eJournals körper tanz bewegung4/3

körper tanz bewegung
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2195-4909
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Wie ein Adler Reich werden kann

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Matthias Wenke
In diesem Beitrag geht es um Kongruenzen in den Theorien von Alfred Adler und Wilhelm Reich. Adlers Individualpsychologie liegt genau wie Reichs Theorie die begründete Annahme der fundamentalen Untrennbarkeit von Geist und Körper zugrunde, und darum sind beide Pioniere eines holistischen und humanistischen Menschenbildes. Beide Ansätze lassen sich leibphänomenologisch im Sinne Merleau-Pontys verstehen.
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134 Fachbeitrag körper-- tanz-- bewegung 4. Jg., S. 134-143 (2016) DOI 10.2378 / ktb2016.art17d © Ernst Reinhardt Verlag Wie ein Adler Reich werden kann Individualpsychologie, Körperpsychotherapie und Phänomenologie Matthias Wenke In diesem Beitrag geht es um Kongruenzen in den Theorien von Alfred Adler und Wilhelm Reich. Adlers Individualpsychologie liegt genau wie Reichs Theorie die begründete Annahme der fundamentalen Untrennbarkeit von Geist und Körper zugrunde, und darum sind beide Pioniere eines holistischen und humanistischen Menschenbildes. Beide Ansätze lassen sich leibphänomenologisch im Sinne Merleau-Pontys verstehen. Schlüsselbegriffe Individualpsychologie, Alfred Adler, Wilhelm Reich, Phänomenologie, Merleau-Ponty, Körperpsychotherapie, Finalität, Gemeinschaftsgefühl, Charakteranalyse, Holismus, Psyche und Soma, funktionale Identität The Congruence of Adlers Individual Psychology and Reichian Body Psychotherapy. A Phenomenological Approach This article deals with congruencies in the theories of Alfred Adler and Wilhelm Reich. Both Adler’s individual psychology and Reichian theory are based upon the fundamental premise of an inseparable nature of body and mind, which is why both should be equally regarded as pioneers of a holistic and humanistic idea of man. Both approaches can be understood from a point of view of phenomenology of the lived-body as defined by Merleau-Ponty. Key words individual psychology, Alfred Adler, Wilhelm Reich, phenomenology, Merleau-Ponty, body psychotherapy, causality, finality, social interest, character analysis, holism, psyche and soma, functional identity Phänomenologie: Die ursprüngliche Welt als Einheit von Psyche und Soma Adler und Reich sehen Wissenschaft beide nicht als subjektunabhängigen, absoluten Bestand objektiven Wissens, sondern als funktionale Kulturleistung im Dienste eines intentionalen Subjektes. In diesem Aspekt haben sie eine ähnliche erkenntnistheoretische Grundhaltung. Reich schreibt: „Die wissenschaftliche Theorie ist, betrachtet vom Standpunkt des lebendigen Lebens, ein künstlicher Haltepunkt im Chaos der Erscheinungen. Sie hat daher den Wert eines seelischen Schutzes.“ (Reich 1942 / 2009, 39) Vergleichen wir Adlers Ansicht: „Autoren, die Angst haben, den Boden unter den Füßen zu verlieren oder von der Kritik angegriffen zu werden, messen nur solchen Tatsachen Bedeutung zu, die sich physikalisch in Laboratorien bestätigen lassen und die in Zahlen niedergelegt und auf Zahlen zurückgeführt werden können.“ (Adler 1938, 154, zitiert nach Ansbacher / Ansbacher 2004, 162 f ) Aber: Wie ein Adler Reich werden kann 3 | 2016 135 „Eine Vorstellung, eine Anschauung von einer Tatsache, ist niemals mit der Tatsache selbst gleichzusetzen.