körper tanz bewegung
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2195-4909
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/ktb2023.art08d
9_011_2023_2/9_011_2023_2.pdf41
2023
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Fachbeitrag: Subjektive Wirksamkeit der Selbstliebe-EKT-Meditation (S-EKT) bei Prüfungsstress
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2023
Marielena Plat
Friedrich Edelhäuser
Ulrich Weger
Susanna Lübcke
Melanie Neumann
Viele StudentInnen leiden unter Prüfungsstress, welcher z.B. durch Meditation reduziert werden kann. Wenig untersucht wurde bislang die Rolle von Selbstliebe bei der Bewältigung von (Prüfungs-)Stress. Die vorliegende introspektive Studie (Erste-Person-Forschung) untersucht die subjektive Wirksamkeit einer täglichen Anwendung der körperorientierten Selbstliebe-EKT-Meditation (S-EKT) aus der Emotionalkörper-Therapie (EKT) während einer fünfwöchigen stressbelasteten Prüfungsphase. Das durch die DFG geförderte neue Institut für Introspektionsforschung an der Universität Witten/Herdecke (2023) ermöglichte der Erstautorin und Probandin die Schulung introspektiver Kompetenzen. Die Ergebnisse stützen die Forschungsfrage, ob sich durch die S-EKT die subjektiv wahrgenommene Selbstliebe erhöhen und sie sich damit mildernd auf den Prüfungsstress auswirken kann. Weitere Studien sind nötig, um umfassende repräsentative Ergebnisse zu erhalten.
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Fachbeitrag 46 körper-- tanz-- bewegung 11. Jg., S. 46-60 (2023) DOI 10.2378/ ktb2023.art08d © Ernst Reinhardt Verlag Subjektive Wirksamkeit der Selbstliebe-EKT-Meditation (S-EKT) bei Prüfungsstress Eine introspektive Studie zur Emotionalkörper-Therapie (EKT) Marielena Plat, Friedrich Edelhäuser, Ulrich Weger, Susanna Lübcke, Melanie Neumann Viele StudentInnen leiden unter Prüfungsstress, welcher z. B. durch Meditation reduziert werden kann. Wenig untersucht wurde bislang die Rolle von Selbstliebe bei der Bewältigung von (Prüfungs-)Stress. Die vorliegende introspektive Studie (Erste-Person-Forschung) untersucht die subjektive Wirksamkeit einer täglichen Anwendung der körperorientierten Selbstliebe-EKT-Meditation (S-EKT) aus der Emotionalkörper-Therapie (EKT) während einer fünfwöchigen stressbelasteten Prüfungsphase. Das durch die DFG geförderte neue Institut für Introspektionsforschung an der Universität Witten / Herdecke (2023) ermöglichte der Erstautorin und Probandin die Schulung introspektiver Kompetenzen. Die Ergebnisse stützen die Forschungsfrage, ob sich durch die S-EKT die subjektiv wahrgenommene Selbstliebe erhöhen und sie sich damit mildernd auf den Prüfungsstress auswirken kann. Weitere Studien sind nötig, um umfassende repräsentative Ergebnisse zu erhalten. Schlüsselbegriffe Prüfungsstress, Emotionalkörper-Therapie (EKT), Selbstliebe, Selbstmitgefühl, Selbstfürsorge, Meditation, Introspektionsforschung Subjective Efficacy of a Meditation for Self-Love in the Case of Exam Stress. An Introspective Study of Emotional Body Healing (EBH) Many students suffer from exam stress, which can, however, be reduced through body-oriented interventions and meditation. Little research has been carried out to date on the role of self-love in coping with stress. The present introspective study (first-person-research) examines the subjective effectiveness of a daily application of body-oriented Self-love-EBH-Meditation (S-EBH) from Emotional Body Healing (EBH) during a five-week stressful examination phase. The new Institute for Introspection Research at Witten / Herdecke University (2023), funded by the DFG (German Research Association), enabled the first author and test subject to train introspective skills. The results support the research question if S-EBH may increase self-love and thus might have a mitigating effect on exam stress. Further studies are needed to gather representative results. Key words examination-stress, self-love, self-compassion, self-care, meditation, Emotional-Body Healing (EBH), introspection research Emotionalkörper-Therapie bei Prüfungsstress 47 2 | 2023 P rüfungsstress stellt für viele SchülerInnen und StudentInnen eine starke psychische Belastung dar. Im Jahr 2015 wurde in der PISA-Studie, zusätzlich zu den kognitiven Leistungen, auch das Wohlbefinden der SchülerInnen in den 36 OECD-Mitgliedsstaaten untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass im internationalen Durchschnitt 55,5 Prozent der SchülerInnen trotz guter Vorbereitung unter Prüfungsstress leiden sowie 66 Prozent häufig von Sorgen betroffen sind, schlechte Noten zu bekommen (OECD 2017). Prüfungsstress hat aber nicht nur einen direkten negativen Einfluss auf die Prüfungsergebnisse (Barrows et al. 2013), sondern schwächt zusätzlich auf physiologischer Ebene das Immunsystem (Maydych et al. 2017). Auf psychologischer Ebene wirkt Prüfungsstress hemmend auf die Selbstregulation und Selbstfürsorge (Oaten / Cheng 2005). Wenn das Selbstwertgefühl stark von der akademischen Leistung abhängig ist, besteht die Gefahr für einen Burn-out (Dahlin et al. 2007). In einer quantitativen Studie aus dem Jahr 2012 konnten Singh et al. einen signifikanten Anstieg von Angst- und Depressionswerten kurz vor der mündlichen Prüfung feststellen, und laut den Ergebnissen einer kanadischen Studie von Mushquash und Grassia (2021) wurde das Auftreten depressiver Symptome bei StudentInnen durch den COVID-19-bedingten