheit, Trost, Fürsorge, Wohlwollen, Wertschätzung, Anteilnahme, Teilhabe. Nähe ist eine Methode, dieses zu initiieren, zuzulassen, auszuhalten, zu genießen. In der freundlichen Berührung, wie z. B. Schulterklopfen, einem tröstendem Arm-um-die-Schultern-legen, Handhalten, über den Kopf oder die Wange streichen, einem aufmunterndem Knuffen, spielerischem In- Kampfpose-Stellen bei angedeutet bösem Grimassenschneiden oder gar „eng-kontaktig“ spielerischem Kämpfen oder kämpferischem Spielen nach dem Motto budopädagogischen Ringens, Rangelns und Raufens, vielleicht einem auflockernden Durchkitzeln en passant oder Verspannung lösendem Nackenmassieren liegt nämlich unverkennbar die Unmittelbarkeit wertschätzender Zuwendung. Professionell intendierte und inszenierte Berührungen des Patienten im Therapieprozess, die provozieren, integrieren oder harmonisieren sollen und können, sind darüber hinaus (z. B. im konkret fachtherapeutischen Setting) im Wesentlichen umschrieben im Spektrum zwischen haltenden und haltgebenden Berührungen, d. h. Ziehen, Schieben, Drücken, Wiegen und Schaukeln, Stoßen, Pressen, Klopfen und Drängen. Nähe und Distanz, Begegnung und Getrenntheit, Autonomie und Verbundenheit herzustellen, entfaltet das Potential des lebendig werdenden Spürens (lustvoll oder abwehrend), des Wieder- oder Nach-Erlebens von „damals und dort“ im „Hier und Jetzt“. Das allein ist ein hoher, entscheidender Gewinn im Sinne von Achtsamkeitstraining (Kabat-Zinn 2011), erst recht im Sinne der traditionell zen-buddhistisch inspirierten Meditations- und Körperwahrnehmungsübungen (wie Budo, was weiter unten thematisiert wird). Auch im professionellen, hier klinischen Alltag ist Berührung bzw. Körperkontakt ein nützliches, starkes Mittel nonverbaler Kommunikation oder gar Interaktionsmedium selbst, eine Form der Begegnung und Mitteilung jenseits der auch missverständlichen, fehlenden oder unnötigen Worte durch die unmittelbare Wirkung der Berührung selbst. Diese wird, je nach Qualität (siehe oben), also „passender“ Intensität und Dauer, konkreter Körperstelle sowie Beziehung und Situation sowie je nach Intention, also positiv oder negativ, von Menschen „hautnah“ und „am eigenen Leib“ „Tat“-sächlich, „Wirk“-lich empfunden als ein (gewolltes, zugelassenes oder auch unerwünschtes) Inbeziehungtreten vom einen zum anderen. Es entsteht in der nächsten Nähe ein Wir. Die Frage ist nicht ob, sondern nur, wie weit man da gehen darf. Wann wird die fachlichwohlwollend gemeinte Berührung für den Betroffenen (Berührten) zum unangemessenen, unangenehmen Antatschen, zur distanzlosen Peinlichkeit, übergriffig, zur überschrittenen Grenze? Die ethischen Grenzen sind stets da, wo der zu Berührende sie zieht, offen ausgesprochen oder gezeigt, aber auch vermutet ziehen würde / müsste oder wo der Pädagoge / Therapeut sie nach Maßgabe von Sitte und Anstand, beruflichen Leitlinien (s. o.) und Standards und der Berufsehre und nicht zuletzt vom Gesetzgeber vorgegeben zu ziehen hat. Gegen den erklärten oder inneren verdeckten Willen geht natürlich nichts, das ist selbstverständlich (abgesehen von erwähnt besonderen und schwierigen Fällen therapeutisch indizierter Provokation / Konfrontation). Auch das bewusste „Betätscheln“, d. h. gewollt Unangenehme, kann therapeutisch Sinn machen und daher professionell ausgeführt sein. Es hat sich bewährt, Patienten insbesondere durch die von ihm bekanntermaßen unbeliebte (aber ansonsten ethisch und juristisch erlaubte) Berührung dazu zu bewegen, sich zu „wehren“. Insofern ist das dann eine „professionelle Provokation“, eine Ermu- 140 4 | 2015 Jörg-Michael Wolters tigung, Unbehagen endlich auszudrücken, anstatt (wie sonst üblich) über sich ergehen zu lassen. So wird