eJournals körper tanz bewegung14/1

körper tanz bewegung
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2195-4909
Ernst Reinhardt Verlag, GmbH & Co. KG München
10.2378/ktb2026.art03d
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2026
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Fachbeitrag: Subjektive Wirksamkeit der ­Emotionalkörper-Therapie (EKT) aus der Sicht von Klient:innen

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2026
Laura Marschallek
Die Emotionalkörper-Therapie (EKT) ist eine emotions-, körper- und ressourcenorientierte Methode, die sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen, bei psychischen sowie körperlichen Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt wird. In der EKT geht es primär um das Spüren und achtsame Annehmen aller Emotionen und / oder Körperempfindungen. Diese qualitative Studie ist die erste, welche die subjektive Wirksamkeit der EKT untersucht. Dafür wurden insgesamt N = 55 Logbücher von N = 18 EKT-Klient:innen analysiert. Das zentrale Ergebnis dieser Studie ist, dass die Proband:innen von einer hohen Wirksamkeit der EKT in vielen Erlebens-Bereichen (Psyche, Körper, Beziehungen, Klienten-Therapeuten­Beziehung sowie Therapieprozess) berichten.
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Fachbeitrag 9 körper-- tanz-- bewegung 14. Jg., S. 9-26 (2026) DOI 10.2378/ ktb2026.art03d © Ernst Reinhardt Verlag Subjektive Wirksamkeit der Emotionalkörper-Therapie (EKT) aus der Sicht von Klient: innen Eine qualitative Logbuch-Studie Laura Marschallek, Friedrich Edelhäuser, Anne Söller, Susanna Lübcke, Melanie Neumann Die Emotionalkörper-Therapie (EKT) ist eine emotions-, körper- und ressourcenorientierte Methode, die sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen, bei psychischen sowie körperlichen Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt wird. In der EKT geht es primär um das Spüren und achtsame Annehmen aller Emotionen und / oder Körperempfindungen. Diese qualitative Studie ist die erste, welche die subjektive Wirksamkeit der EKT untersucht. Dafür wurden insgesamt N = 55 Logbücher von N = 18 EKT-Klient: innen analysiert. Das zentrale Ergebnis dieser Studie ist, dass die Proband: innen von einer hohen Wirksamkeit der EKT in vielen Erlebens-Bereichen (Psyche, Körper, Beziehungen, Klienten-Therapeuten- Beziehung sowie Therapieprozess) berichten. Schlüsselbegriffe Emotionalkörper- Therapie (EKT), subjektive Wirksamkeit, Logbuch-Studie Subjective Effectiveness of Emotional Body Healing (EBH) from the Perspective of Clients. A Qualitative Logbook Study Emotional Body Healing (EBH) is an emotion-, bodyand resource-oriented method that is used not only with children, adolescents, but also adults for psychological as well as physical discomforts and impairments. EBH is primarily about sensing and mindfully accepting all emotions and / or body sensations. This qualitative study is the first to investigate the subjective effectiveness of EBH. For this purpose, a total of N = 55 logbooks of N = 18 EBH clients were analyzed. The central result of this study is that participants report a high effectiveness of EBH in many areas of experience (mind, body, relationships, therapist-client relationship, and therapy process). Key words Emotional Body Healing (EBH), subjective effectiveness, logbook study Die Emotionalkörper-Therapie (EKT) D ie Emotionalkörper-Therapie ist eine von Anne Söller (Physiotherapeutin) und Susanna Lübcke (Ärztin) vor 30 Jahren entwickelte emotions-, körper- und ressourcenorientierte Therapieform (Söller / Lübcke 2009; Lübcke / Söller 2010, 2019). Den Schwerpunkt des Verfahrens bildet das achtsame Erspüren, Wahr- und Annehmen positiver sowie negativer 10 1 | 2026 Marschallek, Edelhäuser, Söller, Lübcke, Neumann Emotionen und/ oder Körperempfindungen (Neumann 2022). Hierdurch werden die Selbstheilungskräfte belebt, und emotionale sowie körperliche Beschwerden können so transformiert und / oder integriert werden (Söller / Lübcke 2009; Lübcke / Söller 2010, 2019). Durch die verbale Kommunikation mit den sich zeigenden Empfindungen und das intensive Spüren dieser können tieferliegende Gefühle und / oder Körperempfindungen ins Bewusstsein geholt werden (Söller/ Lübcke 2009; Lübcke / Söller 2010, 2019). Um die Wahrnehmung auf den Körper zu richten, wird die EKT-Begleitung mit einer angeleiteten Atementspannung begonnen. Mit der anschließenden „Bitte um Hilfe und Unterstützung“ beginnt die direkte Kommunikation der Klient: innen mit ihrem Innenleben. Aufkommende Gefühle und / oder Körperempfindungen werden dann mit folgenden vier Schritten verbal (1) begrüßt/ gespürt, (2) durch Dank wertgeschätzt, (3) in Liebe angenommen und (4) nach Lösungen befragt (Söller / Lübcke 2009; Lübcke / Söller 2010, 2019). Da die Klient: innen volle Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit über die Inhalte und den Verlauf der EKT-Begleitung haben, ist die Haltung der Therapeut: innen offen, nicht-direktiv und nicht zielorientiert (Neumann 2022). Die zentralen Beziehungselemente in der EKT sind eine bedingungslose positive Wertschätzung, Empathie (Rogers 1983) sowie Kongruenz, Vertrauen und zwischenmenschliche Wärme (Neumann et al. 2009; Neumann et al. 2011; Neumann 2022). Die Klient: innen sollen sich geborgen, sicher und akzeptiert fühlen (Geuter 2019). Dies wird vor allem durch die „Loving Presence“ (Kurtz/ Martin 2019; Weiss et al. 2019) der Therapeut: innen ermöglicht, wobei den Klient: innen mit Liebe, Präsenz und Mitgefühl begegnet wird. Auch sollten mit Stigmata besetzte Gefühle, wie z. B. Rache und Wut (Neumann 2022), von den Therapeut: innen selbst angenommen und integriert sein (Kast 2014). Das ermöglicht den Klient: innen, sich auch mit stigmatisierten Empfindungen, sogenannten „Schattengefühlen“, offen emotional und körperlich auseinanderzusetzen (Neumann 2022). Anwendung findet die EKT bei psychischen und körperlichen Beschwerden bzw. Erkrankungen (vgl. Fallbeispiele in Lübcke / Söller 2019, 72 ff ) sowie in der Zuwendung zu inneren Blockaden (z. B. Konflikte, Entscheidungsprobleme) sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen. Neben der Bearbeitung von Problemen können jedoch auch ressourcenorientierte Themen sowie positive Gefühle und Körperempfindungen bearbeitet werden (Söller / Lübcke 2009; Lübcke / Söller 2010, 2019). Die EKT wird in der Regel therapeutisch genutzt. Zudem ist sie aufgrund des strukturierten und leicht verständlichen Ablaufs auch als therapeutische Selbstanwendung und Meditation geeignet und wirksam (Neumann 2022). Die vorliegende Studie fokussiert auf die Untersuchung der EKT in therapeutischer Begleitung, die EKT als Meditation wurde u. a. von Plat et al. (2022) introspektiv untersucht. Eine detaillierte Beschreibung der EKT als Methode und ihre Einbettung in die psychologische und psychotherapeutische Forschung ist bei Neumann (2022) nachzulesen, eine praktische Einführung bei Söller & Lübcke 2009 sowie Lübcke & Söller 2010, 2019. Wirkfaktoren und Wirksamkeit körperpsychotherapeutischer Verfahren Durch die emotions-, körper- und ressourcenorientierte Ausrichtung der EKT kann sie den körperpsychotherapeutischen Verfahren zugeordnet werden. Körperpsychotherapie (KPT) befasst sich mit den unmittelbaren körperlichen, emotionalen und wahrnehmungsbezogenen Aspekten der Selbsterfahrung (Röhricht et al. 2014). Für ein besseres Verständnis der Wirkfaktoren der KPT wurden diese im Kasten genauer erklärt. 11 1 | 2026 Subjektive Wirksamkeit der Emotionalkörper-Therapie Im Gegensatz zu den Wirkmechanismen einiger Psychotherapieansätze, welche methoden- und störungsspezifischen Techniken (Pfammatter et al. 2012) und von Therapeut: innen geleiteten Interventionen (Weinberger 1995) eine hohe Bedeutung im Therapieprozess zuschreiben, richtet sich der Fokus der KPT auf die Bearbeitung des Problems aus dem Inneren der Klient: innen heraus. Als wichtigster Wirkfaktor der KPT wird, neben der Klient: innen-Therapeut: innen Beziehung, der vertiefte und bewusste Zugang zum Körpererleben angesehen. Dieser trägt zum Ziel der Selbstregulation und zur Förderung der Selbstheilungskräfte bei (Geuter 2019). Aufmerksame Körperwahrnehmung fördert das Selbsterleben, welches für eine Identifikation mit den eigenen Empfindungen wesentlich ist (Geuter / Schrauth 2006; Geuter 2019; Röhricht 2009; Schreiber-Willnow / Seidler 2002, 2012). Bewusstes und vertieftes Erleben von Emotionen und körperlichen Empfindungen ermöglicht eine aktive Reflexion sowie Ver- und Bearbeitung dieser (Greenberg 2002; Pos et al. 2003). Es entsteht auch ein neues Selbstverständnis der Klient: innen durch eine vertiefte Verbindung mit dem eigenen Selbst (Price 2006; Elliott et al. 2013). Der Zugang zum Körpererleben führt zu einer Symptomabnahme sowie zur Förderung des Selbstwerts (Petzold 2003; Pos et al. 2003). Hinweise für die Wirksamkeit von KPT konnten in einigen Studien gefunden werden. Röhricht et al. (2013) berichten von signifikant niedrigeren Depressionswerten, und Levy Berg et al. (2009) geben bei einer affektfokussierten KPT signifikant verbesserte Werte subjektiver Beeinträchtigung an. Bei Klient: innen mit affektiven und somatoformen Störungen sowie Persönlichkeitsstörungen ist ein Rückgang von körperlichen Symptomen und ein Zuwachs von Selbstwirksamkeit zu erkennen, wenn die Selbstaufmerksamkeit gefördert wird (Gyllensten et al. 2003, 2009; Koemeda-Lutz et al. 2016). Klient: innen berichten von einer verbesserten Lebensqualität (Röhricht 2009) sowie einer Verbesserung der Selbstwahrnehmung und -bewertung (Röhricht 2000). Auch zeigt sich eine positive Veränderung des Körperbildes (Röhricht 2000; Schreiber-Willnow 2000). Somatische Beschwerden verringern sich (Loew et al. 2006), wie etwa Spannungskopfschmerzen, Atemwegsprobleme (Röhricht/ Pribe 2006) und Muskelverspannungen (Lowen 1984). Studien mit schizophrenen Proband: innen zeigen, dass sich nach der KPT-Behandlung deutliche Entspannungseffekte einstellen (Andres et al. 1993) und die Negativsymptomatik abnimmt (Röhricht/ Pribe 2006). Die Wirksamkeit von ambulanter KPT konnte im Rahmen der Studie von Koemeda-Lutz et al. (2006) nachgewiesen werden: Sie zeigt, dass psychische und körperliche Beeinträchtigungen reduziert werden können. Es verbessern sich interpersonelle Beeinträchtigungen schon nach kurzer Zeit signifikant. Angst, Depressivität und die allgemeine Symptombelastung nehmen erheblich ab, und eine Steigerung der Selbstwirksamkeit kann beobachtet werden. Zusätzlich weist die Studie darauf hin, dass Impulse für eine positive Persönlichkeitsentwicklung vermittelt werden können (Koemeda-Lutz et al. 2006). Ziel der Studie Obwohl die EKT als unterstützend und wirksam wahrgenommen wird (Söller / Lübcke 2009; Lübcke / Söller 2010, 2019), wurde die Wirksamkeit bisher nicht wissenschaftlich untersucht. Ziel dieser qualitativen Logbuch-Studie ist es daher, die subjektiven Auswirkungen therapeutischer EKT-Begleitungen auf der psychischen, körperlichen und sozialen Ebene zu untersuchen und den Einfluss der bzw. die Beziehung zu den EKT-Therapeut: innen ebenfalls zu beleuchten. 