Stress signifikant verstärkt. Vor dem Hintergrund dieser Problematik ist es das Ziel der vorliegenden Untersuchung, eine Möglichkeit zur Reduktion von Prüfungsstress phänomenologisch zu untersuchen; und zwar eine Selbstliebe-Meditation basierend auf der Emotionalkörper-Therapie (EKT). In dieser qualitativ-introspektiven Studie wird der Forschungsfrage nachgegangen, ob die regelmäßige Anwendung dieser Meditation Prüfungsstress reduzieren kann. In vorliegendem Artikel wurde zugunsten der Einheitlichkeit der Begriff Prüfungsstress gewählt, da Stress und Angst auf physiologischer Ebene nahezu den gleichen Prozessen unterliegen (Hüther 2012). Zudem werden die Begriffe Prüfungsangst und Prüfungsstress in den dazugehörigen Studien häufig synonym verwendet (Putwain et al. 2010). Theoretischer und empirischer Hintergrund Stress und Stressbewältigung Wenn ein Mensch zu viel Stress und Desorganisation erlebt, kann dies dazu führen, dass er immer weniger emotionale und körperliche Empfindungen zulässt (Bräuninger 2018). Das Wahrnehmen und Befriedigen wichtiger Bedürfnisse gerät dadurch immer mehr in den Hintergrund, gerade auch in Prüfungsphasen. Um möglichst viel Zeit für die Prüfungsvorbereitung zu haben, werden häufig auch Hobbys eingestellt und soziale Kontakte reduziert. Somit fallen wichtige Ressourcen zur Kompensation weg, was wiederum das Auftreten von Stress begünstigt. Für ein besseres Verständnis davon, wie Prüfungsstress entsteht, werden nachfolgend die Stresstheorie von Lazarus im Zusammenhang mit dem Verstärker-Verlust- Modell von Lewinsohn kurz vorgestellt. Nach Lazarus ergibt sich psychologischer Stress aus der individuellen Beziehung der Person mit seiner Umgebung, welche er / sie entweder als bereichernd oder beanspruchend für seine / ihre Ressourcen bewertet. Abhängig von der Bewertung sieht der Mensch sein Wohlbefinden also entweder begünstigt oder gefährdet (Lazarus / Folkman 1984, 19 ff ). Die Bewertung von stressauslösenden Situationen wird unter anderem von „Beliefs“ (Glaubenssätzen) beeinflusst (Lazarus / Folkman 1984, 63 ff ). Wenn man überzeugt davon ist, all seinen Anforderungen gerecht werden zu können (positiver Glaubenssatz), wirkt sich dies mildernd auf den psychologischen Stress aus. Fallen jedoch wichtige Ressourcen wie z. B. Hobbys oder Bezugspersonen weg, begünstigt dies das Auftreten von negativen Glaubenssätzen 48 Plat, Edelhäuser, Weger, Lübcke, Neumann 2 | 2023 und Gedankenspiralen (Lewinsohn 1975) und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit für eine negative Bewertung einer stressauslösenden Situation. Um wieder den Weg zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen zu finden, kann es hilfreich sein, die bewusste Wahrnehmung des Körpers und des Atems zu nutzen. So erläutern von der Embse et al. (2013), dass neben dem Training akademischer Fähigkeiten sowie kognitiv- und verhaltenstherapeutischen Interventionen auch Biofeedback-Interventionen den Prüfungsstress signifikant reduzieren können. Letztere nutzen externe Messgeräte (z. B. EEG), um physiologische Prozesse wahrnehmbar zu machen und sie entsprechend zu modifizieren. Aktuelle Studien belegen ebenfalls signifikante Verringerungen von Prüfungsstress bei StudentInnen durch achtsamkeitsbasierte Entspannungstechniken (Lothes et al. 2021; Vidic / Cherup 2019) und durch Meditation (Chambers et al. 2016). Einen stresslindernden Effekt durch Meditation konnten auch Fredrickson et al. mit ihren Studien zur Loving- Kindness-Meditation (LKM) feststellen (Fredrickson et al. 2008, 2017). Wie die Selbstliebe- EKT-Meditation (S-EKT; Details siehe unten) bietet die LKM eine Möglichkeit, durch das Annehmen aller Gefühle und Gedanken zu entspannen sowie sich selbst bewusst positive Gefühle zu vermitteln (Vimalaramsi 2006). Das Forschungsteam um Barbara Fredrickson untersuchte nicht nur die Auswirkungen von Meditation und positiven Gefühlen (Le Nguyen et al. 2019; Van Cappellen et al. 2021), sondern Fredrickson wirft in ihrem Buch „Die Macht der Liebe“ (2014) einen „neuen Blick auf das größte Gefühl“. Dabei kommt sie u. a. zu dem Schluss, dass Selbstliebe „eine wichtige Grundlage für alle anderen Formen der Liebe“ (S. 151) darstellt und somit unerlässlich für unser Wohlbefinden ist. Selbstliebe Das biblische Gebot der Nächstenliebe „Und liebe deine Mitmenschen wie dich selbst“ (Bock 2014, 81) ist in der Vergangenheit häufig missverstanden worden. Dass es sich bei dem Ausspruch um ein Doppelgebot handelt, wurde zumeist vergessen, und eine selbstverneinende Nächstenliebe wurde angestrebt. Zusätzlich können traumatische Kindheitserfahrungen sowie die ausgeprägte Leistungsorientierung im Bildungssystem und später auf dem Arbeitsmarkt bei vielen Menschen zu einem Optimierungswahn bis hin zu Gefühlen wie z. B. Minderwertigkeit, Scham, Selbstkritik und Selbsthass führen (Kornfield 2008). Neben den o. g. Hinweisen von Fredrickson (2014; Fredrickson et al. 2008, 2017) zur Selbstliebe im Rahmen der Wissenschaft taucht seit einigen Jahren die Selbstliebe vermehrt in der Populärliteratur auf. War es in den 1950er Jahren noch revolutionär, als der bekannte Psychoanalytiker Erich Fromm die Selbstliebe als Grundlage für die nach außen gerichtete Liebe beschrieb (Fromm / Funk 2006), so weisen heute zahlreiche TherapeutInnen der Implementierung von Selbstliebe eine bedeutende Rolle auf dem Weg der Selbstheilung zu (z. B. Kornfield 2008; Tischinger 