inszenierte Nähe zum Auslöser, z. B. auch für gewünschte Distanzierung. Noch einmal: Kinder, auch Jugendliche, haben immer das Bedürfnis nach Wärme, Nähe und Beziehung- - es ist somit ein menschliches Grundbedürfnis, conditio humana, auch wenn es durch Versagung oder Verletzung und Trauma etwa von Misstrauen und Zweifeln, von Angst (Angst vor Zurückweisung ebenso wie Angst vor Missbrauch) oder der Unfähigkeit, in Beziehung zu treten, verschüttet ist. Das ist also in der Be-„Handlung“ im Kontext kinder- und jugendpsychiatrischer Erkrankungen eine Besonderheit. Manche psychischen Störungen sind ursächlich für eine Aversion gegen Körperkontakte mancher oder jeglicher Art. Berührungsunwilligkeit oder auch -unfähigkeit mit Abwehrreaktionen unterschiedlichen Ausmaßes (von Abneigung bis Panik), die auf seelische Behinderungen zurückzuführen sind, sind selbstverständlich in den professionellen Blick zu nehmen und in den konkreten Abwägungsprozess zu integrieren, um durch bewussten oder auch nur versehentlichen Körperkontakt zu Patienten nichts Ungewolltes auszulösen. Es mag aber auch darum gehen, gezielt „Panzer“ durchbrechen zu wollen (im Sinne der „Entpanzerung“ in der Körperpsychotherapie nach Wilhelm Reich). Die Spaltung zwischen der Panik vor verschlingender Berührung und dem unbewussten Wunsch nach Gehaltensein, ebenso wie die Dynamik von entweder zu viel Schutz oder einem Mangel an Grenzen des Körperselbst, kennzeichnen den zu balancierenden Akt und Prozess, der die Therapeuten und Patienten begleitet. In der therapeutisch intendierten Berührung wird nach vorherigem Mangel oder auch einem Zuviel „für den Augenblick sowohl die alte (in modifizierter und daher nicht traumatisierender Form) als auch eine gegenläufige, neue, korrigierende Erfahrung verfügbar“ (Busch 2007, 520). Das ermöglicht eine vorübergehende, zweckgebundene Beziehungsgestaltung oder Beziehungsintervention des Therapeuten zum Patienten, des Erwachsenen zum Kind, und (Alter Ego) deren therapeutische (dialogisch-interaktionelle) Begleitung ins Unbewusste, um z. B. ihre inneren Repräsentanzen anderer, bedeutsamer Menschen erneut aufzusuchen und zu bearbeiten. Der Therapeut ist bei professionellen Berührungskontakten als Gegenüber der reale, „berührbare“ und „begreifbare“ andere, das „antwortende Du“ (im Unterschied zur oben kritisierten Abstinenz), wodurch der Patient lernen kann, sich und den Therapeuten in gegenseitiger Verschiedenheit und Abgrenzung zu erleben und wahrzunehmen. Dies kann geeignet sein, das Ich zu stärken oder bei kompensatorisch überhöhten Gefühlen eigener Größe (Narzissmus) im direkten Kontakt auf den Boden leibhafter Realität zu kommen (zu „erden“). Kontraindikationen können natürlich ausgeprägte Panik-, Angst- oder depressive Störungen sein, schwere traumatische Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen, in denen Körperkontakt hochsensibel anzuwenden ist. Überhaupt gilt: In der reflektierten Kontrolle objektiv fachlicher und eigener emotionaler Bedeutung des Kontakt- und Beziehungsaufbaus zu Anvertrauten, zu Schutzbefohlenen, erst recht, wenn es Kinder sind (zudem etwa noch anderen Geschlechtes), die hilf- und wehrlos sind gegenüber Erwachsenen und Autoritäten, liegt die Pflicht der Berührenden, Missbrauch auszuschließen. Supervision, Intervision und Aufsicht „von oben und außen“, auch Schaffung einer Beobachtungs- (Hinschau-) und (anonymer) Beschwerdekultur sowie die Überwachung der Einhaltung von beruflichen Standards und Leitlinien sowie Aufdeckung von Fehlverhalten hilft, unprofessionelle, moralisch-ethisch verwerfliche oder gar strafbewährte Übergriffe zu verhindern. Sicher können auch institutionstypische Schutzkonzepte hilfreich sein, um Willkür und