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Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
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Die BTD Mitgliederversammlung tagte dieses Jahr vom 23. bis 25. Februar 2018 in Freising bei München im Pallotti Haus. Viele spannende Themen, heiße Diskussionen und Spaß am Abend waren geboten. Wie immer war das Programm auch dieses Mal kompakt. Der Freitag startete mit drei Workshops, die Gelegenheit boten, sich in fachspezifischen Bereichen der tanztherapeutischen Praxis fortzubilden.
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Kongresse & Tagungen 80 körper-- tanz-- bewegung 6. Jg., S. 80-85 (2018) © Ernst Reinhardt Verlag BTD Mitgliederversammlung 2018 D ie BTD Mitgliederversammlung tagte dieses Jahr vom 23. bis 25. Februar 2018 in Freising bei München im Pallotti Haus. Viele spannende Themen, heiße Diskussionen und Spaß am Abend waren geboten. Wie immer war das Programm auch dieses Mal kompakt. Der Freitag startete mit drei Workshops, die Gelegenheit boten, sich in fachspezifischen Bereichen der tanztherapeutischen Praxis fortzubilden. Die Organisation der Veranstaltung hatte die Regionalgruppe München übernommen, die an ihrer traditionellen Tracht, den Dirndln, zu erkennen war. Gemäß dem Motto „Mia san mia“ erhielten am ersten Abend alle Anwesenden eine bewegte Lektion in Bayerisch. Damit es nicht ganz so schwierig wurde, durften beim Ratespiel von typisch bayrischen Redewendungen und Ausdrücken zum Glück Gestik, Mimik und Körpersprache eingesetzt werden. Beim anschließenden Meet & Greet war dann die Zunge schon gelockert für den Austausch untereinander. Den zweiten Tagungstag eröffnete Sohini Chakraborty aus Kalkutta, Indien, mit einem Warm-Up. Mittels Naturbildern inspirierte sie alle, sanft in Bewegung zu kommen. Zum Abschluss ließ sie es sich trotz Zeitknappheit nicht nehmen, jedem einzelnen einen „healing touch“ zu geben. In ihrem nachfolgenden Vortrag stellte sie das Projekt Sanved vor, das sie in Kalkutta leitet. Traumatisierte junge Frauen und Mädchen erhalten mit Hilfe von Tanztherapie wieder Zuversicht und Lebensperspektiven. In Form von öffentlichen Tanz-Sessions bringen sie ihre Erfahrungen in die Gesellschaft und brechen damit das Schweigen über Missbrauch und Gewalterfahrung. Das Besondere an dem Konzept ist, dass ehemalige Opfer tanztherapeutisch ausgebildet werden, um dann selbst mit Traumatisierten zu arbeiten. Spätestens das Sanved-Video machte deutlich, wie viel diese indischen Frauen bewegen, welche Kraft und Lebensmut sie trotz alldem versprühen. Den restlichen Vormittag füllten drei parallele Diskussionsrunden, in denen sich die Mitglieder in Kleingruppen über die Themen Selbständigkeit und Vergütung, die Stellung von studentischen Mitgliedern sowie das Thema Diversity auseinandersetzten. Die Mitgliederversammlung umfasste wie gewohnt den Vorstandsbericht, die Entlastung des Vorstands, einige Neuwahlen und die Abstimmung über die eingereichten Anträge. Am Abend luden die Dirndl, die mit viel Kreativität und Witz für einen heiteren sowie reibungslosen Ablauf der Tagung gesorgt hatten, auf die Tanzfläche. Doch bevor die Party steigen sollte, gab es eine Überraschung. Susanne Bender wurde auf die Bühne gebeten. Für ihr großes, unermüdliches Engagement im und für den BTD und seine Mitglieder wurde sie mit einer kunstvoll geschwungenen Keramikfigur geehrt. Dann durfte sie auf einem symbolischen Thron Platz nehmen, auf dem die Anwesenden sie umtanzten und rote Rosenblätter auf sie regnen ließen. Abb. 1: Im aktuellen Vorstand des BTD (v.l.n.r.): Martina Piff, Christine Bielenberg, Hannah Bracht, Verena Sparn Kongresse & Tagungen 2 | 2018 81 Der Sonntagvormittag war reserviert für die Kontaktpersonen zu unterschiedlichen Organisationen, um ihre Berichte über die nationale und internationale Zusammenarbeit mit dem BTD vorzustellen. Marianne Eberhard-Kaechele machte mit ihrem Bericht erneut deutlich, wie wichtig die Leitlinienforschung ist, um ein Berufsbild zu entwickeln, das wiederum Basis für die politische Verortung der Tanztherapie ist. Martina Piff, 1. Vorsitzende des BTD, berichtete aus Japan und überbrachte eine Einladung des Präsidenten der Japanischen Tanztherapie Assoziation an alle BTD-Mitglieder. Unter dem Titel „Tanzt du noch oder bewegst du dich schon“ stellte Caroline Mitschke ihre Umfrage vor, in der sie den Begriff „Tanztherapie“ unter die Lupe nahm und dessen Aktualität in Frage stellte. Des Weiteren standen Themen wie das Heilpraktikergesetz, Akademisierung, Neuerungen der Qualitätskriterien in Ausbildung und Praxis oder TanztherapeutInnen und Rente auf der Agenda. Den Schlusspunkt der Tagung setzten zwei weitere Workshops, die interessante und wertvolle Erkenntnisse für die praktische Arbeit in Tanztherapie boten. Alles in allem waren die drei Tage abwechslungsreich, informativ und inspirierend. Die nächste Mitgliederversammlung in 2019 ist vom 9. bis 10. Februar in Neudietendorf bei Erfurt geplant. Verena Sparn 20. GBP-Fachtagung Überwältigendes bewältigt E twa 40 BiodynamikerInnen und andere KörperpsychotherapeutInnen waren vom 13. bis 15. Oktober 2017 in die Frankenakademie im Schloss Schney bei Lichtenfels gekommen, um an der 20. Fachtagung der Gesellschaft für Biodynamische Psychologie / Körperpsychotherapie (GBP) teilzunehmen. Sie kamen größtenteils aus Bayern und Baden-Württemberg, aber auch drei Österreicherinnen und die Ehrenpräsidentin Mona Lisa Boyesen aus Kiel waren dabei. Bereits zwei Tage vor der Tagung fand ein 12-stündiger Vorworkshop zur ROMPC-Methode statt, der von Heinz-Günter Andersch Sattler sowie Eva Sattler geleitet wurde. Er war mit 17 TeilnehmerInnen gut besucht und fand eine sehr positive Resonanz. Die ROMPC-Methode wurde vom Coach und Heilpraktiker für Psychotherapie Thomas Weil entwickelt und basiert auf Entkopplungstechniken, die das limbische System beeinflussen. Durch die Möglichkeit der vertieften Selbsterfahrung konnten die TeilnehmerInnen sich von der Wirksamkeit dieser Methode überzeugen. Vor der Tagungseröffnung fand die jährliche Mitgliederversammlung statt. Ein wichtiges Thema war die in Kürze zu Ende gehende wissenschaftliche Studie der GBP zur Wirksamkeit der Biodynamischen Psychotherapie bei Abb. 1: Der neue Vorstand der GBP (v.l.n.r.): Thomas Haudel, Angelika Galli, Petra Vetter, Christine Clouth und Tina Tingelhoff