“ (Adler 1930, 7 f ) Beide Autoren erkennen wissenschaftliche Theorien über die Wirklichkeit als defensive Instrumente der psychischen Sicherheit und unterscheiden damit eine ursprüngliche Ebene unmittelbar erfahrener Wirklichkeit von der erst sekundären Theoriebildung. Diese unmittelbare Wirklichkeit ist Gegenstand der Phänomenologie, wie sie von Husserl (1913) und Merleau-Ponty (1966) erarbeitet wurde. Sie untersucht das verkörperte Bewusstsein in seiner Beziehung zur Welt, seinem Zur-Weltsein (Merleau-Ponty). Schon die Reichsche Psychoanalyse bzw. Charakteranalyse lässt sich als klinische phänomenologische Erfahrungswissenschaft lesen: Er versucht, neben anderen Methoden, seine PatientInnen durch Identifikation und Einfühlung in das Erleben der ersten Person zu verstehen: „Ich versuchte, mir bloß eine Beziehung zwischen Icherleben und Welterleben herzustellen.“ (Reich 1942 / 2009, 41) Im Kern steht also die Erfassung des fundamentalen Zur-Welt-seins der PatientInnen, ihrer tiefsten Haltung zu sich selbst, den anderen und der Welt. Adler nennt dies den Lebensstil. Wir finden bei Reich Hermeneutik statt Biologie: „Wundt und seine Schüler wußten vom Menschen in seiner lebendigen Wirklichkeit nichts. […] Doch wir beurteilen einen Menschen nach der Art, wie er seine Konflikte im Leben regelt, nach welchen Motiven er handelt.“ (Reich 1942 / 2009, 74) Adler hat denselben Zugang: „Individualpsychologie ist Persönlichkeitsforschung, d. h. wir beschäftigen uns damit, die Stellungnahme, die Beziehung des Individuums zu den Aufgaben des Lebens ins Auge zu fassen.“ (Adler 1935a, 1) Reich und Adler verweisen auf Bergsons Lebensphilosophie, welche die Intuition als die unmittelbare Erkenntnis (des ganzen Menschen) ohne Hilfe formaler Mittel als zentrale menschliche Kompetenz ansieht (Adler 1933 / 1973, 39 f ). Reich betont den Holismus der Lebensphilosophie: „Meine heutige Theorie von der psychophysischen Identität und Ganzheit hat ihren Ursprung in Bergsonschen Gedanken und wurde zu einer neuen funktionellen Leib- Seele-Theorie.“ (Reich 1942 / 2009, 28) Hören wir Adler zur psychophysischen Einheit: „Es kann heute keinem Zweifel mehr unterliegen, daß alles, was wir als Körper bezeichnen, ein Streben zeigt, ein Ganzes zu werden.“ (Adler 1933 / 1973, 62) Und: „Das sogenannte Bewußte und Unbewußte widersprechen sich nicht, sondern bilden eine einzige Einheit.“ (Adler 1929 / 1978, 87) Das Unbewusste ist also kein dunkler „Ort“ irgendwo im Kopf, sondern das gesamte leibhaftig handelnde Wesen, das jenseits von Sprache unmittelbar wirkend anwesend ist. Adler unterscheidet nichtbegriffliches Wissen (Erfahrungs- und Körperwissen, implizites Gedächtnis, somatisches Selbst) von konzeptuellem, begrifflichem Verstehen (explizites Gedächtnis, kognitives Selbst): „Auch die Dinge, die nicht in Worten und Begriffen ausgedrückt werden, können dem Menschen bewußt sein.“ (Adler 1937 / 1994, 66; siehe auch Gilligan 2011) Es gibt für Adler nur ein einziges allumfassendes Ich, das sich zwar in Teilen vor sich selbst verbergen kann, aber immer als Ganzes agiert. Es ist sich selbst Umwelt und Mittel: „Das Rohmaterial, mit dem der Individualpsychologe arbeitet, ist das Verhältnis des Individuums zu den Problemen der Außenwelt. […] Diese Außenwelt schließt den Körper des Individuums, seine körperlichen und seine seelischen Funktionen mit ein.“ (Adler 1935b, 5, zitiert nach Ansbacher / Ansbacher 2004, 168) Der phänomenologische Leib ist der vom Subjekt erfahrene Welt- und Körperraum und zugleich „die geronnene Gestalt der Existenz selbst.“ (Merleau-Ponty 1966, 273) Wenn alles ein einziger Erlebensraum ist, macht eine Separierung von Körper und Geist 136 3 | 2016 Matthias Wenke keinen Sinn mehr. Auch Reich geht es ja um die Einheit aller Lebensäußerungen, und er betont „daß wir nicht von ‚Übertragung‘ des physiologischen Begriffes ins Psychische reden dürfen, daß wir nicht eine Analogie meinen, sondern wieder eine reale Identität: die Einheit der psychischen und physischen Funktion.“ (Reich 1933 / 2006, 452) Psyche und Soma durchdringen sich somit vollständig. Jeder Gedanke, jede Intention, jede Emotion ist ein Keim für eine Bewegung, und Meinungen lenken Energie. Auch Alfred Adler hat diese untrennbare Einheit zugrunde gelegt: „Wenn eine Spannung im Zentralnervensystem ist, führt dies auch zu einer Handlung.