2017). Des Weiteren soll die Selbstliebe nicht nur die Bedingung für erfüllte Partnerschaften darstellen (Zurhorst 2009), sondern auch Wachstum, Lernen und Entwicklung fördern (Rockwell 2019). Selbstliebe wird in diesem Zusammenhang nicht als Selbstverliebtheit, Egoismus oder Narzissmus verstanden, sondern wird hier in einem rein positiven Sinn gemäß der folgenden Definition verwendet: Selbstliebe bedeutet das Fühlen und Erkennen der eigenen Liebenswürdigkeit und eine damit verbundene bedingungslose Selbstannahme. Selbstmitgefühl, Selbstfürsorge und Selbstachtung können demnach als tragende Elemente von Selbstliebe verstanden werden. Während Selbstliebe bis dato noch sehr selten Bestandteil wissenschaftlicher Studien Emotionalkörper-Therapie bei Prüfungsstress 49 2 | 2023 gewesen ist, gibt es zahlreiche Studien zum Selbstmitgefühl (z. B. von Neff et al. 2007, 2018, 2020). Ein kleiner Einblick in drei für diesen Artikel relevante Studien wird im Folgenden gegeben. In einer Studie von Neff et al. (2020) konnten die positiven Auswirkungen eines Selbstmitgefühl-basierten Programms für medizinisches Fachpersonal nachgewiesen werden. Ein hohes Selbstmitgefühl soll demnach nicht nur das psychologische Wohlbefinden erhöhen, sondern auch das Risiko für einen Burnout und sekundäre Traumatisierung reduzieren. In einer Studie mit 621 PsychologiestudentInnen konnten Neff et al. (2018) einen Zusammenhang zwischen Selbstmitgefühl und reduzierten Bedenken zur akademischen Selbstdarstellung nachweisen. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Selbstmitgefühl die Resilienz von StudentInnen in mündlichen Lehr- und Prüfungssituationen fördern kann. In einer Studie von Allen und Leary (2010) wird das Selbstmitgefühl als wertvolle Ressource zur Bewältigung von negativen Lebensereignissen beschrieben, da selbstmitfühlende Menschen weniger dazu neigen, negative Situationen zu katastrophisieren. Allgemein lässt sich sagen, dass Forschungen zum Selbstmitgefühl vielversprechende Effekte auf die Stressreduktion und das psychologische Wohlbefinden zeigen und Selbstmitgefühl somit eine wichtige Komponente der Selbstliebe darstellt. Emotionalkörper-Therapie (EKT) Die EKT ist eine vor ca. 30 Jahren entwickelte körper-, emotions- und ressourcenorientierte Therapieform (Luebcke 2010; Lübcke / Söller 2019; Söller / Lübcke 2009). Sie verfügt über einen strukturierten und leicht verständlichen Ablauf, innerhalb dessen die KlientInnen volle Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit besitzen und die TherapeutInnen vielmehr begleiten. Die Entwicklerinnen Susanna Lübcke (Ärztin) und Anne Söller (Physiotherapeutin) beschreiben die EKT als eine „sanfte Heilmethode, die uns helfen kann, verdrängten Gefühlen, seelischen Blockaden und körperlichen Beschwerden in Liebe nahezukommen“ (Lübcke / Söller 2019, 20). Durch das begleitete Wahr- und Annehmen sowie die Annahme aller Gefühle (positiv und negativ) oder körperlicher Beschwerden können die Selbstheilungskräfte aktiviert und somit emotionale sowie körperliche Beschwerden integriert und transformiert werden (Söller / Lübcke 2009; Luebcke 2010; Lübcke / Söller 2019). Dazu begibt sich die KlientIn während einer EKT-Begleitung auf eine Reise in das eigene Innenleben (Luebcke 2010; Lübcke / Söller 2019; Söller/ Lübcke 2009). Über eine Atementspannung gelangt der Körper in einen tiefen, regenerativen Entspannungszustand, in welchem die KlientInnen die Wahrnehmung auf den eigenen Körper richten. Dann beginnt eine Art Kommunikation darüber, was im aktuellen Moment in dem Klienten / in der Klientin vorgeht. Gefühle und körperliche Empfindungen werden auf konkrete, auch verbale Art begrüßt, wertgeschätzt und angenommen. Tieferliegende Gefühle können ins Bewusstsein geholt und somit integriert werden (Luebcke 2010; Lübcke / Söller 2019; Söller/ Lübcke 2009). Viele Antworten auf die Fragen, die einen bewegen, kommen intuitiv aus dem Inneren, und KlientInnen können während einer EKT erfahren, dass sie sich keinem Gefühl ohnmächtig ausgeliefert fühlen müssen (Luebcke 2010; Lübcke / Söller 2019; Söller/ Lübcke 2009). Ihre praktische Fundierung erhält die EKT zum einen aus den langjährigen Erfahrungen der Entwicklerinnen auf Basis der therapeutischen Praxis mit Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen (Luebcke 2010; Lübcke / Söller 2019; Söller/ Lübcke 2009). Eine umfängliche Einbettung der EKT in psychologische und psychotherapeutische Forschung sowie zwei Fallbeispiele von EKT-Begleitungen sind bei Neumann (2022) nachzulesen. Die EKT kann therapeutisch mithilfe der Begleitung von EKT- 50 Plat, Edelhäuser, Weger, Lübcke, Neumann 2 | 2023 TherapeutInnen genutzt werden oder in der therapeutischen Selbstanwendung sowie in der Meditation (als mp3, angeleitet oder selbst angeleitet) erfahren werden. Herleitung der Studie und Forschungsfrage Viele StudentInnen leiden unter den physiologischen und psychologischen Auswirkungen von Prüfungsstress. Körperorientierte Interventionen, Achtsamkeit und Meditation weisen einen stressreduzierenden Effekt auf, der bis dato wenig untersucht wurde, insbesondere die Rolle von Selbstliebe bei der Stressbewältigung. Der aktuelle Stand der Forschung zum Selbstmitgefühl bietet jedoch Hinweise darauf, dass sich auch eine erhöhte Selbstliebe mildernd auf den Prüfungsstress auswirken kann. Die Selbstliebe-EKT-Meditation (S-EKT) verbindet all die o. g. Aspekte, und