körper tanz bewegung
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2195-4909
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Editorial
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Maren Iman Imran
Liebe Leserinnen und Leser, die Zeitschrift „körper – tanz – bewegung“ erscheint nun im 4. Jahrgang. Eine zentrale Aufgabe, die sich unser Team seit der ersten Ausgabe gestellt hat, ist die Verknüpfung von Theorie und Praxis, der Spagat zwischen Wissenschaft, Forschung und alltäglicher therapeutischer Tätigkeit. Dabei kommen immer wieder Fragen auf: Wie viel Theorie braucht die Praxis? Ist es überhaupt möglich, die komplexe Spezies Mensch wissenschaftlich zu erfassen? Oder handeln TherapeutInnen gar zu intuitiv statt theoriegeleitet, fundiert und planvoll?
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1 körper-- tanz-- bewegung 4. Jg., S. 1 (2016) DOI 10.2378 / ktb2016.art01d © Ernst Reinhardt Verlag Editorial die Zeitschrift „körper-- tanz-- bewegung“ erscheint nun im 4. Jahrgang. Eine zentrale Aufgabe, die sich unser Team seit der ersten Ausgabe gestellt hat, ist die Verknüpfung von Theorie und Praxis, der Spagat zwischen Wissenschaft, Forschung und alltäglicher therapeutischer Tätigkeit. Dabei kommen immer wieder Fragen auf: Wie viel Theorie braucht die Praxis? Ist es überhaupt möglich, die komplexe Spezies Mensch wissenschaftlich zu erfassen? Oder handeln TherapeutInnen gar zu intuitiv statt theoriegeleitet, fundiert und planvoll? Im Grunde haben beide Lager recht. Unsere KlientInnen sind tatsächlich so individuell, dass sie nicht nach Schema F behandelt werden können. Sich aber allein auf die Intuition zu verlassen, ohne die Erkenntnisse aus den vielen Forschungsarbeiten rund um unser Themengebiet zu nutzen, ist ein echtes Versäumnis. Der Wissenschaft stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die Untersuchungen mit praxisrelevanten Resultaten ermöglichen. Natürlich wird es nie eine „Betriebsanleitung“ geben, aber jedes Forschungsergebnis gibt uns eine Orientierung. Überprüfte Hypothesen, Schlussfolgerungen, Vergleiche erweitern unseren Schaffenskreis, sie liefern Hinweise, wo wir bei den KlientInnen oder PatientInnen ansetzen können, aber auch, welche Vorgehensweisen Schaden anrichten können. Es gibt keine Garantie, dass eine Methode bei einem bestimmten Klienten funktioniert. Es ist aber auch kein Spiel nach dem Prinzip „trial and error“, denn wir können unsere Liebe Leserinnen und Leser, eigene Komplexität nutzen und als weiteren Indikator auf die Intuition zurückgreifen. Es gilt also, planvoll, theoriegeleitet vorzugehen, aber zugleich offen für andere Vorgehensweisen zu sein und flexibel auf die einzelnen KlientInnen einzugehen. Die Artikel dieser Ausgabe sollen einen Beitrag zur Erweiterung des therapeutischen Handlungsspielraums leisten. Thomas Harms stellt verschiedene Ansätze der Eltern-Säugling-Körperpsychotherapie vor und beschreibt seine Vorgehensweise in der Praxis. Marianne Eberhard-Kaechele erfasst in ihrem Beitrag Bewegungsmerkmale von traumatisierten PatientInnen, die Anhaltspunkte für die Diagnostik und das therapeutische Vorgehen liefern. Anton Leitner und Hermann Ludwig widmen sich der theoretischen Einordnung der Begriffe „Leib“ und „Körper“ und erläutern das Konzept des „informierten Leibes“. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und nützliche Informationen für Ihre Tätigkeit! Maren Iman Imran Schriftleitung „körper-- tanz-- bewegung“