“ (Adler 1931 / 1979, 42 f ) „Es ist ganz natürlich, daß der Mensch sich mit seinem gesamten Körper ausdrückt.“ (Adler 1929 / 1981, 80) „Sie können das am ganzen Menschen sehen […]; er spricht mit der Muskulatur. Wir müssen den Organdialekt verstehen lernen.“ (Adler 1931 / 1979, 70 f ) „Wie einer sich bewegt, so ist der Sinn seines Lebens.“ (1933 / 1973, 77) Der letzte Satz könnte eine Kurzformel der Körperpsychotherapie sein. Reich betont im gleichen Sinne: „Die muskulären Haltungen […] bieten nämlich die Möglichkeit […], direkt von der körperlichen Haltung ins Gebiet der Triebaffekte durchzubrechen. […] Die muskuläre Haltung ist identisch mit dem, was wir ‚Körperausdruck‘ nennen.“ (Reich 1942 / 2009, 227) In der Körperpsychotherapie kann man einerseits annehmen, dass wir vollständig unser Körper sind und uns darin ebenso vollständig verkörpern, positionieren und ausdrücken. Und dennoch machen wir alle auch die Erfahrung, dass wir den Körper haben und er unser Mittel ist, um Ziele zu erreichen. Das erlebende, verkörperte Bewusstsein kann sich selbst Umwelt sein, steht im Zentrum und beinhaltet zugleich alles. Es gibt einen Erlebenden, der entscheidet, was er mit seinem Körper bzw. dessen Signalen tut. Hier passt Adlers unübertroffene Metapher: „Das Individuum ist mithin sowohl Bild wie Künstler. Es ist der Künstler seiner eigenen Persönlichkeit.“ (Adler 1930, 7, zitiert nach Brunner / Titze 1995, 367) Für diese erfahrene Dialektik von Körper-sein und Körper-haben findet Rolef Ben-Shahar (2014, 158) die treffenden Begriffe „bodymind“ (funktional identische Einheit) und „body-mind“ (wechselwirkende Teilsysteme). In einer holistischen Leibphänomenologie gilt: Nicht das Bewusstsein ist im Körper, vielmehr ist der Körper im Bewusstsein. Und darum auch: „Das Gehirn ist das Werkzeug des Geistes, nicht sein Ursprung.“ (Adler 1931 / 1979, 136; siehe auch Wenke 2011). Ursache und Wirkung: Finalität statt Kausalität In sich bewegendem Leben wirkt laut Adler statt der klassischen physikalischen Kausalität eine universale Finalität, also eine Orientierung auf Ziele: „Alle sich bewegenden Lebewesen […] können vorausschauen und die Richtung, in der sie sich bewegen müssen, abschätzen. […] Dieses Vorhersehen der Bewegungsrichtung ist das zentrale Prinzip des Geistes.“ (Adler 1931 / 1979, 30 ff ) Schon ein Einzeller, der zu einer Zone höherer Nährstoffkonzentration wandert, handelt intentional (Chemotaxis; Lehninger 1987, 25). „Wir sind nicht in der Lage zu denken, zu fühlen, zu wollen, zu handeln, ohne daß uns ein Ziel vorschwebt. Denn alle Kausalitäten genügen dem lebenden Organismus nicht, das Chaos des Zukünftigen zu bewältigen und die Planlosigkeit, deren Opfer wir wären, aufzuheben.“ (Adler 1930 / 1974, 21) Wir werden nicht wie Automaten durch Ursachen angetrieben, sondern von Zielen angezogen. Darum fragt Adler (1931 / 1979, 107) immer: Wozu? Nicht: Warum? Reich versucht, am Blasenreflex zu demonstrieren, dass es in der Biologie prinzipiell keine Finalität geben könne (1942 / 2009, 212): „Die Harnblase kontrahiert sich nicht, Wie ein Adler Reich werden kann 3 | 2016 137 ‚um die Funktion der Harnentleerung zu erfüllen‘, kraft göttlichen Willens oder jenseitiger biologischer Mächte. Sie kontrahiert sich aus einem höchst ungöttlichen Ursachenprinzip heraus: weil ihre mechanische Füllung eine Zuckung bewirkt. Das kann auf jede andere Funktion übertragen werden.“ Hier scheint Reich sich auf eine mechanische Reiz-Reaktions-Kette zu stützen, obwohl er sonst jede mechanistische Erklärung ablehnt. Lebendiges Funktionieren ist aber niemals sinnloses (mechanisches) Funktionieren. In neuerem biologischem Vokabular sprechen wir von autopoietischen und selbstreferentiellen Systemen (Maturana / Varela 1987). „Lebende Systeme reagieren auf Reize wie auf Zeichen: Ein Reiz bedeutet etwas vor dem Hintergrund des jeweiligen Lebensvollzugs. […] Ein Lebewesen steht immer schon in einem Horizont der Interpretation. […] Eine Biologie, die das berücksichtigt, kann nicht als Theorie kausaler Maschinen formuliert werden, sondern muß als biologische Subjekttheorie ansetzen.