somit lautet die Forschungsfrage der vorliegenden Studie, ob sich Selbstliebe durch die S-EKT erhöhen und mildernd auf den Prüfungsstress auswirken kann. Um die subjektive Wirksamkeit einer Selbstliebemeditation- - wie die S-EKT- - erstmals phänomenologisch zu erfassen, wurde ein exploratives Design in Form der introspektiven Erste-Person-Forschung (detaillierte Begründung der Methodik siehe unten) gewählt. Dieses erlebnisbasierte Vorgehen kann neue und feinere Facetten aufzeigen und damit zu einem tieferen und reichhaltigeren Empfinden beitragen (Bitbol/ Petitmengin 2017; Lumma / Weger 2022; Sparby 2022). Methode Die Selbstliebe-EKT-Meditation (S-EKT) Die S-EKT wurde von der Ko-Autorin Neumann im Rahmen persönlicher Erfahrungen mit dem Ziel entwickelt, in eine liebevolle innere Kommunikation mit sich selbst zu kommen. Dazu setzte sie ihren Vornamen „Melanie“ jeweils vor die vier Schritte der EKT und testete diese Art der Meditation einige Monate lang, u. a. mit dem Ergebnis einer erhöhten Selbstliebe (Details zu praktischen Erfahrungen siehe Neumann 2021). Auf Basis dieser ersten Erfahrungen wurde die Forschungsfrage für die vorliegende introspektive Studie aufgestellt, ob sich die tägliche Anwendung von S-EKT auch mildernd auf Prüfungsstress auswirken kann. Während der Forschungsphase hörte sich die Erstautorin und Probandin täglich eine individualisierte Version der S-EKT als mp3-Audiodatei an, die von der Ko-Autorin Lübcke erstellt wurde. Der Ablauf der EKT-Meditationen sowie auch der S-EKT entspricht dem therapeutischen Ablauf der EKT (Luebcke 2010; Lübcke / Söller 2019; Söller/ Lübcke 2009). So wurde zu Beginn der Meditations-Aufnahme eine Atementspannung angeleitet. Dann folgte-- auf Wunsch der Erstautorin und Probandin-- zusätzlich ein Bodyscan, bei welchem, beginnend bei den Füßen, Dankbarkeitsgefühle durch den Körper bis hin zum Kopf „geschickt“ wurden. Nachdem die Erstautorin und Probandin in einem entspannten Wachzustand war, hatte sie einige Zeit, um sich in ihrer Vorstellung mit einer Kraftquelle zu verbinden. Anschließend bat die Erstautorin und Probandin-- laut ausgesprochen-- um „Hilfe und Unterstützung“ und begann mit den Schritten, wie sie auch in der therapeutischen Form der EKT durchgeführt werden. Dazu sprach sie folgende Sätze laut nach, wobei sie dazwischen ausreichend Zeit zum körperlichen und emotionalen Erleben und Fühlen erhielt: 1. Begrüßen: „Marielena, ich begrüße dich“ 2. Spüren: „Marielena, ich spüre dich“ 3. Danken: „Marielena, ich danke dir“ 4. Lieben: „Marielena, ich liebe dich“ 5. Befragen: „Marielena, kann ich etwas für dich tun? “ Im Anschluss an diese fünf Schritte blieb der Erstautorin wiederum ausreichend Zeit (ca. 2 min.), sich ihre Bedürfnisse und Wünsche Emotionalkörper-Therapie bei Prüfungsstress 51 2 | 2023 in der Vorstellung zu erfüllen (Ergebnis von Schritt 5) und sich danach abschließend zu bedanken. Der detaillierte Wortlaut der S-EKT befindet sich im Anhang 1 (alle Anhänge finden Sie bei der Online-Version dieses Artikels unter https: / / www.reinhardt-journals.de/ index.php/ ktb/ issue/ archive). Introspektionsforschung: Nutzen und Einschränkungen Die Introspektion ist eine qualitative Forschungsmethode, deren Fokus nicht auf der Identifikation und Darstellung von äußeren Kausalitäten und / oder der Überprüfung von Hypothesen liegt (Weger / Herbig 2019). Durch die Beschreibung des lateinischen Wortes „introspectus“ (Hineinsehen) wird ersichtlich, dass es stattdessen vielmehr um das Erforschen und Entdecken innerer Vorgänge und Erlebnisprozesse geht. Um Einblicke in das eigene Innenleben und die persönliche Gefühlswelt zu erlangen, muss ein Perspektivwechsel von der Dritte-Person-Forschung zur Erste-Person-Forschung stattfinden. Erst dieser Wechsel ermöglicht, Erkenntnisse über das verborgene Selbst aufzudecken, welche durch externe Beobachtung von Verhaltenskorrelaten nicht zu erfassen sind (Weger / Wagemann 2015b). Die Introspektion bietet sich besonders für die Explorationsphase eines Phänomens an, wenn die empirische Basis der Daten noch schwach ist (Weger / Herbig 2021). Bevor eine kostspielige und aufwändige quantitative Untersuchung geplant wird, ist es für das Forschungsteam von Vorteil, das zu untersuchende Phänomen zunächst einmal introspektiv kennenzulernen und genau zu erfassen. Dies gilt insbesondere für psychologische Phänomene, die schwer über Verhaltenskorrelate zu erfassen sind, wie z. B. Erfahrungsqualitäten von Ehrfurcht und Staunen (Weger/ Wagemann 2021), das Selbst (Weger / Herbig 2021) und Gedankenwandern (Weger et al. 2018). Durch eine methodische Kultivierung und Schulung der Selbstbeobachtungsfähigkeiten können solche Phänomene in der inneren Erfahrung genauso prägnant und greifbar werden wie äußere, sinnliche Erfahrungen (Weger / Wagemann 2015b). Demnach werden durch erstpersonales Forschen Ergebnisse geliefert, die auch für die empirische und experimentelle Forschung von Bedeutung sind (Bitbol/ Petitmengin 2017). Die kontrollierten Bedingungen bestehen bei der Introspektion unter anderem aus einer entsprechenden Schulung der Selbstbeobachtungsfähigkeit (Weger / Wagemann 2015a) und einem ausführlichen Untersuchungsplan mit einer genauen Beschreibung der Methode inklusive einer Anleitung. Der Introspektion wurde in der Vergangenheit eine unzureichende Reliabilität zugeschrieben. Für die Sicherung des Reliabilitätskriteriums soll eine