12 1 | 2026 Marschallek, Edelhäuser, Söller, Lübcke, Neumann Methode Design Die Grundlage dieser retrospektiven, qualitativen Studie bildet ein eigens dafür entwickeltes Logbuch (siehe Abb. 1). Das Logbuch-Design wurde gewählt, um die mit dem therapeutischen Erleben verbundenen subjektiven Erfahrungen unmittelbar und in zeitlicher Nähe zum Auftreten, d. h. direkt nach einer EKT-Begleitung, zu erfassen. Das Studien-Ziel war, möglichst viele Details und Wahrnehmungen möglichst genau und ohne Erinnerungsverluste oder -verzerrungen erfassen zu können. Ein Einblick in die Verwendung von Tagebüchern als qualitative Erhebungsmethode ist im Kasten dargestellt. Die Verwendung von Tagebüchern als Mittel zur Datenerhebung ist ein etabliertes methodisches Instrument (Bolger et al. 2003; Broom et al. 2017; Nicholls et al. 2005). Es lassen sich zwei grundsätzliche Arten der Forschung mit den sogenannten Diary-Methoden unterscheiden: zum einen die Erforschung von Tagebüchern, d. h. die Untersuchung bereits bestehender Tagebücher, und zum anderen die Erforschung mittels Tagebücher, wobei die Diary-Bearbeitung von den Forscher: innen initiiert wird (Kunz 2018). In der vorliegenden Studie soll letztere Methode anhand eines „Logbuchs“ eingesetzt werden. Hierbei werden die Diary-Einträge durch Text- und Grafikelemente vorstrukturiert, um die Einträge in Richtung bestimmter Forschungsfragen zu leiten (Kunz 2018). Im Gegensatz zu Interviews oder Fragebögen beziehen sich Diary-Methoden auf die täglichen Aktivitäten und die individuelle Reflexion des Erlebten und bieten einen Einblick vor allem in unmittelbare Gedanken, Prozesse und Emotionen (Meth 2003). Sampling und Stichprobenbeschreibung In die Studie eingeschlossen wurden Erwachsene, die ein bis fünf EKT-Begleitungen in Anspruch nahmen und aus Sicht der Therapeut: innen psychisch und physisch ausreichend belastbar waren, um die reflektierend ausgelegten Logbuch-Aufzeichnungen durchzuführen. Als Ausschlusskriterien galten unzureichendeDeutschkenntnisse,dasVorhandensein einer akuten Psychose, Suizidgefährdung und/ oder eine Posttraumatische Belastungsstörung. Der Ausschluss erfolgte durch die EKT-Therapeut: innen. Die demografischen Daten der Proband: innen sind in Tabelle 1 dargestellt. Es stimmten N = 18 Proband: innen (83 % weiblich, 17 % männlich) der Teilnahme an der Studie zu, nachdem N = 7 Proband: innen aufgrund fehlender Daten ausgeschlossen werden mussten. Das Durchschnittsalter betrug 43 Jahre. Die Proband: innen füllten jeweils minimal eins, maximal fünf Logbücher aus. Die durchschnittliche Anzahl ausgefüllter Logbücher betrug N = 3 Logbücher pro Person. Insgesamt wurden N = 55 Logbücher analysiert. Datenerhebung Die Rekrutierung der Teilnehmer: innen fand im Zeitraum zwischen November 2020 und Mai 2021 mithilfe der EKT-Begründerinnen Anne Söller und Susanna Lübcke statt. Die EKT-Begleitungen führten EKT-Therapeut: innen durch; eine Abstimmung über die Vergütung der Be- Kontaktierte Proband: innen 25 Teilnehmende Proband: innen 18 Rücklaufquote 72 % Weiblich 83 % Männlich 17 % Altersdurchschnitt 43 Altersrange 22-69 Tab. 1: Überblick über die Stichprobe und ausgewählte demografische Merkmale der Proband: innen 13 1 | 2026 Subjektive Wirksamkeit der Emotionalkörper-Therapie Nach EKT-Sitzung 1-5 Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen so ausführlich wie möglich: 1. Datum der EKT-Begleitung und Datum Ihrer Logbuchnotizen Ihre Antwort: 2. Wie haben Sie die EKT ausgeglichen? a) Ich habe eine Spende bezahlt, in Höhe von-… b) Ich habe einen vorher vereinbarten, regulären Preis bezahlt in Höhe von-… c) Ich habe die Leistung anderweitig ausgeglichen, in Form von-… d) Ich habe keinen Ausgleich der Leistung getätigt e) Die Leistung wurde über die gesetzliche Krankenversicherung ausgeglichen Ihre Antwort: Ausgleichsleistung (bitte Buchstaben angeben): In Höhe von: In Form von: 3. Wie belastet haben Sie sich VORHER a) seelisch und b) körperlich gefühlt? Bitte geben Sie Ihren Belastungen jeweils einen Wert auf der unten stehenden Skala, und gerne können Sie auch noch mehr dazu schreiben. Ihre Antwort: a) Seelisch 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 b) Körperlich 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Gar nicht belastet Sehr belastet Gar nicht belastet Sehr belastet Abb. 1: Entwickeltes Logbuch für die Proband: innen 14 1 | 2026 Marschallek, Edelhäuser, Söller, Lübcke, Neumann 4. Grund/ Motivation der EKT-Begleitung Ihre Antwort: 5. Fand diese EKT-Begleitung persönlich, per Zoom / Skype oder am Telefon statt? Ihre Antwort: 6. Fand ein Energieausstreichen statt? Wenn ja, wie haben Sie das erlebt? Ihre Antwort: 7. Was haben Sie während der EKT-Begleitung erlebt z. B. gefühlt, im Körper gespürt, gesehen, gehört? Waren z. B. Eingebungen, Bilder, Menschen (lebende / verstorbene) etc. da? Ihre