“ (Weber 2003, 13 f ) Adler hat in den 1930er Jahren die gleiche tiefe Einsicht formuliert: „Die individualpsychologische Theorie fußt auf der Erfahrungstatsache des Primordiats der Keimzelle als eines Ichs, einer Ganzheit […] Außerhalb dieses Ichs der Keimzelle gibt es weder ein ‚Es‘ noch ‚Triebe‘ sadistischer oder welcher Art auch immer. […] Im Erleben aller Realitäten liegt der Zwang zur Anpassung und Überwindung.“ (Adler 1931, 59) Auch schon einfaches Leben erlebt und handelt immer als Ganzes und wird nicht von etwas außerhalb der Subjektsphäre liegendem fremdbestimmt (wie den Freudschen „Trieben“ oder von „Hormonen“ oder vom „Gehirn“) (Weber 2003; Low et al. 2012). Künstlich isolierte Organe wie Reichs Harnblase mögen vielleicht auf Druck oder elektrische Reizung scheinbar bewusstlos kontrahieren, entsprechen aber nicht der lebendigen Wirklichkeit. Dort interagieren nämlich immer ganze Organsysteme mit dem fühlenden Gesamtleib in bestimmten Situationen, also Kontexten. Der Körper folgt seinen Absichten, ob bewusst oder nicht. Adler betont: „Wo ein Ziel gegeben ist, stellen sich die Gefühle immer so darauf ein, daß sein Erreichen begünstigt wird. Wir befinden uns deshalb nicht mehr im Bereich der Physiologie oder Biologie: Das Entstehen von Gefühlen kann nicht durch chemische Theorien erklärt oder durch chemische Untersuchungen vorhergesagt werden.“ (Adler 1931 / 1979, 33 f ) Selbst Reflexe (wie eine Blasenkontraktion) sind keine Mechanik, sondern „geronnene“ Leibantworten, automatisierte Beziehungen zur Welt. Die Blase ist Teil des phänomenologischen Feldes ihres Trägers: „Mit dem Unbewußten will man auf etwas hinweisen, was nicht in Worten gesagt wird. […] Ein Bettnässer spricht sozusagen mit seiner Blase.“ (Adler 1937 / 1994, 56) Reich spricht spannenderweise selbst von einer Zweck-Mittel-Relation, also von Finalität: „Doch können wir in der Nervenerregung wieder nur den Ausdruck einer Allgemeinfunktion erblicken, deren Mittel sie ist.“ (Reich 1933 / 2006, 453) Weiter: „Eine seelische Vorstellung muß eine Funktion und eine Herkunft haben.“ (Reich 1942 / 2009, 192) Eine Funktion ist aber ein Zweck für die Gesamtperson (Finalität), und zugleich entspringt die kognitive Vorstellung einer tieferen emotionalen oder energetischen Ebene (Identität): body-mind und bodymind. Reich versteht wie Adler die Entwicklung des Charakters final als Mittel zur Selbstsicherung durch Abwehr bestimmter emotionaler Erfahrungen, auch wenn er das kausal umdeuten will: „Wir drücken uns […] zwar finalistisch aus, meinen aber einen durchaus kausalen Vorgang. Das Ich, der exponierte Teil der Person, verhärtet sich […]. Es erwirbt dabei eine chronische, automatisch funktionierende Reaktionsweise, eben seinen ‚Charakter‘.“ (Reich 1933 / 2006, 450) Jedes Tun, auch die „Selbst- 138 3 | 2016 Matthias Wenke Verhärtung des Ich“, ist aber keine Kausalmechanik, sondern die intentionale Leibantwort eines fühlenden Wesens. Reich (1942 / 2009, 27) selbst beschreibt universale Intentionalität: „Das Leben zeichnete sich durch eine merkwürdige Vernünftigkeit und Zweckmäßigkeit des instinktiven, unwillkürlichen Handelns aus.“ Reichs automatisierte Charakterbildung wird von Adler als mechanisierter Lebensstil bezeichnet (zitiert nach Datler et al. 2009, 160): „Vom Beginn des Lebens eines Kindes kommt ein Training zustande […]. Nach einiger Zeit tritt eine Mechanisierung ein, sodass es entsprechend seinen mechanisierten Bewegungen und Ausdrucksformen seinen Weg findet.