Miss- Körperkontakt zwischen Tabu und Kunstgriff 4 | 2015 141 brauch verhindern zu helfen (Fegert/ Wolff 2006). Dennoch ist professionelle Nähe und die darin enthaltene Berührung nicht nur ein probates, hilfreiches, sondern auch zuweilen notwendiges Mittel kind- und jugendgemäßer therapeutischer Be-„Handlung“. Budo in Pädagogik und Therapie Eine auf besondere Nähe in der Lehrer-Schüler-Beziehung basierende Pädagogik wird speziell im Budo, einer der fernöstlichen Lehren der Weg-Künste, hier der traditionellen Kampfkunst (nicht Kampf-„Sport“), kultiviert, in welcher der Lehrer bzw. Meister seinen Schüler „von Herz zu Herz“ (jap. ishin-denshin) unterrichtet, unterweist, ihn auf dem Weg (jap. do) führt und dabei eine intensive persönliche Beziehung pflegt (Wolters et al. 2014). Um dieser „väterlichen“ Beziehung willen, im vollen Vertrauen auf den Lehrer, wird Grenzerfahrung, die allein nur Wachstum (jenseits der Komfortzone) ermöglicht, zugelassen. Dieser Lehrmethode bedient sich auch die Budopädagogik und Budotherapie, bewährt insbesondere zur Förderung der friedvollen Persönlichkeiten ihrer Adressaten (Wolters 1992, 1998), denn sie entdeckt und unterstützt durch Horizonterweiterung und Kontrasterfahrung neue Potentiale im Schüler, die bereichern (Pädagogik) und heilen (Therapie) können (Wolters et al. 2014). Nicht, dass hier unbedingt eine solche, auch gar nicht auf unsere Kultur, schon gar nicht Klinikkultur übertragbare, auf sehr persönliche Nähe bauende Beziehung zwischen Pädagogen / Therapeuten und Kind / Patient gefordert wäre. Aber der Blick darauf, dass noch mehr systematische Beziehungsnähe im Kontext geleiteter Persönlichkeitsentwicklung und -förderung möglich ist, kann helfen, etwas entspannter Distanz und Abstinenz in erzieherischen und behandlerischen Prozessen abzubauen und Mut zu finden, Neues zu erproben. Budo ist eine in Asien seit Jahrhunderten bewährte Methode der persönlichen und körperorientierten Führung und Arbeit. Auf Budo im Sinne der modernen, professionellen Anwendung als Psycho- und Körpertherapie bzw. auch auf die besondere Wirksamkeit einer Synthese von fernöstlicher Kampfkunst und Psychotherapie wird vermehrt in der Fachliteratur hingewiesen (z. B. Dirnberger 2013; Thimme 2007). Der Einsatz von Budo bzw. Budopädagogik oder Budotherapie bewährt sich demnach vor allem auch als Methode im Kanon schulübergreifender Psychotherapie, dezidiert in der Integrativen Therapie (Petzold 2004), der Behandlung von Aggressivität (Wolters 1992) und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Wolters 1999, 2015). Kellner-Rauch (2007) sieht besondere Wirksamkeit in der Therapie von AD(H)S. Sicher sind auch die im Budo inhärenten Übungen der Körperachtsamkeit zielführend (Heidenreich / Michalak 2009). Remmel et al. (2006) empfehlen in ihrem Handbuch neben stützender Psychotherapie und nicht-evokativer Körperpsychotherapie besonders „moderates Budo“ in der Traumatherapie und in der Behandlung von Depression. Milz (2005) konstatiert, dass „modifizierte Techniken aus den Traditionen der Kampfkünste zur Steigerung der Selbstsicherheit (assertiveness), zur Verbesserung der Wachsamkeit, Präsenz, Erdung, Zentrierung und Grenzgestaltung, zur Aggressionsklärung und Angstbewältigung beitragen“ (S. 16). Damit hat diese neuere Behandlungsform zwischen Erlebnispädagogik, Körpertherapie und leiborientierter Psychotherapie erfolgreich Eingang in traditionelle Institutionen und Settings gefunden (Wolters / Fußmann 2008). In der Ausbildung für eine professionelle Anwendung von Budo in Pädagogik und Therapie am Institut für Budopädagogik (IfBP) und der Überwachung der Qualitätsstandards vonseiten des Berufsverbandes (BvBP) wird großer Wert auf die Vermittlung des