Antwort: 8. Sind ggf. während der EKT Schwierigkeiten, Unstimmigkeiten und/ oder Widerstände bei Ihnen aufgetaucht? Wenn ja, welche? Ihre Antwort: 9. Wie fühlen Sie sich jetzt NACH der EKT? Gibt es konkrete Veränderungen? Ihre Antwort: 15 1 | 2026 Subjektive Wirksamkeit der Emotionalkörper-Therapie 10. Gab es ggf. während der EKT einen Veränderungsmoment? Wenn ja, was war das Besondere an diesem Moment, und wie haben Sie ihn genau erlebt? Ihre Antwort: 11. Wie belastet fühlen Sie sich jetzt NACH der EKT a) seelisch und b) körperlich auf der unten stehenden Skala? Ihre Antwort: a) Seelisch 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 b) Körperlich 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 12. Gab es Tage/ Wochen später noch Auswirkungen dieser EKT für Sie selber, für Ihre Beziehungen und/ oder für Ihr Umfeld? Ihre Antwort: 13. Wie haben Sie die Begleitung durch Ihren EKT-Therapeuten empfunden? Ihre Antwort: Gar nicht belastet Sehr belastet Gar nicht belastet Sehr belastet 16 1 | 2026 Marschallek, Edelhäuser, Söller, Lübcke, Neumann gleitung erfolgte mit den Therapeut: innen persönlich. Vor Beginn der Studie fand durch die Erstautorin eine ausführliche Aufklärung der Proband: innen statt, d. h. über den Inhalt, das Vorgehen und die Tragweite der Untersuchung in schriftlicher und mündlicher Form. Die Proband: innen gaben ihr schriftliches Einverständnis zur Studienteilnahme; die Teilnahme war freiwillig. Die Studie wurde von der Ethikkommission der Universität Witten / Herdecke genehmigt. Als Messinstrument wurde das eigens entwickelte Logbuch (siehe Abb. 1) in Form eines elektronischen MS-Word-Dokuments eingesetzt, mit welchem die Proband: innen bis zu fünf EKT-Begleitungen eigenständig dokumentieren sollten. Das Logbuch bestand aus 13 Fragen, die möglichst zeitnah nach der EKT-Begleitung von den Proband: innen beantwortet werden sollten. Die psychische und physische Belastung wurde sowohl vor als auch nach jeder einzelnen EKT-Begleitung anhand einer Skala erfasst (mit einer Range von 0 bis 10; 0 = überhaupt nicht belastet, 10 = sehr belastet). Befragt wurden die Proband: innen zudem nach dem Grund und den Auswirkungen der Begleitung sowie zu ihren Erfahrungen mit den Therapeut: innen. Um allgemeine und persönliche Informationen über die Proband: innen zu erheben, wurde zu Beginn der Studie ein Anamnesegespräch (siehe Abb. 2) durchgeführt. Dieses wurde stichpunktartig notiert, und lediglich die soziodemografischen Angaben wurden für die vorliegende Analyse verwendet. Datenanalyse Die inhaltliche Auswertung der Logbücher erfolgte nach der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015). Die Ausrichtung der Studie ist insgesamt als halb induktiv und halb deduktiv anzusehen. D. h. durch das Logbuch mit seinen zentralen Fragestellungen war eine deduktive Vorstrukturierung und ein grobes Kategorienraster gegeben. Zu den Forschungsfragen passende Textstellen wurden jedoch induktiv herausgearbeitet, paraphrasiert und im nächsten Schritt generalisiert, um so ein höheres Abstraktionsniveau zu schaffen. Anschließend folgten eine erste und zweite Reduktion. Hieraus wurden die Haupt- und Unterkategorien gebildet und mit entsprechenden Ankerzitaten belegt (Mayring 2015). Das Kategoriensystem wurde von zwei Koautor: innen (MN, FE), die zuvor nicht in die Analyse involviert waren, auf Stimmigkeit hin überprüft. Alle kritischen Einwände wurden intensiv diskutiert und zufriedenstellend gelöst. Ergebnisse Es wurde ein Kategoriensystem mit vier Hauptkategorien und jeweils weiteren Unterkategorien entwickelt (Überblick siehe Tab. 2). Psychische Auswirkungen der EKT Die quantitativen Skalenwerte zur psychischen Belastung zeigen insgesamt, dass die psychische Belastung der Proband: innen vor den EKT-Behandlungen durchschnittlich bei einem Wert von 6 lag. Nach den EKT-Behandlungen lag der Durchschnittswert der psychischen Belastung insgesamt bei 2, sodass man eine signifikante Belastungsreduktion vermuten darf. Energie, Kraft und Stärke Am häufigsten berichteten die Proband: innen von einer gesteigerten Energie sowie zunehmender psychischer Kraft und Stärke. Dies nahmen sie zum einen selbst wahr, zum anderen bekamen sie die Bestätigung auch von ihrem privaten Umfeld. Die Proband: innen berichteten ebenfalls von dem Gefühl der „inneren Stärke“ auch in schwierigen Situationen sowie von einer gesteigerten Lebendigkeit, mit mehr Antrieb und dem Nutzen der Emotionen als Kraftquelle („Das Gefühl, innerlich stärker zu sein und ein Instrument an der Hand zu haben, mir selbst in schwierigen Momenten Mut zu machen.“). Auch wurde häufig ein stärkerer 17 1 | 2026 Subjektive Wirksamkeit der Emotionalkörper-Therapie Kurzanamnese VOR der ERSTEN Logbucheintragung: ● Sich selbst persönlich vorstellen ● Kurzinformation aushändigen (wenn nicht schon vorher geschehen) sowie Probandenaufklärung und Einverständniserklärung durchgehen und unterschreiben lassen Anmerken vor Gesprächsbeginn: ● Schweigepflicht ● Jederzeit Abbruch möglich Stichpunkte zu folgenden Fragen notieren und in der Hausarbeit unter „Stichproben- / Probandenbeschreibung“ schriftlich wiedergeben: 1) Fragen zur Methode nach dem Lesen der Kurzinformation? Ggf. noch mal erklären bzw. Unsicherheiten aus dem Weg räumen 2) Haben Sie bestimmte Erwartungen? 