systematische Dokumentation der Selbstbeobachtung durch Verschriftlichungen oder Vertonungen stattfinden. Zudem soll die introspektive Erhebung zeitlich von der Analyse getrennt sein (Burkart 1999; Kleining 1999). Dieses Vorgehen ermöglicht es Dritten, die Ergebnisse im Eigenversuch zu replizieren und dient als wichtiges Korrektiv und Orientierungshilfe für das Forschungsteam (Weger / Wagemann 2015b). Um mögliche Verzerrungen durch beispielsweise Urteilsheuristiken (Hawthorne- / Beobachtereffekt) gering zu halten, wird empfohlen, die eigene Agenda bei der Durchführung der Studie kritisch zu hinterfragen, sich im Selbstversuch zu erproben und mit KollegInnen über Beobachtungen auszutauschen sowie mit multiplen Forschungsfragen zu arbeiten (Weger / Wagemann 2015a). Die in diesem Abschnitt beschriebenen methodischen Anforderungen an eine introspektive Studie wurden entsprechend berücksichtigt und von der Erstautorin in Zusammenarbeit mit den KoautorInnen regelmäßig überprüft. Datenerhebung Die introspektive Datenerhebung mithilfe der täglichen Anwendung der S-EKT fand an 34-Tagen 52 Plat, Edelhäuser, Weger, Lübcke, Neumann 2 | 2023 im Zeitraum vom 25. Februar bis zum 30. März 2021 statt. In dieser Zeit befand sich die Erstautorin in einer intensiven und sehr stressreichen Prüfungsphase, wo sie sich, neben einem Bewerbungsgespräch und ihrem Job als studentische Hilfskraft, täglich sechs bis acht Stunden für eine mündliche Prüfung vorbereitete. Die Prüfung stellt im Masterstudium Psychologie an der Universität Witten / Herdecke eine sehr relevante Abschlussprüfung dar und ist in den abgefragten Inhalten äquivalent zur psychotherapeutischen Approbationsprüfung. Das durch die DFG geförderte neue Institut für Introspektionsforschung an der Universität Witten / Herdecke (2023) ermöglichte der Erstautorin die Schulung introspektiver Kompetenzen. Um möglichst wenig Beeinflussung auf die Wahrnehmung der subjektiven Wirksamkeit der S-EKT zu haben, fand die Auseinandersetzung der Erstautorin mit den theoretischen Grundlagen der EKT und S-EKT erst nach der Datenerhebung statt. Allerdings erhielt die Erstautorin zuvor eine von der Letztautorin angeleitete Schulung über insgesamt ca. 4-5 Stunden zur Durchführung und praktischen Handhabung der S-EKT. Eine solche Vorbereitung wird in vielen Meditationstrainings, wie z. B. der Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR), eingesetzt. Schließlich bedarf es speziell bei der Introspektionsforschung auch deswegen einer vorbereitenden Schulung, um die Offenheit des Forschenden zu gewährleisten, sowie die Fähigkeit, die eigene Psyche und Veränderungen im Erleben wahrnehmen zu können (Weger/ Wagemann 2015b; Kleining 1999). Messinstrumente Die Erstautorin gab vor und nach der S-EKT auf drei Skalen (mit einer Range von 1 bis 9) ihr Stress-, Belastungs- und Vitalitätsniveau an: 1. Stress-Skala: 1 = sehr entspannt bis 9 = sehr gestresst 2. Belastungsskala: 1= kaum belastet bis 9= stark belastet 3. Vitalitätsskala: 1 = sehr schlapp, müde bis 9 = sehr vital, wach. Das Stressniveau bezog sich für die Erstautorin und Probandin auf subjektiv wahrgenommene physiologische Prozesse und Empfindungen. Die Belastungsskala fokussierte auf kognitive Prozesse (z. B. Sorgen, Erwartungserfüllung), und die Vitalitätsskala bezog sich vor allem auf ihren Geisteszustand, z. B. Wachheit, Präsenz. Die Skalierung von 1 bis 9 ermöglicht die Angabe eines neutralen, mittleren Zustands bei 5. Zusätzlich protokollierte die Erstautorin als Freitext nach jeder S-EKT auf einem Selbstbeobachtungsbogen, was sie während sowie nach der Meditation erlebt und wahrgenommen hatte und wie sich die meditative Praxis auf ihre Prüfungsvorbereitung auswirkte. Weitere Details zu den Skalen und dem Selbstbeobachtungsbogen sind dem Anhang 3 zu entnehmen. Datenanalyse Nach Abschluss der Datenerhebung wurden die Selbstbeobachtungsbögen mittels des Verfahrens der Interpretativen Phänomenologischen Analyse (IPA) (Smith / Osborn 2008) ausgewertet. Die IPA ist eine qualitative Forschungsmethode mit dem Ziel, das Erleben eines Phänomens in idiographischer Weise zu untersuchen. Dabei steht die Exploration des subjektiven Erlebens im Vordergrund und nicht die Prüfung von zuvor theoretisch hergeleiteten Hypothesen. Die Datenanalyse erfolgte entsprechend nach dem Bottom-Up-Prinzip, bei welchem die täglichen Selbstbeobachtungsbögen in einem ersten Durchlauf systematisch aufgearbeitet und wesentliche Inhalte markiert wurden. Markierte Passagen wurden stichpunktartig am Rand des Textes kommentiert (Codierung). Im Verlauf der Analyse wurden die Codierungen nach ihrer Auftretenshäufig- Emotionalkörper-Therapie bei Prüfungsstress 53 2 | 2023 keit chronologisch katalogisiert und anschließend nach gemeinsamen Themen durchsucht. Es entstanden erste Gruppierungen (Themencluster) durch einen thematischen Zusammenhang und durch die Auftretenshäufigkeit. Die einzelnen Themencluster wurden wiederum zu übergeordneten Themen zusammengefasst und mit den entsprechenden Textpassagen in eine Tabelle eingefügt (siehe Anhang 3). Aus den Rohwerten der oben genannten Skalen wurden mit der Statistiksoftware IBM SPSS Statistics (Version 27, 2020) die Mittelwerte für den Prä-Post-Vergleich berechnet sowie deren Differenz auf Signifikanz überprüft (siehe Tabelle 1 und 2 im Anhang). Ergebnisse Die Inhalte der Beobachtungsbögen ließen sich mittels IPA fünf übergeordneten Themen