nötigen Wissens, Verstehens und Könnens gelegt, die 142 4 | 2015 Jörg-Michael Wolters Körperkontakte und leibbezogenen Interaktionen zielgerichtet anzuwenden: als Technik oder Methode, aber auch als durch Eigentherapie und „Training“ ausgebildete und authentisch eingenommene und erkennbare „innere Haltung“. Das ist eine (asiatische) Besonderheit des Ansatzes. Sie ist als äußere Form (Technik) und innere Haltung (Ethik) des Anwenders beidseits, bei Behandler und Adressat, erfolgreich. Budo basiert auf jener ausdrücklich wenig oder gar undistanzierten Lehrer-Schülerbzw. hier Therapeuten-Klienten-Beziehung, in der Kopf, Herz und Hand, d. h. immer der ganze Mensch, berührt werden sollen. Hier geht es gezielt um das Erlernen von professioneller Nähe-- als ureigenes, typisches Handwerkszeug der eigenen Zunft und Kunst. Berührung wird da zum „Kunstgriff“-- in des Wortes doppelter Bedeutung. Resümee Nähe schafft Beziehung und Vertrauen, ohne die jedwede pädagogische oder therapeutische Intervention oder Be-„Handlung“ zum Scheitern verurteilt wäre. Es ist insofern wenig plausibel, in der Distanz und ihrer Aufrechterhaltung durch Vermeidung von Nähe, in therapeutischer Abstinenz gar, Vorteile zu suchen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das Ausbalancieren der Pole, das rechte Maß finden, den Takt, um Beziehung zu befördern, statt zu erschweren oder zu ruinieren, ist die Kunst, welche die Profis zu erlernen und am Ende auch zu beherrschen haben: die professionelle Nähe, die „gute Berührung“. Es lohnt sich auch im stationären Alltag, jenseits spezieller Therapiesettings und -stunden, dies zu realisieren, weil schon eine durch Nähe gestaltete Atmosphäre positiv ist, als angenehm empfunden wird, Ungezwungenheit ausdrückt, eine akut problemlose Situation schafft und diese Zu-Wendung eine freundliche Grundstimmung fördert, aufzuhellen vermag, ablenkt von Routinen, Stress unterbrechen kann und Sympathien fördert, aktiviert, Lachen und gute Laune weckt. Gerade in Schulen, Heimen und auch Kliniken fehlt es doch oft an Lebendigkeit. Literatur Anders, W., Weddemar, S. (2002): Häute scho(e)n berührt? Körperkontakt in Entwicklung und Erziehung. 2. Aufl. Borgmann, Dortmund Brown, M. (1985): Die heilende Berührung. Die Methode des direkten Körperkontaktes in der Psychotherapie. Synthesis, Essen Busch, T. (2007): Therapeutisches Berühren als reifungsfördernde Intervention. In: Marlock, G., Weiss, H. (Hrsg.): Handbuch der Körperpsychotherapie. Schattauer, Stuttgart, 517-529 Dirnberger, R. (2013): SELE-- Selbsterkenntnis durch Leiberfahrung. Books on Demand, Norderstedt Dörr, M., Müller, B. (2012): Nähe und Distanz. Ein Spannungsfeld pädagogischer Professionalität. 3.-überarb. Aufl. Beltz / Juventa, Weinheim Eberhard-Kaechele, M. (2015): Abstinenz. Ethisches Therapeutenverhalten und selbstbestimmtes Patientenverhalten. körper-- tanz-- bewegung 3 (1), 20-26, http: / / dx.doi.org / 10.2378 / ktb2015.art04d Fegert, J. M., Wolff, M. (Hrsg.) (2006): Sexueller Missbrauch durch Professionelle in Institutionen. Prävention und Intervention-- ein Werkbuch. Juventa, Weinheim Fischer, D., Klawe, W., Thiesen, H.-J. (Hrsg.) (1985): Erleben statt Reden. Juventa, Weinheim Ford, C. (1995): Berühren, Erinnern, Heilen. VAK, Freiburg Geuter, U. (2015): Stichwort Berührung. körper-- tanz-- bewegung 3 (2), 68-71, http: / / dx.doi.org/ 10.2378/ ktb2015.art11d Heidenreich, T., Michalak, J. (Hrsg.) 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Er arbeitet derzeit im ärztlich-therapeutischen Dienst einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. ✉ Institut für Budopädagogik Dr. Jörg-Michael Wolters Tilsiter Str. 11 | D-21680 Stade Tel. (0049)-(0)41 41 626 57 info@budopaedagogik.de