3) Was hat Sie bewogen bzw. motiviert, bei meiner Studie mitzumachen? 4) Alter, Geschlecht, Ausbildung, Beruf erfragen 5) Haben Sie Vorkenntnisseund/ oder Vorerfahrungen z. B. mit Entspannungsmethoden oder Meditation? Wenn ja, welche? 6) Haben Sie Vorerfahrung mit Psychotherapie und/ oder anderen Arten von Therapie? Wenn ja, welche? 7) Haben Sie schlechte therapeutische Erfahrung gemacht? (Psychotherapie, Schulmedizin, Heilpraktiker…) 8) Unter welchen körperlichen und seelischen Beschwerden leiden Sie aktuell bzw. haben Sie (auch schon) in der Vergangenheit gelitten? 9) Wie sind Sie auf die EKT aufmerksam geworden? 10) Was hat Sie an der EKT angesprochen? 11) Gibt es sonst noch etwas, was aus Ihrer Sicht wichtig über Sie zu wissen wäre? Abb. 2: Kurzanamnesefragebogen 18 1 | 2026 Marschallek, Edelhäuser, Söller, Lübcke, Neumann innerer Halt und (emotionale) Stabilität nach den EKT-Begleitungen beschrieben. Emotionen konnten besser kontrolliert oder akzeptiert werden, wodurch ein Umgang mit ihnen erleichtert wurde („Ich habe meinem Ärger ins Gesicht gesehen, und er hat mir zurückgelächelt. Der war überhaupt nicht böse, weil es kein Ärger war, sondern meine Kraftquelle.“). Stärkung des Selbst, Vertrauen und Zuversicht Die Proband: innen berichteten von Gefühlen der Selbstbestimmung und Selbstermächtigung. Das Wahrnehmen der vom Körper gegebenen Signale wurde teilweise als überwältigend empfunden und führte zu einer Sicherheit im eigenen Selbst. Stärken und Schwächen konnten erkannt werden, wodurch die Möglichkeit zur Transformation eröffnet wurde. Zusätzlich erkannten einige Proband: innen ihren Selbstwert und entwickelten mehr Akzeptanz sich selbst gegenüber, woraus oftmals Selbstfürsorge resultierte („[…] aber dennoch weiß ich durch meine EKT, dass ich es wert bin, für mich zu sorgen, für mich einzustehen und auch für mich meinen Weg zu gehen.“). Sie erkannten die Zeichen ihres Körpers und konnten Gefühle zulassen, die vorher mit Scham behaftet waren oder verdeckt wurden („Ich habe ein stärkeres Bewusstsein, auf mich selbst zu hören“). Die Proband: innen erspürten besser, was ihnen guttut, und erkannten Lösungsansätze, die ihnen das Eingeständnis und die Akzeptanz für die benötigte Hilfe brachten („Mir wurde klar, ich lebe falsch, und durch die Visionssuche finde ich wieder auf meinen richtigen Weg zurück.“). Auch kam es zu „Aha-Momenten“ über den Zusammenhang zwischen Emotionen und körperlichen Empfindungen. Nach den EKT-Sitzungen betonten die Proband: innen häufig eine gestärkte Zuversicht, zukünftige Situationen meistern zu können. Neben einem vertieften Vertrauen in das Selbst wurde auch von dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten berichtet. Erleichterung und Entspannung Die Proband: innen berichteten von einem Abfall von Angst, Anspannung und negativen Gefühlen sowie einer Zunahme von Gefühlen der Geborgenheit und Erleichterung. Erleichterung brachte auch die Akzeptanz der negativen Gefühle. Die Proband: innen erfuhren, dass nega- Hauptkategorien Unterkategorien Psychische Auswirkungen der EKT Körperliche Auswirkungen der EKT Auswirkungen auf Beziehungen Die Therapeut: innen im Therapieprozess ∙ Energie, Kraft und Stärke ∙ Stärkung des Selbst, Vertrauen und Zuversicht ∙ Erleichterung und Entspannung ∙ Symptomreduktion ∙ Körperbewusstsein ∙ Entspannung und Erschöpfung ∙ Spannungsreduktion ∙ Kommunikation ∙ Empathie, Ruhe und Präsenz ∙ Wertschätzung und Respekt ∙ Sicherheit und Vertrauen Tab. 2: Haupt- und Unterkategorien der qualitativen Auswertung im Überblick 19 1 | 2026 Subjektive Wirksamkeit der Emotionalkörper-Therapie tive Gefühle zur Gefühlswelt dazugehören und gespürt werden dürfen und können. Die Wahrnehmung dieser führte zu einer deutlichen Verringerung der Last. Schwere fiel von ihnen ab und ermöglichte den Weg zu freieren und positiveren Gefühlen. Das Spüren mit dem Körper und nicht „logisch mit dem Kopf über die Situation nachzudenken“, löste Entspannung aus. Diese führte zu einer neu empfundenen Nähe zu sich selbst und teilweise zu einem Gefühl des Einklangs mit sich selbst („Nach meiner ersten EKT habe ich mich irgendwie „freier“ gefühlt, ich hab[e] mich das erste Mal in meinem Leben gelöster gefühlt und wirklich zum ersten Mal-- ganz bei mir selbst-- denn es ist mir bisher schwer gefallen.“). Ruhe und innere Wärme traten ein, und die Proband: innen konnten sich in ihrem Wohlgefühl ausruhen. Körperliche Auswirkungen der EKT Insgesamt lagen die quantitativen Skalenwerte der körperlichen Belastung bei den Proband: innen vor den EKT-Behandlungen durchschnittlich bei einem Wert von 5. Nach den EKT-Behandlungen lag die Belastung insgesamt bei einem durchschnittlichen Wert von 2, sodass man auch hier eine signifikante Belastungsreduktion vermuten darf. Symptomreduktion Die am häufigsten genannte körperliche Auswirkung war die Symptomreduktion. Es wurde deutlich, dass physische Schmerzen während und nach der EKT-Begleitung nachließen oder verschwanden („meine Schmerzen ließen nach, und ich konnte mehr Körperteile […] in mein Bewusstsein integrieren.“). Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Schmerzen im Unterleib verbesserten sich oder verschwanden. Zitternde Körperteile beruhigten sich, Blasenprobleme, Druckgefühle im Kopf, der Brust und den Schultern sowie Gefühle der Dumpfheit nahmen ab: „Die Richtung ist vom Schmerz zum Wohlgefühl hin“. Teilweise wurde von Gefühlen eines neuen Körpers geredet, der sich nach der EKT „über den alten legte“. Die Verbesserung dieser Symptome war häufig der Grund einer neu empfundenen Energie und Lebenslust. Körperbewusstsein Auch bei den körperlichen Auswirkungen war eine Steigerung des Bewusstseins zu erkennen. Körperempfindungen und Zeichen des Körpers nahmen Proband: innen achtsamer wahr, was Auswirkungen auf das alltägliche Verhalten hatte („Es fühlt sich manchmal noch ganz schön komisch an, weil es ungewohnt ist, wenn ich mit meinem Körper spreche, aber meine Schmerzen, die auftreten, kann ich tatsächlich besser händeln und wahrnehmen.“). So konnten aufkommende Empfindungen richtig eingeordnet und, wenn nötig, auf sie reagiert werden („Außerdem weiß ich, wenn der […] Schmerz eintritt, dann habe ich nicht aufgepasst auf mich und meinen Körper.“). Die Konzentration auf bestimmte Teile des Körpers half, Hintergründe der Schmerzen oder des Unwohlseins aufzudecken, und ermöglichte eine Beschäftigung mit diesen Aspekten. Auch konnten Gefühle wie Sinnlichkeit und des „inneren, sicheren Raumes“ neu gespürt und erinnert werden. Außerdem wurde von einer „stärkeren Verbindung zu [den eigenen] Körperempfindungen“ berichtet. Körperliche Entspannung und Erschöpfung Des Weiteren reagierte der Körper bei vielen Proband: innen mit tiefer Entspannung („Es wirkte sofort entspannend auf meinen ganzen Körper.“). An- und Verspannungen in bestimmten Körperteilen lösten sich, und es kam so zu innerlicher Ruhe. Entspannung und Ruhe hielten oft für mehrere Stunden oder sogar Tage an. Es wurde bspw. von einer Entspannung in Kiefer und Becken berichtet, die teilweise seit Jahren verspannt waren. Der Atem wurde ruhiger, der Herzschlag regelmäßiger, und Verspannungen in Bauch, Kopf und Nacken wurden lockerer. 20 1 | 2026 Marschallek, Edelhäuser, Söller, Lübcke, Neumann Neben der körperlichen Entspannung wurde auch über starke körperliche Erschöpfung und Müdigkeit direkt nach einer EKT-Begleitung berichtet. Die Therapieprozesse wurden teilweise als körperlich anstrengend, herausfordernd und nachwirkend wahrgenommen. Über bestimmte Ereignisse wurde im Nachklang nachgedacht und sich mit ihnen intensiv beschäftigt, was als großer körperlicher Kraftaufwand empfunden wurde („Ich fühle mich unmittelbar nach der Sitzung völlig ausgepowert und körperlich und geistig vollkommen erschöpft. Mein Energielevel ist auf null. Ich bin weniger.“). Einige Proband: innen führten das auf eine möglicherweise vorher verdeckte bzw. verdrängte körperliche Erschöpfung zurück, die erst im Therapieprozess deutlich wurde, da durch die EKT eine Barriere wegfiel und diese Gefühle und Empfindungen nun an die Oberfläche kommen konnten. Auswirkungen auf Beziehungen Spannungsreduktion Einige Proband: innen berichteten von einer positiven Veränderung der inneren Haltung bezüglich ihrer Beziehungen (familiär, freundschaftlich, intim). Sie zeigten nach der EKT eine gelassenere und selbstbestimmtere Haltung in sozialen Beziehungen. Dies führte oftmals zu einer Entspannung und Verbesserung dieser Verhältnisse. Die Proband: innen fühlten sich „freier, selbstbestimmter und mutiger, da [sie] als Person wertvoller geworden“ sind. Sie konnten gewohnte Muster und auferlegte Ansprüche loslassen und sich auf Treffen, Gespräche und Konfrontationen besser einlassen. Durch die positive Veränderung in der Beziehung zu sich selbst und durch geringere Selbstzweifel schenkten sie ihren eigenen Bedürfnissen eine stärkere Beachtung und traten für sie ein. Auch nahmen sie sich selbst gegenüber eine ruhigere und liebevollere Haltung ein und konnten dadurch auch ihrem Gegenüber gelassener entgegentreten: „Nun konnte ich […] einfach loslassen und ließ mich wieder auf Gespräche und Treffen ein.“ Kommunikation Die Proband: innen berichteten ferner von Auswirkungen auf die Beziehung durch eine Veränderung der Kommunikation. Eine gesteigerte Kommunikationsfähigkeit half Beziehungen zum Teil zu verbessern sowie zu vertiefen. Einige Proband: innen berichteten von einer „Selbstfürsorge in der Kommunikation mit anderen“. Die Angst, Gefühle zu äußern, wurde vermindert und half Beziehungen zu öffnen und zu stärken: „Ich habe in einem Gespräch innerhalb der Familie […] so deutlich meine Gefühle und meine Sichtweise gespürt und konnte sie in aller Deutlichkeit äußern, obwohl ich spürte, dass eine andere Position von mir erwartet wurde.“ Jedoch kam es nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung der Beziehung. Proband: innen berichteten teilweise von häufigeren Konflikten oder Spannungen, die aus der veränderten Kommunikation oder der gestiegenen Selbstfürsorge in sozialen Gefügen erwuchsen. Die Kommunikation der eigenen Bedürfnisse trat deutlicher in den Vordergrund, was „nicht immer auf Zustimmung […] trifft“. Zudem war es Übungssache, sich nun dem Konflikt zu stellen und ihn nicht zu vermeiden. Proband: innen berichteten, „den Dreh noch nicht ganz raus“ zu haben in der verbalen Äußerung der eigenen Gefühle, was zusätzlich zu Spannungen führte. Die Therapeut: innen im Therapieprozess Empathie, Ruhe und Präsenz Als besonders angenehme und wichtige Eigenschaften im therapeutischen Kontext wurden Empathie, Ruhe und Präsenz genannt. Durch die ruhige Ausstrahlung der Therapeut: innen fühlten sich die Proband: innen gehalten, ermutigt, im Erkundungsprozess weiterzugehen, und konnten sich entspannt auf ihr Körpererleben einlassen („Sehr angenehm, da eine vertraute, ruhige und entspannte Atmosphäre ge- 21 1 | 2026 Subjektive Wirksamkeit der Emotionalkörper-Therapie schaffen wurde.