zuordnen: sofortige Entspannung und Stressreduktion, zuversichtliche Zukunftsperspektive, Zunahme an Selbstliebe und Selbstfürsorge, Verbundenheit und Dankbarkeit, Körperwahrnehmungen und Müdigkeit sowie weitere nachhaltige Effekte. Die Zitate entstammen den Freitext-Protokollen der Erstautorin und Probandin. Sofortige Entspannung und Stressreduktion Die am häufigsten genannte Beobachtung war die sofortige Wahrnehmung von Ruhe und Entspannung, welche unmittelbar durch die S-EKT eintrat (27-mal) und darüber hinaus für mehrere Stunden anhielt („Jetzt nach der Meditation fühle ich mich viel entspannter und zuversichtlicher“). Dabei wird die empfundene Ruhe und Entspannung häufig (9-mal) in Verbindung mit dem Atem gebracht („Die vorherige flache Atmung breitete sich dann im ganzen Körper aus und brachte Ruhe und Entspannung mit sich.“). Während der S-EKT beruhigten sich der Atem (23-mal) und der Herzschlag (16-mal). Die Auswertung der Stress-Skala ergab einen durchschnittlichen Wert von M = 6,09 für das empfundene Stressniveau vor der S-EKT und einen durchschnittlichen Wert von M = 4,33 nach der S-EKT. An 14 Tagen protokollierte die Erstautorin eine klare, strukturierte Konzentration nach der Meditation („Mein Geist hat sich plötzlich heller und klarer angefühlt“, „Mein Denken ist strukturiert und präsent“). Diese „geistige Klarheit“ nahm die Autorin auch an einem Tag wahr, an dem sie sich auf körperlicher Ebene sehr müde fühlte. An sieben Tagen protokollierte die Autorin eine gute Konzentration während der Prüfungsvorbereitung. Zuversichtliche Zukunftsperspektive Auf der psychischen Ebene wurde als Folge der S-EKT häufig von einer zuversichtlichen und vertrauensvollen Einstellung bezüglich der Zukunft berichtet (25-mal): „Ich fühle mich etwas zuversichtlicher, weil ich mich in der Meditation daran erinnert habe, was ich auf meinem Weg alles schon geschafft habe, und dass auch in vermeintlichen Fehlern und Versagen unverhofftes Gutes steckt.“ Insbesondere in Bezug auf die erfolgreiche Bewältigung von zukünftigen Aufgaben spielte die S-EKT immer wieder eine bestärkende Rolle: „Die Meditation hilft mir in der Hinsicht, dass ich zuversichtlich und selbstbewusst bin, die Broschüre noch fertig zu bekommen.“ In acht Einträgen wird betont, dass die bevorstehende Prüfung bewältigbar erscheint („Es gab (…) kein Zweifeln an der Prüfungsvorbereitung oder dass es nicht funktionieren könnte, ich habe mich dagegen entschieden, dass ich jetzt am Abend noch etwas für die Prüfung mache, da ich Vertrauen habe, dass ich morgen schon gut bestehen werde“), und das, obwohl die subjektiv wahrgenommene Belastung der Belastungsskala vor der Meditation im Durchschnitt bei 7,29 lag. Nach der Meditation lag sie bei durchschnittlich 5,52. Die zuversichtliche Zukunftsperspektive ergab sich häufig (7-mal) dadurch, dass die 54 Plat, Edelhäuser, Weger, Lübcke, Neumann 2 | 2023 Erstautorin negative Gedankenspiralen durch die S-EKT schneller erkannte und unterbrechen konnte: „Wenn sich Denkfehler anbahnen (…) oder ich ängstlich werde, wird mir das sehr schnell bewusst, und ich kann dem aktiv einen positiven Gedanken entgegensetzen.“ Des Weiteren konnten negative Gedanken in der S-EKT umgewandelt werden: „Das Sorgenkreisen und das Selbstmitleid bzw. der Problemfokus hat aufgehört. Mir wurde warm, und auch meine Sorgen (…) verwandelten sich in Vertrauen und Vorfreude.“ Zunahme an Selbstliebe und Selbstfürsorge An insgesamt 20 Tagen dokumentierte die Erstautorin direkte positive Einflüsse der S-EKT auf die Beziehung zu sich selbst und einen erhöhten Fokus auf die Selbstfürsorge als tragendes Element der Selbstliebe (siehe Definition oben): „Ich war am Ende der Meditation sehr dankbar für die Zeit, die ich mir für mich genommen habe, und auch, dass ich mir heute einen Pausentag gönne und in dieser Lernzeit versuche, so fürsorglich wie möglich mit mir umzugehen.“ Die positiven Einflüsse auf die Beziehung zu sich selbst äußerten sich durch ein erhöhtes Selbstmitgefühl („Selbst wenn ich etwas nicht verstehe, mache ich mir keine Vorwürfe, sondern sehe diese Herausforderung als mir zugehörig und kann sie gut akzeptieren“), dem Wegfallen von „inneren, kritischen Stimmen“ („Bei all diesen schweren Fragen und Belastungen habe ich das Gefühl, mitfühlend mit mir selbst zu sein, und habe lange nicht mehr diese strengen Stimmen gehört, die ich sonst so kenne“) und von verringerten Selbstzweifeln („Heute Mittag habe ich mit A. noch darüber gesprochen, dass ich keine Selbstzweifel mehr seit Beginn der Meditationspraxis hatte“). Im vierten Schritt war es der Erstautorin möglich, ihr Bedürfnis nach Natur, Abenteuer, sozialen Kontakten o. ä. in der Vorstellung zu befriedigen, was sie immer wieder als sehr wohltuend beschrieb (16-mal). Neben der Selbstfürsorge und dem Selbstmitgefühl als zwei tragende Elemente der Selbstliebe konnte die Erstautorin und Probandin insofern eine verbesserte Liebenswürdigkeit für sich selbst feststellen, dass sie sich innerlich „weicher“ im Annehmen ihrer Schwächen fühlte. Verbundenheit und Dankbarkeit In 14 Einträgen berichtet die Erstautorin, dass sie sich durch die S-EKT stärker verbunden fühlte. Diese Verbundenheitsgefühle beziehen sich auf die Beziehung zu sich selbst („Egal (…) welche Herausforderungen ich gerade zu bestehen habe, ich habe das Gefühl, mit mir selbst verbunden zu sein“), zur Natur und dem Kosmos („ … was mir ein Gefühl der Verbundenheit mit dem Kosmos und der Natur gab“) sowie zu ihrem soziales Umfeld („Ich habe mich eingebunden und gehalten gefühlt in einem Netz aus Liebe“). Wie im vorangegangenen Zitat ersichtlich, traten die Verbundenheitsgefühle in der S-EKT häufig kombiniert auf mit Dankbarkeitsgefühlen (7-mal) und dem Gefühl, getragen zu werden (7-mal) („Ich habe Dankbarkeit für (…) viele andere Menschen empfunden, von dessen sozialem Netz ich mitgetragen werde.