“ Charakter bedeutet also den Verlust von Freiheitsgraden durch das Einschleifen von Gewohnheiten. Reich (1942 / 2009, 114 f ) kritisiert Adlers Charakterkonzept: „Er [Adler] hatte behauptet, ‚der Charakter‘, und ‚nicht die Sexualität‘, wäre die Ursache der seelischen Erkrankung. […] Charakterzüge wie ‚Minderwertigkeitsgefühl‘ oder ‚Wille zur Macht‘ sind nur oberflächliche Erscheinungen im Prozeß der Panzerung im biologischen Sinne vegetativer Hemmung und Lebensfunktionen.“ Diese Kritik beruht meines Erachtens auf einem Missverständnis. Denn Adler hat genau wie Reich den Charakter als Ergebnis von Entwicklung verstanden, nicht aber als ihre Ursache: „Charakterzüge sind demnach nur die äußeren Erscheinungsformen der Bewegungslinie eines Menschen. […] Sie sind nicht der primäre Faktor, sondern der sekundäre, durch das geheime Ziel des Menschen erzwungen, daher teleologisch zu betrachten.“ (Adler 1927 / 1966, 146) Finalität und das Zur-Welt-sein scheinen nicht hintergehbare Universalien des Lebendigen zu sein. Resonanz, Gemeinschaftsgefühl und das überpersönliche Feld Es gibt weder isolierte Organe noch isolierte Menschen. Für Adler sind Kontakt und Gemeinschaft die fundamentalen Triebkräfte der Existenz: „Der älteste Trieb der Menschen richtet sich auf den Anschluß des Menschen an seinen Mitmenschen.“ (Adler 1931 / 1979, 198) Das therapeutische Mittel der Wahl ist für ihn Einfühlung, Identifikation: „Verstehen ist eigentlich ein Akt der Identifizierung. Diese Identifizierung spielt vom Anfang des Lebens an eine ungeheure Rolle und begleitet uns in jeder Stunde unseres Daseins […]. Wenn ich mich mit ihm eins fühlen kann, dann verstehe ich ihn.“ (zitiert nach Datler et al. 2009, 169 f ) Einfühlung geschieht immer durch den Leib. Obwohl wir nicht in die anderen „hineinschauen“ können, stehen wir mit ihnen unmittelbar in leibhaftiger, mitschwingender Verbindung. „Durch meinen Leib verstehe ich den Anderen, so wie ich auch durch meinen Leib die ‚Dinge‘ wahrnehme.“ (Merleau-Ponty 1966, 220) Um unverstandene sprachlose Haltungen zu erkennen, arbeitet Adler mit frühesten Kindheitserinnerungen. Doch er warnt: „Nie ist diese schematische Fiktion, mag sie sich auch noch so konkret gebärden, anders als allegorisch aufzufassen.“ (Adler 1912 / 1928, 44) Es sind Allegorien für tiefe energetischintentionale Muster im Leib, denn alle Erinnerungen stehen in „[…] Zusammenhang mit dem äußeren perzipierenden und ausführenden Organe, dessen Relation zur Umgebung Art und Inhalt aller zentralen Vorgänge bestimmt. So kann man behaupten, daß jedem Organe seine Erinnerung, sein Gedächtnis im zentralen psychomotorischen Überbau zukommt, als eine Funktion dieses psychischen Feldes.“ (Adler 1907 / 1977, 99) Geht man wie Reich (1942 / 2009, 226 f ) über körperliche Arbeit an die Person heran, erscheinen spontan Bilder und Affekte: „Es Wie ein Adler Reich werden kann 3 | 2016 139 überrascht immer wieder, wie die Lösung einer muskulären Verkrampfung […] diejenige Situation in der Erinnerung reproduziert, in der die Triebunterdrückung sich durchgesetzt hatte. Wir dürfen sagen: Jede muskuläre Verkrampfung enthält den Sinn und die Geschichte ihrer Entstehung.“ Heisterkamp (1999, 14) versteht Neurosen als „notgeborene Selbstbehinderungen“ und sieht „das Grundprinzip der Behandlung in der verstehenden Mit-Bewegung.“ Mit-Bewegung ist die Resonanz mit Körperausdruck und -empfindungen des Klienten. Adler hat dafür den Weg bereitet: „Es ist […] häufig aufschlußreicher, die Bewegungen eines Menschen zu beobachten- - die Art, wie er geht, sitzt, lächelt oder herumzappelt-- als darauf zu hören, was er sagt.“ (Adler 1929 / 1981, 80) Reich kommt zum Gleichen: „Ich wußte bereits, daß das Wie, die Form des Verhaltens und der Mitteilungen, viel wesentlicher waren als das, was der Kranke erzählte. […] Der Ausdruck lügt nie. […] Charakterliche Haltungen mußten spontan verstanden werden.