körper tanz bewegung
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2195-4909
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Editorial
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Maren Iman Imran
Liebe Leserinnen und Leser, Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität ist ständiger Begleiter unseres Lebensweges. Hierzu gehört auch die berufliche Identität, der wir uns durch unseren Ausbildungsweg, unserer Zugehörigkeit zu Berufsverbänden und Statuten, der gesellschaftlichen und unserer eigenen Vorstellung des Berufsbildes annähern.
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169 körper-- tanz-- bewegung 4. Jg., S. 169 (2016) DOI 10.2378 / ktb2016.art21d © Ernst Reinhardt Verlag Editorial Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität ist ständiger Begleiter unseres Lebensweges. Hierzu gehört auch die berufliche Identität, der wir uns durch unseren Ausbildungsweg, unserer Zugehörigkeit zu Berufsverbänden und Statuten, der gesellschaftlichen und unserer eigenen Vorstellung des Berufsbildes annähern. Diese Vorstellung der beruflichen Identität bestätigt unser Handeln oder lässt es uns auch gelegentlich in Frage stellen, hilft uns, uns gegenüber Vorgesetzten und Institutionen zu positionieren, gibt uns Halt, wenn wir in unserer Tätigkeit durch unvorhergesehene Ereignisse erschüttert werden. Die Feststellung der beruflichen Identität ist nicht nur Privatsache. Das Bild der eigenen Berufsgruppe wird nach außen getragen, „spricht sich rum“, beeinflusst die individuelle Wahl der Therapieform und zieht auch rechtliche Konsequenzen nach sich, die uns auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind. Nur wenn ein Berufsbild ein einheitliches und klar erfassbares Profil aufweist, kann es auch rechtlich anerkannt werden. Insbesondere in den künstlerischen Therapien, denen bisher sowohl die sozialrechtliche als auch die berufsrechtliche Absicherung fehlt, spielt dies eine große Rolle. Daher beauftragte die Bundesarbeitsgemeinschaft Künstlerische Therapien den Deutschen Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie mit der Durchführung einer Berufsgruppenanalyse. In dieser Ausgabe der ktb zeigen uns Krisztina Berger, Astrid Kolter, Marianne Eberhard-Kaechele und der Leiter der Studie Jörg Oster diejenigen Ergebnisse der Studie auf, die sich auf die Berufsgruppe der TanztherapeutInnen beziehen. Anschließend lesen wir im Beitrag von Klaus-Peter Seidler, wie geschlechtsspezifische Unterschiede (bei Klienten und Therapeuten) sich auf die Konzentrative Bewegungstherapie auswirken. Über diese beiden identitätsfördernden Beiträge hinaus berichtet Brigitt von Burg aus der Praxis und stellt den Körperbildskulpturtest als bereichernde Methode für die klinische Tanz- und Bewegungstherapie vor. Zudem blicken wir in dieser Ausgabe mit unserer Europaserie erneut über den deutschsprachigen Tellerrand und erfahren etwas über den Stellenwert körperorientierter Therapien in Skandinavien. Ich wünsche Ihnen beim Lesen interessante Erkenntnisse und aufschlussreiche Tipps für die Praxis! Maren Iman Imran Mitherausgeber „körper-- tanz-- bewegung“ Liebe Leserinnen und Leser,