“). Als einen weiteren positiven Aspekt nannten die Proband: innen, dass die Therapeut: innen Zurückhaltung zeigten und sie sich nicht gedrängt, geführt und unterbrochen fühlten („Es scheint mir, als gehe ich selbst den Weg, die Therapeutin unterstützt mich nur dabei, den Gefühlen im Körper zu folgen.“). Sie grenzten sich ab, waren jedoch trotzdem einladend und konnten die Probleme der Proband: innen nachvollziehen. Ihnen war auch wichtig, dass sie kein Mitleid bekamen, sondern aufmerksames Zuhören und die Gewissheit, mit all ihren Gefühlen und Bedürfnissen ernstgenommen zu werden. Wertschätzung und Respekt In den Logbüchern wurde deutlich, dass Wertschätzung und Respekt eine wichtige Rolle im Therapieprozess spielten. Es wurde als angenehm wahrgenommen, keiner Bewertung ausgesetzt zu sein und authentisch sein zu können. Die Unvoreingenommenheit und das Stellen „richtiger Fragen“ der Therapeut: innen wurde als stimmig sowie wohltuend empfunden und führte dazu, dass sich die Proband: innen verstanden und ernstgenommen fühlten („Sie lässt mich sein, sie lässt mich unbewertet und einfach so in diesem Moment, wie ich fühle.“). Sich in einem wertfreien, akzeptierenden Raum den eigenen Gefühlen hinzugeben, bedeutete für viele Proband: innen, eine tiefe Verbindung zu sich selbst aufzubauen und Erinnerungen an vergangene Momente und Empfindungen wachzurufen. Auch wurde es als wichtig empfunden, selbst entscheiden zu können, welche Themen bearbeitet werden sollten und für welche sie sich noch nicht bereit fühlten: „Ich bestimme mein Tempo, und ich weiß nun, dass nicht alles von heute auf morgen in mir gelöst ist.“ Die eigenen Grenzen konnten so gewahrt werden. Sicherheit und Vertrauen Mehrere Proband: innen gaben an, dass sie die Therapeut: innen als Sicherheit gebende, vertrauensvolle Unterstützer: innen wahrnahmen. Dies ermöglichte einen „geschützten Raum, in dem alles sein darf“, der emotionale Sicherheit gibt und in dem sich die Proband: innen öffnen konnten. Dieser sichere, „friedliche und geborgene Raum“ ermöglichte es, einen Zugang zum eigenen Selbst zu finden und sich verletzlich zeigen zu können („Ich kann mich einfach dieser Begleitung, diesem Geschehen hingeben.“). Auch wurde von einem Gefühl des „Nachhause-Kommen[s]“ im eigenen Inneren berichtet-- ermöglicht und begleitet durch die EKT-Therapeut: innen. Zudem wurde deutlich, dass diese Rahmenbedingungen dazu beitrugen, dass bestimmte Gefühle aufkommen und sich gewisse Themen lösen konnten, da die Therapeut: innen eine Atmosphäre schafften, in der sich die Teilnehmer: innen beruhigt dem Spüren hingeben konnten („Ich fühle mich jederzeit sicher in meiner Angst.“). Diskussion Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich der psychische, körperliche und interpersonelle Zustand der Proband: innen nach der EKT signifikant verbesserte. Die aus der EKT resultierenden Gefühle der Selbststärkung (psychisch sowie körperlich), der Selbstbestimmung und -fürsorge, Symptomreduktion und Beziehungsveränderung wurden insgesamt als befreiend und kraftspendend wahrgenommen (vgl. auch KPT-Studien von Koemeda-Lutz et al. 2006). Die Selbstwirksamkeit und die Lebensqualität nahmen durch eine gesteigerte Körperwahrnehmung zu (vgl. auch KPT-Studien von Röhricht 2000; Gyllensten et al. 2003, 2009; Landsman- Dijkstra et al. 2006; Schreiber-Willnow / Seidler 2005, 2012). Die Reduktion der negativen Empfindungen, wie Trauer, Wut und Mutlosigkeit, steigerte die Lebenslust und das Wohlgefühl (vgl. auch KPT-Studien von Levy Berg et al. 2009; Röhricht et al. 2013). Die Proband: innen konnten Liebe zu sich selbst und den eigenen 22 1 | 2026 Marschallek, Edelhäuser, Söller, Lübcke, Neumann Gefühlen wahrnehmen (vgl. KPT-Studien von Röhricht 2009). Auch zeigte sich, dass empathische, wertschätzende, ruhige und präsente Therapeut: innen eine bedeutsame Rolle im Therapieprozess einnahmen. Die EKT-Therapeut: innen wurden als vertrauensvolle, wertschätzende und präsente Unterstützer: innen wahrgenommen. Dies eröffnete die Möglichkeit für die Proband: innen, sich tiefer mit sich selbst zu beschäftigen und einen Zugang zu ihrem Erleben zu erlangen (vgl. KPT-Studien von Geuter 2019; Kurtz/ Martin 2019). Auch bestätigen die Ergebnisse, dass eine starke und Sicherheit gebende Therapeut: innen-Klient: innen-Beziehung von zentraler Bedeutung für das Gelingen einer Therapie ist (Morschitzky 2007; Neumann 2022). Die Reduktion der körperlichen Symptome stimmt mit früheren Forschungsergebnissen aus der KPT überein (Loew et al. 2006; Röhricht/ Pribe 2006; Lowen 1984). Körperliche Symptome wie Schmerzen und Druckgefühle wurden reduziert, und Entspannungseffekte stellten sich ein, wie auch bei Andres et al. (1993) beschrieben. Im Gegensatz zu Koemeda-Lutz et al. (2006) ist eine Verbesserung der interpersonellen Beziehungen in der vorliegenden Studie nur eingeschränkt der Fall. Es fand zwar eine Verbesserung der Selbstbestimmung sowie der Kommunikation in Beziehungen statt, jedoch wirkte sich dies nicht ausschließlich positiv auf