“ (Reich 1942 / 2009, 131) Das Gefühl der Einheit mit einem anderen ist wie eine tiefe mitmenschliche Resonanz in einem Vertrauensfeld. Für Adler ist das eine wesentliche menschliche Fähigkeit: „Suchen wir danach, wo diese Funktion ihren Ursprung hat, diese Möglichkeit, so zu empfinden, als ob man ein anderer wäre, so finden wir die Erklärung nur in der Tatsache des angeborenen Gemeinschaftsgefühls. Dieses ist eigentlich ein kosmisches Gefühl, […] das uns die Fähigkeit gibt, uns in Dinge einzufühlen, die außerhalb unseres Körpers liegen.“ (Adler 1927 / 1966, 65) Reich (1942 / 2009, 208) entwirft das Modell einer idealen nicht-neurotischen Gemeinschaft bewegter „elektrischer Blasen“. „In dieser Bewegung würde der Organismus der elektrischen Blase eine Einheit bilden. Besäße er Selbstempfinden, würde er den rhythmischen Wechsel von Streckung, Weitung und Verengung lustvoll empfinden. […] Eine solche Blase würde sich genauso wie ein kleines Kind eins mit der Umgebung, der Welt, den Dingen fühlen. Zwischen den verschiedenen Blasen bestünde unmittelbarer Kontakt, durch Identifizierung im Empfinden der Bewegung und Rhythmik mit denen der anderen. Für Verachtung natürlicher Bewegungen gäbe es kein Verständnis, ebenso wenig für unnatürliche Handlungen.“ Alle Qualitäten, die Adler als Gemeinschaftsgefühl zusammenfasst, sind hier enthalten. Es ist also für Reich wie für Adler ganz natürlich, in Verbindung und Resonanz zu leben. Auch ein vertrauendes Einheitserleben gilt beiden als gesunder Zustand. Diese Möglichkeit, die physischen Scheingrenzen unseres vermeintlich festen Ichs auszudehnen und uns zu dezentrieren, zeigt, dass unser Bewusstsein einem offenen Raum gleicht, der alles Erlebte beinhaltet. Gesundheit bedeutet Gemeinschaftsgefühl, Neurotizität dessen Abwesenheit. Adler (1931 / 1979, 16) formuliert pointiert: „Alle Versager-- Neurotiker, Psychotiker, Kriminelle, Trinker, Sorgenkinder, Selbstmörder, Perverse und Prostituierte- - sind Versager, weil ihnen das Gemeinschaftsgefühl und die Anteilnahme an der Gemeinschaft fehlt.“ Reich staunt über die unerwartete und spontane Entwicklung seiner PatientInnen und findet unter den sekundären und tertiären Charakterschichten eine gesunde affektivenergetische Basis des genitalen Charakters mit spontanem Streben nach Gemeinschaft und einem aufrichtigen, freundlichen Selbstverhältnis mit der Fähigkeit zur Hingabe: „In der Tiefe des neurotischen Mechanismus, hinter all den gefährlichen, grotesken, vernunftlosen Phantasien und Impulsen fand ich ein Stück einfacher, selbstverständlicher, anständiger Natur. Ich fand sie ausnahmslos bei jedem Kranken.“ (Reich 1942 / 2009, 133) Neben dem Gemeinschaftsgefühl entwickeln Reichs 140 3 | 2016 Matthias Wenke PatientInnen auch spontane Aktivitäten in den anderen Bereichen, die Adler (1931 / 1979, 16) als universale Lebensaufgaben versteht, und zwar „denjenigen der Arbeit, der Gesellschaft und der Geschlechtlichkeit.“ Die neue Art der Gemeinschaftsorientierung, die Reich beschreibt, bedarf keinerlei äußerer Regeln, Verhaltenstraining oder dergleichen. Sie ergibt sich zwanglos und natürlich aus der Veränderung des Zur-Welt-seins bzw. des Lebensstils der PatientInnen, dem Ursprung allen Verhaltens: „Diese andere Art der Moral war nicht gelenkt von einem ‚Du sollst‘ oder ‚Du darfst nicht‘ […]. An seine Stelle trat eine, fast möchte man sagen, vegetative Überlegung […]. Die Handlungen ordneten sich nach einem sich selbst steuernden Prinzip.“ (Reich 1942 / 2009, 137) Auch Adlers individualpsychologische Methode betont die Auflösung der Neurose und zugehöriger dissozialer Tendenzen durch Tiefenwandel, nicht durch Manipulation: „Wir dürfen nie ein Symptom oder eine einzelne Äußerung behandeln; wir müssen den Fehler entdecken, der dem gesamten Lebensstil zugrundeliegt […].