“). Des Weiteren bezog sich die empfundene Dankbarkeit auf den eigenen Körper („Ich habe mich dankbar für meinen Körper gefühlt, der meiner Seele ein Zuhause in dieser Welt gibt“) und ermöglichte einen positiven Perspektivwechsel („Die Dankbarkeit-- einmal für mich selbst und dann für all die Hilfe- - hat mich aus meiner Bitterkeit herausgeholt. Da, wo man Dankbarkeit empfindet, kommt man aus der Starre der Opferhaltung heraus“). Körperwahrnehmungen und Müdigkeit 17-mal protokollierte die Erstautorin, dass sie sich durch die abgefallene Anspannung plötzlich müde fühlte („Nach der Meditation hätte ich am liebsten weitergeschlafen“). Dieser Effekt wurde an fünf Tagen dadurch verstärkt, Emotionalkörper-Therapie bei Prüfungsstress 55 2 | 2023 dass sie spät am Abend meditierte. Das angegebene Vitalitätsniveau betrug vor der S-EKT durchschnittlich M = 4,82 und nach der S-EKT M = 4,12. An 22 Tagen berichtete die Erstautorin, dass sie durch die S-EKT warme Füße und / oder warme Hände bekommen hat, an fünf Tagen nahm sie plötzlich Hungergefühle während der S-EKT wahr, und an einem Tag verspürte sie eine Linderung der Menstruationsschmerzen durch die S-EKT („Die Krämpfe haben sich während der S-EKT gebessert“). Ergänzende statistische Auswertungen Die Differenz zwischen den Mittelwerten der Stress-, Belastungs- und Vitalitätsskala im Prä-Post-Vergleich wurde mit Hilfe des Vorzeichentests auf Signifikanz überprüft. Daraus ergab sich bei einem 95 %-Konfidenzniveau eine statistisch signifikante Reduktion von Stress (p = 0,00) und Belastung (p = 0,00), aber kein signifikanter Anstieg der Vitalität (p = 0,69) (siehe Tabelle 1 und 2 im Anhang). Weitere nachhaltige Effekte der S-EKT In Ergänzung zu den o. g. Ergebnisse zeigen die introspektiven Beobachtungen der Erstautorin, dass sich die S-EKT vor allem in extremen Stresssituationen als effektiv erwies. So konnte sie sich vor ihrem Vorstellungsgespräch und ihrer mündlichen Prüfung durch die S-EKT beruhigen und zuversichtlich stimmen („Jetzt fühle ich mich zwar ein bisschen aufgeregt, aber fast freudig erregt, nicht groß gestresst oder angespannt, sondern zuversichtlich, dass ich gut vorbereitet bin und die Prüfung gut laufen wird“) und beides erfolgreich bewältigen. Des Weiteren hatte die Erstautorin den Eindruck, dass die S-EKT präventiv einer nahenden Depression, bedingt durch die Isolation und fehlenden Ressourcen infolge des COVID-19- Lockdowns sowie dem Prüfungsstress, entgegenwirkte. Im subjektiven Erleben der Erstautorin hatte die S-EKT einen besonders positiven Einfluss auf die Beziehung zu sich selbst sowie auf das schnellere Erkennen und Durchbrechen von negativen Gedankenspiralen durch eine innere Verbundenheit, da diese Effekte über den Datenerhebungszeitraum hinaus anhielten. Noch heute ermöglichen sie ihr, auch ohne die tägliche Anwendung der S-EKT, auf Herausforderungen mit Zuversicht zu reagieren und in belastenden Situationen Selbstmitgefühl aufzubringen. Diskussion Die IPA konnte zeigen, dass die S-EKT bei der Erstautorin und Probandin zu einer sofortigen Entspannung und Stressreduktion in der stressigen und belastenden Prüfungsphase führte. Die Erstautorin fühlte sich durch die S-EKT zuversichtlich bezüglich der Zukunft und war schneller darin, negative Gedankenspiralen zu erkennen und zu unterbrechen. Des Weiteren erlebte die Erstautorin eine Zunahme an Selbstliebe, erhöhten Fokus auf die Selbstfürsorge sowie eine Zunahme von Gefühlen der Verbundenheit. Auf körperlicher Ebene nahm die Erstautorin u. a. häufig auch Müdigkeit bei sich wahr. Die statistischen Auswertungen ergaben eine signifikante Reduktion des wahrgenommenen Stresses (p = 0,00) und des wahrgenommenen Belastungsniveaus (p = 0,00), aber keinen signifikanten Anstieg der wahrgenommenen Vitalität (p = 0,69). Die Ergebnisse bestätigen die eingangs aufgestellte Forschungsfrage, dass sich durch eine mehrwöchige und tägliche Anwendung der S-EKT bei der Erstautorin und (dieser einen) Probandin die Selbstliebe erhöht und sich mildernd auf den Prüfungsstress ausgewirkt hat. Während Prüfungsstress in der Studie von Oaten und Cheng (2005) hemmend auf die Selbstfürsorge wirkte, konnte die S-EKT eine Erhöhung der Selbstfürsorge bei Prüfungsstress erzielen. Das durch die S-EKT erhöhte Selbstmitgefühl führte, wie auch in der Studie von Long und Neff (2018), zu reduzierten Bedenken bezüglich der akademischen 56 Plat, Edelhäuser, Weger, Lübcke, Neumann 2 | 2023 Darstellung. Kurz vor der mündlichen Prüfung zeigte sich laut der Einträge im Selbstbeobachtungsbogen keine depressive Symptomatik wie bei der Studie von Singh et al. (2012). Und dies war der Fall, obwohl sich die Erstautorin im COVID-19-Lockdown befand und somit einem erhöhten Depressionsrisiko ausgesetzt war (Mushquash / Grassia 2021). Die wahrgenommene Müdigkeit während der S-EKT ist gerade zu Beginn einer Meditationspraxis ein bekanntes Phänomen beim Meditieren (Britton et al. 2014), wobei die Ursachen bis dato noch sehr