die Beziehungen aus. Einen möglichen Grund dafür nennen Herrmann und Huber (2013): Sie nehmen an, dass symptomatische Beeinträchtigungen schneller und einfacher verbessert werden können als zwischenmenschliche Interaktionsmuster (Herrmann / Huber 2013), da sie sich erst im Alltags- und Interaktionsprozess entwickeln müssen (Franz et al. 2000). Die starke körperliche Erschöpfung und Müdigkeit, die direkt im Anschluss an eine EKT- Begleitung auftreten kann, kann zum einen auf eine „Erstverschlimmerung“ zurückgeführt werden. Sie beschreibt die Regulationsreaktion des Organismus auf eine Veränderung. Die Verschlimmerung, hier die Erschöpfung, wird dabei als positives Zeichen gesehen, dass emotional und körperlich etwas in Bewegung gekommen ist (z. B. Hahnemann / Schmidt 1999). Zum anderen werden in der EKT nicht nur die mentale Ebene, sondern auch die emotionale und vor allem die körperliche Ebene angesprochen, was dazu führen kann, dass eine EKT- Begleitung als anstrengender als z. B. rein gesprächsorientierte Methoden wahrgenommen werden kann. Zudem kann die körperliche Erschöpfung auch durch die Tiefe und Intensität der in der Entspannung durchgeführten Sitzung erklärt werden. Möglicherweise sind Entspannungs- oder Entwicklungsprozesse ausgelöst worden, die vom Körper Ruhe und Zeit verlangen, um sie zu integrieren, was zunächst als erschöpfend erlebt werden kann. Limitationen und Stärken der Studie sowie Implikationen für die zukünftige Forschung In zukünftigen Studien wäre es wichtig, die EKT in größeren Gruppen sowie erkrankungsspezifisch zu untersuchen. Die oben genannte körperliche Erschöpfung nach einer EKT-Begleitung sollte ebenfalls intensiver erforscht werden, z. B. durch Nachfragen am Tag nach der Begleitung und auch mit einer quantitativen Skala zu „Body awareness and Bodily Dissociation“ (Price / Thompson 2007), um die Hypothese zu untersuchen, ob Klient: innen mit geringer „body awareness“ und höherer „bodily dissociation“ eine EKT-Begleitung ggf. als anstrengender und erschöpfender erleben. Auch sollten zukünftige Forschungsarbeiten zusätzlich quantitative Maße verwenden, um die Auswirkungen und Veränderungen, die in dieser qualitativen Studie gefunden wurden, im Sinne eines Mixed-Method-Ansatzes zu untersuchen. Hierzu wären auch quasiexperimentelle Studien besonders hilfreich. Interessant wäre zudem, die 23 1 | 2026 Subjektive Wirksamkeit der Emotionalkörper-Therapie Langzeitwirkung der EKT im Rahmen einer prospektiven Untersuchung zu erforschen und diejenigen Wirkfaktoren zu bestimmen, welche für die Veränderungen zentral sind. Eine der wesentlichen Stärken der vorliegenden Studie ist, dass die EKT-Begleitungen im natürlichen therapeutischen Setting stattfanden, die Umgebung demnach nicht künstlich erzeugt war, wodurch vermutlich nur wenige Verzerrungen stattfanden. Zudem bietet das qualitative Design mittels Logbuch die Möglichkeit, die subjektive Erfahrung der Proband: innen im Detail und in größerer Tiefe zu untersuchen. Eine Limitation der Studie ist insbesondere, dass die Proband: innen meist Menschen waren, die sich auf eine alternative Methode und intensiv auf ihre Körper und ihre Gefühle einlassen wollten und konnten. Während der EKT entsteht oftmals ein tiefer Einblick in die Gefühlswelt, was je nach Verfassung nicht von jeder Person psychisch sowie physisch gekonnt und ausgehalten wird. Darüber hinaus verfügten die Proband: innen über viel (Psycho-) Therapieerfahrung und entschieden sich mangels ausreichender Verbesserung bewusst für eine alternative Therapieform. Sie machten sich dementsprechend explizit auf die Suche nach einer solchen Erfahrung. Eine weitere Limitation stellt die unausgewogene Geschlechterverteilung (83 % weiblich, 17 % männlich) dar. Fazit Als eine der ersten Studien, die sich empirisch mit der subjektiven Wirksamkeit der EKT beschäftigt, bietet die vorliegende Arbeit vielversprechende Anhaltspunkte zu verschiedenen Wirkungsebenen und -qualitäten. Das klientenzentrierte und qualitative Design dieser Studie sowie ihre Ergebnisse können zu einem tieferen Verständnis der Wirkungsweise der EKT beitragen und damit ihr Potenzial im therapeutischen Spektrum aufzeigen, insbesondere im körperpsychotherapeutischen Bereich. Literatur Andres, K., Bellwald, L., Brenner, H. D. (1993): Empirische Untersuchung einer leiborientierten Therapie mit schizophrenen Patienten. Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychopathologie und Psychotherapie 41, 159-169 Bolger, N., Davis, A., Rafaeli, E. (2003): Diary methods: Capturing life as it is lived. Annual Review of Psychology 54, 579-616, https: / / doi. org/ 10.1146/ annurev.psych.54.101601.145030 Broom, A., Kenny, K., Kirby, E. (2017): On waiting, haunting and surviving. Chronicling life with cancer through solicited diaries. The Sociological Review 66 (3), 682-699, https: / / doi. org/ 10.1177/ 0038026117719216 Elliott, R., Greenberg, L. S., Watson, J., Timulak, L., Freire, E. 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Melanie Neumann Forschungsleiterin an der Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Privaten Universität Witten / Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department Humanmedizin. ✉ Priv.-Doz. Dr. rer. med. Melanie Neumann Im Isselgrund 11 | D-46499 Hamminkeln-Marienthal melanie.neumann@uni-wh.de