“ (Adler 1931 / 1979, 46 f ) Statt zu bändigender Triebkomplexe sind wir fühlende und erkennende Wesen, die in liebender Verbindung leben wollen-- Mitmenschen: „Die Individualpsychologie behauptet demnach, dass der Mensch kraft seiner Körperlichkeit, also eines biologischen Faktors, zum Gemeinschaftsgefühl, zum Guten neigt.“ (Adler 1931, 90 f ) Mit der Annahme eines primären Gemeinschaftsgefühls erklärt Adler zugleich die von der Psychoanalyse postulierten destruktiven Primärprozesse als sekundäre Folgen: „Die bösen Triebe, die Freud meinte entdeckt zu haben, sind Kunstprodukte einer falschen Erziehung und eines falschen Lebensstils.“ (Adler 1937 / 1994, 67) Das Resultat einer neurotischen Entwicklung verbirgt sich aber noch hinter einer weiteren Schicht: „Das Ziel der Überlegenheit ist ein geheimes Ziel. Infolge der Einwirkung des Gemeinschaftsgefühls kann es sich nur im Geheimen entfalten und verbirgt sich immer hinter einer freundlichen Maske.“ (Adler 1927 / 1966, 149) So ergeben sich drei Ebenen: 1. das natürliche Ich mit seinem Lebensdrang und sozialen Bedürfnissen, 2. die reaktiven neurotischen Machtfiktionen, 3. die angepasste freundliche Maske der Oberfläche. Auch Reich (1942 / 2009, 175 f ) findet drei Ebenen: „So kam der fragwürdige Kulturmensch dazu, ein strukturell dreifach geschichtetes Lebewesen zu werden. An der Oberfläche trägt er die künstliche Maske der Selbstbeherrschung […]. Damit verdeckt er die zweite Schicht darunter, das Freudsche ‚Unbewußte‘, in dem Sadismus, Habgier, Lüsternheit, Neid, Perversionen aller Art etc. in Schach gehalten sind […]. Hinter ihr in der Tiefe leben und wirken die natürliche Sozialität und Sexualität, die spontane Arbeitsfreude, die Liebesfähigkeit.“ Die bahnbrechende Leistung von Adler und Reich ist der Nachweis, dass der primäre natürliche Zustand der Menschen gemeinschaftsorientiert, klar, kompetent, frei und weit ist (siehe auch Davis 2014; Wenke 2014). Neurose als Selbstbehinderung der Bewegung und Erstarrung der Form Eine Fähigkeit, die im Zusammenhang mit der Frage nach psychophysischer Gesundheit steht, ist Hingabe. Hingabe hat dabei auch explizit sexuellen Charakter. „Ohne ein Gefühl der Hingabe ist Liebe nicht möglich. […] Hinter der psychischen Impotenz steckt der Mangel an Fähigkeit der Hingabe, der Kooperation.“ (Adler 1930 / 1974, 196) Reich beschreibt als Ergebnis der tiefen Lösung von Charakterpanzerungen die orgastische Potenz und die Fähigkeit zum Erleben energetischen Strömens. „Ich faßte alle körperlichen Erscheinungen, die im Gegensatz Wie ein Adler Reich werden kann 3 | 2016 141 zur starren, muskulären Panzerung sich durch Bewegung kennzeichnen, als ‚vegetative Strömungen‘ zusammen.“ (Reich 1942 / 2009, 204) Es ist dies die phänomenologische Beschreibung einer zutiefst evidenten Leiberfahrung. Es geht nicht um messbare „physikalische“ Energie. Auch Adler erkennt die Dialektik von Form und Bewegung und die strömende Qualität des Lebens. Er betont nämlich, „daß […] es nicht möglich ist, unaufhörlich Strömendes als feste Form zu benennen.“ (Adler 1933 / 1973, 172) „Wir Individualpsychologen sind seit jeher auf dem Weg, was wir als Form erfassen, in Bewegung aufzulösen.“ (Adler 1933 / 1973, 185) Energie in Bewegung ist nach vorne drängende Lebenskraft, Aggression: „Die Bezeichnung ‚Aggressionstrieb‘ tritt [bei Adler] von Anfang an in zwei Bedeutungen auf […]. Erste Bedeutung: der affektiv neutrale bis fröhliche Betätigungsdrang des gesunden Organs ‚quergestreifte Skelettmuskulatur‘. Zweite Bedeutung: die Antwort auf die Behinderung irgendeiner anderen Strebung […].“ (Metzger in Adler 1907 / 1977, 12) Und Reich (1942 / 2009, 120): „Jede positive Lebensäußerung ist aggressiv. […] Die Aggression ist die Lebensäußerung der Muskulatur, des Systems der Bewegung. […] Ein großes Stück der Aggressionsbremsung, die unsere Kinder in vernichtender Weise zu erdulden haben, folgt aus der Gleichsetzung von ‚aggressiv‘ mit ‚bösartig‘ oder ‚sexuell‘. Das Ziel der Aggression ist stets die Ermöglichung der Befriedigung eines lebenswichtigen Bedürfnisses.