wenig untersucht worden sind. In der subjektiven Wahrnehmung der Erstautorin handelte es sich bei der Müdigkeit weniger um eine Folge der Meditation, sondern mehr um einen vorliegenden Erschöpfungszustand der Probandin, der erst durch die Meditation bewusst wahrgenommen werden konnte. Für die therapeutische Praxis ist interessant, dass die positiven Wirkungen der S-EKT ohne therapeutische Begleitung eintraten. Die personalisierte mp3-Aufnahme der S-EKT könnte somit ein hilfreiches Selbsthilfe-Tool darstellen, welches dabei helfen kann, sich sozialen, emotionalen und physischen Herausforderungen und Stresssituationen anzupassen und sich entsprechend selbst zu helfen und zu organisieren. Dies stellt nach Huber et al. (2011) eine ganz neue Definition von Gesundheit dar und ist ein Schritt in Richtung einer patientenzentrierten Medizin (Huber et al. 2016). Durch das introspektive Vorgehen konnten relevante subjektive Erlebnisdimensionen identifiziert werden, die mittels einer quantitativen Herangehensweise nicht ermittelbar gewesen wären. Trotzdem schränken verschiedene Aspekte die vorliegenden Befunde ein. So ist keine Repräsentativität und Generalisierbarkeit der Daten gewährleistet, da es sich um einen sehr kleinen Stichprobenumfang handelt, was aber nicht das Ziel des hier genutzten introspektiven Forschungsansatzes ist (siehe oben: Methodenkapitel zur Introspektionsforschung). Darüber hinaus ist dieser geringe Stichprobenumfang eher üblich bei introspektiven Studien, u. a. auch deswegen, weil es einer intensiven Schulung zur Erste-Person-Forschung und einer professionellen, engmaschigen Begleitung bedarf (siehe Kapitel oben zur Introspektionsforschung). Für die zukünftige Forschung ist es entsprechend wichtig, die Wirksamkeit der S-EKT bei (Prüfungs-)Stress auch in einer größeren Stichprobe, z. B. von Studierenden und/ oder stressbelasteten MitarbeiterInnen, zu untersuchen, um die subjektiven Erfahrungen der Erstautorin repräsentativ zu verifizieren. Der Aufbau der vorliegenden Studie kann dabei als Orientierung und zur Hypothesengenerierung dienen. Als weitere Einschränkung könnte ebenfalls angeführt werden, dass empirisch nicht überprüft wurde, ob die beobachteten Effekte vielleicht nur durch die anfängliche Atementspannung und dem Dankbarkeitsbodyscan ent standen sind und die S-EKT möglicherweise nicht oder weniger wirksam war. Da die Probandin und Erstautorin während vergangener Prüfungsphasen jedoch regelmäßig Entspannungsübungen gemacht sowie ein Dankbarkeitstagebuch geführt hat und dabei nur wenige der oben genannten Effekte verspürt hat, kann diese Einschränkung vermutlich zurückgewiesen werden. Jedoch wäre es notwendig, in nachfolgenden Studien zu überprüfen, welche Elemente der S-EKT wirken oder ob nur durch das Zusammenspiel aller Elemente Wirksamkeit erzeugt werden kann. Eine weitere Einschränkung der vorliegenden Studie ist, dass die Ergebnisse im Rahmen einer Forschungsabsicht erzeugt wurden: Zum einen kann dies zu inhaltlichen Verzerrungen führen, weil die Erstautorin möglicherweise (unbewusst) Erwartungsdruck verspürt haben könnte. Zum anderen erscheint es nur wenig realistisch, dass Laien / PatientInnen eine solche Meditation täglich durchführen (hier 34-mal hintereinander), so dass die qualitativ-explorativen Ergebnisse dieser Untersuchung möglicherweise nicht eins zu eins in die (klinische) Praxis übertragbar sind. Dennoch kann die vorliegende S-EKT Emotionalkörper-Therapie bei Prüfungsstress 57 2 | 2023 bei Menschen oder in Gruppen unter therapeutischer Begleitung angewandt werden, um Stress zu reduzieren und/ oder ihm präventiv entgegenzuwirken. Dazu zählen z. B. MitarbeiterInnen mit Stresserleben, vor allem solche in Gesundheitsberufen, da diese in der Regel unten einem hohen Stressaufkommen leiden bei gleichzeitig intensiver „emotionaler Arbeit“, die die Selbstliebe und -fürsorge leicht in den Hintergrund rücken lässt. Auch bei Studierenden, die unter (Prüfungs-)Stress leiden, erscheint eine Anwendung empfehlenswert, z. B. in Seminaren zu Prüfungsangst. Schließlich könnten auch PatientInnen mit solchen psychischen Störungen profitieren, bei denen eine oder die Ursache auf eine starke Bedürftigkeit nach Liebe hindeutet. Mit der S-EKT könnte evtl. ein „Nachnähren“ des sogenannten „inneren Kindes“ stattfinden, was wiederum mögliche Projektionen der eigenen Bedürftigkeit auf die persönliche Umwelt reduzieren könnte. Literatur Allen, A. B., Leary, M. R. (2010): Self-compassion, stress, and coping. Social and Personality Psychology Compass 4(2), 107-118, https: / / doi. org/ 10.1111/ j.1751-9004.2009.00246.x Barrows, J., Dunn, S., Lloyd, C. A. (2013): Anxiety, self-efficacy, and college exam grades. Universal Journal of Educational Research 1 (3), 204-208, https: / / doi.org/ 10.13189/ ujer.2013. 010310 Bitbol, M., Petitmengin, C. (2017): Neurophenomenology and the micro-phenomenological interview. In: Velmans, M., Schneider, S. (Hrsg.): The Blackwell companion to consciousness. Wiley & Sons, Hoboken Bock, E. (2014): Das Neue Testament. 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Melanie Neumann Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Forschungsleiterin an der Professur für Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Anthroposophischen Medizin, der Privaten Universität Witten / Herdecke ✉ Marielena Plat Schönbergerstr. 5 | D-23942 Dassow- Schwanbeck marielenchen@hotmail.de