“ Wird die primäre, gesunde Aggression durch Eltern, Geschwister oder andere frühe Beziehungspersonen tabuisiert, verachtet oder mit Gewalt geahndet, so wird das Kind genötigt, zusammen mit seiner Wut auch seinen lebendigen Tatendrang abzuklemmen. Es wird Glück nicht mehr aushalten und die Welt als „Feindesland“ (Adler 1927 / 1966, 245 f ) erleben, wo spontanes, freies Leben gehasst und vernichtet wird. Der gefürchtete Gegenspieler wird zu einem Teil des Selbst gemacht, ein allgegenwärtiges und automatisiertes Introjekt. Sobald Lebensenergie andrängt, taucht auch Angst auf. „Die Neurose ist nichts anderes als die Summe aller chronisch automatisierten Bremsungen der natürlichen Sexualerregung.“ (Reich 1942 / 2009, 194) Eben dieses Muster der Selbstblockierung meint Adlers Neurose-Formel: „‚Ja, aber‘ ist die beste Definition der Neurose.“ (Adler 1937 / 1994, 109) „Die Neurose ist die dem Verständnis des Patienten entzogene, automatische Ausnutzung von Symptomen, die aus Schockwirkungen entstanden sind.“ (Adler 1933 / 1973, 129) Derartige vegetative Überlebensmuster der Affektunterdrückung werden nach Adler als „intelligente Reflexe“ eingeübt. „Eine Anzahl neurotischer Symptome […] stehen in einem mir noch nicht ganz aufgeklärten Zusammenhang mit willkürlichem, aber unbewußtem Zusammenspiel von Anuskontraktion […] und Aktion der Bauchpresse […].“ (Adler 1912 / 1928, 67) Reich (1942 / 2009, 227) hat dasselbe beobachtet: „Unsere Patienten berichten ausnahmslos, daß sie Perioden in der Kindheit durchmachten, in denen sie es durch bestimmte Übungen im vegetativen Verhalten (Atem, Bauchpresse etc.) lernten, ihre Haß-, Angst- und Liebesregungen zu unterdrücken.“ Nach Adler ist die Charakterstruktur eines Menschen das Ergebnis derartiger „Selbsterziehung“: „Man neigt dazu, vererbten Mängeln zuzuschreiben, was in Wirklichkeit das Ergebnis von Selbsttraining während der Kindheit ist.“ (Adler 1929 / 1978, 140) Reich (1942 / 2009, 227) schreibt sinngleich: „Es ist nicht daran zu zweifeln, daß das meiste davon, was man als ‚Veranlagung‘ oder ‚Triebkonstitution‘ zu bezeichnen pflegt, sich als erworbenes vegetatives Verhalten entpuppen wird.“ Aktuelle Forschungen zur Neuroplastizität (Bauer 2006; Fuchs 2008) bestätigen Adler und Reich in ihrer Ablehnung von Vererbungs- 142 3 | 2016 Matthias Wenke hypothesen. Die neurotische Blockierung ist eine besondere Art der Selbstbeziehung, in der wir Subjekt und gefangenes Objekt zugleich sind. Wir sind uns selbst also das größte Hindernis. Gelingt es uns, diese überkreuzte Gestalt zu erkennen und zu öffnen, gelangen wir zu Freiheit und Selbstverantwortung, denn: „Jeder Mensch kann alles, solange er sich selbst keine Grenzen setzt.“ (Adler 1937, 30) Literatur Adler, A. (1938): Social interest: a challenge to mankind. Faber & Faber, London Adler, A. (1937 / 1994): Lebensprobleme. Vorträge und Aufsätze. Fischer, Frankfurt / M. Adler, A. (1935a): Der Komplexzwang als Teil der Persönlichkeit und Neurose. Internationale Zeitschrift für Individualpsychologie 13, 1-6 Adler, A. (1935b): The fundamental view of Individual Psychology. International Journal of Individual Psychology 1 (1), 5-8 Adler, A. (1933 / 1973): Der Sinn des Lebens. 23. Aufl. Fischer, Frankfurt / M. Adler, A. (1931 / 1979): Wozu leben wir? Fischer, Frankfurt / M. Adler, A. 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Individualpsychologischer Berater und Supervisor DGIP, Heilpraktiker (Psychotherapie), Yogalehrer. Referent und Institutsmitglied am Alfred-Adler-Institut Nord e. V. (AAIN) Delmenhorst. Fortbildungen in Körperpsychotherapie u. a. bei Asaf Rolef Ben Shahar und Will Davis. ✉ Matthias Wenke Rolandstraße 28 | D-53179 Bonn Tel. (0049)-(0)228-9359140 info@praxis-individualpsychologie.de www.praxis-individualpsychologie.de